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Nisthilfen selber bauen |
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Die Vollhöhle
Für Meisen, Trauerschnäpper,
Feldsperling, Star, Hohltaube u.a. fehlen in unseren Gärten die natürlichen
Baumhöhlen. In den meisten Gärten fehlen alte Bäume. Die
Gärten sind klein und da dürfen auch die Bäume nicht so
groß und alt werden, dass sie ausfaulen und in ihrem langsamen Sterben
neuem Leben Raum und Nahrung geben können. Gerade in Neubaugebieten
kann die Vogelwelt mit Nistkästen ans Haus gelockt werden.
Die universelle Nistkastenvollhöhle
Das besondere an dieser Anleitung ist, dass mit einfachen Werkzeugen auch von Laien eine Vollhöhle gebaut werden kann. Eine Handsäge genügt. Bequemer geht es mit einer elektrischen Stichsäge oder Handkreissäge. Der Bauplan ist simpel aber genial, denn der Zuschnitt muss nicht perfekt sein. Maßabweichungen von mehreren Millimetern gleicht die Konstruktion aus.
Zuerst brauchen Sie ein Brett. Aus der Breite B und der Dicke D des Brettes ergibt sich die Breite A des Bodens: A = B - D.
Ein Blick in die folgende Tabelle zeigt
welche Vollhöhle aus diesem Brett gebaut werden kann.
| Zuschnitttabelle: | Brettbreite B | Brettstärke D | Bodenbreite
A
(ausrechnen!) |
Flugloch-
Durchmesser F |
| Kleinmeisen | 110-142mm | 15-22mm | 95 -120mm | 26-27mm |
| Kohlmeise, Feldsperling | 125-162mm | 15-22mm | 110-140mm | 33-35mm |
| Star | 160-195mm | 20-25mm | 140 -170mm | 50mm |
| Hohltaube | 220-300mm | 22-26mm | 180-250mm | 85-90mm |
| Waldkauz | 220-300mm | 22-26mm | 180-250mm | 110mm |
| Seitenwand Höhe H = 1,7 mal B | ||||
| Dach 1,5 B mal (B + D) | ||||
| Riegel 1,5x2x6cm, 4 Leisten verschiedener Länge der Stärke D x D. | ||||
Der Zusammenbau
Beginnen Sie mit der linken Wand. Nageln sie den Boden so an, dass die Wand unten 3-5mm übersteht. Die linke Wand steht vorn D cm über und ist hinten mit dem Boden genau bündig. Es folgt die Rückwand. Diese muss hinten rechts am Boden genau bündig sein und wird mit Boden und linker Wand vernagelt. Das rechte Brett schließt mit dem Boden vorn rechts genau ab und wird mit diesem und der Rückwand vernagelt.
An dieser Stelle sollte Ihnen der Vorteil des "Wickelns" auffallen. Ist der Boden relativ zu den Seiten zu groß geraten, entstehen an den Ecken des Kastens kleine Stufen, die nicht weiter stören. Ist der Boden zu klein geraten, stehen die Seitenteile an den Ecken etwas über. Auch egal.
| Blick von oben
in den Nistkasten |
Riegel | Blick von vorn ohne
Dach und Tür |
Tür von innen gesehen | Blick von rechts auf
den fertigen Kasten |
Als nächstes legen Sie die letzte Seite, die Tür, auf den Kasten, nehmen einen Bleistift und machen auf der linken Seitenwand innen (durch das offene Dach) einen Strich entlang des Türbretts. Dieser Strich muss dann unten mit der vorderen Bodenkante übereinstimmen. Entlang des Bodens und der rechten Seitenwand führen Sie den Bleistift so, dass auf der Tür innen ein großen "L" entsteht. Sind die Striche gut zu sehen, dann nageln Sie das Dach an. Hinten bündig.
Auf die Tür, noch ohne Einflugloch, nageln Sie aus schmalen Leisten entlang des Bleistiftstriches ein "L". Auf die linke Seitenwand nageln Sie innen hinter dem Strich eine Leiste. Die Leiste hört 2,5cm über dem Boden auf! Legen Sie die Tür auf den Kasten. Vorn quer vor die Tür wird eine Leiste auf die Unterseite des Daches genagelt. Die Tür sitzt jetzt schon recht fest. Nur unten kann man sie vorziehen. Auf die Vorderkante der linken Wand (unteres Drittel) schrauben Sie einen Holzriegel von 1,5x2x6cm. Die Schraube ist das Gelenk, also nicht zu fest andrehen. Damit der Riegel nicht vor der Tür herunter gleiten kann, kommt ein Nägelchen oder Holzdübel als Anschlag so in die Tür, dass der Riegel waagrecht aufliegt.
Lassen Sie die Tür zu und messen Sie die Breite des Nistkastens. In der Mitte, etwa 1,5 Lochdurchmesser von oben, wird die Mitte des Einflugloches markiert. Nehmen Sie die Tür vom Nistkasten, zeichnen das Loch um die Markierung und sägen es aus. Kanten schön glatt schmirgeln!
Auf das Dach wird ein Stück Teerpappe gelegt und an den Seiten vernagelt. Die Teerpappe muss tiefer als die untere Dachkante reichen, damit Wasser nicht an der Dachunterseite entlang laufen kann.
Die Aufhängung
Das Flugloch soll nicht in die Hauptregenrichtung Südwest zeigen. Es sei denn, der Nistkasten hängt geschützt vor Regen unter einem Vordach oder einer dichten Baumkrone. Die bevorzugte Richtung ist Südost.
Soll der Nistkasten an eine Hauswand gehängt werden, wird direkt durch die Rückwand geschraubt. Für die Anbringung am Baum befestigen Sie einen Drahtbügel rechts und links mit einer Schraube am Nistkasten. Die Schrauben werden auf Höhe Fluglochmitte in die Seitenwand eingeschraubt, etwas näher zur Rückwand als zur Vorderwand (2/5 der Kastenbreite von hinten). Mit dem Draht wird der Nistkasten an einem Alunagel oder einem Ast mit dem Rücken am Stamm aufgehängt. Soll der Kasten frei hängen, werden die Halteschrauben auf gleicher Höhe, aber genau in der Mitte der Kastenseite eingedreht. Durch den Dachüberstand neigt sich der Kasten dann etwas nach vorn.
Rechenbeispiel
Sie haben ein Brett, das 1,5m lang (oder zwei kürzere Bretter, die zusammen so lang sind) 15cm breit und 2cm dick ist. Dann werden der Boden 13x13cm (A=B-D), die Seiten 25,5x15cm ( HxB=(1,7xB) x B) und das Dach 22,5x17cm ((1,5xB) x (B+D)). Um die Dachbreite zu erreichen wird eine 2cm Leiste an das 15cm-Brett genagelt. Die Leisten werden aus Reststücken gefertigt.
Fehlt nur noch ein Stück Dachpappe, ein kräftiger Draht, Nägel, Dachpappennägel und drei Holzschrauben (Spanplattenschrauben).
Die Halbhöhle
Viele Halbhöhlenbrüter waren
ursprünglich Felsenbrüter. Die Bauwerke des Menschen boten dann
die Möglichkeit den Lebensraum zu erweitern und in die Siedlungen
zu ziehen, wo sich durch Ackerbau und Viehzucht auch neue Nahrungsquellen
ergaben. Die Art und Weise Häuser zu bauen hat sich aber in den letzten
30 Jahren sehr verändert. Moderne Bauten sind zu. Es gibt keine Nischen
in den Wänden, der Raum zwischen den Dachsparren ist verkleidet und
in modernen Scheunen fehlen die Eulenlöcher. Mit sehr einfachen Mitteln
können den Nischenbrütern Brutplätze am Haus geschaffen
werden.
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Halbhöhlen
für Grauschnäpper, Hausrotschwanz, Zaunkönig*, Rotkehlchen*
und bei entsprechender Größe Turmfalke. Die Maße können
auch leicht verändert werden. Das Dach wird mit Teerpappe verkleidet.
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Der Aufhängungsort
Dach und Seitenteile stehen als Schutz vor Krähenvögel über. |
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Für Nischenbrüter wie die Bach- und Gebirgsstelze, Hausrotschwanz, Grauschnäpper und Dohle kann man die Halbhöhle auch in den den mehr geschlossenen Dreiviertelkasten umwandeln. |
Nisthilfen für Schwalben
Die Schwalbenbestände in Mönchengladbach
nehmen ab. Das hat unsere Schwalbenkartierung
1999 klar ergeben. Vielleicht kann man die wendigen Flieger etwas unterstützen
beim Bau ihrer Nester. Besser wäre es, der Natur mehr Raum zu lassen,
aber das erreichen wir nicht so schnell. Fangen wir mit dem an, was sofort
hilft.
Rauchschwalben
brüten in Gebäuden. Zu 99% in Viehställen. Der beste Brutort
ist der Kuhstall. Die Nestbretter werden an einer glatten Wand über
2m hoch angebracht. Nicht im Bereich von Rohren und Kabeln, denn da können
Ratten zu leicht entlang klettern. Auch in Pferdeboxen kann man die Bretter
anbringen. Dann aber über 2,50m hoch, damit die Nester nicht angeknabbert
werden.
Die Halteschraube sitzt mittig oben im Wandbrett. In die Wand kommt ein Dübel. Damit das Nestbrett etwas Gefälle zur Wand hin bekommt, drehen Sie unten rechts und links eine Schraube durch das Wandbrett. Diese Schrauben stützen sich gegen die Wand und kippen das Nest zur Wand hin. In den Ställen soll tatsächlich Vieh gehalten werden. Verwaiste Ställe sind für die Rauchschwalbe nicht sehr attraktiv. Auch müssen lehmige Pfützen in der Nähe sein, damit die Schwalben ihr Baumaterial aufnehmen können. |
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Mehlschwalben bevorzugen Außenwände. Direkt unter dem Dachvorsprung kleben sie ihre Nester aus Lehm und Speichel an die Wand. Damit die Nester einen sicheren Halt bekommen, kann ein schmales Brett 12-13cm unter dem Dach angebracht werden. Damit Ihnen die Aktion nicht später Leid tut, montieren Sie 60-70cm tiefer ein Kotbrett. Der Kot der Tiere würde sonst die ganze Wand beschmutzen. Mehlschwalben sind nicht an Bauernhöfe gebunden. Man findet sie mitten in der Stadt. In der Stadt fehlt aber der Lehm! Hier ist es besonders wichtig, feuchten Lehm anzubieten. In einer Vogeltränke oder einer flachen Schale auf dem Garagendach zum Beispiel. Auf Lehm sind auch viele Solitärbienen angewiesen, die auch wieder Nahrung für die Schwalben sind. (Siehe auch: Das Insektenhaus - Praktischer Naturschutz im eigenen Garten) |