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- von Holger Hurtmann und Heinrich Maas -
Obwohl in den letzten Jahren mehr und mehr
Menschen die Notwendigkeit erkennen, Natur und Umwelt zu schützen,
fehlt es häufig an der Umsetzung von Naturschutzideen. Die Differenz
zwischen Umweltbewusstsein und umweltbewusstem Handeln zeigt
sich an kaum einer anderen Stelle so deutlich, wie im Garten. "Natur ja,
aber bitte nicht bei mir" scheint hier häufig die Devise. Über
Schmetterlinge freut man sich bei Spaziergängen, doch diesen oder
anderen Insekten eine Ecke im eigenen Garten anzubieten, scheitert am übertriebenen
Ordnungsdenken. Hinter dem Haus bestimmt monotoner Einheitsrasen mit den
exotischen Koniferen und dem sterilen Jägerzaun das Bild. Das Ergebnis
eines solchen Naturverständnisses lässt sich an den immer länger
werdenden Roten Liste gefährdeter Tier- und Pflanzenarten ablesen.
Dabei kann es mitunter so leicht sein, der Natur wieder mehr Raum zu gewähren.
Naturschutz beginnt vor der eigenen Haustür.
Den Gärten kommt dabei eine besondere Bedeutung zu, denn die vielen
Millionen privaten Hausgärten unseres Landes mit ihrer zusammengenommen
riesigen Fläche bergen ein großes Potenzial für den Natur-
und Artenschutz. Auch die naturnahe Umgestaltung eines Gartens trägt
zum Erhalt der heimischen Flora und Fauna bei, denn die vermeintlich kleinen
Dinge sind es, die Pflanzen und Tieren in der nächsten Umgebung neue
Lebensräume bieten.
Das Insektenhaus als Refugium für Insekten
Eine
Möglichkeit heimischen Insekten ein neues Biotop zu schaffen, ist
die Errichtung eines Insektenhauses. Viele unserer Insekten sind heute
in ihrem Bestand gefährdet. Grund hierfür ist neben der Lebensraumzerstörung
und der chemischen Umweltbelastung auch der Mangel an geeigneten Nistplätzen
in einer "ausgeräumten" Landschaft. Dabei erfüllen viele Insekten
wichtige ökologische Funktionen, denken wir nur an das Bestäuben
von Obstbäumen und anderen Pflanzen durch Bienen, Hummeln und andere
Hautflügler. Auch sind sie ein unentbehrliches Glied in der Nahrungskette
und im Nutzgarten helfen manche Arten zudem "Schädlinge" ohne den
Einsatz giftiger Chemikalien zu reduzieren. So vertilgt beispielsweise
der Marienkäfer ebenso wie der Gemeine Ohrwurm große Mengen
von Blattläusen.
Eine
einzige Larve des Marienkäfers frisst bis zur Verpuppung bis zu 600
Blattläuse. Mit dem Bau eines Insektenhauses kann man diese biologischen
Schädlingsbekämpfer fördern und hat somit, neben dem Artenschutz,
noch einen weiteren positiven Aspekt. Im Haus finden Insekten Bruträume
in Pflanzenstängeln und anderen Hohlräumen. Dort legen Grab-
und Schlupfwespen Brutkammern an, in denen sich die Larven entwickeln.
In dieser Zeit ernähren sich die Larven von Raupen oder Pollen, die
sie in den Kammern vorfinden. Aber nicht nur Hautflüglern, sondern
auch vielen Käferlarven bietet das Insektenhaus Schlupfwinkel. Je
nach Ausmaß und Bauart fühlen sich gar Kröten und Frösche
sowie Igel und Bilche in der Insektenwand heimisch. Werden Nistkästen
angebracht, werden Vögel die Wand nicht nur als Nahrungsraum, sondern
auch als Brutplatz aufsuchen.
Natürlich kann jeder, der ein solches Insektenhaus bauen möchte, seine individuellen Vorstellungen über Größe und Art des Hauses mit einfließen lassen, doch sollte auf jeden Fall berücksichtigt werden, dass das Holz des Rahmens nicht mit Holzschutzmitteln behandelt wird. Eine aufwändige Pflege ist nicht notwendig, allerdings empfiehlt es sich, nach einiger Zeit Holz oder Pflanzenstängel nachzulegen, denn das Insektenhaus besteht aus natürlichen Materialien, die mit der Zeit verwittern.
Dass ein Insektenhaus zu einem interessanten
Beobachtungsplatz wird, zumal wenn die Palette der einzelnen "Wohnungen"
vom Erdnest für Erdhummeln über Totholz bis hin zu Nistkästen
reicht, versteht sich nahezu von selbst. So manche Stunde kann mit der
Erforschung des Insektenlebens hier verbracht werden. Neben der ökologischen
Funktion kann die Insektenschutzwand auch zu einem wahren Kunstwerk im
Garten werden. Ein Beispiel hierfür ist die Insektenwand, die Heinrich
Maas gebaut hat.

Dieses Insektenhaus kann von Interessierten auch betrachtet werden. Absprachen können unter der Telefonnummer 02161-558040 (H. Maas) getroffen werden.
Die Insektenwand bietet die Möglichkeit,
aktiv vor Ort einen eigenen Beitrag zum Natur- und Artenschutz zu leisten.
Der monotone Einheitsrasen kann auf Dauer zumindest keine Alternative zum
naturnahen Garten sein, wollen wir auch in Zukunft in unmittelbarer Umgebung
die Vielfalt der Natur bewundern.