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in der Bistheide |
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- von Ulrike Krüner -
Einleitung
Seit 1982 kartiere ich mehr oder weniger
regelmäßig die Libellen in der Bistheide. 1987 kamen die Heuschrecken
als weitere Insektengruppe hinzu. 1996 wurde die Bestandsaufnahme verstärkt,
um Daten für den Arbeitskreis zur Kartierung der Libellen in NRW zu
erhalten.
Die Bistheide
Die Bistheide liegt im Nordwesten des Mönchengladbacher
Stadtgebietes, nahe der Landwehr, die auch heute noch die Stadtgrenze bildet.
Seit den 80er-Jahren betreut der NABU das Gebiet intensiv. Auf einer Fläche
von einem Hektar befinden sich im Kerngebiet der Bistheide zahlreiche Flachskuhlen.
So genannte Pseudogley-Böden herrschen im Gebiet vor. Die Böden
haben einen PH-Wert von 4-5 und sind meist nährstoffarm.
Die Flachkuhlen und ein größerer,
flacher Tümpel sind ebenso nährstoffarm. In regenarmen Sommern
trocknen einige Flachskuhlen und das flache Gewässer ganz oder teilweise
aus. Die Gewässer der Bistheide besitzen ein vielfältiges Vegetationsmosaik
mit unterschiedlichen Pflanzengesellschaften (FLINSBACH 1987).
Libellen der Bistheide
Insgesamt
wurden bisher 21 Libellenarten in der Bistheide nachgewiesen (Tab.1). Manche
Arten traten nur zu Anfang auf, wie der Große Blaupfeil und der Plattbauch.
Beide Libellenarten sind Pionierarten und bevorzugen vegetationslose, neue
Gewässer. Mit fortschreitender Sukzession eines Gewässers verschwinden
diese Arten. Starken Schwankungen des Wasserspiegels oder auch Austrocknung
im Hochsommer kommen besonders den Libellenarten zugute, die im Eistadium
überwintern und deren Larven sich in wenigen Monaten entwickeln, sodass
sie noch vor dem Trockenfallen des Gewässers schlüpfen. Diesen
Entwicklungszyklus weisen alle Binsenjungfern und Heidelibellen auf. Die
Kleine Binsenjungfer und die Glänzende Binsenjungfer, beide grün-metallisch
schillernde Kleinlibellen, wurden in Mönchengladbach bisher nur in
der Bistheide nachgewiesen. Beide Arten sind nach der Roten Liste NRW (SCHMIDT
& WOIKE 1999) stark gefährdet. Die nächsten Fundpunkte liegen
in nährstoffarmen Gewässern im deutsch-niederländischen
Grenzgebiet Naturpark Schwalm-Nette und Teverener Heide).
Im Jahr 2000 kamen einige Arten hinzu,
die eine kurze Flugzeit im Mai/Juni haben. Hierzu gehört die Frühe
Adonislibelle und zwei Moosjungfern-Arten. Die Moosjungfern sind wie ihr
Name schon andeutet, typische Libellen von Heide- und Moorgewässern.
Alle Moosjungfern sind schwarz mit rötlicher Zeichnung auf dem Hinterleib.
Die Nordische Moosjungfer ist nach der Roten Liste als stark gefährdet
eingestuft: die Art findet man nach in den nährstoffarmen Gewässern
im Naturpark Schwalm-Nette und der Teverener Heide. Die Große Moosjungfer,
von der vorigen Art durch einen leuchtend gelben Flecken auf dem Hinterleib
der Männchen gut zu unterscheiden, ist viel seltener zu finden (Abb.).
Die Art bevorzugt mesotrophe, d.h. mittelmäßig nährstoffreiche
Heide- und Waldtümpel (gr. mesos = mitten, troph = die Nährstoffe
betreffend). Sie wird als vom Aussterben bedroht in der Roten Liste geführt.
Der warme Mai 2000 bescherte eine ungewöhnliche große Nachweisdichte
für die Große Moosjungfer von der Eifel bis nach Düsseldorf.
Für die nächsten Jahre bleibt abzuwarten, ob die Art alle neuen
Fundorte dauerhaft besiedeln kann. Auch die Torf-Mosaikjungfer kannte erstmals
im Hochsommer 2000 in der Bistheide gesehen werden. Diese Art ist in NRW
gefährdet, da sie, wie ihr Name schon sagt, seltene Heide- und Moorgewässer
bevorzugt
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| Gemeine Binsenjungfer |
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1984, 1998 | ||
| Große Binsenjungfer |
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1998, 2000 | ||
| Kleine Binsenjungfer |
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1987, 1997, 1998, 2000 |
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| Glänzende Binsenjungfer |
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1997, 2000 |
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| Gemeine Pechlibelle |
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1984, 1997, 2000 |
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| Becher-Azurjungfer |
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1984 | ||
| Hufeisen-Azurjungfer |
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1984, 1997, 2000 |
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| Frühe Adonislibelle |
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2000 | ||
| Große Königslibelle |
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1983, 1984, 1997, 2000 |
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| Blaugrüne Mosaikjungfer |
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1997, 1998, 2000 | ||
| Herbst-Mosaikjungfer |
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1997 | ||
| Torf-Mosaikjungfer |
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2000 |
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| Großer Blaupfeil |
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1983 | ||
| Vierfleck |
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1982, 1984, 1997, 2000 |
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| Plattbauch |
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1983, 1984 |
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| Schwarze Heidelibelle |
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1987, 1997, 1998 | ||
| Große Heidelibelle |
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1987, 1998, 2000 |
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| Blutrote Heidelibelle |
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1987, 1991, 1997, 1998, 2000 | ||
| Gefleckte Heidelibelle |
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1984, 1997 |
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| Nordische Moosjungfer |
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2000 |
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| Große Moosjungfer |
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2000 |
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Erläuterungen zur Tabelle:
- bodenständig: schlüpfende
Tiere oder Nachweis von Exuvien (Häutungsresten)
- Rote Liste:
1 = vom Aussterben bedroht
2 = stark gefährdet
3 = gefährdet
V = Vorwarnliste
Heuschrecken der Bistheide
Im Stadtgebiet von Mönchengladbach
sind inzwischen 15 Heuschreckenarten bekannt. Im Gebiet der Flachskuhlen
der Bistheide wurden bis 1992 vier Arten nachgewiesen (KRÜNER.&
DIDSZUN 1993): Großes Grünes Heupferd, Kurzflügelige Schwertschrecke,
Langflügelige Schwertschrecke und der Gemeine Grashüpfer. Zwei
weitere Arten kamen in den darauffolgenden Jahren hinzu: Gemeine Dornschrecke
und der Nachtigall-Grashüpfer. Die Kurzflügelige Schwertschrecke
steht auf der Vorwarnliste der Roten Liste NRW und kommt in den staunassen
Randbereichen des flachen Tümpels regelmäßig in hoher Anzahl
vor und entwickelt sich auch dort.
Zusammenfassung
Von den 28 im Stadtgebiet Mönchengladbach
bisher festgestellten Libellenarten sind in der Bistheide insgesamt 21
Arten vertreten. Darunter sind sechs Arten, die in der Roten Liste von
NRW stehen und auf Grund ihrer Biotopansprüche vorwiegend nährstoffarme
Gewässer besiedeln. Die Heuschreckenfauna ist in der Bistheide mit
sechs Arten vertreten.
Zur Erhaltung der Vielfalt, speziell für
die Libellenarten ist ein unterschiedliches Angebot offener bis hin zu
stark verwachsenen Gewässerbereichen wünschenswert. Ein regelmäßiger
Rückschnitt der Erlen, die dicht an die Flachskuhlen wachsen, ist
wichtig, da die Libellen vollbesonnte Bereiche bevorzugen.