Grundausbildung Fachausbildung Rettungshunde Rettungshundeführer
Grundausbildung
Jeder Helfer im THW erhält als erstes (vor jeder weiteren Ausbildung oder Tätigkeit) eine Grundausbildung, die mit einer Prüfung abgeschlossen wird. Ausnahme : bei angehenden Hundeführern wartet man mit dem Beginn der Grundausbildung, bis nach einer Probezeit feststeht, ob sich der Hund und sein Besitzer für diese Tätigkeit eignen. Das heißt, hier erfolgt die Grundausbildung erst, nachdem mit der Rettungshundausbildung begonnen wurde und erste Fortschritte erkennbar sind. Sie erfolgt dann parallel zur Rettungshundausbildung. Inhalte der 85 Stunden dauernden Grundausbildung sind z.B. ein Erste Hilfe Ausbildung, der bei einer Sanitätsorganisation absolviert werden muss, allgemeines Wissen über den Katastrophenschutz und natürlich hauptsächlich der Umgang mit dem im THW vorhanden Gerät.Dazu gehören z.B. Funktionsweise und Gebrauch einer Motorkettensäge oder eines Trennschleifers, das Bewegen von Lasten mit einer Hydraulikpresse, einem Hebekissen oder einem Greifzug. Ferner gehören auch Kenntnisse über Knoten dazu, eine Sprechfunkausbildung, Betreiben eines Stromerzeugers, Grundlagen des Brandschutzes und, und, und.... Außerdem werden grundlegende handwerkliche Kenntnisse vermittelt, d. h. Holz-, Metall- und Gesteinsbearbeitung. Das alles soll aber niemanden abschrecken, bei uns hat bis jetzt jeder, egal ob Hundeführer oder Techniker, die Abschlussprüfung bestanden. Und gerade unsere Frauen, die Anfangs beim Anblick einer laut dröhnenden Kettensäge oft unsicher zurückgezuckt sind, haben sich im Nachhinein als die wahren Meister dieses Gerätes gezeigt.
Sinn der Fachausbildung ist es, Kenntnisse entsprechend dem Aufgabenspektrum der Ortungsgruppe zu vermitteln. Dazu gehört nicht nur das Orten von Verschütteten oder die Suche nach vermissten Personen, sondern dazu gehören z.B. auch Trümmerkunde und Baustatik, Transport von Personen aus Schadenstellen, Retten aus Trümmern, Abstützen und Sichern von einsturzgefährdeten Bauwerken und Bauwerksteilen, verschiedene Abseiltechniken usw.
Kenntnisse über die Ausbildung, Arbeit und Einsatztaktik von Rettungshunden werden hier auch vermittelt, das dient jedoch in erster Linie als Ausbildung für die Angehörigen unseres technischen Trupps, die im Einsatzfall eng mit den Rettungshundeführern zusammenarbeiten. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Ortung mit dem elektronischen Ortungsgerät. Es handelt sich hierbei gewissermaßen um den "elektronischen Rettungshund ohne Nase". Was für den Rettungshund die Nase ist, das sind beim Ortungsgerät die hochempfindlichen Geophone, mit denen selbst leiseste Geräusche von verschütteten Personen (Kratzen, Scharren) auch durch meterdicken Trümmerschutt hörbar gemacht werden können. Alle Angehörigen der Ortungsgruppe werden gleichermaßen an diesem Gerät ausgebildet. Die Techniker sind jedoch die Spezialisten für dieses Gerät, so dass sie natürlich damit mehr praktische Ausbildung betreiben als die Hundeführer.
Die Ausbildung des Rettungshundeführers
Grundsätzlich ist zu sagen, dass die Ausbildung eines Rettungshundeführers eine Spezialisierung im Rahmen einer normalen Ausbildung innerhalb der Fachgruppe Ortung im THW darstellt. Das heißt, dass ein angehender Rettungshundeführer erst eine allgemeine Grundausbildung absolviert und im Anschluss daran - parallel zur bereits laufenden Rettungshundeausbildung - eine Fachausbildung Ortung bekommt. Die Fachausbildung durchlaufen alle Mitglieder einer Ortungsgruppe, egal, ob Rettungshundeführer oder Techniker.Inhalte der Ausbildung zum Rettungshundeführer sind z.B.Einsatztaktik, Sucharten des Hundes, Orientierung im Gelände,Ausbildungsmethoden beim Hund, Erste Hilfe am Hund. Themen wie Trümmerkunde, Baustatik, Unfallverhütung, Sprechfunken oder auch Abseilen mit und ohne Hund sind hier nicht ausdrücklich erwähnt. Im THW ist das keine spezielle Ausbildung für einen Hundeführer wie bei anderen Organisationen, sondern Bestandteil der "normalen" Ausbildung für alle Angehörigen der Fachgruppe Ortung. zurück
Die Ausbildung des Rettungshundes
Unsere THW-Rettungshunde werden für verschiedene Einsatzoptionen ausgebildet: Trümmersuche Flächensuche . Grundlage für jeden THW-Rettungshund ist immer die Ausbildung als Spürhund auf Trümmergelände. Diese Suchart ist die schwierigste für die Hunde und stellt sehr hohe Anforderungen an ihre Leistungsfähigkeit. Hunde, die Trümmer nicht gewohnt sind, z.B. reine Flächensuchhunde, konzentrieren sich mehr auf das Gelände als auf die Sucharbeit oder verweigern sogar das Begehen der Trümmer. Deshalb findet die Ausbildung nicht auf einem "sauberen" Hundeplatz statt, sondern auf Abbruchgeländen, Bauschuttdeponien und THW-eigenen Übungsgeländen. Da wir im THW über das notwendige schwere Gerät verfügen, können wir auch selber realistische Einsatzszenarien nachbilden. Teilweise wird bei geeigneten Objekten (Abbruchhäuser, alte Industriegebäude etc.) auch schon mal mit einer Sprengung nachgeholfen, was allerdings nicht die Regel darstellt. Der THW-Rettungshund lernt im Verlauf seiner Ausbildung mit den schwierigsten Geländeverhältnissen fertig zu werden. Wackelnde Deckenteile, rutschige Schrägen, schmale Durchgänge, Unmengen von scharfkantigen Moniereisen, Feuer, Rauch, Lärm: das alles darf einen THW-Rettungshund nicht beeindrucken. Auch Gehorsam steht bei uns auf dem Ausbildungsprogramm, da der Rettungshund zu jeder Zeit unter Kontrolle des Hundeführers stehen muss. Die Ausbildung von Hund und Hundeführer dauert ca. 2- 3 Jahre. In ihrem Verlauf absolvieren sie drei Prüfungsstufen (Eignungsprüfung, Rettungshund-Vorprüfung und Rettungshundprüfung). Mit der letzten Prüfung erreicht das Rettungshundeteam die Einsatzfähigkeit, die jedoch jährlich durch einen Leistungsnachweis zu überprüfen ist.