Vorwort   

Diese Aufzeichnungen möchte ich in Anlehnung an den Film “Der Himmel über Berlin” allen ehemaligen Engeln widmen, allen, die versucht haben, ein gottgefälliges Leben zu führen in Liebe, Vergebung, Geborgenheit, Reinheit, Zuversicht und Hoffnung. Besonders denke ich dabei  an die Menschen, die mir während meiner Zeit in der Gemeinde “Jesu Christi” Berlin e.V. nahe standen .Wenn ich mir ihr Bild vergegenwärtige, kann ich dem Zitat von Nietzsche zustimmen:

“Sobald eine Religion herrscht, hat sie alle die zu ihren Gegnern, welche ihre ersten Jünger gewesen wären.”  

Ich wünschte mir für die Mitglieder der Gemeinde, daß sie menschlich mehr Verständnis für jeden einzelnen aufbringen, jedem die Freiheit geben, die er braucht, um sich zu entfalten und die farbigen Töne des Lebens (zwischen Schwarz und Weiß) nicht ignorieren würden. Wenn eine Religion Menschen hilflos und verzweifelt macht, sie ihren Glauben verlieren, kann etwas nicht stimmen... Ich glaube nicht, daß ein radikales Leben , das alle “ungöttlichen” Gedanken und Taten im Keim erstickt, die Lösung für alle Probleme sein kann , erst recht nicht, wenn diese Ideologie mit Ablehnung aller Andersdenkenden verbunden ist und man nur noch in seiner eigenen “geistlichen” Welt lebt. Mir war es nicht möglich, dieses Leben auf Dauer zu führen.

Möge Gott allen wiedererwachten Engeln beistehen !    

November 1997                                                         Simone S.