Zu Füßen des Kilimandscharo

Am Endes des Tagesausflugs muß ich mir eingestehen, daß ich mein Urteil revidieren muß. Die Vielzahl der Fahrzeuge verteilt sich auf dem ausgedehnten Areal des Kraterbodens. Nicht die Fahrt in den Krater hinab, sondern die Fahrt aus dem Krater herauf ist atemberaubend. Die Eindrücke, die sich dabei festsetzen, bleiben auf ewig unvergessen.
    Der Dunst des Vortages löst sich schon alsbald auf, und ein weiß-blauer Himmel beherrscht die Nachmittagsstunden. Das üppige Grün des Regenwaldes bildet einen starken Kontrast zum Himmelsblau. Der Salzsee inmitten des Kraterrandes ist von einem blendend weißen Saum umgeben. Aufgelöster Savannenwald, in dem wir kurz zuvor noch Elefanten haben grasen sehen, füllt einen Teil des sonst unbewachsenen und steppenartigen Kraterbodens aus. Es ist wie im Paradies. Einige schilfbestandene Süßwasserseen bilden die Zuflüsse des abflußlosen Salzsees und sind Aufenthaltsort zahlreicher Flußpferde, die man jedoch um diese Tageszeit nie voll zu Gesicht bekommt. Stets ragen nur die Nasenlöcher und der Rücken der Tiere aus dem Wasser. Wenn einmal ein Flußpferd gähnend den Rachen aufsperrt, dann ist das schon etwas Besonderes, das photographiert werden muß. Schwarzmilane kreisen über den Baumwipfeln am Seeufer, das deren Heimstätte bildet. Man achte darauf, kein Brot oder ähnliches in Händen zu halten, denn diese Vögel scheuen sich nicht, herabzustürzen und einem das Brot aus der Hand zu reißen. Fast alle Tierarten, die wir bisher gesehen haben, selbst einen männlichen Löwen aus nächster Nähe, sehen wir hier nochmals und auf engstem Raume, nur Giraffen und verschiedene Vogelarten kommen nicht vor. Flamingos findet man aber auch hier.
    Dieser Ganztagesausflug in den Ngorongoro-Krater, den wir mit insgesamt drei Landrovern unternommen haben, stellt bislang den Höhepunkt der Reise dar, und morgen geht es zurück nach Arusha.