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Naturschutzgebiet
Bistheide
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- von Johannes Kox
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Die Bistheide liegt im Nordwesten der Stadt
Mönchengladbach, nicht weit entfernt von der Ortschaft Venn. Seit
Inkrafttreten des Landschaftsplanes 1996 ist die Bistheide unter besonderen
Schutz gestellt worden. Ca. 28 ha stehen unter Natur-, weitere 53 ha unter
Landschaftsschutz. In der Bockerter Heide, die sich nördlich im Kreis
Viersen anschließt, gibt es ein weiteres Naturschutzgebiet (NSG)
von 50 ha Größe. Bereits seit den 80-er Jahren bemüht sich
der NABU um die Pflege der dortigen Biotope.
Wertvolle Kulturlandschaft
Die Bistheide ist nicht nur für Naturschützer
ein interessantes Gebiet, sie bietet auch Kulturhistorisches. Schon ihr
Name weist auf alte Nutzungsformen durch die Weide- und Holzwirtschaft
hin, als dessen Ergebnis die Heidevegetation entstand. Verbreitet waren
hier auch verschiedene Formen der Waldnutzung:
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Eichen- und Buchenkampen als Waldweideflächen
für Rinder und Schweine
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Die Niederwaldbewirtschaftung, bei der die
Bäume alle 15-20 Jahre "auf Stock gesetzt" werden
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Mittelwaldbewirtschaftung, bei der Kopfbäume
aus Buchen und Eichen entstanden
Zahlreiche Flachskuhlen zeugen von der Textilverarbeitung
früherer Jahrhunderte. In den kleinen Gewässern wurde einst der
Flachs nach seiner Ernte eingeweicht, um ihn für die weitere Verarbeitung
zu Leinen vorzubereiten. Bis in das 19. Jahrhundert war Mönchengladbach
eine bedeutende Textilstadt am Niederrhein.
Am Rand liegt die mit ca. 4000 Metern
Länge größte erhaltene Landwehr der Stadt, die heute noch
als Grenze zum Kreis Viersen dient.
Landwehrprofile
Refugium verschiedenster
Tier- Pflanzengesellschaften
Die kulturelle Nutzung prägt das
heutige Gesicht der Landschaft. Die Flachskuhlen oder -rösten sind
beispielweise zu einer Heimat für eine Vielzahl von Amphibien geworden.
Sieben Arten - so viele wie sonst nirgendwo in der Stadt - tummeln sich
im Wasser: Grasfrosch (Rana temporaria), Wasserfrosch (Rana esculenta),
Bergmolch (Triturus alpestris), Fadenmolch (Triturus helveticus),
Teichmolch (Triturus vulgaris) und Kammmolch (Triturus christatus)
sowie die Erdkröte (Bufo bufo).
Auch eine Reihe lokal seltener Pflanzengesellschaften
trifft man hier noch an, so zum Beispiel:
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bodensaure Eichen-Birkenwaldgesellschaften
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Eichen-Buchenwaldgesellschaften auf zum Teil
staunassen Standorten
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wechselfeuchte, beweidete und gemähte
Wiesen
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Binsen-Pfeifengraswiesen
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Heide im Entwicklungsstadium
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Wasserpflanzen- und Uferpflanzengesellschaften
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Bruchwaldgesellschaft
Landschaft soll erhalten bleiben
Um diese wertvolle Kulturlandschaft langfristig
zu sichern, hat der NABU Flächen in der Bistheide angekauft bzw. gepachtet.
Seit 1986 schützen wir das Kerngebiet (1,3 ha) mit seinen ca. 25 Flachskuhlen.
Drei Jahre später übernahmen wir die Patenschaft über eine
1,8 ha große Wiesenfläche, und seit 1995 pflegen wir eine zweite
Wiesenfläche von 1,5 ha Größe.
Flachskuhlen in der Bistheide
Foto: G.Maas
Das Ziel unserer Maßnahmen ist zum
einen der Erhalt des Bestehenden. So sorgen wir durch regelmäßige
Mahd der Wiesen dafür, dass die Flächen nicht Verbuschen und
sich unter anderem die Heidevegetation entwickeln kann. Hierzu muss auch
der Nährstoffeintrag reduziert werden, weshalb das gesamte Schnittgut
zusammengetragen und abgeräumt wird. Der jährliche durchgeführte
Rückschnitt der Erlen an den Gewässerrändern gewährleistet,
dass die Flachsrösten dauerhaft besonnt werden, und die Amphibien
und andere Wasserbewohner die für sie lebensnotwendigen Verhältnisse
vorfinden. Ihr Schutz verlangt es auch, dass die Gewässer von Zeit
zu Zeit entschlammt werden. Bliebe das aus, wären die Flachskuhlen
irgendwann verlandet. Nicht zuletzt wird die angepflanzte Hecke aus Schlehen
(Prunus spinosa) gepflegt, sodass das Gebiet vor Störungen
geschützt bleibt.
Zum anderen arbeiten wir seit langem darauf
hin, die Bistheide ökologisch zu optimieren. Dies geschah in der Vergangenheit
unter anderem durch:
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Waldsaumpflanzung;
die Landwehr wurde durch eine artenreiche Strauchflora ergänzt
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Heckenpflanzungen, Anreicherung des Nahrungsangebotes
für Vögel, Insekten und Kleinsäuger
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Anlage von Käfermieten
insbesondere für den seltenen Nashornkäfer
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Anlage einer Totholzmauer
für verschiedene Insektenarten, Reptilien und Säuger
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Pflanzen einzelner Kopfweiden
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Erweiterung der ursprünglichen Heidevegetation
Die verschiedenen Einzelmaßnahmen wurden
in vielen Arbeitseinsätzen von ehrenamtlichen Mitglieder durchgeführt.
Die bisher errungenen Erfolge machen uns Mut, auch zukünftig einen
Teil unserer Freizeit hier und in die anderen Gebiete zu investieren. Auch
Sie können uns unterstützen, indem Sie Mitglied
werden oder gar bei den Pflegemaßnahmen
tatkräftig mithelfen.
Literaturverzeichnis
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BURGGRAAF, P., KLEEFELD, K.D. (1993): Historisch-geographisches
Gutachten zur Ausweisung des NSG Bockerter Heide.
-
WESSELS, G. (1992): Erhaltung historischer
Kulturlandschaft am Beispiel der Landwehren in Viersen
-
LANDSCHAFTSVERBAND RHEINLAND (1987): Schutzwürdige
Biotope in Mönchengladbach Bistheide. Gutachten.
-
STADT MÖNCHENGLADBACH (1995): Landschaftsplan
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NABU Mönchengladbach (Hg.): Naturschutzgebiet
Bistheide (MG) und Naturschutzgebiet Bockerter Heide (VIE) (Faltblatt).