Aktionsschwerpunkte Gerkerather Wald 2002 bis 2004

- von Ralf Fikert -

Um die Strukturvielfalt im Naturschutzgebiet Gerkerather Wald zu erhöhen, ist ein zweijähriger Pflegeplan von der AG Gerkerather Wald erarbeitet und von den Behörden auch genehmigt worden.

Moor im Gerkerather Wald, Foto: G.MaasDer NABU MG betreut seit 1990 eine Feuchtheidefläche von ca. 7000 m2 im Gerkerather Wald (Städtische Fläche in Patenschaft ). Seit 1985 leisteten die Jugendgruppe des BUND und des damaligen DBV Mönchengladbach hervorragende Arbeit auf dieser Fläche. Diese wurde vegetationskundlich kartiert und Pflegeziele ausgearbeitet. Die Gesamtfläche wurde in mehrere Pflanzengesellschaftszonen aufgegliedert. Für die einzelnen Pflanzengesellschaften wurde ein Pflegeplan erstellt. Nach Unterzeichnung des Patenschaftsvertrages ist dieser Pflegeplan heute noch Grundlage unserer Arbeiten.

Aufgrund extremer Wasserstandschwankungen im Jahresverlauf, aber auch durch hohe Nährstoffeinträge durch Laub aus den angrenzenden Wäldern und Lufteinträge (lt. LÖBF 40-60 kg Stickstoff/ha), hat sich die Vegetation im Laufe der Jahre verändert. Die Beschattung der Sonnentaustandorte (Drosera intermedia) durch solitär stehende Eichen hat den Sonnentau verschwinden lassen. Der Englische Ginster (Genista anglica) musste dem Konkurrenzdruck der Gräser weichen. Und der Pfeifengrasaufwuchs - aber auch die fehlende Feuchtigkeit - macht der Glockenheide (Erica tetralix) zu schaffen.

Die Seltenheit dieses Offenlandbiotops in unserem Stadtgebiet und die eingangs geschilderte Entwicklung hat uns veranlasst, mit veränderter Zielsetzung die Pflegepläne zu überarbeiten, um uns effizienter für den Schutz des NSG Gerkerather Wald einzusetzen.

Geplant ist, im südlichen Bereich den angrenzenden Waldsaumbereich zu fördern. Der Glockenheidestandort wird in drei Bereiche mit unterschiedlichen Pflegeintervallen aufgegliedert. Die nördlich hereinwachsende Gehölzvegetation wird zurückgeschnitten. Somit hoffen wir, der Glockenheide günstigere Standortbedingungen zu schaffen.

Tümpel im Wald, Foto: G.MaasIm Ostteil des NSGs befinden sich zwei Tümpel, die bis in den Juli Wasser führen. Leider sind die Tümpel von Bäumen und Sträuchern beschattet. Zur Förderung der hier vorkommenden fünf Amphibien- und zwei Eidechsenarten werden die Tümpel zum großen Teil freigeschnitten.

Außerdem wird an zwei angrenzenden Flächen die Struktur eines besonnten Waldsaums optimiert und eine Waldsaumpflanzung neu (ca. 3700m2) durchgeführt. Vorgenannte Maßnahmen werden teilweise von der Stadt und teilweise vom NABU durchgeführt.

Bei den Ortsbegehungen mit der NABU-Arbeitsgruppe und dem Umweltschutzamt wurde sehr intensiv über zukünftige Nutzungsformen für die z.T. sensiblen Offenlandbereiche diskutiert. Lösungsmöglichkeiten wurden aufgezeigt und hoffentlich in naher Zukunft umgesetzt. Die Pflege von Menschenhand kann keine dauerhafte Lösung für unsere Natur sein. In unserer Kulturlandschaft kann nur die extensive Nutzung von Naturschutzflächen unsere Natur dauerhaft schützen.
 

30.11.2002  Beginn unseres Schwerpunktprojektes im NSG (Naturschutzgebiet) Gerkerather Wald
 
Auf den Kopf setzen, Foto: G.MaasBei einem Schneiteltermin im Gerkerather Wald wurden aus den durchgewachsenen Weiden wieder Kopfweiden gemacht. Zum einen erhöht der regelmäßige Schnitt der Weiden den ökologischen Wert der Bäume, zum anderen wurden so die Tümpel wieder freigestellt. Um eine noch bessere Besonnung der Gewässer zu erreichen, wurden noch einige störende Bäume gefällt. So ist auch der Laubeintrag in die Tümpel demnächst geringer. Aus dem Stammholz wurde eine Totholzmauer errichtet. 
Das Astholz wurde in der vorhandenen Heckenstruktur abgelagert. Beide Maßnahmen reduzieren  den Schad- und Nährstoffeintrag aus den angrenzenden intensiv bewirtschafteten Feldern. Daneben wird das Holz über die Jahre langsam von Insekten und Pilzen abgebaut. Von der Förderung der totholzabhängigen Insekten werden zum Beispiel Fledermaüse, Vögel, Lurche und Eidechsen profitieren.
Totholzmauer, Foto: G.Maas Hecke mit Totholz, Foto: G.Maas