Franziskushausgelände
- von Johannes Kox -

Mit dem Vogelschutz fing es an

Das Franziskushausgelände ist das vom NABU am längsten betreute Gebiet. Bereits 1963/64 begannen wir mit dem Anbringen und Aufstellen verschiedenster Nistkästen und Vogeltränken. Im Laufe der Jahre wurden diese Aktivitäten durch das Aufstellen von Futterhäusern und dem Anbringen von Kunsthorsten ergänzt. Bei den vielen Aktivitäten blieb es nicht aus, dass die rund 65 Kästen gut angenommen wurden und eine Belegungsquote von durchschnittlich 70 % aufwiesen. Bei den Nistkastenkontrollen in den Jahren 1987-2000 wurden folgende Vogelarten nachgewiesen: Blau-, und Kohlmeise, Grauschnäpper, Hohltaube, Dohle, Feldsperling, Zaunkönig, Tannenmeise, Waldkauz und Bachstelze. Außerdem brütet der Mäusebussard auf dem Gelände.
 

Neue Lebensräume für Amphibien und Fledermäuse

Auf den Vogelschutz blieben die Aktionen aber nicht beschränkt. Mitte der achtziger Jahre wurde ein kleiner Folienteiches mit 9 m² Wasserfläche angelegt. Anfang der neunziger Jahre begann die Planung eines größeren Teiches mit unterschiedlichen Tiefen. Ein Überlaufbecken mit einer anschließenden Feuchtzone gehörte auch dazu. Dieser Teich erreichte nach seiner Fertigstellung eine Wasserfläche von ca. 400-420 m². Der Randbereich wurde durch gezielte Pflanzungen mit heimischen Pflanzen ergänzt. Leider sind unsere Bemühungen im Wiesenbereich anfangs fehlgeschlagen. In den ersten zwei Jahren schossen die  Disteln, Brennnesseln und Ampfer in die Höhe. Somit hatte unsere Wildblumenwiese keine Chance. Seit 1995 wird die Fläche von unseren Mitgliedern deshalb zweimal im Jahr geschnitten.

Teich im Franziskushausgelände

Teichanlage auf dem Franziskushausgelände   Foto: Ralf Fikert


Im Teich konnten bisher vier Amphibienarten nachgewiesen werden: Gras- und Wasserfrosch, Erdkröte und der Bergmolch. Auch viele Pflanzenarten haben sich durch die Maßnahme ansiedeln können, darunter: Wasserschlauch, Kuckuckslichtnelke, Wiesenakelei, Lichtnelken, Wiesenknöterich, Gilbweiderich, Odermenning, Wiesenschaumkraut, Wiesensalbei, Braunwurz, Moschusmalve, Wegwarte, Johanniskraut, Seerose, Waldziest, Wiesenminze, Tausendgüldenkraut, Schafgarbe, Wiesenknopf, Rotes Habischskraut und Wollgras.

Auf dem Gelände wurden neben den zahlreichen Vogelnistkästen insgesamt zehn Fledermauskästen aufgehängt und regelmäßig kontrolliert. In den Kästen wurden bisher noch keine Fledermausspuren entdeckt. Bei den Kontrollen mit dem Bat-Detektor (die nicht hörbaren Rufe der Fledermäuse werden in für den Menschen hörbare Frequenzen umgewandelt) sind jedoch folgende Arten nachgewiesen worden (in Klammern der Status in der Roten Liste): Breitflügelfledermaus (V), Wasserfledermaus und die Zwergfledermaus. Der Teich und der Waldsaum dient den Fledermäusen als Jagdbiotop.

V = Vorwarnliste; Bestände sind merklich zurückgegangen, doch noch nicht akut gefährdet.

Literaturverzeichnis