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Kiesgrube Beltinghoven ist ornithologischer Schatz |
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Bestandserfassungen von Flora und Fauna
sind eine wichtige Stütze der Naturschutzarbeit. Erst dadurch wird
klar, welche Gebiete besonders schützenswert sind und welche Biotoppflege
gegebenenfalls erforderlich ist, um seltene Tier- und Pflanzenarten zu
erhalten. Der NABU hat im Jahr 2001 eine ornithologische Erfassung in der
Kiesgrube Beltinghoven durchgeführt, deren Ergebnisse Sie hier finden.
Die Auswertung gliedert sich in:
| 1. Einleitung
2. Beschreibung des Untersuchungsgebietes 3. Methode 4. Danksagung 5. Ergebnisse der Bestandsaufnahmen 5.1 Brutvögel 5.2 Rastvögel (Durchzügler, Wintergäste) 5.3 Nahrungsgäste 6. Artbeschreibungen 7. Zusammenfassung 8. Literaturverzeichnis
Foto: H. Hurtmann
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1. Einleitung
Die Kiesgrube Beltinghoven ist schon seit
längerer Zeit bekannt als eines der bedeutendsten Naturgebiete in
der Stadt Mönchengladbach (vgl. FRANKEN & HURTMANN 1991, HURTMANN
1997, KRÜNER 1998). Die Attraktivität für die Fauna liegt
in der Art und der Vielfalt von Biotoptypen, die lokal teilweise selten
sind. Allerdings sieht sich das Gebiet einer intensiven Freizeitnutzung
ausgesetzt, die im Gegensatz zum Schutzbedürfnis der dortigen Tier-
und Pflanzenwelt steht. Um die Bedeutung der Kiesgrube nochmals zu verdeutlichen,
wurde im Jahr 2001 eine systematische Erfassung der Avifauna durchgeführt.
Das Datenmaterial sollte dazu beitragen, bei zukünftigen Planungen
die Belange des Naturschutzes zu stärken.
2. Beschreibung des Untersuchungsgebietes
Das rund 25 ha große Untersuchungsgebiet liegt im Nordwesten von Mönchengladbach, zwischen den Stadtteilen Beltinghoven und Hardt (Abb. 1). Ab 1977 wurde hier Kies abgebaut, bis schließlich Ende 1998 der Nutzungsvertrag zwischen dem Betreiber und der Stadt als Flächeneigentümerin auslief. Seitdem obliegt der Stadt die Nutzung des Geländes.
Verschiedene Sukzessionsstadien prägen das Bild der Abgrabung, die im Laufe der Jahre etappenweise voranschritt. Das unterschiedliche Alter zeigt sich an den Gewässern, die insgesamt etwa 9 ha messen. An dem Grundwassersee und den diversen Kleingewässern ist der Uferbewuchs mit Binsen, Röhricht und Weiden unterschiedlich weit fortgeschritten, gehört mittlerweile aber zu den umfangreichsten in Mönchengladbach. Auf dem kiesigen Boden reicht die Spanne von lockerer Primärvegetation bis hin zu ausgeprägten Beständen von Weiden (Salix spec.) und Hängebirken (Betula pendula). Neben der natürlichen Sukzession bestimmt die gezielte Neugestaltung durch den Menschen das Aussehen des Gebiets. Bereits weit vor 1998 wurde mit Rekultivierungsmaßnahmen begonnen. Eines der ältesten Anzeichen hierfür ist ein schätzungsweise 20jähriger Forst im Nordteil. Die dicht nebeneinander wachsenden Bäume einer einzigen Altersstufe und der nur sehr spärliche Unterwuchs in der Strauch- und Krautschicht bilden indes nur einen strukturarmen Wald. Wiesengesellschaften bedecken einen Großteil der Hänge. Durchsetzt sind sie mit lockeren Strauchpflanzungen, auch Brombeeren (Rubus fruticosus) oder Neophyten wie die Kanadische Goldrute (Solidago canadensis) haben sich angesiedelt. Die Strauchvegetation setzt sich zum äußeren Rand hin fort und geht in der Süd- und Westhälfte in einen dichten, artenreichen Gehölzsaum über. Neben verschiedenen Sträuchern, wie Liguster (Ligustrum vulgare), Hundsrose (Rosa canina) und Hasel (Corylus avellana) finden sich auch Hainbuche (Carpinus betulus), Rosskastanie (Aesculus hippocastanum) oder Schwarzerle (Alnus glutinosa). Eine derartige Pufferzone fehlt im Südosten, wo sich direkt die Hehner Felder anschließen.Abb. 1: Lage der Kiesgrube
Das Gebiet hat mit den beiden Ausbuchtungen
im Süden Teil am Landschaftsschutzgebiet Hardter Wald. Für die
1999 wiederverfüllte Grube nahe der Hardterwald-Klinik sowie für
die erst kürzlich entstandene Abgrabung sieht der Landschaftsplan
in diesem Zusammenhang allerdings keine Einzelfestsetzungen vor (STADT
MÖNCHENGLADBACH 1995). Der Kernbereich verfügt über keinen
besonderen Schutzstatus, im Landschaftsplan ist er als Rekultivierungsfläche
gekennzeichnet. Eine Nutzung als Erholungsgebiet wird festgeschrieben,
wobei Belange der Natur- und Artenschutzes und die Erholungsnutzung in
Einklang gebracht werden sollen. Dies hofft man durch eine Aufgliederung
des Gebietes zu erreichen. Die westliche Uferhälfte ist „für
Zwecke des Biotop- und Artenschutzes ohne Erschließung herzurichten
(...), die Osthälfte des Abgrabungsbereiches ist (...) der ruhigen
Erholung zu erschließen“ (STADT MÖNCHENGLADBACH 1995).
3. Methode
Nicht allein die Brutvogelarten wurden
bei der durchgeführten Revierkartierung ermittelt, es wurden auch
Rastvögel (Durchzügler und Wintergäste) sowie Nahrungsgäste
erfasst. Wegen der jahreszeitlichen Streuung der Ankunfts- und Gesangstermine
war ein dreimonatiger Erfassungszeitraum von Mitte März bis Mitte
Juni notwendig (vgl. BIBBY et al. 1995). In dieser Zeit wurden sechs morgendliche
Begehungen a’ ca. 2,5 Std. durchgeführt. Die Interpretation der Felddaten
erfolgte nach HUSTINGS et al. (1985) und WINK (1988:393-397). Zugleich
wurde von Januar bis Dezember jeweils zur Monatsmitte der Bestand an Wasservögeln
gezählt. Ergänzt wurden die systematischen Erfassungen durch
mehr oder minder zufällig gewonnene Daten bei weiteren Begehungen.
4. Danksagung
Für die Mitteilung ergänzender
Beobachtungsmeldungen danke ich Gerhard Maas, Heinrich Maas und Kurt Veckes.
Ihre Meldungen sind in den Artbeschreibungen (Kap. 6) namentlich gekennzeichnet.
5. Ergebnisse der Bestandsaufnahmen
Im Jahr 2001 konnten insgesamt 93 Vogelarten
festgestellt werden, darunter 24 (!) Arten der Roten Liste NRW (Tab. 1).
Die Reihenfolge in der Tabelle sowie die Namen der Arten richtet sich nach
der Abhandlung der Arten bei HERKENRATH (1995).
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Zwergtaucher |
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Teichhuhn |
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Mehlschwalbe |
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Ziplzalp |
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Haubentaucher |
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Blässhuhn |
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Wiesenpieper |
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Fitis |
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Rothalstaucher |
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Kranich |
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Schafstelze |
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Schwanzmeise |
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Kormoran |
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Austernfischer |
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Gebirgsstelze |
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Weidenmeise |
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Graureiher |
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Säbelschnäbler |
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Bachstelze |
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Blaumeise |
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Weißstorch |
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Flussregenpfeifer |
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Zaunkönig |
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Kohlmeise |
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Graugans |
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Kiebitz |
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Heckenbraunelle |
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Eichelhäher |
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Kanadagans |
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Rotschenkel |
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Rotkehlchen |
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Elster |
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Höckerschwan |
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Waldwasserläufer |
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Nachtigall |
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Dohle |
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Nilgans |
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Flussuferläufer |
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Hausrotschwanz |
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Aaskrähe |
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Krickente |
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Lachmöwe |
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Braunkehlchen |
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Star |
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Stockente |
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Hohltaube |
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Amsel |
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Feldsperling |
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Knäkente |
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Ringeltaube |
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Wacholderdrossel |
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Buchfink |
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Löffelente |
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Turteltaube |
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Singdrossel |
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Bergfink |
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Tafelente |
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Kuckuck |
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Rotdrossel |
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Girlitz |
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Reiherente |
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Waldohreule |
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Misteldrossel |
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Grünling |
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Rohrweihe |
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Mauersegler |
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Sumpfrohrsänger |
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Stieglitz |
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Kornweihe |
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Eisvogel |
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Teichrohrsänger |
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Erlenzeisig |
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Sperber |
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Grünspecht |
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Gelbspötter |
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Bluthänfling |
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Mäusebussard |
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Buntspecht |
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Klappergrasmücke |
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Gimpel |
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Turmfalke |
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Feldlerche |
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Dorngrasmücke |
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Kernbeißer |
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Baumfalke |
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Uferschwalbe |
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Gartengrasmücke |
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Goldammer |
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Rebhuhn |
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Rauchschwalbe |
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Mönchsgrasmücke |
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Rohrammer |
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Fasan |
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Die Anzahl der nachgewiesenen Arten ist als sehr hoch einzustufen. Dies zeigen die Angaben aus vergangenen Kartierungen: Im Mühlenbachtal, heute Naturschutzgebiet, stellte die OAG Wickrath 1982/83 bei einer Flächengröße von 105 ha insgesamt 83 Arten fest (UNI DÜSSELDORF & OAG WICKRATH 1986). Eine Erfassung im südlichen Nierstal von Keyenberg bis Wickrath erbrachte 1991 bei 160 ha 73 Vogelarten (JÖBGES o.J.). Bezieht man die Anzahl der registrierten Arten auf eine einheitliche Flächengröße von 10 ha, errechnet sich für die Kiesgrube mit 37,2 Arten ein deutlich höherer Wert als für die beiden anderen Gebiete Mühlenbach- (7,9 Arten) und Nierstal (4,6 Arten).
Gemessen an der Gesamtavifauna von Mönchengladbach (ohne die ehemalige Gemeinde Wickrath) konnten in der Kiesgrube Beltinghoven in einem Jahr etwa 52% aller jemals im Stadtgebiet nachgewiesenen Arten festgestellt werden (vgl. BURGHARDT 1989). Die Aufgliederung des Artinventars nach faunistischem Status zeigt, dass die Kiesgrube nicht nur über eine „Sockelavifauna“ von Brutvogelarten verfügt (Kap. 5.1), sondern eine Vielzahl von Rastvögeln (Kap. 5.2) und Nahrungsgästen (Kap. 5.3) das Gebiet gezielt aufsucht. Im Jahresverlauf können Arten sowohl als Brut- wie auch als Rastvogel (Durchzügler, Wintergast) oder Nahrungsgast auftreten.
5.1 Brutvögel
Im Jahr 2001 konnten 37 Brutvogelarten
registriert werden, für eine weitere gab es Brutverdacht (Buntspecht).
Darunter sind 6 Arten, deren Bestand landesweit gefährdet ist (Tab.
2).
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Zwergtaucher |
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Kuckuck |
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Gartengrasmücke |
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Haubentaucher |
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Buntspecht |
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Mönchsgrasmücke |
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Graugans |
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Bachstelze |
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Zilpzalp |
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Nilgans |
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Zaunkönig |
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Fitis |
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Stockente |
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Heckenbraunelle |
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Schwanzmeise |
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Rebhuhn |
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Rotkehlchen |
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Blaumeise |
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Fasan |
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Amsel |
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Kohlmeise |
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Teichhuhn |
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Singdrossel |
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Eichelhäher |
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Blässhuhn |
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Sumpfrohrsänger |
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Buchfink |
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Flussregenpfeifer |
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Teichrohrsänger |
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Bluthänfling |
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Kiebitz |
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Gelbspötter |
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Gimpel |
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Ringeltaube |
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Klappergrasmücke |
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Goldammer |
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Turteltaube |
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Dorngrasmücke |
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Das Vorkommen von Rote-Liste-Arten ist ein Zeichen für die ökologische Bedeutung eines Gebietes. Da eine Hauptursache für die Gefährdung von Vogelarten die Zerstörung von Lebensräumen ist, sind vor dem Hintergrund landesweit knapper Biotopressourcen die verbliebenen Lebensräume für den Arterhalt umso wichtiger. Die Kiesgrube Beltinghoven beherbergt 6 Brutvogelarten, die im Bundesland Nordrhein-Westfalen auf der Roten Liste stehen. Vier davon (Flussregenpfeifer, Kiebitz, Turteltaube, Teichrohrsänger) gelten als „gefährdet“ (Kategorie 3), zwei (Zwergtaucher, Rebhuhn) sogar als „stark gefährdet“ (Kategorie 2).
Für Mönchengladbach kommt die lokale Bedeutung hinzu: Drei Rote-Liste-Arten (Zwergtaucher, Flussregenpfeifer und Teichrohrsänger) haben ihr Hauptvorkommen bzw. gar ihr einziges Vorkommen in der Kiesgrube Beltinghoven. Gleiches gilt für eine Reihe anderer Arten. Der Haubentaucher brütet lediglich noch auf dem Holtmühlenteich und dem Rückhaltebecken Wickrath. Die Bedingungen sind indes nicht so optimal wie in der Kiesgrube. Der Brutbestand blieb in beiden Gebieten seit Mitte der 90er Jahre auf 1 Paar beschränkt, in Wickrath bleibt seit 1998 der Bruterfolg aus (HURTMANN, in Vorb.). Auch die Nilgans (Abb. 2) hat ihr einziges Mönchengladbacher Vorkommen in der Kiesgrube. Im restlichen Stadtgebiet tritt sie ansonsten nur sporadisch auf. Die Aufzählung von lokal bedeutsamen Brutpopulationen ließe sich für weitere Vogelarten fortführen (z.B. Graugans, Blässhuhn, Sumpfrohrsänger, Dorngrasmücke). Zusammenfassend kann gesagt werden, dass die Beltinghovener Grube nicht nur 6 landesweit (stark) gefährdete Brutvogelarten beherbergt, sondern auch im Hinblick auf lokale Populationen eine große Relevanz besitzt.
5.2 Rastvögel (Durchzügler,
Wintergäste)
Vögel, die im Herbst in die Überwinterungsquartiere
ziehen und im Frühjahr zurückkehren, benötigen auf der Zugstrecke
Rastflächen, wo sie ihren Energiebedarf zum Weiterflug decken können.
Insofern kommt Gebieten, die derart genutzt werden, eine wichtige „Trittstein-Funktion“
zu. Gleiches gilt für Arten, die in dieser Region nicht nur rasten,
sondern auch überwintern. In der Kiesgrube Beltinghoven wurden
2001 56 Vogelarten registriert, die die Grube als Rastgebiet aufsuchten
oder sie auf dem Zug überflogen (Tab. 3).
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Haubentaucher |
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Rotschenkel |
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Sumpfrohrsänger |
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Rothalstaucher |
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Waldwasserläufer |
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Teichrohrsänger |
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Kormoran |
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Flussuferläufer |
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Gelbspötter |
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Weißstorch |
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Lachmöwe |
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Klappergrasmücke |
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Kanadagans |
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Ringeltaube |
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Schwanzmeise |
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Höckerschwan |
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Turteltaube |
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Eichelhäher |
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Krickente |
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Mauersegler |
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Dohle |
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Stockente |
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Feldlerche |
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Star |
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Knäkente |
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Uferschwalbe |
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Buchfink |
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Löffelente |
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Rauchschwalbe |
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Bergfink |
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Tafelente |
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Wiesenpieper |
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Girlitz |
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Reiherente |
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Schafstelze |
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Grünling |
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Rohrweihe |
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Bachstelze |
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Stieglitz |
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Kornweihe |
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Nachtigall |
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Erlenzeisig |
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Baumfalke |
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Hausrotschwanz |
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Bluthänfling |
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Blässhuhn |
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Braunkehlchen |
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Gimpel |
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Kranich |
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Wacholderdrossel |
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Kernbeißer |
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Austernfischer |
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Rotdrossel |
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Rohrammer |
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Säbelschnäbler |
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Misteldrossel |
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Der Durchzug von Vögeln ist durch eine hohe Dynamik geprägt. Nur für kurze Zeit rastende Arten, überfliegende Zugvogeltrupps – das Bild in einem Rastgebiet kann sich innerhalb weniger Augenblicke ändern und ist durch eine begrenzte Anzahl von Begehungen kaum angemessen zu erfassen. Ein zweites methodisches Problem stellt sich mit einigen Singvogelarten, die in der Kiesgrube Beltinghoven brüten, allerdings wohl auch als Rastvögel auftreten (z.B. Heckenbraunelle, Rotkehlchen). Eine klare Zuordnung ist nicht immer möglich, die Daten sind in diesen Fällen restriktiv interpretiert worden. Tatsächlich wird also die Anzahl der Rastvogelarten wie auch deren Individuenzahl noch höher liegen.
Unter den (mindestens) 56 Rastvogelarten ist mit 18 Arten eine hohe Anzahl von Rote-Liste-Arten festgestellt worden. Dies unterstreichen Vergleiche mit den (Naturschutz-)Gebieten Mühlenbach und dem südlichen Nierstal: Im Mühlenbachtal waren es 1992/83 7 Rote-Liste-Arten (UNI DÜSSELDORF & OAG WICKRATH 1986), im Nierstal von Keyenberg bis Wickrath 1991 3 gefährdete Arten (JÖBGES o.J.). Bis auf Weißstorch und Schafstelze, die das Gebiet lediglich überflogen, nutzten alle anderen 16 Rote-Liste-Arten die Kiesgrube zum Teil über längere Zeit unmittelbar als Rastgebiet. Das Gelände fungiert somit für wandernde Arten als „Trittstein-Biotop“.
Für zwei Vogelordnungen (-formes)
hat die Kiesgrube Beltinghoven eine besondere lokale Bedeutung. Zum einen
sind es die Entenvögel (Anseriformes), zum zweiten die Limikolen (Charadriiformes).
Das Ergebnis aus dem Jahr 2001 mit 7 Enten- bzw. 5 Limikolenarten bekräftigt
die Erkenntnisse aus den 90er Jahren. Im Laufe des letzten Jahrzehnts rasteten
16 Enten- und 12 Limikolenarten in der Beltinghovener Grube, diese Zahlen
werden in keinem anderen Gebiet der Stadt erreicht (vgl. HURTMANN, in Vorb.).
Die Anziehungskraft erklärt sich durch die räumliche Beschaffenheit
des Gebietes. Der große Grundwassersee und die temporären Kleingewässer
mit ihren Schlickbänken bieten für beide Gruppen gute Rastbedingungen.
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| Wasser- und Schlickflächen für rastende Enten und Limikolen |
Fotos: H. Hurtmann
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5.3 Nahrungsgäste
Die auftretenden Nahrungsgäste sind
meist Vögel, die in den umliegenden Gebieten brüten (z.B. Vorster
Busch) und die Kiesgrube Beltinghoven zur Jagd bzw. Nahrungssuche nutzen.
Gleichzeitig fallen hierunter aber auch Arten, die im Großraum Mönchengladbach
übersommern oder nach abgeschlossener Brutzeit auf der Suche nach
Nahrungsgewässern die Grube aufsuchen (Kormoran, Eisvogel). Im Untersuchungsjahr
konnten 25 Arten registriert werden, darunter 4, die in der Roten Liste
des Landes NRW als „gefährdet“ (Kategorie 3) eingestuft werden (Tab.
4).
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Anzahl |
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Kormoran |
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Waldohreule |
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Weidenmeise |
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Graureiher |
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Mauersegler |
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Elster |
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Nilgans |
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Eisvogel |
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Aaskrähe |
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Sperber |
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Grünspecht |
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Star |
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Mäusebussard |
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Buntspecht |
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Feldsperling |
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Turmfalke |
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Rauchschwalbe |
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Grünling |
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Kiebitz |
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Mehlschwalbe |
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Stieglitz |
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Hohltaube |
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Gebirgsstelze |
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Kuckuck |
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Misteldrossel |
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Ähnlich wie bei den Rastvögeln besteht bei den Nahrungsgästen das methodische Problem, dass sie bei der begrenzten Anzahl von Begehungen nicht vollständig erfasst werden konnten. Auch hier wird also die Artenanzahl wie auch die Zahl der Individuen höher sein.
Viele Arten, die ihre Brutreviere außerhalb
der Abgrabung haben, profitieren von der Kiesgrube Beltinghoven. Das reich
strukturierte Gelände bietet im Gegensatz zu den intensiv bewirtschafteten
Feldern oder den versiegelten Flächen der umliegenden Ortschaften
reichhaltige Nahrungsvorkommen. Dabei zieht es Arten mit den unterschiedlichsten
Nahrungsspektren an. Nach Fischen jagen z.B. Graureiher und Eisvogel, Greifvögel
finden Kleinsäuger, eine Reihe von Singvögeln profitiert vom
Insektenangebot oder von samentragenden Pflanzen.
6. Artbeschreibungen
Im folgenden wird das Vorkommen der nachgewiesenen
Vögel charakterisiert. Dabei wird eingegangen auf:
1. Zwergtaucher (Tachybaptus ruficollis)
Brutvogel mit 2-3 Paaren
Rote Liste: Die Art ist in NRW in ihrem
Bestand stark gefährdet (Kategorie 2), im Bundesgebiet gefährdet
(Kategorie 3).
Seit der Wiederbesiedlung Mitte der 90er
Jahre ist die Kiesgrube das wichtigste Brutgebiet in der Stadt. Andernorts
brütet die Art nur sehr sporadisch (HURTMANN, in Vorb.).
2. Haubentaucher (Podiceps christatus)
Brutvogel mit 4 Paaren, vereinzelter Rastvogel
mit <5 Individuen
Das Gebiet beherbergt seit langem das
größte Vorkommen im Stadtgebiet. Insgesamt 6 erfolgreiche Bruten
im Jahr 2001 (Zweitbruten bei 2 Paaren) zeigen die guten Bedingungen.
3. Rothalstaucher (Podiceps griseigena)
Rastvogel mit 1 Exemplar
Vom 17.03. – 17.04. schwimmt 1 Taucher
in der Kiesgrube (Hurtmann, H. Maas, Veckes). Dies ist überhaupt erst
der zweite Nachweis der Art im Stadtgebiet. Im Jahr 1997 rasteten drei
Exemplare – ebenfalls in der Kiesgrube Beltinghoven (HURTMANN 1998).
4. Kormoran (Phalacrocorax carbo)
Rastvogel mit 15 Individuen, Nahrungsgast
mit 1 – 7 Exemplaren
Am 24.03. überfliegt ein ziehender
Trupp von 15 Kormoranen das Gebiet. Im Gelände halten sich nahezu
regelmäßig Nahrungsgäste auf, selten jedoch mehr als 2
Exemplare.
5. Graureiher (Ardea cinerea)
Nahrungsgast mit 1 – 4 Exemplaren
Von bis zu 4 Reihern wird die Kiesgrube
regelmäßig aufgesucht (Hurtmann, G. Maas, H. Maas). Denkbar,
dass darunter auch Vögel aus der Wickrather Brutkolonie sind.
6. Weißstorch (Ciconia ciconia)
Rastvogel mit 1 Exemplar
Rote Liste: Die Art ist in NRW vom Ausstreben
bedroht (Kategorie 1), im Bundesgebiet gefährdet (Kategorie 3).
1 Exemplar zieht am 19.03. über die
Kiesgrube Beltinghoven (Veckes).
7. Graugans (Anser anser)
Brutvogel mit 4 Paaren
Seit 1995 Brutvogel, wurde 2001 mit fünf
Bruten ein neuer Höchststand erreicht. Obwohl die letzte Brut erfolglos
abgebrochen wurde, wuchsen immerhin 22 Jungvögel (7, 6, 5, 4 juv.)
auf. Bemerkenswert ist dabei die Bigamie eines Männchens, das mit
2 Weibchen insgesamt 13 juv. führte. Neben den Brutpaaren halten sich
noch <10 Nichtbrüter in der Kiesgrube auf, womöglich die noch
nicht geschlechtsreifen Jungvögel aus dem letzten Jahr. So konnten
bis zu 39 Graugänse gezählt werden (Hurtmann, G. Maas, H. Maas,
Veckes).
8. Kanadagans (Branta canadensis)
Rastvogel mit 1 Exemplar
Vom 30.03. – 01.04. hält sich 1 Kanadagans
im Gebiet auf (H. Maas). Dabei handelt es sich wohl um ein umherstreifendes
Exemplar aus der Region, womöglich um einen Vogel der Rheydter/ Wickrather
Population. Der Bestand hat in Mönchengladbach in den letzten Jahren
zugenommen. Denkbar, dass die Art in der Beltinghovener Grube zukünftig
ein Brutgewässer sieht.
9. Höckerschwan (Cygnus olor)
Rastvogel mit bis zu 6 Individuen
In der Zeit vom 07.02. – 05.03. verweilen
2 – 6 Individuen am Kleingewässer der verfüllten Grube im Südteil
(Hurtmann, H. Maas, Veckes). Das Maximum wurde am 17.02. erreicht.
10. Nilgans (Alopochen aegyptiacus)
Brutvogel mit 1 Paar, Nahrungsgast mit
2 Individuen
Die Kiesgrube Beltinghoven ist das einzige
Brutgebiet der Art im Stadtgebiet. Erstmals im Jahr 1999 besiedelt, brütete
2001 ein Paar und führte 7 Jungvögel. Die Brut fand in einem
Entenhäuschen statt (H. Maas). Darüber hinaus versuchte sich
ein zweites Paar im Gebiet zu etablieren, was angesichts des strengen Territorialverhaltens
der Revierinhaber aber nicht gelang. Insofern beschränkte sich bei
ihnen die Nutzung der Grube als Nahrungsgebiet.
11. Krickente (Anas crecca)
Rastvogel mit 2 Individuen
Rote Liste: Die Art ist in NRW in ihrem
Bestand stark gefährdet (Kategorie 2).
Am 24.03. rastet ein Paar in der Kiesgrube
(Hurtmann, H. Maas). Neben dem Schlammbecken der Kläranlage Neuwerk
und dem Holtmühlenteich gehört das Gebiet zu den am regelmäßigsten
genutzten Rastplätzen im Stadtgebiet (HURTMANN, in Vorb.).
12. Stockente (Anas platyrhynchos)
Brutvogel mit mindestens 2 Paaren, Rastvogel
mit <10 Individuen
Der Brutbestand wird sicherlich höher
gelegen haben als bei 2 Paaren. Die Angabe basiert auf einen Nachweis von
zwei Weibchen mit Pulli am 15.06. Die Wasservogelzählung legt einen
Rastbestand von knapp 10 Exemplaren nahe.
13. Knäkente (Anas querquedula)
Rastvogel mit 1 Exemplar
Rote Liste: Die Art ist landesweit vom
Aussterben bedroht (Kategorie 1), im Bundesgebiet gefährdet (Kategorie
3).
Ein Männchen schwimmt am 24.03.2001
im Gelände (H. Maas). Ähnlich wie die Krickente ist die Art auf
naturnahe und störungsarme Rastgewässer angewiesen.
14. Löffelente (Anas clypeata)
Rastvogel mit 6 Individuen
Rote Liste: Die Löffelente ist im
Bundesland NRW stark gefährdet (Kategorie 2).
Zwei Beobachtungen vom Frühjahrszug
liegen vor: 2,3 Exemplare rasten am 05.03. in der Kiesgrube, am 02.04.
ist es ein Männchen (jew. H. Maas). Die Kiesgrube ist neben dem Schlammbecken
der Kläranlage Neuwerk das Gebiet, auf das sich der Durchzug konzentriert
(vgl. HURTMANN, in Vorb.).
15. Tafelente (Aythya ferina)
Rastvogel mit 7 Individuen
Rote Liste: In Nordrhein-Westfalen ist
die Art stark gefährdet (Kategorie 2).
Im Jahr 2001 sind 7 Exemplare datiert:
Vom 04.02. – 09.02. verweilt 1 Exemplar (H. Maas, Veckes), am 05.03. sind
es 5 Enten (H. Maas) und am 28.04. ist es nochmals 1 Tafelente (Hurtmann,
H. Maas). Auch für diese Entenart hat die Kiesgrube lokale Bedeutung.
Neben dem Rückhaltebecken Wickrath bietet sie den durchziehenden Tafelenten
die besten Rastbedingungen, was sich von der Regelmäßigkeit
und dem zahlenmäßigen Auftreten ableiten lässt (vgl. HURTMANN,
in Vorb.).
16. Reiherente (Aythya fuligula)
Rastvogel mit 14 Individuen
Im Laufe des Jahres summierte sich der
Rastbestand auf 14 Individuen. Die Verweildauer umfasst mitunter mehrere
Wochen und erstreckte sich bis in die Brutzeit (vgl. WINK 1988:395). Nicht
auszuschließen, dass es sich teilweise um brutwillige Exemplare handelte.
17. Rohrweihe (Circus aeruginosus)
Rastvogel mit 1 Exemplar
Rote Liste: In Nordrhein-Westfalen ist
die Art stark gefährdet (Kategorie 2).
Am 12.08. landet ein weibchenfarbener
Vogel in der Röhrichtzone der Kiesgrube. Die Art zieht nur sehr vereinzelt
und unregelmäßig durch das Stadtgebiet (vgl. HURTMANN, in Vorb.).
18. Kornweihe (Circus cyaneus)
Rastvogel mit 2 Exemplaren
Rote Liste: Mittlerweile ausgestorben
ist die Kornweihe in NRW (Kategorie 0). Im Bundesgebiet ist sie vom Aussterben
bedroht (Kategorie 1).
Wie in den Vorjahren war die Kornweihe
Wintergast. Am 29./30.12. beobachtete H. Maas 2 Exemplare. Die Wintergäste
benötigen zur Jagd große Räume und sind deshalb nicht für
lange Zeit in einem kleinen Gebiet anzutreffen.
19. Sperber (Accipiter nisus)
Nahrungsgast mit 1 Exemplar
Mehrfach konnte jeweils 1 Sperber in der
Kiesgrube registriert werden. Womöglich ist der Sperber dem Brutplatz
im Vorster Busch zuzuordnen, in der Vergangenheit sind zumindest Jagdflüge
von dort aus in die Kiesgrube belegt (Hurtmann). Insgesamt wird die Anzahl
der Nahrungsgäste 2001 höher gelegen haben, als mit 1 Exemplar
angegeben.
20. Mäusebussard (Buteo buteo)
Nahrungsgast mit 2 Exemplaren
Häufiger wurden je 2 Individuen registriert.
Da es sich nicht immer um die selben Exemplare gehandelt haben dürfte
– Beobachtungen gibt es auch aus Zugmonaten – wird die Anzahl der Nahrungsgäste
(und Durchzügler?) höher gewesen sein.
21. Turmfalke (Falco tinnunculus)
Nahrungsgast mit 2 Exemplaren
Ähnlich wie beim Sperber und Mäusebussard
dürfte die tatsächliche Anzahl an Nahrungsgästen im Laufe
des Jahres 2001 höher gelegen haben.
22. Baumfalke (Falco subbuteo)
Durchzügler mit 1 Exemplar
Rote Liste: Sowohl auf Landes- wie auf
Bundesebene ist die Art gefährdet (Kategorie 3).
Am 16.09. überfliegt 1 Baumfalke
die Beltinghovener Grube.
23. Rebhuhn (Perdix perdix)
Brutvogel mit 1 – 2 Paaren
Rote Liste: In NRW und Deutschland ist
das Rebhuhn jew. stark gefährdet (Kategorie 2).
Der strukturreiche, nicht bewirtschaftete
Randbereich der Kiesgrube an den Hehner Feldern bot 1 – 2 Paaren Brutraum.
Für ein Paar gelang sogar der Nachweis einer erfolgreichen Brut, allerdings
blieb der genaue Nestort unbekannt. (H. Maas).
24. Fasan (Phasianus colchicus)
Brutvogel mit 6 Revieren
Bei der Kartierung wurden 6 Reviere ermittelt.
Beim Fasan ist die Anzahl rufender Männchen nicht gleichzusetzen mit
der Brutpaaranzahl (vgl. HUSTINGS et al. 1985:320). Da die Männchen
polygam leben, kann es pro Revierinhaber mehrere brütende Hennen geben.
Die Anzahl der besetzten Nester blieb indes unbekannt, zumal sie eine störungsintensive
Suche erfordert hätte.
25. Teichhuhn (Gallinula chloropus)
Brutvogel mit 10 Paaren
Der Bestand des Teichhuhns ist landesweit
aktuell zwar nicht gefährdet, er ist „in großen Teilen des früher
besiedelten Gebietes aber bereits stark zurückgegangen“ (GRO &
WOG 1997). Für das Rheinland berichten bereits ENGLÄNDER et al.
(1992) Anfang der 90er Jahre von einem Rückgang. Mit 10 Paaren beherbergt
die Kiesgrube ein lokal bedeutsames Vorkommen (vgl. HURTMANN, in Vorb.),
das vor dem Hintergrund der landesweiten Entwicklung auch über Mönchengladbach
hinaus zu betrachten ist.
26. Blässhuhn (Fulica atra)
Brutvogel mit 10 Paaren, Rastvogel mit
<5 Individuen
In der Kiesgrube befindet sich mit 10
Paaren der größte Brutbestand des Stadtgebiets, der 2001 bei
insgesamt 28 Brutpaaren lag (HURTMANN 2001a). Über die Brutvögel
hinaus konnte im Dezember leichter Zuzug festgestellt werden (<5 Exemplare).
27. Kranich (Grus grus)
Rastvogel mit ~410 Individuen
Am 06.03. ziehen etwa 400 Kraniche über
das Gebiet (H. Maas), 10 Nachzügler folgten am 18.03.
28. Austernfischer (Haematopus ostralegus)
Rastvogel mit 1 Exemplar
1 Exemplar überfliegt am 25.05. rufend
die Kiesgrube. Entweder handelt es sich um einen Durchzügler (vgl.
MILDENBERGER 1982), oder um einen Vogel aus einer Brutpopulation des Umkreises.
Unter anderem im angrenzenden Kreis Viersen brütete die Art im Jahr
2000 mit 4 Paaren (BSKS 2001).
29. Säbelschnäbler (Recurvirostra
avosetta)
Rastvogel mit 1 Exemplar
Vom 18.04. – 20.04. hält sich 1 Vogel
in der Kiesgrube auf (H. Maas, Kremer). Dies ist der erste Nachweis der
Art im Stadtgebiet überhaupt (vgl. BURGHARDT 1989, HEINEN et al. 1983,
HURTMANN, in Vorb.).
30. Flussregenpfeifer (Charadrius
dubius)
Brutvogel mit 3 Paaren
Rote Liste: In NRW zählt der Flussregenpfeifer
zu den gefährdeten Arten (Kategorie 3).
Im Jahr 2001 konnten erstmals 3 Paare
nachgewiesen werden (vgl. HURTMANN, in Vorb.). Zumindest von 1 Paar ist
ein erfolgreiches Brüten belegt (3 juv. am 30.06.; Veckes). In der
Kiesgrube hat der Regenpfeifer sein wichtigstes und seit 1999 auch einziges
Brutgebiet in Mönchengladbach. Andere bekannte Brutgebiete, zwei Abgrabungen
sowie das Schlammbecken der Kläranlage Neuwerk, sind entweder durch
Rekultivierungen oder fortschreitende Sukzession als Brutplatz verloren
gegangen (vgl. HURTMANN, in Vorb.).
31. Kiebitz (Vanellus vanellus)
Brutvogel mit 3 Paaren
Rote Liste: Sowohl auf Landes- wie auf
Bundesebene gilt der Kiebitz mittlerweile als gefährdet (Kategorie
3).
Die schütter bewachsenen Kies- und
Schlickflächen im Ostteil waren offensichtlich Brutgebiet für
3 Paare, die dort teilweise mit Pulli beobachtet werden konnten. Nicht
auszuschließen ist allerdings, dass der genaue Brutort knapp außerhalb
des Gebietes in den Hehner Feldern lag und die Altvögel mit den Pulli
lediglich zur Aufzucht in die Randbereiche der Grube wanderten.
32. Rotschenkel (Tringa totanus)
Rastvogel mit 1 Exemplar
Rote Liste: Im Bundesland NRW gilt die
Art als vom Aussterben bedroht (Kategorie 1), bundesweit ist ihr Bestand
gefährdet (Kategorie 3).
1 Exemplar rastet am 16.09. an einem Kleingewässer
im Südteil. Das Untersuchungsgebiet ist bevorzugtes Rastgebiet in
Mönchengladbach: Von den fünf Nachweisen der 90er Jahre entfallen
vier auf die Kiesgrube Beltinghoven (HURTMANN, in Vorb.).
33. Waldwasserläufer (Tringa
ochropus)
Rastvogel mit 2 Individuen
Jeweils 1 Vogel hält sich am 21.04.
(Hurtmann, G. Maas, H. Maas) und am 21./22.05. (H. Maas) im Gelände
auf.
34. Flussuferläufer (Actitis
hypoleucos)
Rastvogel mit <10 Individuen
Rote Liste: In Nordrhein-Westfalen ist
der Flussuferläufer bereits ausgestorben (Kategorie 0), deutschlandweit
ist er gefährdet (Kategorie 3).
Die genaue Anzahl der Rastvögel ist
wegen der unbestimmten Aufenthaltsdauer der Individuen und potenzieller
Doppelbeobachtung nicht einfach zu ermitteln. Die Angabe von <10 Vögeln
ist eine zurückhaltende Interpretation. Alle Daten beziehen sich auf
den Frühjahrszug vom 24.03. – 22.05. (Hurtmann, G. Maas, H. Maas,
Veckes). Für die 90er Jahre ist die lokale Bedeutung der Kiesgrube
als Rastplatz deutlich belegt. Von hier stammten 75% aller Durchzugs-Meldungen
(HURTMANN, in Vorb.).
35. Lachmöwe (Larus ridibundus)
Rastvogel mit 10 Individuen
Beobachtungen liegen vor aus den Monaten
Mai, August und November. Die insgesamt 10 Möwen überflogen das
Gebiet beim Umherstreifen.
36. Hohltaube (Columba oenas)
Nahrungsgast mit bis zu 20 Individuen
Die Nachweise aus den Monaten April bis
August betreffen meist <5 Hohltauben, das Maximum lag indes bei etwa
20 Exemplaren (16.07.).
37. Ringeltaube (Columba palumbus)
Rastvogel mit <150 Individuen
Regelmäßig anzutreffen war
die Ringeltaube, von der Mitte Februar das Maximum mit etwa 50 Individuen
erreicht wurde. Im Laufe des Jahres wird die Anzahl überfliegender
Durchzügler (und Nahrungsgäste?) noch weitaus höher gelegen
haben.
38. Turteltaube (Streptopelia turtur)
Brutvogel mit 2 Paaren, Rastvogel mit
mind. 1 Exemplar
Rote Liste: Im Land NRW ist die Turteltaube
in ihrem Bestand gefährdet (Kategorie 3).
Zu Beginn der zweiten Maidekade rufen
mindestens 3 Turteltauben im Gebiet (G. Maas), letztendlich etablierten
sich 2 Paare.
39. Kuckuck (Cuculus canorus)
Reviervogel mit 1 Paar
Der Raum Kiesgrube Beltinghoven – Vorster
Busch beherbergte 1 Revier.
40. Waldohreule (Asio otus)
Nahrungsgast mit 1 Exemplar
Am 16.07. sitzt 1 Vogel in einer Baumgruppe
im mittleren Kiesgrubenteil.
41. Mauersegler (Apus apus)
Nahrungsgast mit regelmäßig
~10 Individuen, Rastvogel mit 1 Exemplar
Zur Brutzeit jagen stets rund 10 Mauersegler
über dem Gebiet. Der Nachweis am 12.08. (1 Exemplar) liegt bereits
nach dem Abzug der heimischen Brutpopulation und betrifft entsprechend
einen Durchzügler.
42. Eisvogel (Alcedo atthis)
Nahrungsgast mit 1-2 Exemplaren
Rote Liste: In Nordrhein-Westfalen ist
der Bestand des Eisvogels gefährdet (Kategorie 3).
Je 1 Vogel konnte am 12.08. und 14.10.
in der Kiesgrube beobachtet werden. Womöglich stehen die Nachweise
im Zusammenhang mit Brutvorkommen im Mönchengladbacher Niersraum.
Nach der Brutzeit verstreichen die Jungvögel aus ihren Brutgebieten.
Es ist plausibel, dass die Art im Untersuchungsgebiet einen zukünftigen
Brutplatz sieht.
43. Grünspecht (Picus viridis)
Nahrungsgast mit 1 Exemplar
Rote Liste: In Nordrhein-Westfalen ist
der Bestand des Grünspechts gefährdet (Kategorie 3).
Ab August wurde die Art mehrfach nahrungssuchend
beobachtet. Zuzuordnen ist das Vorkommen sicherlich dem angrenzenden Vorster
Busch/ Hardter Wald (vgl. HURTMANN 1999).
44. Buntspecht (Dendrocopos major)
Brutverdacht für 1 Paar, Nahrungsgast
mit 1-2 Exemplaren
In dem Forst im Nordteil hielt sich am
12.04. 1 Buntspecht auf, es blieb in der Brutzeit jedoch bei dieser einen
Beobachtung. Angesichts des Artverhaltens kann trotz des Datums nicht mit
Gewissheit von einem Brutpaar ausgegangen werden (vgl. HUSTINGS et al.
1985:379, WINK 1988:393). Unabhängig davon suchte der Specht die Kiesgrube
sporadisch als Nahrungsgast mit 1-2 Exemplaren auf.
45. Feldlerche (Alauda arvensis)
Rastvogel mit <30 Individuen
Insbesondere in den Frühjahrs- und
Herbstmonaten zogen meist sehr vereinzelt Feldlerchen über das Gebiet
hinweg. Am 14.10. war es eine größere Anzahl mit 21 Exemplaren.
46. Uferschwalbe (Riparia riparia)
Rastvogel mit 1 Exemplar
Rote Liste: Sowohl in NRW wie auch im
Bundesgebiet ist die Art gefährdet (Kategorie 3).
Eine Uferschwalbe jagt am 12.05. auf dem
Durchzug über der Kiesgrube. Ende der 80er Jahre beherbergte das Gebiet
eine Kolonie von schätzungsweise 20 Brutpaaren (DBV 1991).
47. Rauchschwalbe (Hirundo rustica)
Rastvogel mit >10 Individuen, Nahrungsgast
mit <10 Exemplaren
Rote Liste: Die Rauchschwalbe gilt in
NRW als in ihrem Bestand gefährdet (Kategorie 3).
Recht früh konnte am 24.03. 1 Schwalbe
beobachtet werden. In den darauffolgenden Frühjahrsmonaten sind Nahrungsgäste
und Durchzügler nicht klar voneinander zu trennen. Bis zum 16.09.
wurden wiederholt Rauchschwalben registriert, maximal 6 Exemplare am 09.04.
(wohl Durchzug; H. Maas).
48. Mehlschwalbe (Delichon urbica)
Nahrungsgast mit >10 Exemplaren
Von Anfang Mai bis Mitte Juli jagen Mehlschwalben
über dem Gebiet, insbesondere über dem Kleingewässer der
wiederverfüllten Grube im Südteil. Sicherlich stammen die Vögel
von der Brutansiedlung in Hehn. Die Kiesgrube ist damit wichtiges Nahrungsrefugium.
Mehlschwalben sind zur Aufzucht der Jungvögel auf ausreichende Nahrungsquellen
angewiesen, die in versiegelten Stadt(-rand-)bereichen kaum zu finden sind.
49. Wiesenpieper (Anthus pratensis)
Rastvogel mit ~30 Exemplaren
Rote Liste: In NRW wird der Wiesenpieper
als gefährdet eingestuft (Kategorie 3).
Auf dem Durchzug wurden meist überfliegende
Einzelvögel nachgewiesen. Lediglich am 18.11. konnte mit ~15 Individuen
eine höhere Anzahl festgestellt werden (Hurtmann, G. Maas, Stiels).
Wie insgesamt beim Kleinvogelzug wird die angegebene Zahl die Zugbewegung
indes nicht angemessen widerspiegeln.
50. Schafstelze (Motacilla flava)
Rastvogel mit 4 Individuen
Rote Liste: In ihrem Bestand ist die Art
landesweit gefährdet (Kategorie 3).
Datiert sind zwei Meldungen vom Frühjahrszug:
Am 12.05. überfliegen 3 Schafstelzen rufend das Gelände, am 25.05.
ist es 1 Exemplar.
51. Gebirgsstelze (Motacilla cinerea)
Nahrungsgast mit 1 Exemplar
Am 15.06. wurde 1 Gebirgsstelze nachgewiesen.
52. Bachstelze (Motacilla alba)
Brutvogel mit 1-2 Paaren, Rastvogel mit
<5 Exemplaren
Die Brut im Südostteil fand womöglich
in oder an einem Baustoffsilo statt. Daneben gibt es Hinweise auf ein weiteres
Paar im Kerngebiet der Grube. Weitere Bachstelzen (<5 Exemplare) sind
dem Durchzug zuzuordnen.
53. Zaunkönig (Troglodytes troglodytes)
Brutvogel mit 10 Paaren
Der Zaunkönig gehört mit 10
Brutpaaren zu den häufigeren Vogelarten im Gebiet. Ob er tatsächlich
nur Brutvogel ist oder aber auch als Rastvogel auftritt (z.B. Zuzug im
Winter, vgl. MILDENBERGER 1984:233), konnte nicht geklärt werden.
54. Heckenbraunelle (Prunella modularis)
Brutvogel mit 8 Paaren
Ähnlich wie beim Zaunkönig stellt
sich bei der Heckenbraunelle das Problem, dass festgestellte Vögel
im Herbst/ Winter von den Brutvögeln nicht abgegrenzt werden konnten.
Insofern bleibt unklar, ob über die 8 Brutpaare hinaus die Art als
Rastvogel auftritt. Von der Heckenbraunelle bevorzugt werden die locker
mit Sträuchern durchsetzten Hänge in der Kiesgrube.
55. Rotkehlchen (Erithacus rubecula)
Brutvogel mit 10 Paaren
Die 10 Brutpaare konzentrieren sich auf
den Nordteil der Grube, die wiesenbewachsenen Hänge mit lockerer Strauchvegetation
im Süden wurden gemieden.
56. Nachtigall (Luscinia megarhynchos)
Rastvogel mit 1 Exemplar
Rote Liste: In NRW steht die Nachtigall
als gefährdete Art auf der Roten Liste (Kategorie 3).
Am 12. und 16.05. singt 1 Exemplar im
Gebiet. Zwar deuten WINK (1988:395) zufolge Beobachtungen nach dem 10.05.
bereits auf Brutvögel hin, doch ist von einer Bewertung als Brutvogel
abgesehen worden. Da keine weiteren Nachweise mehr folgten, ist vielmehr
von einem (späten) Durchzügler auszugehen (vgl. HUSTINGS et al.
1985:404).
57. Hausrotschwanz (Phoenicurus ochruros)
Rastvogel mit 3 Individuen
Ein durchziehender Hausrotschwanz singt
am 18.03. im Gelände. Auf dem Herbstzug wurden 2 Exemplare am 14.10.
registriert.
58. Braunkehlchen (Saxicola rubetra)
Rastvogel mit 1 Exemplar
Rote Liste: Im Bundesland NRW ist die
Art stark gefährdet (Kategorie 2), bundesweit wird ihr Bestand als
gefährdet (Kategorie 3) eingestuft.
Am 11.05. rastet ein Männchen an
der Südböschung (G. Maas, H. Maas).
59. Amsel (Turdus merula)
Brutvogel mit 24 Paaren
Mit 24 Paaren ist die Amsel die häufigste
Brutvogelart in der Kiesgrube Beltinghoven. Dass darüber hinaus noch
Rastvögel oder Nahrungsgäste auftraten ist denkbar, allerdings
nicht belegt.
60. Wacholderdrossel (Turdus pilaris)
Rastvogel mit etwa 10 Individuen
Rund 10 Exemplare überfliegen am
14.10. rufend die Abgrabung.
61. Singdrossel (Turdus philomelos)
Brutvogel mit 8 Paaren
Insbesondere die Randbereiche der Grube
werden von der Art besiedelt. Der Beobachtungszeitraum des (Kurzstrecken-)Zugvogels
erstreckte sich vom 18.03. – 14.10.
62. Rotdrossel (Turdus iliacus)
Rastvogel mit etwa 15 Individuen
Die Art, die regelmäßig im
Herbst und Frühjahr über die Stadt zieht, konnte auch im Untersuchungsgebiet
festgestellt werden. Am 24.03. fliegen mehrfach Drosseln über die
Grube, insgesamt rund 15 Exemplare. Der reale Durchzug wird stärker
ausgeprägt gewesen sein.
63. Misteldrossel (Turdus viscivorus)
Rastvogel und Nahrungsgast mit jeweils
1 Exemplar
Am 24.03. konnte 1 Misteldrossel vernommen
werden, hierbei handelte es sich wohl um einen Durchzügler (vgl. HUSTINGS
et al. 1985:416). Womöglich war die Kiesgrube Teil eines Reviers,
denn am 25.05. wurde 1 Exemplar über dem Untersuchungsgebiet beobachtet.
Die Territorien der Misteldrossel können Dutzende Hektar groß
sein (HUSTINGS et al. 1985:416).
64. Sumpfrohrsänger (Acrocephalus
palustris)
Brutvogel mit 9-13 Paaren, Rastvogel mit
<5 Individuen
Die relativ große Spanne von 9 bis
13 Paaren ergibt sich durch unterschiedliche Interpretationsansätze.
HUSTINGS et al. (1985:420-421) und WINK (1988:396) geben ein um wenige
Tage voneinander abweichendes Datum an, nach dem Durchzügler ausgeschlossen
werden können (Anfang Juni vs. 25.05). Die Differenz in den Angaben
ist in bezug auf die Begehung am 25.05. relevant. Würde sie berücksichtigt,
ergäben sich 13 Brutpaare, ansonsten 9 Paare. Ungeachtet dessen ist
die insgesamt hohe Anzahl von Brutpaaren erwähnenswert, wie sie im
Stadtgebiet an anderer Stelle nur noch selten zu finden sein dürfte.
65. Teichrohrsänger (Acrocephalus
scirpaceus)
Brutvogel mit 7-9 Paaren, Rastvogel mit
<5 Individuen
Rote Liste: Als gefährdet (Kategorie
3) wird die Art in Nordrhein-Westfalen eingestuft.
Das beim Sumpfrohrsänger geschilderte
Problem bei der Interpretation der Felddaten lässt sich auf den Teichrohrsänger
übertragen. Auch hier liegen die Terminierungen von HUSTINGS et al.
(1985:421-422) und WINK (1988:396) auseinander (Anfang Juni vs. 20.05).
Bliebe mit HUSTINGS et al. (1985:421-422) die Kartierung am 25.05. unbeachtet,
resultieren 7 Paare, im anderen Fall 9 Paare. Auch für diese Art hat
die Kiesgrube Beltinghoven lokal einen hohen Stellenwert. Aus ehemaligen
Brutgebieten ist der Teichrohrsänger verschwunden. JÖBGES (o.J.)
muss 1991 sein Verschwinden für das südliche Nierstal konstatieren.
Auch der noch von BURGHARDT (1989) angegebene Brutplatz bei Schloss Rheydt
ist heute verwaist (Hurtmann). Im Stadtgebiet ist der Rohrsänger aktuell
nur noch am Holtmühlenteich bekannt und das mit offenbar deutlich
weniger Paaren als in der Kiesgrube (seit Mitte der 90er Jahre 1-2 singende
Männchen; Hurtmann).
66. Gelbspötter (Hippolais icterina)
Brutvogel mit 1 Paar, Rastvogel mit 1
Exemplar
Ab dem 16.05. singen bis zu 2 Gelbspötter
im Gebiet. Letztendlich etablierte sich 1 Brutpaar. Der Bestand dieser
Art ist landesweit in großen Teilen „merklich zurückgegangen“,
aktuell aber (noch) nicht gefährdet. Bestehen die Gefährdungsursachen
weiter, muss jedoch mit der Aufnahme in die Rote Liste gerechnet
werden (GRO & WOG 1997).
67. Klappergrasmücke (Sylvia
curruca)
Brutvogel mit 1 Paar, Rastvogel mit 1
Exemplar
Die Erstbeobachtung erfolgte bereits am
12.04., als 1 Exemplar in der Kiesgrube sang. Handelte es sich dabei offenbar
noch um einen Durchzügler, etablierte sich im Juni ein Brutpaar.
68. Dorngrasmücke (Sylvia communis)
Brutvogel mit 15 singenden Männchen
Bei der Dorngrasmücke ist eine Aussage
zur Brutpaaranzahl schwierig zu treffen, da das Territorialsystem durch
große Instabilität gekennzeichnet ist (vgl. GLUTZ & BAUER
1991:864). Der Anteil unverpaarter Männchen ist „gewöhnlich hoch“
(GLUTZ & BAUER 1991:865), was zu einer Überschätzung des
Brutbestandes führen kann. Insgesamt muss also eher von reviermarkierenden
Männchen ausgegangen werden. Auf der anderen Seite ist der Erfassungsgrad
mit 50–64% verhältnismäßig gering (JENSEN 1971, BERTHOLD,
1976, SPITZNAGEL 1978, zitiert nach GLUTZ & BAUER 1991:865). Mit 15
singenden Vögeln ist die Anzahl sehr hoch und bezogen auf den Gesamtbestand
von Mönchengladbach liegt in der Kiesgrube ein wichtiges Vorkommen.
Auch im Vergleich zu auswärtigen Gebieten wird deutlich, wie optimal
das Gelände für die Art ist. Im NSG Lüsekamp im westlichen
Kreis Viersen konnten 1994 bei 248 ha 30 Reviere festgestellt werden (PLEINES
& SCHWIRK 1994, zitiert nach HUBATSCH 1996:205). Die sich daraus errechnende
Abundanz von 1,2 Revieren/ 10 ha bezeichnet HUBATSCH (1996) als eine „ungewöhnlich
hohe Dichte.“ In der Beltinghovener Grube werden auf 10 ha sogar 6 Reviere
erreicht.
69. Gartengrasmücke (Sylvia
borin)
Brutvogel mit 6 Paaren
Obwohl erste Gartengrasmücken schon
in der letzten Aprildekade erscheinen (vgl. MILDENBERGER 1984:280), ließ
der Erstnachweis in der Kiesgrube bis zum 12.05. auf sich warten. Letztendlich
konnten 6 Brutpaare kartiert werden.
70. Mönchsgrasmücke (Sylvia
atricapilla)
Brutvogel mit 18 Paaren
Nach der Amsel ist die Mönchsgrasmücke
mit 18 Paaren die häufigste Vogelart im Untersuchungsgebiet gewesen.
71. Zilpzalp (Phylloscopus collybita)
Brutvogel mit 15 Paaren
Auch der Zilpzalp gehörte wie die
vorgenannte Mönchsgrasmücke zu den häufigsten Brutvogelarten.
Er besiedelte die Kiesgrube mit 15 Paaren. Der Zilpzalp am 18.11. (Hurtmann,
G. Maas, Stiels) könnte ein (später) Durchzügler gewesen
sein (vgl. MILDENBERGER 1984:309), allerdings gibt es aus der Grube auch
Winternachweise (1997; Hurtmann).
72. Fitis (Phylloscopus trochilus)
Brutvogel mit 11 Paaren
Mit einer Abundanz von 4,4 BP/ 10 ha ist
die Kiesgrube verhältnismäßig dicht besiedelt. MILDENBERGER
(1984:305) nennt für einige Gebiete Siedlungsdichteangaben, die von
0,9 – 5,7 BP/ 10 ha reichen. Der erste Fitis konnte in der Kiesgrube am
07.04. festgestellt werden - ein Datum, das im Rahmen des rheinischen Zuges
liegt (vgl. MILDENBERGER 1984:304).
73. Schwanzmeise (Aegithalos caudatus)
Brutvogel mit 3-4 Paaren, Rastvogel mit
<10 Individuen
Neben 3 festgestellten Paaren gibt es
einen Brutverdacht. Hierbei handelt es sich um ein Paar im Nordwestteil,
das in die angrenzenden Gartenanlagen wechselte. Insofern könnte der
Brutort auch dort gelegen haben. Die Meisenart schließt sich außerhalb
der Brutzeit zu kleineren Verbänden zusammen. Diese umherstreifenden
Gruppen konnten auch in der Kiesgrube registriert werden, allerdings reichte
ihre Anzahl nie über etwa 5 Vögel hinaus.
74. Weidenmeise (Parus montanus)
Nahrungsgast mit 1 Exemplar
Der einzige Nachweis datiert vom 18.03.,
als sich 1 Weidenmeise im Gelände aufhält. Womöglich war
es ein Nahrungsgast aus dem angrenzenden Vorster Busch.
75. Blaumeise (Parus caeruleus)
Brutvogel mit 3 Paaren
Für den Höhlenbrüter sind
die natürlichen Brutmöglichkeiten in der Kiesgrube sehr begrenzt.
Insofern überrascht es nicht, dass Bruten mit anthropogenen Einflüssen
zusammen hängen. Ein Paar nahm einen Nistkasten an, ein weiteres lässt
sich dem Bürogebäude zuordnen.
76. Kohlmeise (Parus major)
Brutvogel mit 6 Paaren
Ähnlich wie bei der Blaumeise beschränken
sich (alle?) Vorkommen auf anthropogene Einwirkungen. Vier Paare am nördlichen
Gewässerteil brüteten in Nistkästen, ein fünftes in
einer alten Förderbandanlage im Südosten. Lediglich bei einem
Paar ist der genaue Brutort unbekannt. Er befindet sich jedoch in der Nähe
eines Tores, in dessen Rohrkonstruktion bereits früher Bruten stattgefunden
haben (Hurtmann).
77. Eichelhäher (Garrulus glandarius)
Brutvogel mit 2-3 Paaren, Rastvogel mit
<10 Individuen
Neben den 2-3 Paaren wurden auch außerhalb
der Brutzeit wiederholt (sehr) vereinzelt Eichelhäher beobachtet.
Ein Trupp von 6 Exemplaren, der am 12.04. die Kiesgrube überfliegt,
ist wohl mit Zug in Verbindung zu bringen.
78. Elster (Pica pica)
Nahrungsgast mit bis zu 3 Exemplaren
Die Art konnte 2001 lediglich als regelmäßiger
Nahrungsgast mit bis zu 3 Individuen festgestellt werden. Denkbar allerdings,
dass die Elster die jungen Baumpflanzungen in der Kiesgrube als winterlichen
Gemeinschaftsschlafplatz nutzte, wie 2000 und 2002 beobachtet (Hurtmann,
Stiels). Gezielte Kontrollen am späten Nachmittag blieben allerdings
aus.
79. Dohle (Corvus monedula)
Rastvogel mit <5 Individuen
Die sehr sporadisch nachgewiesenen Dohlen
waren entweder Rastvögel (1 Oktobernachweis; vgl. MILDENBERGER 1984:587)
oder aber umherstreifende Exemplare bzw. Vögel von naheliegenden Brutorten
(2 Mainachweise).
80. Aaskrähe (Corvus corone)
Nahrungsgast mit bis zu 3 Exemplaren
Obwohl im Nordteil ein alter Krähenhorst
entdeckt wurde und die Kiesgrube insofern auch 2001 als Brutgebiet hätte
dienen können, blieb ein Brutnachweis aus. Stattdessen wurde die Art
als regelmäßiger Nahrungsgast mit bis zu 3 Individuen beobachtet.
81. Star (Sturnus vulgaris)
Rastvogel mit > 50 Exemplaren, Nahrungsgast
mit bis zu 15 Individuen
Nachweise liegen von April bis Oktober
vor. Am 25.05. waren unter den 15 Staren auch Jungvögel, die in der
Kiesgrube nach Nahrung suchten. Am 14.10. wurde das Maximum mit etwa 50
Exemplaren erreicht. Meist konnte die Art jedoch nur vereinzelt beobachtet
werden.
82. Feldsperling (Passer montanus)
Nahrungsgast mit 1 Exemplar
Am 14.10. wurde 1 Feldsperling in der
Kiesgrube Beltinghoven registriert. Die angrenzende Kleingartenanlage Vorster
Busch beherbergte eine Brutpopulation (Hurtmann).
83. Buchfink (Fringilla coelebs)
Brutvogel mit 1 Paar, Rastvogel mit ~15
Individuen
Ein Brutpaar etablierte sich im Nordteil
der Grube. Die übrigen Beobachtungen im Januar und von Oktober bis
Dezember summieren sich auf einen Rastvogelbestand von 15 Individuen, der
real aber höher liegen dürfte.
84. Bergfink (Fringilla montifrigilla)
Rastvogel mit 3 Individuen
Drei Exemplare ziehen am 14.10. rufend
über die Kiesgrube.
85. Girlitz (Serinus serinus)
Rastvogel mit 1 Exemplar
Am 21.04. singt 1 Durchzügler am
Westrand der Beltinghovener Grube (Hurtmann, G. Maas, H. Maas).
86. Grünling (Carduelis chloris)
Rastvogel mit <5 Individuen, Nahrungsgast
mit 1 Exemplar
In verschiedenen Wintermonaten wurde mehrfach
1 Grünling registriert. Die Brutzeitbeobachtung vom 25.05. ist wohl
auf einen Nahrungsgast zurückzuführen.
87. Stieglitz (Carduelis carduelis)
Rastvogel mit <40 Individuen, Nahrungsgast
mit ~10 Exemplaren
Das Gelände bot im Herbst/ Winter
Trupps von bis zu 35 Vögeln Nahrung, darüber hinaus wurden mehrfach
Einzelvögel festgestellt (Hurtmann, H. Maas, Veckes). Beobachtungen
im Juli und August stehen wohl im Zusammenhang mit heimischen Brutterritorien
(vgl. MILDENBERGER 1984:521).
88. Erlenzeisig (Carduelis spinus)
Rastvogel mit 5 Individuen
4 Zeisige überfliegen am 15.02. rufend
die Kiesgrube, 1 Exemplar ist es 14.10.
89. Bluthänfling (Carduelis
cannabina)
Brutvogel mit 3-4 Paaren, Rastvogel mit
>5 Individuen
Die 3-4 Brutpaare konnten allesamt in
den locker mit Strauchvegetation bewachsenen Randbereichen nachgewiesen
werden. Nahezu das gesamte Jahr über hielten sich Hänflinge im
Gebiet auf, darunter auch ein kleinerer Verband mit 6 Exemplaren.
90. Gimpel (Pyrrhula pyrrhula)
Brutvogel mit 1 Paar, Rastvogel mit <15
Exemplaren
Neben 1 Brutpaar trat der Gimpel auch
als Rastvogel auf. Die Meldungen aus den Herbst- und Wintermonaten summieren
sich auf knapp 15 Individuen, maximal wurden 3 Gimpel beobachtet. Inwiefern
es sich dabei um echte Zuzügler handelt oder ob es heimische Brutvögel
aus angrenzenden Gebieten waren, muss offen bleiben.
91. Kernbeißer (Coccothraustes
Coccothraustes)
Rastvogel mit <5 Individuen
Eine Brutzeitbeobachtung (1 Expl. überfliegt
am 12.05.) ist wohl eher dem Vorster Busch als einem Vorkommen in der Kiesgrube
zuzurechnen. Drei Rastvögel wurden zudem am 18.11. registriert (Hurtmann,
G. Maas, Stiels).
92. Goldammer (Emberiza citrinella)
Brutvogel mit 10 Paaren
Der Bestand der Goldammer ist landesweit
„merklich zurückgegangen“ (GRO & WOG 1997). Auch für Mönchengladbach
sei ein negativer Bestandstrend zu verzeichnen, es brüteten allein
noch 20-50 Paare im Stadtgebiet (ohne Wickrath) (BURGHARDT 1989). Insofern
kommt der festgestellten Population von 10 Brutpaaren eine besondere (lokale)
Bedeutung zu. Die Siedlungsdichte ist mit 4 BP/ 10 ha hoch (vgl. MILDENBERGER
1984:474).
93. Rohrammer (Emberiza schoeniclus)
Rastvogel mit 8 Individuen
Vom Frühjahrszug stammen mit 6 Exemplaren
die meisten Individuen. Die Einzeldaten: 1 Expl. am 15.02., 4 Expl. am
24.03. und 1 Expl. am 12.04. (Hurtmann, H. Maas, Stiels). Im Herbst wurden
2 Ammern am 18.11. beobachtet, davon eine an der wiederverfüllten
Grube im Südteil (Hurtmann, G. Maas, Stiels).
7. Zusammenfassung
Strukturreiche Kiesgruben sind für eine Vielzahl von Arten wichtige Lebensräume. Dass dies in besonderem Maße auf die Kiesgrube Beltinghoven zutrifft, wurde bei einer ornithologischen Bestandserfassung 2001 deutlich. Im Untersuchungsjahr konnten 93 Vogelarten registriert werden, was selbst die Anzahl in größeren (Naturschutz-)Gebieten (z.B. Mühlenbach, Niersaue) noch übertrifft. Aber nicht allein die Quantität weist das Gebiet als bedeutungsvoll aus, auch die Artenzusammensetzung zeigt die Relevanz für die Vogelwelt. Unter den nachgewiesenen Arten waren 24 (!), deren Bestand landesweit gefährdet ist (Rote Liste). Hinzu kommt die Bedeutung für die Avifauna von Mönchengladbach. Eine ganze Reihe von Vogelarten besiedelt das Gelände mit lokal wichtigen Populationen, einige Arten sind sogar ausschließlich hier anzutreffen.
Im Kontrast zu den Erkenntnissen über
die Bedeutung der Kiesgrube steht die Nutzung. Die im Landschaftsplan vorgesehene
Erschließung als Erholungsgebiet ist aus Sicht des Naturschutzes
bereits keine Optimallösung. Umso Besorgnis erregender ist die (illegale)
Nutzung als Kanugewässer, Schwimm-, und Badesee, Grillplatz, etc.,
die seit der Aufgabe als Betriebsgelände spürbar zugenommen hat.
Neben der „Vermüllung“ des Geländes sind die Folgen für
viele Vogel- und andere störungsanfällige Tierarten entsprechend.
Bei Bodenbrütern droht durch unkontrolliertes Betreten Gelegeverlust,
durchziehende Limikolen und Enten werden von den Rast- und Nahrungsgewässern
aufgescheucht und die (Brut-)Ansiedlung weiterer störungsempfindlicher
Arten wird verhindert. Um der Bedeutung der Kiesgrube Beltinghoven gerecht
zu werden, muss ein effektiver Schutz des Gebietes gewährleistet werden,
der die anthropogenen Störungen vermeiden hilft oder zumindest deutlich
minimiert.
8. Literaturverzeichnis