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Irgendwann
war die Idee da: Wir sollten eine Beschreibung der Mönchengladbacher
Vogelwelt herausgeben. Etwa Mitte der 90er Jahre war diese Vorstellung
noch nicht viel mehr als ein unbestimmter, diffuser Wunsch. Was genau schwebte
uns bei dem Gedanken an eine Avifauna vor? Eine kurze Artenliste oder doch
ein ausführlicheres Werk? Wie sollte der NABU Mönchengladbach
das Projekt realisieren können? Schließlich hat ein ehrenamtlich
tätiger Naturschutzverein viele Aufgaben und nur begrenzte Ressourcen.
Und welche Arbeiten würden im Vorfeld notwendig sein? Klar war nur
eines: Es würde eine Riesenaufgabe sein.
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Erstmals
in einem Buch ein Überblick über...
Das
Werk richtet sich nicht allein an sachkundige Ornithologen. Die dürften
an der einen oder anderen Stelle überrascht fragen, warum ihnen schon
bekannte Dinge breiter erläutert werden. Da aber auch der naturinteressierte
Laie das Buch mit Gewinn lesen und verstehen soll, sind diese Erklärungen
kein Ballast, sondern notwendige Ergänzung. Der Drahtseilakt, sowohl
Sachkenner als auch Nicht-Ornithologen zufrieden zu stellen, ist vielleicht
einer der schwierigsten Punkte bei diesem Projekt gewesen. Ich hoffe, dass
dies gelungen und das Buch ein umfassendes, fundiertes Werk über die
heimische Vogelwelt geworden ist.
Sie
können „Die Vögel der Stadt Mönchengladbach“ nun zum Preis
von 22,90 € in Ihrer Buchhandlung oder bei den Libri angeschlossenen
Online-Buchhändlern (zum Beispiel bei www.amazon.de
oder bei www.bol.de) bestellen. Gegebenenfalls
ist auch eine Bestellung direkt über den NABU Mönchengladbach
möglich. Die bibliographischen Angaben:
Autor:
Holger Hurtmann
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Die Artmonographien sind der Hauptteil
der Avifauna. In ihnen wird erläutert, wann eine Art im Stadtgebiet
anzutreffen ist, wie häufig sie vorkommt, wo sie lebt, welche Wanderungen
sie unternimmt u.v.m. Wie so etwas aussieht, verdeutlicht beispielhaft
die Artbeschreibung des Teichhuhns:
Teichhuhn (Gallinula chloropus)
(mäßig) häufiger Brutvogel,
vereinzelter bis mäßig zahlreicher Rastvogel
Rasterfrequenz (1982): 22%
I - XII
Bestand und Vorkommen
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"Das Teichhuhn ist an den bewachsenen Ufern unserer [Fließ- und Stillgewässer] eine häufige Erscheinung und wird [...] allerorts angetroffen" (MAAS 1948). Für BETTMANN (1959) war die Art "im gesamten Niersgelände durchaus keine Seltenheit". Aus den Klassifikationen von HEINEN et al. (1983) und BURGHARDT (1989a) errechnet sich ein Gesamtbestand von 100 - 450 Paaren. Diese Zahl lässt sich näher eingrenzen, die Beschreibung in HEINEN et al. (1983) legt eine Population von ± 70 - 80 BP für den Stadtbezirk Wickrath nahe. Demnach wäre der Bestand in den 80er Jahren mit insgesamt 120 - 280 Paaren angegeben worden. Konkrete Zahlen gibt es vom Wickrather Schlosspark, wo 14 bzw. 20 BP festgestellt wurden (HEINEN et al. 1983, HUBATSCH 1968). Südlich davon, im Wickrather Nierstal bis Keyenberg, waren es 44 Paare (vgl. HEINEN et al. 1983). Weitere Bestandsangaben gibt es vom Geroweiher (2 BP, BURGHARDT 1970), aus der Bistheide (1980, 1 BP, HEINEN et al. 1980) und vom Mühlenbachtal (1983, 5 BP, UNI DÜSSELDORF et al. 1986). |
Der Brutbestand der letzten Jahre wird
auf 150 - 250 Paare geschätzt. Wichtiger Anhaltspunkt ist die stadtweite
Erfassung aus dem Jahr 2004, bei der rund 160 Reviere nachgewiesen wurden
(Tab. 41, HURTMANN 2005b). Obwohl die Untersuchung erstmals in diesem Umfang
Daten lieferte, werden damit nicht alle Vorkommen erfasst sein. Nahezu
unberücksichtigt blieben die Bruchwälder, deren Tümpel und
Wassergräben weitere Bruthabitate bieten. Schwerer wiegen dürften
allerdings die Erfassungsschwierigkeiten an der Niers.
Tab. 41: Anzahl der Teichhuhn-Reviere in 2004Die Art besiedelt fast jedes Gewässer mit ausreichender Vegetation. Selbst die Flachsrösten in der Bistheide, die Tümpel im Erlenbruch Sittard oder der städtisch geprägte Geroweiher blieben nicht ohne Vorkommen. Wegen der Vielzahl an verstreuten (Klein-)Gewässern kommt Mönchengladbach auf eine landesweit herausragende Siedlungsdichte. Mit >160 BP/km² Gewässer ist die Abundanz die höchste unter den Kreisen und kreisfreien Städten in NRW (vgl. SUDMANN & JÖBGES 2002). Der im Land allgemein konstatierte "merkliche Rückgang" (GRO & WOG 1997, für das Rheinland bereits ENGLÄNDER et al. 1992) lässt sich für das Stadtgebiet nicht belegen. Das Kartierungsergebnis 2004 liegt im Rahmen der Bestandsschätzung der 80er Jahre. Dort, wo Daten aus Einzelgebieten gegenübergestellt werden können, ist das Bild uneinheitlich. So nahm die Art im Wickrather Nierstal offenbar ab (44 BP vs. 14 BP, HEINEN et al. 1983, HURTMANN 2005b). Im Geneickener Nierstal samt Bungtwald gab es gegenüber 1991 keine Veränderung (21 - 22 BP vs. 20 BP, VAN GEN HASSEND et al. 1991, HURTMANN 2005b) und im Wickrather Schlosspark nahm der Bestand zu (13 - 14 BP vs. 25 BP, E. Neuß in ENGLÄNDER et al. 1992, HUBATSCH 1968, HURTMANN 2005b). Unklar ist allerdings, nach welcher Methode bei den früheren Erfassungen gearbeitet wurde. Positiv auf den Bestand dürfte die Teilrenaturierung der Niers und die naturnahe Gestaltung von Rückhaltebecken gewirkt haben. So könnten sich lokale Zu- und Abnahmen ausgleichen.
Rastbestand
Vom allgemeinen "oft in großer Zahl
auf unseren Gewässern" bis zu einer einzigen Meldung von "30 Exemplaren
während des Winters" reichen die Beschreibungen bei MAAS (1948) und
BETTMANN (1959). Eine Größenordnung von rund 60 - 350 Teichhühnern
nennen BURGHARDT (1989a) und HEINEN et al. (1983) in den 80er Jahren. Letztere
schreiben von konzentrierten Wintervorkommen im Wickrather Schlosspark
(bis zu 70 Individuen im Jahr 1978).
Die Anzahl der Durchzügler und Wintergäste ist schwer zu ermitteln, da das Zugverhalten der Brutpopulation nicht bekannt ist. MILDENBERGER (1982) hält es für wahrscheinlich, dass "ein nicht kleiner Teil" der rheinischen Brutvögel - vor allem die Stadtpopulationen - an den Brutgewässern überwintert. Sollte dies auch auf Mönchengladbach zutreffen, würde ausgeprägter Zuzug fehlen. In den beiden Jahren 1997 und 2004 lag der Bestand von September bis März um rund 60 - 100 Teichhühner über dem der Brutzeit (HURTMANN 1998a, 2005b). Das Verhältnis von Brutvögeln zu Zuzüglern läge entsprechend bei 1 : 0,5. Zum Vergleich: Am Nierssee im angrenzenden Kreis Viersen errechnet sich ein Verhältnis von etwa 1 : 1,4 (vgl. BSKS 1998).
Zwar werden viele (Klein-)Gewässer nach der Jungenaufzucht verlassen, doch kann das Teichhuhn auch nach der Brutzeit in zahlreichen Gebieten beobachtet werden. Konzentrierte Vorkommen stellen sich in den niersnahen Parkanlagen ein. Beherbergt 2004 der stadtnahe Rheydt/ Odenkirchener Niersraum zwischen April und August knapp 37% der Population, steigt der Anteil außerhalb der Brutzeit auf rund 49% an (HURTMANN 2005b). Die Art profitiert in den Parks von Fütterungen und der erleichterten Nahrungssuche auf den kurzrasigen Grasflächen (vgl. auch GLUTZ et al. 1973).
Wasservogelzählung 1997/ 2004
Der Bestand entwickelte sich im Jahresverlauf
wie folgt (Abb. 18, HURTMANN 1998a, 2005b):
Abb. 18: Bestand des Teichhuhns 1997 (hell) und 2004 (dunkel)Beim Vergleich der beiden Jahre fällt der deutlich höhere Bestand in 2004 auf. Während in 1997 durchschnittlich etwa 120 Individuen gezählt wurden, waren es 2004 rund 220 Exemplare. Durch die Ausweitung des Programms kann dies kaum erklärt werden, da die Zählgebiete aus 1997 im Mittel 90% des letztjährigen Bestandes beherbergten. Andere methodische Faktoren scheiden zwar nicht aus (vgl. HURTMANN 2005b), doch ist die Population wohl tatsächlich angewachsen. Im Jahresverlauf gleichen sich derweil die Entwicklungen. Der hohe Winterbestand nimmt bis in den April/ Mai um die Hälfte ab. Dann halten sich allein Brutvögel im Stadtgebiet auf, deren Nachwuchs den Bestand ansteigen lässt. Während Jungvögel Mitte April 2004 mit 3% nicht ins Gewicht fielen, kletterte ihr Anteil am Gesamtbestand über 11% im Mai bis auf 41% im Juni. Nennenswert mehr Teichhühner können ab Oktober registriert werden, wenn Rastvögel an den Gewässern auftauchen. Bis zum Dezember steigen die Zahlen in etwa auf das Niveau des Jahresanfangs. Bei vergleichenden Erfassungen im Dezember 1999 und 2001 - 2003 lag die Zahl zwischen 218 und 261 Vögeln (HURTMANN 2005b)
Phänologie
Der 16.04. war der früheste Termin,
an dem Jungvögel nachgewiesen werden konnten. Auf der Niers in Höhe
des Güdderather Bruchs führte 1 BP 2 pulli (2000, H. Hurtmann).
Durch Zweit- oder Drittbruten können bis weit in den August junge
Teichhühner registriert werden, so noch 4 pulli am 20.08. auf der
renaturierten Niers bei Neuwerk (1993, H. Hurtmann, D. Stiels).
Ringfunde
Von den zahlreichen in Wickrath beringten
Teichhühnern (125 Exemplare) nennen HEINEN et al. (1983) und MILDENBERGER
(1982) einen Wiederfund:
Helgoland - 471 114
O 06.03.1971
Wickrath, Mönchengladbach
+ 25.03.1972
Müngersdorf, Köln 39 km
ESE Totfund