Libellen

- von Ruth Seidel -

Kleine Flieger - große Leistung

Libellen beeindrucken nicht nur durch ihre schillernde Farbenpracht. Ebenso imponierend ist auch ihre Wendigkeit, die sie durch unabhängig voneinander bewegliche Flügelpaare erreichen. Sie orientieren sich fast ausschließlich mit den Augen - zwei großen Komplexaugen, die aus bis zu 30.000 Einzelaugen zusammengesetzt sind. Ihre Nahrung fangen Libellen im Flug. Die drei Beinpaare bilden dabei einen reusenartigen "Fangkorb", in dem sie die Beute festhalten. Auch die Libellenlarven im Wasser leben räuberisch. Ihre Unterlippe ist zu einer "Fangmaske" umgestaltet, die blitzartig vorschnellen kann. Auf dem Speiseplan der Libellen stehen dabei auch die vom Menschen im allgemeinen wenig geschätzten Stechmücken(-larven). Libellen sind also nicht nur völlig ungefährlich, sie nutzen dem Menschen auch.
 

Das Leben beginnt im Wasser

Der Lebenszyklus ist bei allen Libellenarten gleich, nur die Dauer der einzelnen Stadien ist unterschiedlich lang. Die Larve entwickelt sich zunächst im Wasser und klettert dann an einem Pflanzenstängel hoch, um zu schlüpfen. Sobald die Flügel getrocknet sind, ist sie flugfähig. Anhand der leeren Hüllen (Exurien), die man in der Ufervegetation findet, lassen sich übrigens auch die Arten bestimmen. Vor einer Larvenentwicklung steht natürlich zunächst die Paarung. Die Begattung erfolgt in der für Libellen typischen Weise. Das Männchen fängt ein Weibchen und fasst es mit den am Hinterleibsende befindlichen Zangen am Kopf oder am ersten Brustsegment. So entsteht das typische "Tandem".  Zur Begattung krümmt das Weibchen seinen Hinterleib nach vorn, bis seine Begattungsorgane auf die des Männchens an der Unterseite des zweiten Hinterleibsegments gepresst sind. Dieses "Paarungsrad" gibt es nur bei Libellen.

Man unterteilt die Libellen in zwei Hauptgruppen: die Kleinlibellen (Zygoptera) und die Großlibellen (Anisoptera). Anhand bestimmter Merkmale ist die Zuordnung leicht möglich.
 

Merkmale der Imagos Kleinlibellen (Zygoptera) Großlibellen (Anisoptera)
Körpergestalt zierlich, schlank kräftig
Vorder- und Hinterflügel annähernd gleiche Form verschieden
Ruhestellung der Flügel über dem Rücken zusammengeklappt oder leicht geöffnet mehr oder weniger waagerecht ausgebreitet
Kopf walzenförmig halbkugelig
Flug langsam flatternd reißend schnell
Merkmale der Larven Kleinlibellen Großlibellen
Körpergestalt schlank und langbeinig robust und gedrungen
Hinterleibsende mit 3 Ruderblättchen mit 5 Schwanzstacheln

Gefährdet durch den Menschen

Die Bestände der Libellenarten gehen durch vom Menschen verursachte Lebensraumveränderungen zurück. In NRW vermehren sich 60 Libellenarten, davon sind bereits 32 Arten in ihrem Bestand (stark) gefährdet oder vom Aussterben bedroht. Die Libellenarten der Fließgewässer und Hochmoore stehen alle auf der Roten Liste von NRW. Viele Arten sind in ihrer Existenz gefährdet. Die Ursachen dafür sind:

Maßnahmen zum Schutz müssen deshalb sein: Stichwortartig vorgestellt: Die Libellen Mönchengladbachs

1. Kleinlibellen

Prachtlibellen: blau-schwarz schillernde Färbung der Flügel, Weibchen bräunlich.

Gebänderte Prachtlibelle,  Zeichnung (G.Maas)
Larve der Prachtlibelle, Zeichnung (G.Maas)
Gebänderte Prachtlibelle
Larve der Gebänderten Prachlibelle

Teichjungfern: grünmetallisch bronzefarben, in der Ruhe schräg abgestellte Flügel.

Schlanklibellen: in der Ruhe am Körper anliegende Flügel, Entwicklung fast einjährig, Überwinterung als Larve. 2. Großlibellen

Edellibellen: groß, langer Hinterleib.

Segellibellen: kurzer (gedrungener) Hinterleib.
Plattbauch (G.Maas)