Vogelkundliches Museum
  - von Holger Hurtmann -

Es ist eines der kleinsten Museen in Mönchengladbach, dafür aber ist es auch einzigartig: Das Vogelkundliche Museum des NABU im Wickrather Schlosspark. Auf rund 80 qm können in den Monaten April bis Oktober von der Aaskrähe bis zum Zwergtaucher rund 170 Vögel in aufwändig gestalteten Schaukästen bestaunt werden. Auch Insekten und Säugetiere lassen sich hier einmal in aller Ruhe betrachten. Dabei galt für den Aufbau des Museums vor über 25 Jahren ganz besonders, dass aller Anfang schwer ist.
 

Von der Werkstatt zum Museum

Eine Reparaturwerkstatt war in dem kleinen Pavillon untergebracht, den die beiden Naturschützer Willi Heinen und Willi Jülicher im Winter 1967/68 entdeckten. Dass hieraus einmal das Vogelkundliches Museum werden würde, daran war zu diesem Zeitpunkt nicht zu denken. Wie ein Museum sah das Gebäude tatsächlich nicht aus. Der Pavillon war völlig renovierungsbedürftig, ohne eine moderne Beheizung, die Wände feucht und von Schimmel befallen. Angesichts der geringen Kapazitäten des Vereins verwundert die bald beginnende Aufbauleistung auch heute noch. Die Ortsgruppe Wickrath des Deutschen Bundes für Vogelschutz (DBV) - erst später benannte sich der DBV in NABU um - war erst kurz zuvor im Oktober 1967 gegründet worden. Die Kassenbestände der jungen Gruppe reichten bei weitem nicht aus, um das kostenaufwendige Vorhaben in die Tat umzusetzen. Neben Spenden finanzierten einige Mitglieder den Umbau, indem sie selbst Privatkredite aufnahmen. Auch waren die Vogelschützer allesamt berufstätig, so dass ihnen nur die Freizeit für ihre Arbeit blieb. Mit der Renovierung des Pavillons allein war es aber nicht getan. Verschiedene Exponate mussten für die Vitrinen zusammengetragen werden, die mit viel Mühe gestaltet wurden. Am 26.04.1969 war es dann so weit: Das Museum konnte nach über 1200 ehrenamtlichen Arbeitsstunden endlich feierlich eröffnet werden.
 
 
Vogelkundliches Museum Wickrath, Foto: G.Maas
Es ist wohl eines der kleinsten Museen Mönchengladbachs. Sicher ist, dass 
es das einzige seiner Art  in der Stadt ist: Das Vogelkundliche Museum, das
vom NABU seit über 25 Jahren betreut wird.

Das Museum wächst

Seitdem ist die Ausstellung stets verändert und vergrößert worden, teilweise mit halsbrecherischen Aktionen. Für ein Pirolnest erkletterte Günter Bähren eine Pappel und schnitt, 18 Meter über dem Boden, das leere Nest aus dem Geäst. Das Nest der Wacholderdrossel wurde auf die gleiche Weise erworben, allerdings reichte hierzu eine Kletterpartie von knapp 13 Metern. Weniger spektakulär, dafür aber weitaus sicherer, fanden immer wieder Präparate von verschiedenen Spendern Eingang in das Museum. Das Rehkitz, aber auch viele Greifvögel, stammen von Odenkirchener Schulen.
 


 Einer der häufigsten Greifvögel bei uns: Der Turmfalke 
 Foto: Holger Hurtmann 

Im Museum kein Problem: vis-'a-vis mit Singvögeln
 Foto: Holger Hurtmann

Ein Besuch lohnt immer

Ob Sie im Museum einen Spaziergang durch den landschaftlich reizvollen Park abschließen, die Arbeit des NABU kennen lernen wollen oder aber zu aktuellen Naturschutzthemen Fragen haben: Ein Besuch des Vogelkundlichen Museums lohnt nach wie vor. Und ganz einfach zu erreichen ist die Ausstellung beispielsweise mit den Buslinien 006, 016 und 026 (Haltestelle Wickrath Markt). Von dort sind es dann nur noch wenige Minuten Fußweg.
 
Öffnungszeit von April bis Oktober:
Sonn- und Feiertags von 14 - 17 Uhr
weitere Termine nach Absprache: 02161-551363
der Eintritt ist kostenlos
 

Literaturverzeichnis