Flächennutzungsplan der Gemeinde Nauheim

 

 

Der Flächennutzungsplan mit Landschaftsplan und allen Karten liegt im Rathaus der Gemeinde Nauheim (Bauamt), Weingartenstraße 46 – 50, Tel. 06152/639233, zur Einsichtnahme aus.

 

Dem folgenden Erläuterungsbericht gehen im Original Einführungen über die geschichtliche Entwicklung der Gemeinde, sowie klimatische und geologische Gegebenheiten voraus, auf die hier verzichtet wurde. Auf diese Themen ähnlicher Inhalte wird mit Links verwiesen. Auch auf die Darstellung von Kartenmaterial wurde verzichtet.

 

 

 

Inhalt

 

D1       Bauflächen

D1.1   Wohnbauflächen

D1.2   Gemischte Bauflächen

D1.3   Gewerbliche Bauflächen

D1.4   Sonderbauflächen

D2       Flächen für Gemeinbedarf und Sportanlagen

D3       Verkehr

D3.1   Überörtlicher und örtlicher Verkehr

D3.2   Konzept zur Umgestaltung der Ortsdurchfahrt

D3.3   Öffentlicher Personennahverkehr

D4       Flächen für Ver- und Entsorgung

D5       Flächen mit Nutzungsbeschränkungen bzw. Schutzvorkehrungen

D6       Grünflächen

D6.1   Grünanlagen / Spielplätze

D6.2   Sportplätze und sonstige Freizeitanlagen

D6.3   Friedhöfe

D6.4   Wohnungsferne Gärten

D7       Wasserflächen

D8       Grundwasser

D9       Flächen für die Landwirtschaft

D10    Wald

D10.1 Bestehende Waldflächen

D10.2 Neuanlage von Wald

D11    Natur- und Landschaftspflege

D11.1 Flächen für Maßnahmen zum Schutz, zur Pflege und zur Entwicklung von Boden, Natur und Landschaft

D11.2 Geplante Flächen gem. HENatG

D12    Erholung und Freizeit

D13    Flächenbilanz

 

 

 

Aufgabe und Inhalt des Flächennutzungsplanes

 

Gemäß der §§ 1 bzw. 5 des Baugesetzbuches soll in einem Flächennutzungsplan die sich aus der beabsichtigten Entwicklung einer Gemeinde ergebende Art der Bodennutzung in ihren Grundzügen dargestellt werden. Somit sind einer Planung, die allzu weit in die Zukunft weist, deshalb Grenzen gesetzt, da Prognosen naturgemäß immer unschärfer werden, je weiter der Prognosehorizont in die Zukunft reicht. Als vorbereitender Bauleitplan setzt andererseits der Flächennutzungsplan den Rahmen für die verbindliche Bauleitplanung der Gemeinde, wodurch ein ausreichender Entwicklungsspielraum offen zuhalten ist.

 

Da die Verfahrensdauer bei der Aufstellung von Bauleitplänen in den letzten Jahren ständig zugenommen hat, muß auch der Zeithorizont des Flächennutzungsplanes entsprechend abgesteckt werden, wodurch für einen ausreichend großen Zeitraum entsprechende Reserveflächen für die zukünftige bauliche Entwicklung ausgewiesen werden sollen. In diese Überlegungen ist zudem auch der eigentliche Aufstellungszeitraum des Flächennutzungsplanes selbst mit einzubeziehen. Vor diesem Hintergrund werden deshalb für den Flächennutzungsplan der Gemeinde Nauheim die Flächenreserven für ca. 20 Jahre dimensioniert, beginnend ab dem Aufstellungsbeschluß, wodurch sich ein Zeithorizont bis ungefähr in das Jahr 2015 ergibt. Aufgabe und Grundsätze der Bauleitplanung bzw. Inhalt eines Flächennutzungsplanes sind zwar bereits in den §§ 1 bzw. 5 BauGB gesetzlich geregelt. Welche Anforderungen an einen Flächennutzungsplan zu stellen sind und welche Auswirkungen er hat, wird allerdings zur Vermeidung von Mißverständnissen oder Fehleinschätzungen gleichwohl erläutert.

 

Anders als ein Bebauungsplan, der - als Satzung beschlossen - für jedermann verbindliches Ortsrecht darstellt, bereitet der Flächennutzungsplan "die bauliche und sonstige Nutzung der Grundstücke in der Gemeinde" nach Maßgabe des Baugesetzbuches - lediglich vor. Als vorbereitender Bauleitplan erzeugt der Flächennutzungsplan weder Rechte noch Pflichten für den einzelnen Grundstückseigentümer, da er aus sich heraus keine unmittelbaren Rechtswirkungen gegenüber Dritten entfaltet. Seine Rechtswirkungen beschränken sich vielmehr allein auf die Verwaltung, und zwar vornehmlich als kommunale Selbstbindung bei der Aufstellung von Bebauungsplänen, aber auch als Bindung der öffentlichen Planungsträger oder als öffentlicher Belang, der sich - mittelbar - im Bauaufsichtsverfahren bei Vorhaben im Außenbereich gemäß § 35 BauGB auswirken kann.

 

Dies gilt gleichermaßen auch für den Landschaftsplan gemäß § 4 HENatG (Hessisches Naturschutzgesetz), der nur insoweit eine Rechtswirkung entfaltet, als daß er in den Bauleitplan und hier im speziellen, in den Flächennutzungsplan übernommen wird.

 

Da einem Flächennutzungsplan somit keine unmittelbare Rechtswirkung zukommt, ist mit einer Bestandsdarstellung eventuell ungenehmigter Anlagen im Außen- bzw. im Innenbereich auch noch keine Legalisierung dieser Anlagen verbunden. Hierzu bedarf es einer Genehmigung durch die zuständige Behörde. Die Darstellung im Flächennutzungsplan kann einer solchen Genehmigung zwar dienlich sein, doch muß andererseits eine Genehmigung nicht allein deshalb erteilt werden, weil die Anlage im Flächennutzungsplan dargestellt ist.

 

Vor allem bei den - mit Hütten bestandenen und von Zäunen umgebenden – Gärten im Außenbereich ist dies der Fall. Zur planungsrechtlichen Absicherung der bisher illegalen Außenbereichsgärten, die mit dem Gesetz zur Ergänzung des Hessischen (Naturschutzgesetzes vom 04.04.1990 - wenn auch zeitlich begrenzt – ausdrücklich ermöglicht wird, bedarf es eines Bebauungsplanes, der wiederum gemäß § 8 Abs. 2 BauGB (sofern nicht auf die in den Absätzen 3 oder 4 des § 8 BauGB aufgeführten Möglichkeiten zurückgegriffen wird) aus dem Flächennutzungsplan zu entwickeln ist. Insofern wird bereits im Flächennutzungsplanverfahren zu prüfen und unter Berücksichtigung der sich aus dem Landschaftsplan ergebenden Ziele und Maßnahmen festzulegen sein, an welcher Stelle eine planungsrechtliche Absicherung von

Gartenhütten und -zäunen im Außenbereich ermöglicht werden soll. Soweit diese Möglichkeit gegeben ist, kann die planungsrechtliche Absicherung durch die Aufstellung von Bebauungsplänen auch vorgenommen werden. Mit dem Flächennutzungsplan allein ist eine planungsrechtliche Absicherung jedoch nicht möglich, er bereitet sie lediglich vor.

 

Dies gilt auch für die übrigen Darstellungen des Flächennutzungsplanes, mit denen Planungsabsichten dargelegt werden. So wird etwa mit einer Bauflächendarstellung auf Außenbereichsgrundstücken noch kein allgemeines Baurecht geschaffen. Umgekehrt ergibt sich aus dem Flächennutzungsplan aber auch keine Verpflichtung, die bisherige, in der Regel landwirtschaftliche Nutzung aufzuheben. Auch die im Rahmen der Übernahme von Aussagen des Landschaftsplanes (z. B. dargestellte Erhaltungs- bzw. Neuanlage von Gehölzen und sonstigen Eingrünungen) begründet noch keine diesbezügliche Verpflichtung, da der vorbereitende Bauleitplan, wie bereits erwähnt, keine rechtsverbindliche Wirkung für den einzelnen Grundstückseigentümer ausübt.

 

Insofern ergeben sich auch mit der Ausweisung ökologisch bedeutsamer, schutzwürdiger Bereiche keine Einschränkungen hinsichtlich der bisherigen Grundstücksnutzung. Solche Einschränkungen könnten allenfalls mit einer naturschutzrechtlichen Unterschutzstellung verbunden sein, die nur durch die zuständige Naturschutzbehörde - und zwar unabhängig von den landschaftsplanerischen Ausweisungen des Flächennutzungsplanes - in einem separaten Verfahren vorgenommen werden kann. Diese Darstellungen sollen allerdings dokumentieren, daß es Ziel der gemeindlichen Planung ist, langfristig eben diese Bereiche zu sichern und zu unterhalten bzw. von sonstigen konkurrierenden Nutzungen freizuhalten.

 

Da es nicht Aufgabe und Inhalt des Flächennutzungsplanes ist, über die Grundzüge hinaus die Planungsabsichten zu konkretisieren, dürfen die Planzeichen und die Flächenbegrenzungen auch nicht in diesem Sinne über- und somit fehlinterpretiert werden. So ist beispielsweise das Zeichensymbol für die Neuanlage von Eingrünungen, die z. B. an den Rändern von Bauflächen dargestellt sind, nicht zwangsläufig als Planung einer linienhaften Heckenpflanzung anzusehen. Es muß und wird vielmehr in der verbindlichen Bauleitplanung, also im Rahmen der Aufstellung von Bebauungsplänen, geklärt werden, welche Eingrünung der Ortsränder zur Einbindung der Baugebiete in die Landschaft der örtlichen Situation angemessen und erforderlich ist. Auch dürfen Bauflächenausweisungen, die generalisierend bis an die Ufer von Fließgewässern oder an Waldränder heranreichen, nicht als Planungen mißverstanden werden, die sich z. B. über § 70 des Hessischen Wassergesetzes bzw. § 6 der Hessischen Bauordnung hinwegsetzen und eine Bebauung im schutzwürdigen Uferbereich oder im gefahrenträchtigen Waldabstand ermöglichen. Auch hier muß und wird in der verbindlichen Bauleitplanung geklärt werden, welche konkrete Nutzung unter Beachtung der wasser- bzw. bauordnungsrechtlichen Bestimmungen, die durch die Bauleitplanung nicht außer Kraft gesetzt werden, möglich sind und zugelassen werden können.

 

 

 

Erläuterungsbericht zum Flächennutzungsplan der Gemeinde Nauheim

 

D         PLANUNG

 

D 1      Bauflächen

 

Die wesentliche Vorgabe des Regionalen Raumordnungsplanes Südhessen für den Flächennutzungsplan ist die Ausweisung von Nauheim als Unterzentrum sowie als Gemeinde mit Siedlungsflächen-Zuwachs.

 

Die Gemeinde Nauheim ist somit von Seiten der Regionalplanung innerhalb des Rhein-Main-Gebietes als Standort für eine weitere Siedlungsentwicklung vorgesehen. Entsprechend dieser Vorgaben sind im Flächennutzungsplan zusätzliche Bauflächen vorgesehen, die über das für die eigene Entwicklung hinaus erforderliche Maß benötigt werden. Ziel der gemeindlichen Entwicklung für Nauheim muß es daher sein, unter Berücksichtigung der Stellung und Lage innerhalb des Rhein-Main-Gebietes entsprechend den regionalplanerischen Vorgaben eine weitere Bauflächenausweisung vorzunehmen.

 

Genereller Leitgedanke der zukünftigen Entwicklung von Nauheim ist dabei eine maßvolle Erweiterung der bestehenden Siedlungsbereiche bei gleichzeitiger Ausnutzung innerörtlicher Reserven. Durch eine sparsame Ausweisung von Neubauflächen im Flächennutzungsplan soll eine angemessene Verdichtung der bestehenden Bauflächen erreicht werden. Gemäß der Entwicklungsplanung Nauheim ergeben sich folgende städtebaulichen Ziele:

 

a)     Nauheim ist geprägt von zwei Funktionskernen, wobei es sich zum einen um den Einkaufsbereich Bahnhofstraße / Königstädter Straße, zum andern um den Einkaufsbereich Waldstraße / Rüsselsheimer Straße handelt. Von diesen Funktionszentren getrennt liegen Rathaus, Kirche und Schule. Städtebauliches Ziel muß es deshalb sein, die beiden Funktionskerne gleichrangig durch stadtplanerische Maßnahmen (Verkehrslenkung, Funktionszuweisung) zu stärken. Zudem ist die Ansiedlung von Handels- und Dienstleistungsbetrieben entlang der Bahnhofstraße / Königstädter Straße zu unterstützen und zu entwickeln. Gleichzeitig bedarf es stadtgestalterischer Maßnahmen, um den Einkaufsbereich Bahnhofstraße zu fördern und attraktiv zu machen, besonders im Hinblick auf die reduzierte Erreichbarkeit der Bahnhofstraße bei Schließung des Bahnüberganges. Zur funktionalen Aufwertung des ältesten historischen Ortskerns ist die Ansiedlung nicht störender gewerblicher Betriebe und Dienstleistungsbetriebe, die insgesamt das Wohnen nicht stören und sich in die bestehende Baustruktur einfugen, zu fördern.

b)     Die Wohnbereiche mit guten Wohnqualitäten sind als solche zu erhalten und zu entwickeln. Für die älteren Wohnquartiere mit eingeschränkten Wohnqualitäten sind vorrangig Maßnahmen zur Wohnqualitätssteigerung zu entwickeln. Flächenreserven in den Wohnquartieren sind verstärkt für Wohnbebauung zu aktivieren, wodurch aber die bestehende Wohnqualität nicht beeinträchtigt werden soll. Brachliegendes Gelände, d. h. nicht mehr gewerblich genutzte Flächen oder Restflächen im Siedlungsbereich sollen verstärkt für Wohnbebauung entwickelt werden.

c)      Die bestehenden Gewerbeflächen bzw. als solche genutzte Bereiche direkt an der Bahnlinie sollen auch weiterhin gewerblich genutzt werden, wobei nicht störendes Gewerbe als Pufferzone zwischen Wohnbebauung und der Bahnlinie dient. Gewerbebetriebe in den Wohnquartieren, die aus immissionsschutzrechtlichen Gründen als störend einzustufen sind, sollten langfristig ausgelagert werden und durch Wohnbebauung bzw. nicht störendes Gewerbe ersetzt werden. Bestehende Gewerbebetriebe sind gewerblich zu nutzen.

d)     Die im Ortskern gelegenen landwirtschaftlichen Betriebe sollen hier verbleiben und in ihrer Funktion unterstützt werden.

 

Aus dem Landschaftsplan ergeben sich folgende Ziele für die Strukturierung neuer  Baugebiete:

-         Erhaltung eines möglichst hohen Anteils unbebauter und unversiegelter Flächen innerhalb von Baugebieten bei gleichzeitig möglichst hoher Ausnutzung, um unnötigen Flächenverbrauch zu unterbinden.

-         Erhaltung bzw. Anlage begrünter Flächen zur Sicherung der Funktionen des Kleinklimas, der Grundwasserneubildung sowie des Abflusses und zur Strukturierung des Ortsbildes.

-         Versorgung mit öffentlichen Grünflächen (Spielplätze, Parkanlagen, Sportplätze), Einbindung in Grünzüge.

-         Erhaltung hochwertiger naturnaher Kleinbiotope, z. B. von Obstbäumen, Röhrichtflächen und trockenen Hochstauden- und Grasfluren.

-         Sicherstellen von Grünverbindungen in die umgebende Landschaft im Sinne eines Biotopverbundes durch Schaffung von Grünzügen.

-         Erhaltung und Entwicklung möglichst hoher Anteile einheimischer Vegetation und möglichst hoher Vielfalt an naturbetonten Strukturen zur Sicherung der Biotopqualität.

 

Die vorgenannten Ziele richten sich aber im Hinblick auf die Konkretisierung vielmehr an die verbindliche Bauleitplanung und sind daher für den Flächennutzungsplan nicht planungsrelevant, da dieser nur die Grundzüge der städtebaulichen Entwicklung darstellt.

 

Für Bauflächen, deren Realisierung Eingriffe i.S.d. § la BauGB i.V.m. § 8a des BNatSchG darstellen, wird im Landschaftsplan dieser wird zeitgleich zum Flächennutzungsplan aufgestellt eine Beurteilung der geplanten oder absehbaren  Eingriffe in Natur und Landschaft vorgenommen. Außerdem werden nach überschlägiger Ermittlung des Ausgleichsdefizits Vorschläge erarbeitet, welche Ausgleichsmaßnahmen aus landschaftsplanerischer Sicht sinnvoll sind. Diese Gesamtaussagen werden in die nachfolgenden Kapitel übernommen, da diese Aspekte im Rahmen der bauleitplanerischen Gesamtabwägung von Bedeutung sind.

 

D 1.1              Wohnbauflächen

 

Im Flächennutzungsplan sind grundsätzlich die in rechtswirksamen Bebauungsplänen ausgewiesenen allgemeinen und reinen Wohngebiete als Wohnbauflächen dargestellt. Darüber hinaus auch die Flächen, die sich in Anwendung des § 34 BauGB als allgemeine oder reine Wohngebiete darstellen würden.

 

Eine Annäherung an die Größenordnung neu auszuweisender Wohnbauflächen erfolgt über die Aussagen des Regionalen Raumordnungsplanes Südhessen. Dies ergibt im Gemeindegebiet für den Planungszeitraum des RROPS einen Bedarf an

Siedlungsflächen von 14 ha. Dieser kann theoretisch durch die Ausweisung von Wohnbauflächen, aber auch durch gemischte Bauflächen gedeckt werden. Um allerdings ein möglichst störungsfreies Wohnen zu ermöglichen, wird davon ausgegangen, daß der wesentliche Anteil des Siedlungsflächenbedarfs durch die Ausweisung von Wohnbauflächen zu decken ist. Die Gemeinde Nauheim ist gemäß der Aussagen der Entwicklungsplanung Nauheim sowie des Dorfentwicklungsplans bestrebt, den Wohnbedarf der Bevölkerung insbesondere durch Aktivierung ungenutzter Bauflächenreserven innerhalb der bestehenden Wohnbaut1ächen sowie durch eine maßvolle Erhöhung der Wohndichte

zu decken. Dabei werden lediglich die nachfolgend aufgeführtenneuen Wohnbauflächen ausgewiesen, wobei es sich aber jeweils nur um kleinflächige Bereiche handelt:

 

Auf einer ehemals gewerblich genutzten Fläche (Köstler-Gelände), die unmittelbar nordöstlich des Einmündungsbereiches Schulstraße / Graslitzer Straße liegt, wird eine Wohnbaufläche ausgewiesen. Hierbei handelt es sich allerdings lediglich um eine Anpassung an den derzeitigen Bestand, da in diesem Bereich z. Zt. mehrere Reihenhauszeilen erstellt werden. Auch sieht der für diesen Bereich rechtskräftige Bebauungsplan eine solche Nutzungsmöglichkeit vor.

-         Ein Grundstück, das unmittelbar nordwestlich des Sportparkgeländes an der Industriestraße / "Am Sportfeld" liegt, wird ebenfalls als Wohnbaufläche ausgewiesen. Dabei wird diese Nutzungsänderung dieses bisher als Tennisplatz genutzten Bereichs aus städtebaulicher Sicht für sinnvoll erachtet, besonders im Hinblick darauf, daß es sich um eine bereits derzeit erschlossene Fläche im Innenbereich handelt, wodurch sich wirtschaftlich interessante Nutzungsmöglichkeiten ergeben.

 

-         Eine weitere Wohnbaufläche wird im Bereich des "Feldchens" ausgewiesen. Dabei ist diese Teil eines Konzeptes zur Schaffl.1ng einer neuen Ortsmitte, wobei aber neben Wohnungen auch zukunftsfähige Versorgungseinrichtungen sowie öffentliche und kulturelle Einrichtungen geschaffen werden sollen. Aufgrund seiner innerörtlichen Lage zwischen gewachsenem Ortskern und den Neubaugebieten, aber auch aufgrund seiner bereits bestehenden verkehrlichen Anbindung ist dieser Bereich für die o. g. Nutzung geradezu prädestiniert.

 

Aus landschaftsplanerischer Sicht wird diese Baufläche wie folgt beurteilt:

 

a)     Ein Großteil dieser Fläche wird derzeit als Wiese genutzt, zudem befinden sich im südlichen Teil dieses Bereiches kleinere Gebüsche sowie Sukzessionsflächen. Diese Fläche liegt in der Zone III B eines Wasserschutzgebietes

und besitzt als innerörtliche Grünfläche klimaökologische Ausgleichsfunktionen. Hinsichtlich der Bedeutung für die Erholung besitzt dieser Bereich eine nicht unerhebliche Funktion für Kinder und Jugendliche (Treffpunkt bzw. Bolzplatz).

b)     Aufgrund der anthropogenen Prägung dieser Fläche ist eine Bebauung aus landschaftsplanerischer Sicht, unter Beachtung von Vermeidungs- und Minimierungsmaßnahmen (z. B. Integration der vorhandenen Einzelbäume, Durchgrünung des Plangebietes) unproblematisch.

c)      Der Bereich "Feldchen" liegt im Geltungsbereich des rechtskräftigen Bebauungsplanes „Wolfsberg", der diesen Bereich als Fläche für den Gemeinbedarf (z. B. für Bürgerhaus, Hallenbad, Alten- und Jugendheim) mit einer Grundflächenzahl von 0,8 festsetzt. Da gemäß der Ausgleichsabgabenverordnung (diese wird für die Bemessung des notwendigen Ausgleichs herangezogen) bei der Bestandsbeurteilung der letzte rechtmäßige Zustand - und damit die entsprechenden Festsetzungen des o. g. Bebauungsplanes - maßgebend sind, ergeben sich durch die nunmehr vorliegende Planung keine darüber hinausgehenden Eingriffe in Natur und Landschaft. Somit ist auch kein zusätzlicher Ausgleichsbedarf gegeben. Dies ergibt sich auch aus § 1 a Abs. 3 Satz 4 BauGB, wonach ein Ausgleich nicht erforderlich ist, soweit Eingriffe bereits vor der planerischen Entscheidung zulässig waren.

 

D 1.2              Gemischte Bauflächen

 

Bei den dargestellten gemischten Bauflächen handelt es sich im wesentlichen um bereits bestehende baulich genutzte Flächen, wobei gemischte Nutzungen vorwiegend im Kernbereich von Nauheim anzutreffen sind. Die Ausweisung gemischter Bauflächen erfolgt vor allem vor dem Hintergrund des Ziels, die in diesen Flächen vorhandenen Nutzungsmischungen und damit den bestehenden Charakter dieser Bereiche langfristig zu erhalten. Eine aktive Umstrukturierung ist hierbei nicht vorgesehen. Vielmehr wird durch die Ausweisung gemischter Bauflächen zum Ausdruck gebracht, daß von der in diesen Bereichen vorhandenen Wohnbebauung die Immissionen, wie sie z. B. von benachbarten, nicht störenden Gewerbebetrieben verursacht werden, hingenommen werden müssen, solange sie den ortsüblichen Rahmen nicht übersteigen. Vor diesem Hintergrund wird auch der ehemals landwirtschaftlich geprägte Ortskern um Vorder- und Hintergasse als gemischte Baufläche dargestellt. Umstrukturierungen in diesem Bereich haben zwar zu einer Zunahme von Wohnnutzungen geführt, die Ausweisung dieser Bereiche als Wohnbauflächen würde allerdings dazu fuhren, den noch verbliebenen landwirtschaftlichen Betrieben ihre zukünftige Entwicklungsmöglichkeit zu nehmen. Mit der Überplanung als gemischte Baufläche wird dagegen die situationsbedingte, im Vergleich zu Wohngebieten höhere Geräusch- und Geruchsbelastung planungsrechtlich nachvollzogen. Für die übrigen, als gemischte Baufläche dargestellten Bereiche ist eine Durchmischung von gewerblichen Betrieben, Handwerksbetrieben und Dienstleistungsbetrieben mit Wohnnutzung charakteristisch. Das sind vor allem die Bereiche beiderseits der Bahnlinie.

 

Eine zusammenhängend nutzbare Baufläche wird, unmittelbar westlich der geplanten Ortsentlastungsstraße gelegen, östlich der bestehenden Bebauung an der Straße "An der Mühlhecke" ausgewiesen (ca. 1,0 ha), wobei es sich um bisher landwirtschaftlich genutzte Flächen handelt. Die verkehrliche Erschließung dieser Bereiche kann dabei zukünftig über die verlängerte Straße "Auf der Schanze" erfolgen. Durch diese Maßnahmen können dabei sowohl zusätzliche Wohngebäude erstellt, aber auch besonders im Hinblick auf die ein Mischgebiet charakterisierende Nutzungsmischung -in einem gewissen Umfang auch nicht störende Gewerbebetriebe angesiedelt werden. Dabei sind gewerbliche und Wohnnutzung so innerhalb dieser Flächen anzuordnen, daß sie, durch die Lage zur o. g. Straßentrasse bedingt, auch dem Immissionsschutzaspekt ausreichend Rechnung tragen können. Gleichzeitig können diese Bauflächen einen sinnvollen "Puffer" zu der westlich gelegenen Wohnbebauung "An der Mühlhecke" bzw. "An der Schanze" bilden.

 

Aus landschaftsplanerischer Sicht wird diese Maßnahme wie folgt beurteilt:

 

a)     Diese Flächen stellen sich derzeit als Ackerland dar, wobei sie im Bebauungsplan " Verkehrswichtige Straße im Osten Nauheims" als Fläche für die Landwirtschaft ausgewiesen sind. Dieser Bereich liegt in einer Wasserschutzgebietszone III B.

b)     Durch eine Bebauung kommt es zum Verlust von mäßig-guten Ackerböden. Aufgrund der zukünftigen Lage zwischen Ortsrand und der geplanten Ortsentlastungsstraße ist eine Bebauung aber aus landschaftsplanerischer Sicht vertretbar. Neben einer ausreichenden Durchgrünung des Plangebietes ist zudem eine zu den unmittelbar an der Ortsentlastungsstraße geplanten Ausgleichsmaßnahmen ausreichend dimensionierte Pflanzzone vorzusehen.

c)      Der Ausgleichsbedarf wird als gering eingestuft. Neben einer ausreichenden Durchgrünung des Plangebietes, die auch ausgleichende Funktionen besitzt, sollten im Bereich der ausgewiesenen Gebiete für den Biotopverbund, Biotopvernetzung / Biotopentwicklung entsprechende Maßnahmen vorgenommen werden.

 

D 1.3              Gewerbliche Bauflächen / Gewerbegebiet

 

Neben den bereits bestehenden, großflächigen und zusammenhängenden gewerblich genutzten Grundstücken werden zudem, besonders im Hinblick zur Schaffung und Sicherung von Arbeitsplätzen, auch neue gewerbliche Bauflächen dargestellt. Der wesentliche Standort für die Neuausweisung von gewerblichen Bauflächen ergibt sich ebenfalls aus den Vorgaben des Regionalen Raumordnungsplanes Südhessen, der allerdings lediglich das bestehende Gewerbegebiet zwischen Schleifweg und Schillerstraße bzw. zwischen Bahnlinie und Mainzer Landstraße als Industrie- und Gewerbefläche, Bestand ausweist. Dabei sollen sich entsprechend den Vorgaben des RROPS insbesondere solche Betriebe ansiedeln, die aufgrund ihrer Betriebs- und branchenspezifischen Standortanforderungen existentiell auf einen Standort im Verdichtungsraum des Rhein-Main-Gebietes angewiesen sind. Im Hinblick auf einen ausreichenden Immissionsschutz werden neben den gewerblichen Bauflächen, innerhalb derer die Ansiedlung "klassischer" Gewerbebetriebe i. S. d. § 8 BauNVO, z. B. des produzierenden Gewerbes, möglich ist, auch gewerbliche Bauflächen mit Nutzungsbeschränkungen ausgewiesen. Diese beschränken sich dabei im wesentlichen auf Bereiche, die unmittelbar an bestehende Wohnbauflächen angrenzen. Diese Maßnahme wird deshalb für sinnvoll gehalten, da eine immissionsgerechte Abstufung zwischen Wohnbau- und gewerblichen Bauflächen durch. eine gemischte Baufläche in Einzelfallen der tatsächlichen Nutzungsstruktur widersprechen würde. So wird durch diese planerische Maßnahme zum einen den in der Nachbarschaft bestehenden vorbelasteten Wohnbauflächen eine spezifische Pflicht zur Rücksichtnahme auferlegt, ebenso ist den betroffenen Betrieben nicht die volle Ausnutzbarkeit der Lärmpegel, die in einem klassischen Gewerbegebiet an sich zulässig sind, möglich. Da allerdings die verbindliche Festsetzung von Nutzungseinschränkungen erst im Bebauungsplan erfolgt, besitzt die entsprechende Darstellung im Flächennutzungsplan lediglich deklaratorischen Charakter. Sie ist aber trotzdem sinnvoll, um im Hinblick auf die Immissionsschutzproblematik die damit verbundenen Abwägungsergebnisse dokumentieren zu können.

 

Der Flächennutzungsplan sieht bei den für eine gewerbliche Bebauung vorgesehenen Flächen nach der allgemeinen Art der Nutzung grundsätzlich eine gewerbliche Baufläche Vor. Hieraus könnte theoretisch in der verbindlichen Bauleitplanung sowohl ein Gewerbe- als auch ein Industriegebiet im Sinne des § 9 BauNVO entwickelt werden. Besonders letzteres ist aber bei den dargestellten gewerblichen Bauflächen im Hinblick auf einen ausreichenden Immissionsschutz ohnehin nicht möglich und auch nicht vorgesehen. Ansonsten werden die bereits bestehenden Gewerbegebiete, die weitgehend durch rechtskräftige Bebauungspläne planungsrechtlich abgesichert sind, im Flächennutzungsplan ebenfalls als Gewerbegebiet festgesetzt, so daß bereits auf dieser Planungsebene eine Entwicklung zum Industriegebiet ausgeschlossen ist. Durch die Ausweisung von gewerblichen Bauflächen mit Nutzungsbeschränkungen wird im Hinblick auf eine mögliche Umnutzung dieser Bereiche das Eindringen Von Wohnbebauung unterbunden, wie es bei Ausweisung einer gemischten Bauflächen möglich wäre, aus städtebaulicher Sicht aber nicht für sinnvoll erachtet wird.

 

An neuen gewerblichen Bauflächen werden folgende Bereiche ausgewiesen:

Um auch langfristig den Bedarf an gewerblich nutzbaren Grundstücken abdecken zu können, sieht der Flächennutzungsplan auf den Bereichen, die zwischen der Bahnlinie im Norden, der L 3482 im Süden und der bestehenden Wohnbebauung an der Dresdner Straße entsprechend nutzbare Flächen vor (ca. 4,3 ha). Diese Bereiche werden derzeit, mit Ausnahme einer Grünlandfläche an der Bahnlinie sowie einzelner Obstbäume auf Flächen, die unmittelbar östlich der Anwesen Dresdner Straße I bis II liegen, durchweg landwirtschaftlich genutzt. Im Hinblick auf die sich aus der Nachbarschaft zu der 0. g. Wohnbebauung ergebenden Immissionsschutzproblematik werden aus den vorgenannten Gründen innerhalb der der Wohnbebauung zugewandten Teilflächen nur Gewerbegrundstücke zugelassen, die auch in einem Mischgebiet zulässig sind. Diese Maßnahme wird deshalb für sinnvoll erachtet, da bei Darstellung einer gemischten Baufläche im nachfolgenden Bebauungsplan auch die Ausweisung eines Mischgebietes möglich wäre. Da sich solche Bereiche aber erfahrungsgemäß faktisch zu Wohngebieten i.S.d. § 3 oder 4 BauNVO entwickeln, welches aber aus den o. g. Immissionsschutzgründen nicht für sachgerecht erachtet wird, werden diese Bereiche mit den o. g. Nutzungseinschränkungen belegt. Andererseits besteht durch die westlich anschließenden gewerblichen Bauflächen, die durch die geplante Ortsentlastungsstraße im Osten begrenzt werden, in ausreichendem Umfang die Möglichkeit, auch "klassische Gewerbebetriebe", z. B. des produzierenden Gewerbes ansiedeln zu können.

 

Aus landschaftsplanerischer Sicht wird diese Maßnahme wie folgt bewertet:

a)     Dieser Bereich liegt in einem Wasserschutzgebiet Zone III B und bildet zukünftig den südwestlichen Ortsrand.

b)     Mit Ausnahme von Bodenversiegelungen und dem Verlust mäßig bis guter Ackerböden sind aus landschaftsplanerischer Sicht keine weiteren wesentlichen Eingriffe zu erwarten. Als wichtige Vermeidungs- und Minimierungsmaßnahmen sind eine ausreichende Durchgrünung des Plangebietes sowie eine Eingrünung des zukünftigen südwestlichen Ortsrandes sicherzustellen, wobei dieser z. T. durch die im Bebauungsplan "Verkehrswichtige Straße im Osten Nauheims" in den straßennahen Bereichen vorgesehenen Anpflanzungen und Ausgleichsflächen gewährleistet wird.

c)      Für den landschaftsplanerisch notwendigen Ausgleich werden wiederum Maßnahmen in den Gebieten für den Biotopverbund, Biotopvernetzung / Biotopentwicklung vorgeschlagen. Eine weitere gewerbliche Baufläche wird auf den Bereichen ausgewiesen, die zwischen der Mainzer Landstraße und der Wohnbebauung an der Neckarstraße liegen. Diese, von einem Obstbaumbestand abgesehen, ausschließlich ackerbaulich genutzten Flächen (Spargelanbau) sind aus städtebaulicher Sicht besonders aufgrund ihrer verkehrsgünstigen Lage an der L 3482 als Baufläche geeignet. Der sich aus der o. g. Nachbarschaft zu den Wohnhäusern an der Neckarstraße resultierenden Immissionsschutzproblematik wird dabei durch die Ausweisung einer gewerblichen Baufläche mit Nutzungsbeschränkungen Rechnung getragen. Diese Maßnahme wird aber auch deshalb für sinnvoll erachtet, da aufgrund der unmittelbaren Nähe zur Landesstraße und den daraus sich ergebenden Verkehrsimmissionen eine Wohnbebauung in diesem Bereich nicht für sachgerecht erachtet wird. Andererseits kann die geplante Bebauung einen wirksamen Schallschutz für die o. g. Wohnbebauung an der Neckarstraße übernehmen.

 

Aus landschaftsplanerischer Sicht wird dieser Bereich wie folgt bewertet:

a)     Diese Fläche liegt in einem Wasserschutzgebiet Zone III B, wobei sie sich aufgrund der Bodenverhältnisse (Sand bis lehmiger Sand) fiir Sonderkulturen besonders eignet.

b)     Durch eine Bebauung wird der im Nordwesten des Gebietes befindliche brachgefallene Obstbaumbestand beeinträchtigt bzw. zerstört. Aus landschaftsplanerischer Sicht wird ein Eingriff in diese Fläche, obwohl der Obstbaumbestand nicht die Kriterien des § 23 HENatG erfüllt, für problematisch angesehen. Aufgrund der Lage zwischen vorhandener Bebauung und der L 3482 ist aus landschaftsplanerischer Sicht aber eine Bebauung dennoch vertretbar. Als Vermeidungs- und Minimierungsmaßnahmen wird vorgeschlagen, parallel zur Landesstraße eine Baumreihe anzupflanzen, die die  schon vorhandenen Baumpflanzungen entlang der Mainzer Landstraße zu einer Allee ergänzt.

c)      Die Bestandssituation wird aus landschaftsplanerischer Sicht als mittel eingestuft, wobei als Ausgleichsmaßnahme die Entwicklung eines Obstbaumbestandes im Seichböhl vorgeschlagen wird. Eine zusätzliche gewerbliche Baufläche wird auf den Bereichen ausgewiesen, die, unmittelbar an der Mainzer Landstraße, nordwestlich an das Gelände des dort vorhandenen Verbrauchermarktes (Aldi) angrenzen. Diese Flächen, die im geschützten Landschaftsbestandteil "Seichböhl von Nauheim" liegen, sind aus städtebaulicher Sicht besonders aufgrund ihrer verkehrsgünstigen Lage an der L 3482 als gewerbliche Baufläche geeignet. So kann diese Maßnahme, in unmittelbarer Nachbarschaft zu bereits derzeit bestehenden und aus Immissionsschutzaspekten mit der geplanten Gewerbegebietsausweisung verträglichen Nutzungen (Handwerksbetriebe und Verbrauchermarkt westlich der L 3482, o. g. gewerbliche Baufläche zwischen Mainzer Landstraße und der Neckarstraße) zu einer sinnvollen Abrundung der bebauten Ortslage in diesem Teil von Nauheim beitragen. Obwohl diese bauliche Entwicklung aus landschaftsplanerischer Sicht abgelehnt wird (vgl. hierzu auch den Erläuterungsbericht zum Landschaftsplan), da durch eine Bebauung mit Obstbäumen bestandene Flächen innerhalb des geschützten Landschaftsbestandteils vernichtet bzw. beeinträchtigt werden, wird im Rahmen der planerischen Gesamtabwägung aufgrund der o. g. Standortvorteile aus städtebaulicher Sicht diese bauliche Entwicklung für sinnvoll erachtet.

 

Aus landschaftsplanerischer Sicht wird dieser Bereich wie folgt bewertet:

 

a)     Dieser Bereich liegt im geschützten Landschaftsbestandteil "Seichböhl von Nauheim" sowie in einem Wasserschutzgebiet der Zone III B.

b)     Durch eine Bebauung werden die in diesem Bereich vorhandenen Obstbaumbestände, die z. T. verbuscht und ungenutzt sind, zerstört. Dabei handelt es sich um landschaftsplanerisch hochwertige Flächen, die in einem direkten Zusammenhang mit den westlich und nördlich angrenzenden Streuobstbeständen stehen.

c)      Aufgrund der o. g. landschaftsplanerischen Bedeutung dieses Bereiches wird die vorgesehene Ausweisung einer gewerblichen Baufläche aus landschaftsplanerischer Sicht abgelehnt.

 

 

D 1.4              Sonderbauflächen

 

Begründet durch die in den letzten Jahren verschärfte rechtliche Betrachtungsweise bezüglich der Zulässigkeit von Bauvorhaben bestimmter Größe, Ordnung und Nutzung, insbesondere im Außenbereich, wird die Darstellung von Sonderbauflächen im Flächennutzungsplan notwendig. Im einzelnen handelt es sich dabei um folgende Flächen:

 

Sonderbaufläche - Hotel

Hierbei handelt es sich um das Hotel, das am nördlichen Uferbereich des Hegbachsees errichtet wurde. Aufgrund der hier vorhandenen genehmigten Nutzungen, der gesicherten Ver- und Entsorgung erfolgt hier im Flächennutzungsplan eine über den Bestandsschutz hinausgehende Darstellung als Sonderbaufläche - Hotel.

 

Sonderbaufläche - Wochenendhausgebiet

Hierbei handelt es sich um die Bereiche, die westlich bzw. südlich des Hegbachsees liegen und bereits derzeit als Wochenendhausgebiet genutzt werden. Um zu dokumentieren, daß es Ziel der gemeindlichen Planung ist, auch langfristig diese Bereiche entsprechend zu nutzen, wird im Flächennutzungsplan ein Sondergebiet - Wochenendhausgebiet ausgewiesen. Dabei werden, um auch zukünftig Erweiterungsflächen für Wochenendhäuser vorhalten  zu können, Bereiche, die an das bestehende Wochenendhausgebiet angrenzen und derzeit noch als Campingplatz genutzt wird, ebenfalls als Sonderbaufläche - Wochenendhausgebiet dargestellt. Die vorgesehene Erweiterungsfläche des Wochenendhausgebietes wird als landschaftsplanerischer Sicht wie folgt eingestuft:

 

a)     Diese Fläche liegt in der Zone III eines Wasserschutzgebietes.

b)     Aufgrund der jetzt schon vorhandenen Nutzung als Campingplatz sowie der Tatsache, daß keine sonstigen hochwertigen Biotop- und Nutzungsstrukturen betroffen sind und, mit Ausnahme der dauerhaften Bodenversiegelung durch Wochenendhäuser bzw. Erschließungswege keine weiteren wesentlichen Auswirkungen auf Natur und Landschaft zu erwarten sind, ist aus landschaftsplanerischer Sicht die Entwicklung als Wochenendhausgebiet vertretbar. Allerdings ist als wichtige Vermeidungs- und Minimierungsmaßnahme eine ausreichende Ein- und Durchgrünung sicherzustellen. Darüber hinaus sollten vorhandene Laubbäume erhalten werden.

c)      Die Bewertung der Bestandssituation wird aus landschaftsplanerischer Sicht als sehr gering eingestuft, weshalb der Ausgleichsbedarf durch eine großzügige Ein- und Durchgrünung des Gebietes kompensiert werden kann. Sollte es dennoch zu einem zusätzlichen Kompensationsbedarf kommen, so kann dieser im Bereich der dargestellten Gebiete für den Biotopverbund, Biotopvernetzung durchgeführt werden.

 

Sonderbaufläche - Physiotherapie

In diesem Bereich sollen einem bereits derzeit in Nauheim ansässigen Praxisbetrieb die notwendigen Flächen für die Erweiterung seines medizinischen Dienstleistungsangebots zur Verfügung gestellt werden. Dies bedeutet, daß neben einer physiotherapeutischen Praxis auch ein Schwimmbad sowie eine Sauna mit Erholungs- und Bistrobereich vorgesehen sind. Um zu verdeutlichen, daß es Ziel der gemeindlichen Planung ist, ausschließlich diese Nutzung in diesem Bereich von Nauheim unterbringen zu können, sind lediglich physiotherapeutische Dienstleistungsbetriebe zulässig.

 

Sonderbaufläche - Sporthalle mit Gasthaus/Laden

Hierbei handelt es sich um die SKV- Turnhalle, die in Gegenlage des Sportparks Nauheim direkt an der Königstädter Straße liegt. In dieser Halle sind zudem eine Gaststätte sowie ein Lebensmittelmarkt untergebracht. Da es Ziel der gemeindlichen Planung ist, auch weiterhin diese Nutzungen an diesem Standort zu ermöglichen, wird dieser Bereich als Sonderbaufläche mit den o. g. Funktionen dargestellt.

 

Sonderbaufläche - Neue Ortsmitte

Diese Baufläche ist derzeit noch unbebaut, wobei sich ein Großteil als Wiese bzw. als Bolzplatz darstellt. Im westlichen Teilbereich befindet sich eine Stellfläche für Altglascontainer. Sie befindet sich zentral in der Mitte des bestehenden Siedlungskörpers. Zwischen gewachsenem Ortskern und den Neubaugebieten kommt dem "Feldchen" eine "Brückenfunktion" im Siedlungsgefüge zu. Ziel dieser Planung ist es, mit dem Standort "Feldchen" eine neue Ortsmitte als attraktives Geschäftszentrum mit Einkaufsmöglichkeiten durch einen Branchenmix (z. B. Verbrauchermarkt, Drogerie, Getränkemarkt, Blumen, Gemüse, Obst, Schreibwaren, Bekleidung, Haushaltswaren, Uhrenfachgeschäft u. ä.), Musik- und Kulturhalle, Gastronomie sowie Wohnungen zu schaffen. Gute Möglichkeiten ergeben sich durch die o. g. Innerortslage, gleichzeitig ist eine günstige Anbindung über die Rüsselsheimer Straße und die WaIdstraße sowie über die zukünftige Ortsentlastungsstraße am Ostrand von Nauheim gegeben. Zudem ist eine Einbindung bzw. Ergänzung durch das vorhandene Einkaufszentrum "Wolfsberg" möglich. Gemäß bereits vorliegender struktureller Planungen ist daran gedacht, neben der o. g. Musik- und Kulturhalle auch ein Bürgerbüro als AußensteIle des Rathauses zu erstellen. Gleichzeitig wird aus städtebaulicher Sicht eine Mischung der Bebauung sowie die Schaffi.1ng von funktionalen Einrichtungen für sinnvoll erachtet. So kann z. B. durch die Errichtung der o. g. Geschäften und Gaststätten diesem Bereich eine „anziehende Wirkung" verliehen werden, wodurch die bestehenden älteren und neueren Siedlungsgebiete städtebaulich verknüpft und gleichzeitig Versorgungs- und Dienstleistungseinrichtungen konzentriert und gebündelt werden können. Vorliegende Standort- und Marktanalysen unterstützen dabei diese Planungsabsichten. Gleichzeitig kann durch die Schaffung von Wohnraum erreicht werden, daß dieser  Bereich auch außerhalb der Geschäftszeiten belebt bleibt. Auch kann die Einbindung des vorhandenen Einkaufszentrums " Wolfsberg" in die Planung durchaus förderlich sein, da hier bereits ein relativ großes Potential an Geschäften und anderen Angeboten vorhanden ist. Neben den o. g. gemeinnützigen Einrichtungen, wobei auch dem Erhalt des bestehenden Standortes von Feuerwehr und DRK an der Waldstraße Rechnung getragen wird, ist zusätzlich vorgesehen, neben den o. g. Wohngebäuden auch nicht störendes Gewerbe bzw. Büros errichten zu können und damit zu einer weiteren Nutzungsmischung beizutragen. Für die Zusammenführung des "Feldchens" mit dem Einkaufszentrum " Wolfsberg" ist aber auch eine Umgestaltung des Straßenraumes der Rüsselsheimer Straße in diesem Bereich erforderlich. Diesem Aspekt wird durch entsprechende Maßnahmen, die im Konzept zur Umgestaltung des Ortskernbereiches vorgeschlagen werden, ausreichend Rechnung getragen.

 

Aus landschaftsplanerischer Sicht wird diese Baufläche wie folgt eingestuft:

a)     Diese Fläche liegt in der Zone III Beines Wasserschutzgebietes, wobei diese innerörtliche Grünfläche klimaökologische Ausgleichsfunktionen übernimmt. Zudem besitzt die Grünfläche eine nicht unerhebliche Erholungsfunktion für Kinder und Jugendliche (Treffpunkt, Bolzplatz).

b)     Aufgrund der anthropogenen Prägung dieser Flächen als Bolzplatz sowie als innerörtliche Grünfläche ist eine Bebauung dieser Flächen aus landschaftsplanerischer Sicht unproblematisch. Als Vermeidungs- und Minimierungsmaßnahmen sollten allerdings vorhandenen Einzelbäume integriert werden und eine ausreichende Durchgrünung des Plangebietes gewährleistet werden.

c)      Aufgrund der Tatsache, daß dieser Bereich im Geltungsbereich des Bebauungsplanes " Wolfsberg" liegt, der für diesen Bereich Flächen für den Gemeinbedarf (Feuerwehr, DRK) mit einer GRZ von 0,8 bzw. Bereiche für öffentliche Parkplätze, einen Bolz- und einen Festplatz vorsieht, wird auf die Ermittlung von Ausgleichsmaßnahmen verzichtet.

 

 

D 2                 Flächen für den Gemeinbedarf sowie für Sportanlagen

 

Die in § 5 Abs. 2 Nr. 2 BauGB aufgeführte Ausstattung des Gemeindegebietes "mit Einrichtungen und Anlagen zur Versorgung mit Gütern und Dienstleistungen des öffentlichen und privaten Bereiches, insbesondere mit denen der Allgemeinheit dienenden baulichen Anlagen und Einrichtungen des Gemeinbedarfes, wie mit Schulen und Kirchen sowie mit sonstigen kirchlichen, sozialen, gesundheitlichen und kulturellen Zwecken dienenden Gebäuden und Einrichtungen" sowie den "Flächen für Sport- und Spielanlagen" ist im Flächennutzungsplan entsprechend dargestellt. Sie gibt vor allem die derzeitige Versorgungssituation in Nauheim wieder. Darüber hinaus sind aber auch die Flächen ausgewiesen, für die ein zukünftiger Bedarf ermittelt wurde.

 

Flächen für den Gemeinbedarf

 

Als Flächen für den Gemeinbedarf sind dabei flächenhaft nur die größeren Anlagen dargestellt. Dazu gehören die baulichen Anlagen der Grundschule bzw. der verschiedenen Kindergärten, die katholische sowie die evangelische Kirche und das Rathaus. Die Standorte kleinerer A111agen innerhalb der verschiedenen Bauflächen, wie z. B. Feuerwehr / DRK an der Waldstraße, die Post oder auch das Historische

Rathaus sind dagegen lediglich durch eine Symboldarstellung ausgewiesen.

 

Sportanlagen

 

Im Flächennutzungsplan werden gemäß den Gliederungsvorgaben des Baugesetzbuches die bestehenden und geplanten Sporteinrichtungen, sofern es sich um Gebäude handelt, als "Flächen für Sportanlagen / Flächen für Gemeinbedarf' i.S.d. § 5 Abs. 2 Ziffer 2 BauGB, die übrigen Sportanlagen (Sportplätze, Tennisplätze u. ä.) dagegen als "Grünflächen" i. S. d. § 5 Abs. 2 Ziff. 6 BauGB mit den jeweiligen Differenzierungen entsprechend dargestellt. Vor diesem Hintergrund werden im Flächennutzungsplan nunmehr die bestehenden Flächen für Hallensportanlagen oder auch für größere Vereinsheime innerhalb der bisherigen Sportplatzanlagen als "Flächen für Sportanlagen" dargestellt. Kleinere Funktionsanlagen sind allerdings auf Ebene des Flächennutzungsplanes nicht flächenrelevant und werden deshalb auch nicht explizit ausgewiesen. Bei der Entwicklung der vorgesehenen Baugebiete im Rahmen der verbindlichen Bauleitplanung wird im übrigen ein zusätzlicher Bedarf an entsprechenden Einrichtungen der sozialen und kulturellen Infrastruktur zu überprüfen sein. Falls sich ein solcher abzeichnet, können entsprechende Einrichtungen und Anlagen auch aus der jeweiligen Bauflächenausweisung gemäß § 8 Abs. 2 BauGB entwickelt werden.

 

 

D 3                 Verkehr

 

D 3.1              Flächen für den überörtlichen Verkehr und die örtlichen Hauptverkehrszüge

 

Im Flächennutzungsplan wird lediglich das Grundnetz der Hauptverkehrszüge dargestellt. Kriterium für diese Darstellung sind die

- Netzverknüpfung,

- Bedeutung als Trasse für den ÖPNV-Verkehr sowie

- Belastung.

 

Die BAB 67 als Bundesfernstraße ist als Fläche für den überörtlichen Verkehr dargestellt. Die ehemaligen Parkplätze, die sich auf Höhe des Nachtweidensees bzw. unmittelbar östlich des Neubaugebietes "Im Teich" befinden, sind bereits seit Jahren aufgelassen. Im Hinblick auf das gemeindliche Planungsziel, zur Verbesserung der Immissionssituation innerhalb der südlich der Autobahn gelegenen Wohngebiete, den vorhandenen Lärmschutzwall bis an die Gemarkungsgrenze zu verlängern, enthält der Flächennutzungsplan eine entsprechende Darstellung. Die in diesen  Bereichen vorhandenen Gehölzbestände in den Böschungsbereichen der Autobahn sind zudem als bestehende Gehölze ausgewiesen. Neben der Bundesautobahn 67 als Bundesfernstraße werden auch die innerörtlichen, derzeit bestehenden Hauptverkehrsstraßen im Sinne des Gemeindeverkehrs-Finanzierungsgesetzes ausgewiesen (vgl. hierzu Beschluß der Gemeindevertretung

vom 31.10.1986). Dies sind Bahnhofstraße (östlich der Bahn), Königstädter Straße, Schillerstraße bis zur Anbindung an die L 3482, "Unter der Muschel", Verbindungsstraße zwischen Hügel- und Bahnhofstraße, die sogenannte Rüffertrasse bis zur Anbindung an die zukünftige Ortsentlastungsstraße, Jahnstraße, Berzallee bis zum Waldwiesengraben, Konrad-Adenauer-Allee, Rüsselsheimer Straße, Waldstraße, Thomas-Mann-Straße mit Fortführung über Heinrich-Heine-Straße und Justus-Liebig-Straße bis zur Rüsselsheimer Straße. Neben diesen bereits vorhandenen Straßen wird auch die am Ostrand der bebauten Ortslage von Nauheim geplante Ortsentlastungsstraße -in Verlängerung der Rüsselsheimer Straße - zwischen Berzallee und L 3482 ausgewiesen.

 

Verkehrswichtige Straße im Osten Nauheims

In der Gemeinde Nauheim werden gemäß einer Verkehrsuntersuchung aus dem Jahr 1992 ca. 87% des Verkehrs im Gemeindegebiet selbst erzeugt. Lediglich 13 % verteilen sich auf Ortsfremde. Um die innerörtlichen Straßen verkehrlich zu entlasten, bestehen bereits seit einigen Jahren Bestrebungen der Gemeinde, als "Ersatz" fur Königstädter Straße und Bahnhofstraße in Verlängerung der Rüsselsheimer Straße in den östlichen Bereichen der Nauheimer Gemarkung eine Straße zu führen. Als neuralgischer Punkt und Auslöser der 0. g. Planung ist der Bahnübergang in der Bahnhofstraße anzusehen. Da nämlich auf der Eisenbahnstrecke täglich 244 Zugfahrten stattfinden, führt dies zu einer Gesamtzeit der Schrankenschließungen am Bahnübergang von über 12 Stunden. Aufgrund der Verkehrsbelastungen der Bahnhofstraße und der Königstädter Straße bewirkt dies beiderseits des Bahnübergangs häufig längere Schlangen wartender Kraftfahrzeuge. Dies nimmt in den zusammentreffenden Spitzenzeiten des Straßen- und Schienenverkehrs ein Ausmaß an, welches die Auflösung des Rückstaus bis zur nächsten Schrankenschließung nicht ermöglicht. Zur Lösung dieser gesamtheitlichen Verkehrsprobleme im Innerort von Nauheim soll deshalb der o. g. Bahnübergang geschlossen werden. Der Kfz-Verkehr soll dann zukünftig über die Straße im Osten Nauheims geführt werden. Die derzeit bestehende Fuß-/Radwegeverbindung über den Bahnübergang Bahnhofstraße soll dagegen auch zukünftig durch eine in diesem Bereich zu ersteIlende Unterführung beibehalten werden.

 

Durch die Schließung des Bahnübergangs und die Verkehrsverlagerung auf die o. g. Straße entstehen im Ortskern deutliche Entlastungen von Verkehr und seinen Auswirkungen. So kann zum einen die Flüssigkeit des Individualverkehrs erhöht werden, gleichzeitig können auch die Fahrzeiten der Buslinien in Nauheim verkürzt werden, welches wiederum dazll beiträgt, auch die Vernetzung und Vertaktung des Gesamt-ÖPNV zu verbessern. Im Vorfeld der eigentlichen Planung wurde deshalb eine Verkehrsuntersuchung durchgeführt, in der nicht nur der Verkehrswert der neuen Straße und die zu er-wartenden Verkehrsverlagerungen durch diese bzw. durch die geplante Schließung des Bahnüberganges Bahnhofstraße ermittelt wurden, sondern auch geprüft wurde, ob eine Sperrung des Bahnüberganges erforderlich ist und ob eventuell eine ersatzlose Schließung möglich wäre. Auch wurde eine Umweltverträglichkeitsstudie erarbeitet, innerhalb derer verschiedene Trassenvarianten hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf die unterschiedlichen Naturfaktoren geprüft sowie aus landschaftsplanerischer und städtebaulicher Sicht bewertet wurden. Basierend auf den o. g. Untersuchungen wurde vom Hessischen Straßenbauamt Darmstadt ein Vorentwurf für den Straßenneuball sowie für die Umgestaltung der östlichen Teilabschnitte Rüsselsheimer Straße ersteIlt. Diese Planung umfaßt die eigentliche Trasse mit Überführung der Eisenbahnstrecke und die Einführung in die Rüsselsheimer Straße sowie die Umgestaltung des anschließenden Teilstücks der Rüsselsheimer Straße südlich der Waldstraße bis zum Knotenpunkt L 3040/ Königstädter Straße / Nauheimer Straße in der Gemarkung Königstädten. Außerdem sind die aufgrund des Straßenneuballs notwendigen Flächen für ausgleichende Maßnahmen in der Planung enthalten, die entsprechend in den Flächennutzungsplan übernommen wurden.

 

Gemäß der bereits vorliegenden Voruntersuchungen soll die Straße zukünftig, aus Richtung Königstädten kommend, über die Rüsselsheimer Straße geführt werden, um dann, östlich der BerzaIlee über eine neue Trasse außerhalb der bebauten Ortslage zu verlaufen. Nach Kreuzung des Grünen Weges, des Groß-Gerauer Weges sowie der Bahnstrecke Mainz-Darmstadt mündet sie auf die L 3482. Die Länge der geplanten Straßen einschließlich der Einführung in die Rüsselsheimer Straße beträgt rund 1,9 km.

 

 

D 3.2              Konzept zur Umgestaltung der Ortsdurchfahrt

 

Ausgehend von der zukünftig zu erwartenden geringeren Verkehrsbelastung der Ortsdurchfahrt -bedingt durch den Neubau der verkehrswichtigen Straße im Osten Nauheims wurde in den letzten Jahren ein Konzept zur Umgestaltung der Ortsdurchfahrt mit dem Ziel erarbeitet, den entstehenden Freiraum im Sinne einer Verbesserung der Wohnumfeldqualität zu nutzen. Die darin enthaltenen Entwurfselemente zur Umgestaltung einzelner Straßenzüge (z. B. Einrichtung von öffentlichen Parkplätzen im Straßenraum, Einzelbaumpflanzungen, Einrichten von Halteverbots- und Kurzzeitparkzonen u. ä.) gehen aber über die Darstellungsmöglichkeiten eines Flächennutzungsplanes hinaus und gehören auch nicht zu den Grundzügen der städtebaulichen Planung. Im nachfolgenden sollen allerdings die wesentlichen Planungsziele dieses Konzeptes dargelegt werden. Das dem Umgestaltungskonzept zugrundeliegende Zielkonzept beruht auf einer Reihe von grundsätzlichen, konzeptionellen Zielen der Verkehrs- und Stadtplanung sowie auf den verbindlichen Zielen der Entwicklungsplanung und des Dorfentwicklungsplans.

 

a)  Zielfeld Verkehr

 

Maßgebend für die verkehrliche Qualität eines Straßenraumes sind die Verkehrssicherheit, die Güte des Verkehrsablaufes sowie die Erschließung für alle Verkehrsteilnehmer. Unter dem Gesichtspunkt der Verkehrssicherheit sollen beim Entwunder Verkehrsflächen u. a. die Schaffung ausreichender Bereiche für nicht motorisierte Verkehrsteilnehmer eine sichere Überquerbarkeit der Fahrbahnflächen an vielen Stellen gewährleistet sowie den Kraftfahrern die erwünschte Geschwindigkeit gestalterisch verdeutlicht werden. Neben der Verkehrssicherheit gilt es, die Qualität des Verkehrsablaufes zu sichern. So soll der ÖPNV nach Möglichkeit nicht durch den übrigen Verkehr behindert und gegenüber dem motorisierten Individualverkehr bevorrechtigt werden. Voraussetzung für einen qualitativ guten Verkehrsablauf bei Radfahrern und Fußgängern ist eine möglichst häufige Überquerbarkeit der Fahrbahn und eine geringe Beeinträchtigung zwischen Radfahrern und Fußgängern in Haltestellenbereichen und in Seitenräumen. Zur Sicherung einer ausreichenden Erschließungsqualität sind neben der Erreichbarkeit der jeweiligen Ziele in ausreichender Zahl öffentliche Stellplätze für Fahrzeuge des Personen- und Güterverkehrs zu schaffen. Im ÖPNV wird die Erschließungsqualität vom Abstand und der Gestaltung der Haltestellen bestimmt.

 

b)  Die Umfeldqualität eines Straßenraumes wird im wesentlichen durch das Maß der Verkehrsimmissionen, die Flächeninanspruchnahme sowie durch die Brauchbarkeit des Straßenraumes bestimmt. Verkehrsimmissionen sind nur z. T. von Faktoren abhängig, die im Rahmen eines Umgestaltungskonzeptes beeinflußt werden können. Neben der Geschwindigkeit und der Fahrbahnbeschaffenheit ist vor allem das individuelle Fahrverhalten maßgebend für die Immissionsbelastung. Die soziale Brauchbarkeit eines Straßenraumes hängt von der funktionalen Trennwirkung sowie von der Aufenthaltsqualität ab.

 

c)  Zielfeld Straßenraumgestalt

 

Bei der Straßenraumgestaltung sollen die Bedürfnisse von Anwohnern und Straßenraumnutzern berücksichtigt werden. Ein Umgestaltungskonzept soll dabei einprägsame, ortstypische Orientierungsmerkmale unterstützen und Wegebeziehungen, Ausprägungen und Achsen ablesbar machen.

 

d)  Zielfeld Wirtschaftlichkeit

 

Unter dem Aspekt der Wirtschaftlichkeit einer Umgestaltungsmaßnahme müssen neben den Kosten der Baumaßnahme oder möglichen Flächeneinsparungen auch Faktoren, wie die Reduziel11ng der Unfallzahlen und die wirtschaftliche Entwicklung des Untersuchungsraumes berücksichtigt werden. Kosteneinsparend sind vor allem sparsame Entwurfs- und Baustandards sowie entsprechende niedrige Herstellungskosten. Als verbindliches Ziel dieses Konzeptes wird im wesentlichen die Schaffung eines Orientierungsgerüstes aus markanten Straßen und Plätzen genannt, wobei als Straßenelemente die Berzallee, die Jahnstraße, die Straße "Unter der Muschel", die Bahnhofstraße / Königstädter Straße sowie die Schillerstraße angeführt werden. Als Platzelemente werden genannt: Knotenpunkt Waldstraße / Jahnstraße, Knotenpunkt Jahnstraße / Königstädter Straße sowie der Bahnhofsplatz. Neben den allgemeinen Zielvorstellungen werden in dem Konzept detaillierte Umgestaltungsvorschläge vorgenommen, wobei neben kurzfristigen auch die langfristigen Maßnahmen erläutert werden.

 

Bahnhofstraße / Friedrich-Ebert-Platz

 

Eine sinnvolle Umgestaltung dieser Bereiche einschließlich des anschließenden Knotenpunktes Bahnhofstraße / Im Rod / Am Bahnhof kann erst mit dem Bau der Ortsentlastungsstraße und der Schließung des Bahnüberganges realisiert werden. Kurzfristige Maßnahmen beschränken sich im wesentlichen auf kosmetische Eingriffe zur Verbesserung des städtebaulichen Erscheinungsbildes (verkehrsregelnde Maßnahmen und Neuordnung des ruhenden Verkehrs als Verkehrsberuhigungsmaßnahme).

 

Die Nutzung und Akzeptanz des Friedrich-Ebert-Platzes als zentraler Aufenthaltsort hängt neben der städtebaulichen Gestaltung der eigentlichen Platzfläche auch von der Attraktivität des Umfeldes ab. Die Platzumgestaltung wird allerdings als langfristige Maßnahme vorgeschlagen. Dabei sieht das Konzept eine einheitlich gestaltete Platzfläche vor, die hinsichtlich der Straßenraumaufteilung und der städtebaulichen Gestaltung an den umgestalteten Abschnitt der Bahnhofstraße angeschlossen wird (Abgrenzung Fahrbahnfläche gegenüber Fußgängerbereichen durch niedrige Borde, Reduzierung der Stellplatzflächen und damit Schaffung zusätzlicher Freiräume). Als weitere langfristige Maßnahme in diesem Bereich wird vorgeschIagen: auf eine Aufteilung des Straßenraumes zu verzichten und vielmehr eine

Mischfläche mit Platzcharakter im Bereich des Bahnhofs zu schaffen. Auch sollen die bestehenden Radwege der Straße "Am Bahnhof" sowie eventuell neu zu schaffende Radwege entlang der Straße "Im Rod" an die o. g. Mischflächen angeschlossen werden. Auf Fahrbahneinengungen oder Aufpflasterungen soll im Hinblick auf die notwendige Befahrbarkeit durch Linienbusverkehr verzichtet werden. In dem Abschnitt zwischen Weingartenstraße und Friedrich-Ebert-Platz wird die Schaffung eines verkehrsberuhigten Geschäftsbereiches empfohlen (Querungshilfen bei Anpflanzen von Einzelbäumen).

 

Königstädter Straße

 

Für den Abschnitt zwischen Friedrich-Ebert-Platz und Steinstraße sieht das Konzept sowohl den Erhalt der Parkmöglichkeiten auf der Fahrbahn als auch des Gegenrichtungsverkehrs vor. Aufgrund der räumlichen Verhältnisse wird allerdings eine aufwendige bauliche Umgestaltung des Straßenzuges zur Verkehrsberuhigung nicht empfohlen. Lediglich sollte das derzeit mögliche einseitige Parken in alternierendes Parken umgewandelt werden (Markieren der Stellplätze sowie Aufstellen oder Austauschen einiger Zusatzschilder). Damit wird eine optische Einengung des Fahrbahnquerschnittes erreicht und z. B. der gradlinige Verlauf der Königstädter Straße unterbrochen, gleichzeitig kann dadurch die Geschwindigkeit des fließenden Verkehrs herabgesetzt werden. Als langfristige Maßnahme wird empfohlen, statt

der geschaffenen Sperrflächen die vorhandene Asphaltdecke durch quer zur Fahrbahnrichtung eingebrachte Pflasterreihen zu unterbrechen.

 

Waldstraße

 

Im Abschnitt zwischen Mühlstraße und Jahnstraße ist aufgrund der heutigen Fahrbahnbreite von rund 6 m das Parken auf der Fahrbahn im Rahmen einer Neuordnung des ruhenden Verkehrs nicht möglich. Das Konzept sieht daher lediglich eine Legalisierung des heutigen einhüftigen Parkens vor. Um aber Fußgängern eine Mindestgehwegbreite zu erhalten, sollen diese Stellplätze markiert werden. Zur Unterteilung des gradlinigen Straßenverlaufes wird als kurzfristige Maßnahme eine optische Gliederung durch Markierungen und kleinere bauliche Elemente empfohlen. Kurzfristig wird allerdings die Umgestaltung des Knotenpunktbereiches WaIdstraße / Mühlstraße / Schulstraße empfohlen. So sieht das Konzept einen Austausch der Asphaltfläche gegen einen gepflasterten Knotenpunktbereich vor. Auch sollte die Eingangssituation im Kreuzungsbereich Berzallee / Waldstraße bei einer Bebauung des Feldchens durch bauliche Umgestaltung der angrenzenden Flächen verdeutlicht werden. Im nördlich angrenzenden Teil der Waldstraße wird empfohlen, langfristig die o. g. Markierungen durch bauliche Mittel zu ergänzen oder vollständig zu ersetzen.

 

Jahnstraße

 

In der Jahnstraße wird kurzfristig die Aufhebung der bestehenden Vorfahrtsregelungen und die Einführung einer Rechts-vor-Links-Regelung zur Reduzierung der Geschwindigkeit des Verkehrs empfohlen. Zwischen Schwarzbach und der Waldstraße sollte zusätzlich der Fahrbahnquerschnitt reduziert und der ruhende Verkehr neu geordnet werden. Langfristig sollte der verkehrsberuhigte Charakter des Knotenpunktes Jahnstraße / Bleichstraße durch kleinflächigen Materialaustausch unterstrichen werden.

 

Rüsselsheimer Straße

 

Anders als im Bereich der Ortsmitte muß davon ausgegangen werden, daß die Belastungen auf der Rüsselsheimer Straße zunehmen, besonders bedingt durch den Bau der verkehrswichtigen Straße. Bei der Umgestaltung der Rüsselsheimer Straße ist daher jegliche Abwicklung der vorhandenen bzw. der zu erwartenden Leistungen. So wird u. a. die Begrenzung der Fahrbahnbreite auf 6 m empfohlen, wobei die vorhandenen zusätzlichen Abbiegespuret1 in den Knotenpunkten erhalten bleiben. Zur Schaffung deutlicher, geschwindigkeitsmindernder Eingangssituationen wird für den Knotenpunkt Rüsselsheimer Stra8e / Berzallee zudem ein Umbau zum Kreisverkehrsplatz empfohlen. Außerdem wird der Einbau von Fahrbahnversätzen und Mittelinseln empfohlen, wobei diese als Querungshilfen dienen können. Deshalb sollten sie dementsprechend an den aus den Seitenbereichen einmündenden Fußwegen plaziert werden. Im Straßenraum und auf den Fahrbahnteilern plaziertes Großgrün verhindert den Eindruck einer Durchgangsstraße und sorgt für eine Verbesserung der Aufenthalts- und Umfeldqualität. Zusätzlich wird eine Beruhigung des Verkehrsablaufes durch die Errichtung von Haltestellen-Caps fur die ÖPNV -Erschließung erreicht.

 

 

D 3.3              Öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV)

 

Als elementares Ziel im Bereich " Verkehr" wird vor allem eine Verlagerung des Individualverkehrs auf die Verkehrsmittel des sogenannten "Umweltverbundes" (Bus, Bahn, Fahrrad) angestrebt. Der Eisenbahntakt (Stundentakt mit Verdichtungen in den Spitzenzeiten) kann durchaus als ausreichend bezeichnet werden. Verbesserungswürdig erscheint jedoch der Anschluß an die S-Bahn in Richtung Frankfurt über Rüsselsheim, da diese Verbindung das Hauptziel der Berufstätigen in Nauheim darstellt. Diskutiert wird in diesem Zusammenhang der Neubau der "Rüsselsheimer Westkurve" (Schindbergkurve) vor dem Bahnhof Bischofsheim, wodurch eine direkte Bahnverbindung Darmstadt - Groß-Gerau - Rüsselsheim - Frankfurt gegeben ist. Ein Vorteil dieser Maßnahme läge aber auch in der attraktiveren Verbindung von Groß-Gerau nach Rüsselsheim. In diesem Zusammenhang ist auch eine Umgestaltung des Bahnhofsgeländes zu diskutieren. So müßte besonders im Hinblick auf den Bau der verkehrswichtigen Straße im Osten Nauheims und die damit einhergehende Schließung des Überganges, um eine problemlose Erreichbarkeit der Gleisanlagen sowohl aus nördlicher Richtung als auch von den Bereichen, die südlich der Bahnlinie liegen, ermöglicht werden.

 

Um die Akzeptanz und die Benutzungsfreundlichkeit der Bahnlinie zu erhöhen, wurden am Bahnhof bereits Park+Ride-Anlagen für Pendler eingerichtet. Dabei wird im Flächennutzungsplan durch das Symbol "Parkplatz" auf diese auch langfristig zu erhaltende Einrichtung hingewiesen. Gleiches gilt auch für Verbesserungsmaßnahmen des öffentlichen Personennahverkehrs, die bereits derzeit durch die Anlage einer Wendeschleife in Gegenlage des Bahnhofes besteht. Auch hier wird durch das Zeichen "Parkplatz" symbolhaft auf diese Einrichtung hingewiesen. Die bestehende Schienenstrecke der Deutschen Bahn AG einschließlich des Bahnhofsgebäudes von Nauheim sind im Flächennutzungsplan berücksichtigt. Die vorhandenen landschaftsplanerisch wertvollen Vegetationsbestände entlang der

Bahndämme bzw. Böschungen sind nicht speziell dargestellt, da es sich bei dieser Darstellung der Bahnanlagen im Rechtssinne lediglich um die nachrichtliche Übernahme einer Fachplanung der Deutschen Bahn AG handelt. Zur besseren Lesbarkeit des Planinhaltes sind allerdings die Flächen für Bahnanlagen als Darstellungen in der Legende zum Flächennutzungsplan enthalten.

 

Beim Busverkehr ist auf jeden Fall der bestehende Halbstundentakt nach Groß-Gerau und Rüsselsheim beizubehalten. Dabei sollten aber langfristig auch die Interessen der Nachbargemeinde Trebur berücksichtigt werden, da bei sinnvoller Abstimmung mit den Zugabfahrtszeiten für deren Bürger die Möglichkeit einer guten Zugverbindung in Richtung Mainz/Wiesbaden bzw. nach Darmstadt verbessert werden könnte. Verbesserungswürdig erscheint. auch die ÖPNV-Anbindung der Wohngebiete "Wolfsberg" und "Im Teich". So könnte sich durch die Errichtung weiterer Haltestellen in diesem Bereich die Attraktivität der Buslinien wesentlich erhöhen, gleichzeitig aber auch die derzeit langen Fahrtzeiten wesentlich verkürzt werden. Gleichzeitig sind langfristig Überlegungen anzustellen, inwieweit die derzeit bestehenden ÖPNV-Verbindungen in die übrigen Nachbarkommunen, z. B. durch Weiterführung von Buslinien, attraktiviert werden können. Gleiches gilt auch für die Abstimmung des ÖPNV- Taktes mit den Arbeitszeiten der Opel- Werke in Rüsselsheim als größtem Arbeitgeber der Umgebung. Da diese Planungen allerdings sich aber nicht nur auf das Gemeindegebiet Nauheim beziehen können, sondern vielmehr gemeindeübergreifend im Rahmen einer eigenständigen Konzeption entwickelt werden müssen, ergeben sich für die Flächennutzungsplanung diesbezüglich keinerlei Konsequenzen.

 

D 4                 Flächen für Ver- und Entsorgung

 

Der Flächennutzungsplan stellt gemäß § 5 Abs. 2 Ziff. 4 BauGB die bestehenden Flächen für Versorgungsanlagen, für die Abwasserbeseitigung sowie die Hauptversorgungsleitungen dar. Die dargestellte Führung der Hauptversorgungsleitungen beruht dabei auf den Aufgaben der jeweiligen Leitungsträger. Zuständig für die überörtlichen Gasleitungen sind die Ruhr-Gas AG sowie die Stadtwerke Mainz AG. Für die elektrischen Freileitungen sind die RWE Energie-AG sowie die Kraftwerke Mainz-Wiesbaden AG zuständig. Im Bereich der Gasversorgung sind dabei die Gasfernleitungen der Ruhrgas AG Essen sowie die Gashochdruckleitungen bzw. die Standorte der Gasdruckregelstationen der Stadtwerke Mainz AG dargestellt. Hinsichtlich der Stromversorgung ist jeweils das überörtliche Netz ausgewiesen. Die örtlichen Mittel- und Niederspannungsnetze des Überlandwerkes Groß-Gerau innerhalb der Bauflächen sind ebenso wenig explizit dargestellt wie die Standorte einzelner Transformatorenstationen, da dies die Grundzüge der Flächennutzungsplanung übersteigt und solche Anlagen ohnehin aus den jeweiligen Bauflächendarstellungen entwickelt werden können. Die gemeindlichen Hauptabwasserleitungen und Kanäle sowie Wasserleitungen sind zwar bei der Abstimmung der Darstellungen berücksichtigt worden, ihr Verlauf wird jedoch nicht dargestellt, um eine Überfrachtung des Planbildes zu vermeiden. Hinsichtlich der Wasserversorgung ist eine Erschließung aller neu ausgewiesenen Bauflächen möglich, da sie an bestehende und gesicherte Versorgungsbereiche angeschlossen werden können. Genaue Berechnungsunterlagen liegen allerdings noch nicht vor. So sollen bei den neu ausgewiesenen Bauflächen, wie bei den bereits derzeit bebauten Bereichen alle Möglichkeiten für das Einsparen von Trinkwasser genutzt werden. Die Versorgung aller dargestellten Wohnbauflächen, also auch der neu hinzugekommenen, mit Erdgas ist nach Auskunft der Stadtwerke Mainz AG möglich, da

auch sie an bestehende und gesicherte Versorgungsbereiche angeschlossen werden können.

 

Die Elektrizitätsversorgung der neu geplanten Bauflächen ist ebenfalls nach Auskunft der zuständigen Versorgungsträger möglich. Die für die Elektrizitätsversorgung weiterhin vorgesehenen Änderungen am Leitungsnetz sind nach derzeitigem Stand für den Flächennutzungsplan im übrigen nicht darstellungsrelevant. Versorgungsflächen und Leitungen für Fernwärme sind derzeit im Gemeindegebiet nicht vorhanden und auch langfristig nicht geplant.

 

Das derzeit vorhandene Abwassernetz ist in der Lage, auch die neu ausgewiesenen Bauflächen vollständig zu entsorgen. Ebenso kann durch die in den letzten Jahren abgeschlossene Erweiterung der Kläranlage auch langfristig eine umfassende Reinigung der anfallenden Abwässer gemäß dem derzeit aktuellen Stand der Technik gewährleistet werden . Um das örtliche Kanalnetz weitgehend von anfallenden Niederschlagswasser zu entlasten, ist vorgesehen, zukünftig vermehrt nicht verunreinigtes Niederschlagswasser in den Bereichen, in denen es anfallt, zu versickern und damit zur Grundwasseranreicherung beizutragen. Bezüglich der detaillierten Aussagen, welche Bereiche im Gemeindegebiet aufgrund der vorherrschenden Untergrundverhältnisse für die Errichtung von Versickerungsanlagen geeignet sind, wird auf Kap. D 8 verwiesen. Das derzeitige Kläranlagengelände wird als Fläche für die Entsorgung –Abwasser ausgewiesen. Dabei sind die Bereiche im Flächennutzungsplan entsprechend dargestellt, die aufgrund der Kläranlagenerweiterung benötigt werden. Da langfristig keine zusätzlichen Flächen benötigt werden, wird von der Ausweisung zusätzlicher Erweiterungsflächen abgesehen.

 

D. 5                Flächen mit Nutzungsbeschränkungen bzw. Schutzvorkehrungen

 

Ein Erfordernis zur Darstellung von Flächen für Nutzungsbeschränkungen oder für Vorkehrungen zum Schutz gegen schädliche Umwelteinwirkungen im Sinne des Bundesimmissionsschutzgesetzes (BlmSchG) ergibt sich dort, wo unverträgliche Flächennutzungen unmittelbar aneinandergrenzen oder dicht beieinander liegen. Als unverträglich wird z. B. die Nachbarschaft von Baugebieten angesehen, deren schalltechnische Orientierungswerte sich nach dem Beiblatt zur DIN 18005 mehr als 5 dB(A) unterscheiden. Die städtebaulichen Orientierungsweite des Beiblattes zur DIN 18005 sind zwar keine verbindlichen, nicht überschreitbaren Grenzwerte, sondern lediglich Orientierungswerte, die im Hinblick auf einen optimalen Immissionsschutz in unbelasteten Gebieten als wünschenswert anzusehen sind. Abweichungen nach oben oder unten von diesen vorgenannten Werten sind im konkreten Planungsfall allerdings möglich. Für die Flächennutzungsplanung bedeutet dies, daß im Rahmen der in der Bauleitplanung geforderten Konfliktbewältigung z. B. gewerbliche Bauflächen nicht ohne Nutzungsbeschränkungen oder Schutzvorkehrungen direkt an Wohnbauflächen angrenzend dargestellt werden

sollten. Ebenso ist die Nachbarschaft zwischen Ballflächen und angrenzenden hoch belasteten Verkehrsflächen, z. B. an Bahnlinien oder Autobahnen im Rahmen der Konfliktbewältigung zu lösen, indem beispielsweise entsprechende Flächen für

Schutzvorkehrungen für die Errichtung von Lärmschutzwällen oder -wänden bereits auf Ebene der Flächennutzungsplanung dargestellt werden, um den Anforderungen an eine sachgerechte Abwägung zu entsprechen. Vor diesem Hintergrund werden die bereits vorhandenen Lärmschutzwälle, die das Baugebiet "Im Teich" gegen den Kfz-Lärm der HAB 67 abschotten, im Flächennutzungsplan als Fläche für Schutzvorkehrungen und Nutzungsbeschränkungen dargestellt. Ebenso werden im Bereich des ehemaligen Autobahnparkplatzes (südlicher Parkplatz), der bereits seit Jahren aufgelassen ist, Flächen für die Errichtung einer Lärmschutzeinrichtung vorgesehen. So soll das gemeindliche Plangebiet dokumentiert werden, wonach die Verkehrsimmissionen in dem angrenzenden Wohngebiet durch die Verlängerung des bereits bestehenden Lärmschutzwalles in nordwestlicher Richtung langfristig weiter reduziert werden sollen. Dabei ist, um die Beeinträchtigungen des Orts- und Landschaftsbildes, die erfahrungsgemäß mit derartigen Anlagen verbunden sind, weitgehend zu minimieren, eine dichte Gehölzpflanzung im Bereich der Wallanlagen vorzusehen. Durch diese Maßnahme können die zu erwartenden Eingriffe in Natur und Landschaft vollständig kompensiert werden. Der östliche Teil der bereits bestehenden Lärmschutzeinrichtung ist mit der Flächensignatur "Wald" überlagert, da auf diesen Wallbereichen bereits die Ersatzaufforstungen für die Erweiterungsflächen des Waldfriedhofes durchgeführt wurden. Die gewerblich genutzten Grundstücke an der Industriestraße bzw. beiderseits der Graslitzer Straße sowie die gewerblichgenutzten Grundstücke östlich der Gottlieb-Daimler-Straße als Übergang zu den gemischten Bauflächen und Wohnbauflächen entlang des Schleifweges sind mit entsprechenden Flächen für Schutzvorkehrungen bzw. Nutzungsbeschränkungen überlagert dargestellt, um so eine konfliktfreie Nachbarschaft zwischen den angrenzenden empfindlichen Nutzungen und diesen gewerblichen Bauflächen planungsrechtlich abzusichern.

 

Mit der Planzeichenüberlagerung als Fläche für Nutzungsbeschränkungen bzw. Schutzvorkehrungen soll daher im Rahmen der Flächennutzungsplanung deutlich gemacht werden, wie die Konfliktbewältigung bei der Aufstellung von Bebauungsplänen im Falle von Betriebs- oder Nutzungsänderungen geregelt werden soll. So lange der Status quo unverändert bleibt, kann das Prinzip der gegenseitigen Rücksichtnahme weiterhin angewandt werden, d. h. theoretisch, daß die Wohnnutzung  durch die Duldung etwas höherer Immissionswerte als für allgemeine Wohngebiete üblich - zumindest teilweise die gewerblichen Interessen berücksichtigt, während die Gewerbenutzung durch Beschränkung der üblicherweise im Gewerbegebieten zulässigen Immissionen zumindest teilweise die Interessen der benachbarten

Wohnbevölkerung bewahrt. Um auch einen ausreichenden Lärmschutz zwischen den geplanten gewerblichen Bauflächen, die zwischen Bahnlinie, L 3482 und der geplanten Ortsentlastungsstraße liegen und der bereits bestehenden Wohnbebauung an der Dresdener Straße sind ebenfalls gewerbliche Bauflächen ausgewiesen, innerhalb derer allerdings ausschließlich solche Gewerbebetriebe zulässig sind, die auch in einem Mischgebiet zulässig wären. Von der Ausweisung einer gemischten Baufläche wird in diesen Bereichen allerdings abgesehen, da dort erfahrungsgemäß zukünftig überwiegend Wohnbebauung entstehen wird, welches allerdings aufgrund der in den östlich angrenzenden Bereichen geplanten "klassischen" gewerblichen Nutzungen wiederum zu den o. g. Immissionsschutzkonflikten fuhren würde. Zum Schutz vor Lärmemissionen aus dem Schienenverkehr sieht der Flächennutzungsplan nördlich der Groß-Gerauer Straße und der Rheinstraße und damit Unmittelbar südlich der Bahnlinie eine gemischte Baufläche vor, insbesondere zum Schutz der Wohnbebauung zwischen Rheinstraße und Neckarstraße bzw. im Bereich Dresdener Straße und OdenwaIdstraße. Auch die bestehende Bebauung beiderseits der Mainzer Straße liegt in einem Bereich, der durch Lärmimmissionen der Schienenstrecke belastet wird. In Anpassung an den derzeitigen Bestand werden diese Bereiche allerdings als Wohnbaufläche ausgewiesen. Gleiches gilt für die bestehende Wohnbebauung im Bereich der Straße "An den Akazien", die nordwestlich der Schillerstraße liegt. Da diese Bereiche bereits derzeit ausschließlich durch Wohnbebauung geprägt sind und somit auch langfristig nicht davon ausgegangen werden kann, daß sich eine Mischnutzung, die sowohl durch Wohnbebauung als auch durch nicht störendes Gewerbe geprägt ist, entwickeln wird, wird deshalb von der Ausweisung einer gemischten Baufläche abgesehen. So besteht lediglich die Möglichkeit, entweder durch passive Lärmschutzmaßnahmen (z. B. Schallschutzfenster) oder bei einer Neubebauung durch die Stellung der baulichen Anlagen bzw. durch eine entsprechende Grundrißorientierung einem umfassenden Immissionsschutz gerecht werden können. Von der Ausweisung einer gemischten Baufläche vor dem Hintergrund, im Nahbereich der Schienenstrecke lärmunempfindlichere Nutzungen auszuweisen, wird deshalb vor dem Hintergrund des "Etikettenschwindels" abgesehen.

 

Aus städtebaulicher Sicht wird langfristig eine bauliche Nutzung der derzeit landwirtschaftlich genutzten Flächen zwischen der Bebauung an der Neckarstraße und der Mainzer Landstraße für sinnvoll erachtet. Im Hinblick auf die Kfz-Belastung der L 3482 (Mainzer Landstraße) wird dieser Bereich allerdings als gewerbliche Baufläche dargestellt, wobei allerdings aus den o. g. Gründen ebenfalls lediglich nicht störende Gewerbebetriebe zulässig sind. So ist in diesem Bereich möglicherweise eine geschlossene Bebauung denkbar, die dann als Lärmschutz für die anschließende Wohnbebauung im Bereich der Neckarstraße dienen kann. Inwieweit sowohl entlang der bestehenden und geplanten Verkehrswege bzw. im Bereich der Bahnlinie bei Neuplanungen zusätzliche Immissionsschutzmaßnahmen erforderlich sind, kann jedoch ausschließlich im Rahmen eines schalltechnischen Gutachtens konkret ermittelt werden, das im jeweiligen Einzelfall erstellt werden muß. Ebenso kann auch erst auf dieser Ebene über die genaue Ausgestaltung der jeweiligen Lärmschutzmaßnahmen entschieden werden. Andererseits ist durchaus  die Errichtung einer Lärmschutzanlage im Rahmen des EntwickeIns gemäß des § 8 BauGB ohnehin aus den Darstellungen des Flächennutzungsplanes möglich.

 

 

D 6                 Grünflächen

 

D 6.1              Grünanlagen / Spielplätze

 

Wie schon ausgeführt, kann die Versorgung mit für die Freiraumerholung nutzbaren Grün- bzw. Parkanlagen innerhalb des Gemeindegebietes insgesamt als relativ gut bezeichnet werden. Die bestehenden Spielplätze im Gemeindegebiet sind grundsätzlich durch die Darstellung als "Grünfläche - Spielplatz" auf Ebene des Flächennutzungsplanes planerisch abgesichert. Auch sind die sonstigen bereits vorhandenen Grünanlage im wesentlichen entsprechend ihres Bestandes dargestellt.

 

Zusätzliche Spielmöglichkeiten könnten in Zukunft durch das Öffnen des Schulhofes, die Errichtung von zusätzlichen verkehrsberuhigten Bereichen oder den durch den Ankauf von Grundstücken für die Anlage entsprechender Grünflächen innerhalb bestehender Baugebiete ermöglicht werden. Auch in den geplanten Baugebietsflächen sind in ausreichendem Maße Kinderspielplätze vorzusehen. Im Hinblick auf die noch anstehende Strukturierung solcher Bauflächen ist jedoch eine flächenhafte Darstellung zusätzlicher Spielplätze nicht sinnvoll. Eine entsprechende Konkretisierung der Planung kann erst auf Ebene der verbindlichen Bauleitplanung erfolgen. Aus diesem Grunde werden im Flächennutzungsplan keine weiteren, über den derzeitigen Bestand hinausgehenden Spielplätze dargestellt. Bei den Grünflächen handelt es sich um Grundstücke, die sich in privatem oder öffentlichem Besitz befinden. Der vorliegende Flächennutzungsplan trifft diesbezüglich allerdings ebenso wie der Landschaftsplan, keine Unterscheidung zwischen beiden Kategorien. Allerdings wird die jeweilige spezielle Nutzung dieser Bereiche im vorliegenden Flächennutzungsplan mit einem Symbol differenziert. Zahlreiche in der Bestandskarte des Landschaftsplanes als wohnungsferne Gärten kartierte Flächen werden im Flächennutzungsplan nicht als solche dargestellt. Es handelt sich hier zumeist um Einzelgärten innerhalb der freien Landschaft, deren Absicherung aus landschaftsplanerischen Gründen allerdings nicht vertretbar ist.

 

D 6.2              Sportplätze / Sonstige Freizeit- und Erholungsanlagen

 

Die im Gemeindegebiet bestehenden Sportplätze bzw. Sportanlagen werden planungsrechtlich durch die Darstellung einer "Grünfläche" mit der entsprechenden Signatur abgesichert (wie z. B. Sportplatz, Rollschuhbahn, Schießsportanlage). Neue Sportflächen sind konkret im1erhalb der Bereiche ausgewiesen, die zwischen der Georg-Schad-Halle und der geplanten Ortsentlastungsstraße bzw. die im Bereich " Sauunter / Auf dem Blech" liegen. Das Ziel der Darstellung ist es, auf dieser Ebene die planungsrechtlichen Voraussetzungen zur Errichtung von Sporteinrichtungen zu schaffen, wobei eine genaue Bedarfsanalyse im Rahmen der Aufstellung von Bebauungsplänen noch erfolgen muß.

 

1 .) Durch diese Geländeausweisung an der Georg-Schad-Halle kann langfristig der Bedarf an derartigen Sportanlagen in Nauheim gedeckt werden. Insgesamt ist dieser Bereich aufgrund seiner Lage zur o. g. Sporthalle, aber auch aufgrund der günstigen verkehrlichen Erschließungsmöglichkeit (Zufahrt über Waldweg und Grünen Weg) als verhältnismäßig gut geeignet für die Anlage der geplanten Sportanlagen anzusehen. Die dargestellte Fläche ist so ausgewiesen, daß die Anlage eines Sportplatzes oder von Tennisplätzen möglich ist.

Aus landschaftsplanerischer Sicht wird diese Maßnahme wie folgt beurteilt:

 

a)     Der Bereich stellt sich derzeit als Ackerfläche dar. Analog dazu ist er im Bebauungsplan "Verkehrswichtige Straße im Osten Nauheims" als Fläche für die Landwirtschaft festgesetzt. Der Bereich liegt in einer Wasserschutzgebietszone III B.

b)     Die vorgesehene Grünfläche -Tennisplatz / Sportanlage ist aus landschaftsplanerischer Sicht aufgrund der vorhandenen angrenzenden Nutzung sowie der Lage zwischen der geplanten Ortsentlastungsstraße und der Georg-Schad-Halle aus landschaftsplanerischer Sicht vertretbar. Da der zukünftige östliche Ortsrand durch die parallel verlaufenden Anpflanzungen und Ausgleichsflächen für die Ortsentlastungsstraße gewährleistet ist, bedarf es aus landschaftsplanerischer Sicht keiner weiteren Ortsrandbepflanzungen.

c)      Die notwendigen Ausgleichsmaßnahmen sollen in den dargestellten Gebieten für den Biotopverbund, Biotopvernetzung / -entwicklung vorgenommen weiden.

 

2.)  Unabhängig von den Bedarfsermittlungen des Sportentwicklungsplanes besteht in Nauheim auch Bedarf an "unorganisierten" Spiel- und

Freuzeitflächen. So fuhrt die Entwicklung von den traditionellen Sportarten weg zu mehr Individual- und Freizeitsport und kann daher nicht allein durch die Anlage  von mehr Sportfeldern gedeckt werden. So ist vorgesehen, im Bereich der Gewanne "Sauunter", "Auf dem Blech" eine Fläche von ca. 120 m x 90 m als Spiel- und Freizeitwiese auszuweisen, wobei diese Fläche in die Regionalpark-Konzeption integriert werden soll (Abschnitt in der Regionalparkroute "Rund um den Flughafen", der unmittelbar westlich der Lärn1schutzeinrichtung an der BAB 67 verläuft).

Da sich das Areal im Eigentum der Gemeinde befindet, wäre somit eine Sport- und Freizeitfläche zeitnah umsetzbar. Aus landschaftsplanerischer Sicht wird diese Maßnahme wie folgt beurteilt:

 

a)     Der Bereich stellt sich derzeit als Ackerfläche dar. Zudem liegt er in einer Wasserschutzzone III B .

b)     Obwohl durch diese Maßnahme gute Ackerböden verloren gehen, ist die Errichtung einer Sport- und Freizeitanlage aufgrund der Lage zu dem östlich angrenzenden Baugebiet "Im Teich" bzw. aufgrund unmittelbar angrenzender Nutzungen (geplante Kleingärten, Regionalparkroute) aus landschaftsplanerischer Sicht vertretbar. Allerdings ist eine ausreichende Eingrünung zu gewährleisten sowie ein Puffer zur westlich angrenzenden Grabenparzelle zu schaffen.

c)      Die vorhandenen Ackerflächen sind aus landschaftsplanerischer Sicht nur von geringer Bedeutung. Die notwendigen Ausgleichsmaßnahmen sollen in den dargestellten Gebieten für den Biotopverbund, Biotopvernetzung/-Entwicklung vorgenommen werden.

 

3.) Weiterhin ist geplant, auf Flächen, die zwischen dem Sportpark Nauheim und dem Waldfriedhof liegen und sich derzeit als Wald darstellen, ein neues von ihren Ausmaßen her wettkampfgerechtes Sportfeld anzulegen. Der vorgesehene Standort wird dabei aus städtebaulicher Sicht durchaus für sinnvoll erachtet, da er zum einen in direkter Nähe zu bereits bestehenden Sportanlagen liegt, andererseits aber auch einen umfassenden Abstand zu der bestehenden Wohnbebauung an der Straße "Im Sportfeld" bzw. zu den östlich der Königstädter Straße gelegenen Wohnbauflächen einhält. Um allerdings diese Sporteinrichtung optisch gegen den angrenzenden Waldfriedhof abschirmen zu können, welches aus Pietätsgründen für notwendig erachtet wird, ist das Anpflanzen eines heckenartigen Gehölzes am Nordrand des geplanten Bolzplatzes vorgesehen.

 

Aus landschaftsplanerischer Sicht wird diese Maßnahme wie folgt beurteilt:

 

a)     Bei diesem Bereich handelt es sich um einen naturnahen Laubmischwald, der in der Wasserschutzgebietszone III A liegt.

b)     Die Waldflächen sind ausgewiesene Schutzwaldbereiche i.S.d. § 22 des Hessischen Forstgesetzes. Die aufgrund der vorgesehenen zukünftigen Nutzung als Sportfeld notwendige Rodung bedarfeiner Genehmigung, die bereits durch die Obere Forstbehörde in Aussicht gestellt wurde. Aus landschaftsplanerischer Sicht ist eine Entwicklung als Grünfläche i.S.d. § 9 Abs. 1 Nr. 15 BauGB vertretbar, da diese Fläche unmittelbar an bestehende Sport- und Freizeiteinrichtungen angrenzt.

c)       Wie bereits erwähnt, ist für diese Bereiche ein Rodungsantrag zu stellen, wobei dieser auch eine Eingriffs-/Ausgleichsplanung i.S.d. § 6 HENatG beinhaltet. Da im Rahmen dieses Antrags nicht nur der Umfang der Ersatzaufforstungsflächen, sondern auch die naturschutzrechtlichen Ausgleichsverpflichtungen zu ermitteln sind, kann auf Ebene des Flächennutzungsplanes von der Nennung möglicher  Ausgleichsflächen abgesehen werden.

 

 

D 6.3              Friedhöfe

 

Friedhöfe besitzen eine hohe soziale Funktion, insbesondere für die älteren Bevölkerungsteile. Ihre Zuordnung zu bebauten Ortslage und die damit verbundene Erreichbarkeit trägt zur Identifikation mit der Gemeinde bei. Für die derzeit bereits mit Gräbern belegten Flächen des Waldfriedhofes sowie für die 1987 genehmigten Erweiterungsflächen trifft der Flächennutzungsplan die Darstellung "Grünfläche" mit dem Zusatz "Friedhof'. Da diese Flächen insgesamt auch langfristig ausreichen, um den Bedarf für Erd- und Urnenbestattungen abdecken zu können, wird keine Notwendigkeit gesehen, zusätzliche Erweiterungsflächen auszuweisen.

 

 

D 6.4              Wohnungsferne Gärten

 

Im Gemeindegebiet sind zahlreiche Gartengebiete oder Einzelgärten vorhanden. Eine rechtliche Absicherung bestehender Gartenflächen durch rechtswirksame Bebauungspläne besteht in der Regel dabei nicht. Grundsatz für die Darstellung von Gartenflächen im Gemeindegebiet ist insbesondere eine möglichst fußläufig gute Erreichbarkeit der Flächen, gleichzeitig stellen solche Gartengebiete auch einen traditionellen Übergang am Ortsrand zwischen Siedlungsflächen und freier Landschaft dar. Der Begriff "wohnungsferne Gärten" umfaßt im Flächennutzungsplan im übrigen Kleingärten, Dauerkleingärten und Eigentümergärten im Sinne des Bundeskleingartengesetzes sowie weiteres Gartenland, das nicht unmittelbar am jeweiligen Wohngebäude liegt. Im Hinblick auf eine Flexibilität bei der Ausweisung von Bebauungsplänen wurde die Bezeichnung im Flächennutzungsplan aber lediglich auf "Gärten" beschränkt. Hiermit ist allerdings kein Ausschließlichkeitsanspruch verbunden, so könnten beispielsweise in einer als "Grünfläche -Garten" ausgewiesenen Fläche im Rahmen des EntwickeIns auch teilweise andere Nutzungen zugelassen werden, z. B. die Heranziehung von Teilflächen im Hinblick auf eventuelle notwendige Ausgleichsmaßnahmen. .Innerhalb der dargestellten "Grünfläche -

Garten" sind auch die benötigten Funktionsgebäude für eine Gartenanlage, wie z. B. ein Vereinsgebäude zulässig. So wird eine Differenzierung in Flächen für Hochbauten und "reine" Grünflächen auf Ebene der Flächennutzungsplanung nicht

für sinnvoll erachtet. Dies rnuß und kann der Aufstellung von Bebauungsplänen überlassen werden. In der Gemeinde Nauheim stellen wohnungsferne Gärten innerhalb des geschützten Landschaftsbestandteils "Seichböhl von Nauheim" eine Besonderheit dar. So ist dieser Bereich durch vorhandene Obstbäume, Hecken und Gebüsche sowie Äcker und Spargeläcker geprägt. Charakteristisch für das Seichböhl ist, daß Teilflächen der Grundstücke gärtnerisch bewirtschaftet werden, zumeist für den Anbau von Gemüse, gleichzeitig innerhalb der Grundstücke aber auch Gartenhütten und

-lauben vorhanden sind. Darüber hinaus wurden die Grundstücke z. T. mit Maschendrahtzäunen eingefriedet. Daneben existieren aber auch wohnungsferne Gärten, die als Freizeitgärten zu charakterisieren sind (überwiegend Rasenflächen

ulld Blumenrabatten, Ziergehölze), wobei allerdings der Anbau von Obst und Gemüse keine bzw. nur eine untergeordnete Rolle spielt. Da diese schon seit Jahrzehnten betriebene gärtnerische Nutzung, aber auch die ungenehmigten baulichen

Anlagen (Gartenlauben, Zäune etc.) nach dem novellierten Hessischen Naturschutzgesetz einen Eingriff in Natur und Landschaft darstellen, sind die Unteren  Bauaufsichts- und Naturschutzbehörden angewiesen, bei ungenehmigten Eingriffen in Natur und Landschaft unverzüglich einzuschreiten. Anderseits besteht gemäß eines Erlasses des Hessischen Ministers des Innern und für Landwirtschaft, Forsten und Naturschutz vom 11.03.1998 durchaus die Möglichkeit, durch Bebauungspläne illegale Bauten und Gärten zu legalisieren. So Wurden bisher für zahlreiche bauliche Anlagen bereits Verfahren zur Beseitigung bzw. Wiederherstellungsverfügungen eingeleitet. Da der geschützte Landschaftsbestandteil "Seichböhl von Nauheim" nicht zuletzt durch die oben beschriebenen Nutzungen seinen Charakter erhalten hat, aber auch

aufgrund der Ankündigung vieler Grundstücksbesitzer, bei einem Verbot der gärtnerischen Nutzung die Pflege der Obstbaumgrundstücke aufzugeben, wird derzeit ein Konzept für diesen Bereich erarbeitet. Damit soll zum einen die Aufgabe dieser Nutzungen verhindert, andererseits aber auch die Vielfalt der bestehenden Nutzungs- und Biotopstrukturen langfristig gesichert werden. Ebenso soll die Errichtung von großen Freizeitgärten mit entsprechenden Gartenlauben unterbunden werden. Resultierend hieraus, sollen durch die Aufstellung von Bebauungsplänen die o. g. Fehlentwicklungen gelöst werden. So sollen die vorhandenen Obstbaumbestände abgesichert und auf einem Teilbereich der einzelnen Grundstücke auch eine gärtnerische Nutzung sowie die Errichtung von aus landschaftsplanerischer Sicht größenordnerisch verträglichen Gartenhütten und Zäunen zugelassen werden. Gleichzeitig sollen neben den 0. g. extensiv genutzten Bereichen Flächen angeboten werden, auf denen zukünftig auch intensiver Obstanbau (auch für private Nutzer) durchgeführt werden kann.

 

Im Hinblick auf den o. g. Erlaß werden auch die bestehenden Gartennutzungen im Bereich "Gartenfeld" bauleitplanerisch abgesichert. Dabei sollen gleichzeitig, neben der Absicherung der in diesem Bereich vorhandenen Vereinsanlagen, auch die langfristige Umnutzung bisher landwirtschaftlich genutzter Parzellen zu Gartenland vorgesehen werden. Dadurch kann nämlich adäquates Ersatzgelände angeboten werden, auf dem legal Gartenhütten errichtet werden können. Durch diese Maßnahme kann zum einen der langfristig zu erwartende Bedarf an wohnungsfernen Gärten abgedeckt werden, andererseits können aber auch nicht mehr zulässige Gartennutzungen im Bereich "Seichböhl" in diese Flächen verlagert werden. Vor demselben Hintergrund wird auch das Verfahren zur Erstellung des Bebauungsplanes "Neben dem Lärmschutzwall" betrieben, der auf bisher landwirtschaftlich genutzten Flächen, die zwischen dem Lärmschutzwall an der BAB 67 und der verlängerten Berzallee liegen, ebenfalls gärtnerische Nutzungen ermöglichen soll.

 

 

D 7                 Wasserflächen

 

Als Wasserflächen werden die ständig mit Wasser bespannten Gewässer im Flächennutzungsplan dargestellt.

Bezüglich der Wasserflächen bestehen keine flächenrelevanten Planungsabsichten. Vorhandene Stillgewässer - mit Ausnahme von flächenmäßig nichtrelevanten Teichen und Tümpeln in Haus- bzw. wohnungsfernen Gärten bzw. innerhalb von Waldflächen - werden erfaßt. Auch die vorhandenen Fließgewässer sind grundsätzlich entsprechend ihres Bestandes dargestellt. Aufgrund der bestandsbezogenen Definition bei der Darstellung von Wasserflächen sind einige Bereiche als "Wasserflächen" dargestellt, die sich rechtlich als "Wald" im Sinne des Hessischen Forstgesetzes darstellen. Im Hinblick auf den grundsätzlichen Charakter der Flächennutzungsplanung ist hier die langfristige Zielsetzung der Gemeinde Nauheim für die Plandarstellung entscheidend, nämlich hier den Erhalt der Wasserfläche planerisch fi.ir die Zukunft zu sichern. So wird der Nachtweidensee aufgrund seiner Bedeutung für die Erholungs- und Freizeitnutzung (Angelgewässer) als Wasserfläche ausgewiesen. Der Kiebertsee wird dagegen aufgrund seiner untergeordneten Funktionen als " Wald" dargestellt. Um allerdings zu verdeutlichen, daß dieser Bereich keinen Gehölzbestand aufweist, sind diese Flächen im Flächennutzungsplan als "Wald-Nichtholzboden" ausgewiesen. Hinsichtlich des Hochwasserschutzes werden die Überschwemmungsgebiete, die das Gemeindegebiet von Nauheim betreffen, entsprechend ausgewiesen. Ebenso

sind die im Entwurf der Verordnung über die Festlegung des Überschwemmungsgebietes des Schwarzbaches in der Stadt Rüsselsheim und der Stadt Groß-Gerau enthaltenen Bereiche entsprechend ausgewiesen. Um auch zukünftig die Funktionen des Waldwiesengrabens als Entwässerungsgraben, vor allem als Entlastung des Schwarzbaches aufrecht erhalten zu können, wird gemäß der Untersuchung "Unterhaltung des Grabensystems in der Gemarkung

Nauheim" vorgeschlagen, die Grabenböschungen im etwa fünfjährigen Turnus mähen zu lassen und dabei gleichzeitig den Graben auf Verlandungen hin zu kontrollieren. Ebenso sollten die Grabendurchlässe an der Kläranlage jährlich kontrolliel1

und ggf. gespült werden. So wur-de die Renaturierung des Waldwiesengrabens in die "Liste der Projekte 1996 des Naturschutzes und der Landschaftspflege im Kreis Darmstadt-Dieburg, Groß-Gerau und der Stadt Darmstadt" aufgenommen. An allen übrigen Gräben sollte lediglich Gehölzpflege betrieben werden, und zwar in einer Form, bei der die Aspekte des Natur- und At1enschutzes im Vordergrund stehen. D. h., im Winterhalbjahr sind Gehölzreihen abschnittsweise auf den Stock zu setzen, um zu verhindern, daß sich anstelle dichter geschlossener Heckenzüge langfristig lockere Baumreihen entwickeln. Dies sollte vorzugsweise dort geschehen, wo die grabenbegleitende Gehölzvegetation hauptsächlich aus Weiden besteht. Alte landschaftsprägende Weiden, Pappeln und Rot-Erlen sollen stehen bleiben, da auch sie wichtige ökologische Funktionen erfüllen.

 

Auch aus den Aussagen des Landschaftsplanes ergeben sich keine zusätzlichen flächenrelevanten Darstellungen. So fuhrt der Landschaftsplan lediglich aus, dass generell die Verbesserung der Wasserqualität die wichtigste biotopverbessernde

Maßnahme an allen Gewässern, die noch nicht die Güteklasse II erreicht haben, sei. Weiterhin fordert der Landschaftsplan einen Verzicht auf die ackerbauliche Nutzung im Uferbereich. So ist gemäß § 70 des Hessischen Wassergesetzes vom

23.09.1994 im Uferbereich die Umwandlung von Grünland in Ackerland unzulässig, was sich allerdings vornehmlich auf die Flächendarstellung bei den landwirtschaftlichen Flächen auswirkt. Durch die extensive Bewirtschaftung entlang der

Gewässer soll vor allem eine Verringerung des Eintrags von Nährstoffen und Pestiziden in das Gewässer erreicht werden. Ein Verzicht auf Düngung und Pflanzenschutzmittel im Uferrandstreifen sowie Gehölzpflanzungen an Gewässern werden

im übrigen über das Hessische Landespflegeprogramm gefordert. Dazu zählt in der Gemeinde Nauheim u. a. auch die o. g. Renaturierung des Waldwiesengrabens.

 

 

D 8                 Grundwasser

 

Um detaillierte Aussagen darüber zu erhalten, in welchen Bereichen der bebauten Ortslage die Versickerbarkeit von Regenwasser möglich ist, wurde von der Gemeinde Nauheim ein Gutachten in Auftrag gegeben: Hydrogeologische Erkundung und Gutachten zur Versickerungsfähigkeit 1998. Dabei wurden nach der Auswertung vorhandener Unterlagen und der Erstellung eines konkretisierten Untersuchungsprogramms im April und Mai 1998 Bodensondierungen, Sickertests und Grundwasserspiegelmessungen durchgeführt. Der überwiegende Untersuchungsbereich befindet sich in der Trinkwasserschutzzone III B der Mainzer Wasserwerke, deren Fassungsanlagen rund 1,5 km nordwestlich des Ortsrandes von Nauheim beginnen. In diesem Schutzzonenbereich ist die Einleitung und Versickerung von nicht schädlich verunreinigtem Niederschlagswasser (Dach- und Hofflächen) erlaubt. Das Niederschlagswasser, das von Verkehrsanlagen abläuft und gesammelt wird, darf ebenfalls großflächig in den Untergrund über die belebte Bodenzone versickert werden. Der Siedlungsbereich nordwestlich der Schillerstraße liegt dagegen in der Trinkwasserschutzzone III A der Mainzer Wasserwerke. In diesem Bereich ist die Versickerung nicht schädlich verunreinigten Niederschlagswassers erlaubt.

 

Eine weitere Begrenzung der Versickerungsmöglichkeiten ist durch den Grundwasserflurabstand gegeben: Der Abstand von der Sickersole zum höchsten natürlichen Grundwasserstand muß rnindestel1s 1,5 m betragen, um eine erlaubnisfreie

Versickerung durchfuhren zu können. Hinsichtlich der Versickerungsfähigkeit und des Grundwasserflurabstandes werden

gemäß des o. g. Gutachtens die folgenden Bereiche in Nauheim unterschieden:

 

Bereich 1 :

 

In diesem Bereich ist in den Flugsa.ndablagel1Jngen eine gute Versickerbarkeit gegeben, ohne daß größere Einschränkungen durch schluffige bis tonige Zwischenschichten bestehen. Hier sind mit Flächen-, Mulden-, Becken-, Rigolen-, Retentionsraum- und Schachtversickerung alle Versickerungsarten möglich, allerdings unter der Voraussetzung, daß der minimale Flurabstand von 1,5 m unter Sickersohle eingehalten wird.

 

Der Bereich 1. unterteilt sich in mehrere Teilbereiche:

-Teilbereiche südwestlich der Bahnlinie mit minimalen Grundwasserflurabständen von 2,7 - 3,5 m,

- Dünensandbereich nördlich der Feldstraße mit minimalen Grundwasserflurabständen von 3,2 - 5,5 m sowie

- Bereich Georg-Diehl-Straße und Goethestraße, vermutlich ebenfalls ein Dünensandbereich mit minimalen Grundwasserflurabständen von 2,5 - 4,5 m.

 

Bereich 2:

 

Bereiche mit Grundwasserflurabständen von mehr als 2 mund gut sickerfähigen Flugsanden, in denen jedoch relativ stauende schluffige und teilweise tonige Zwischenschichten angetroffen wurden. Auch hier sind prinzipiell alle Versickerungsarten möglich, jedoch ist zur Planung der Versickerungseinrichtung das Vorhandensein, die Verbreitung und Neigung der relativ stauenden Zwischenschichten standortbezogen zu erkunden. Diese Schichten sind ggf. lokal durch sickerfähigen Sand oder Kies auszutauschen. Der Bereich 2 umfaßt die nachfolgend aufgeführten

Flugsandgebiete, die außerhalb des Bereiches liegen:

-Teilbereiche südwestlich der Bahnlinie,

- Bereich nordöstlich der Bahnlinie bis zum Schwarzbach mit minimalen Grundwasserflurabständen zwischen 2,0 und 3,5 m sowie

- Bereich von Käthe-Kollwitz- und Tal1l1enstraße bis Heinrich-Heine- und Waldstraße mit Grundwasserflurabständen zwischen 2,0 und 3,0 m.

 

Bereich 3:

 

Bereiche mit minimalen Grundwasserflurabständen von 1,5 -2,0 m, in denen nur Flächenversickerung oder flache Sickermulden möglich sind. Ggf. sind relativ stauende Deck- oder Zwischenschichten durch sickerfähiges Material auszutauschen oder es sind großflächige bewachsene Sickermulden erforderlich. Dabei lassen sich

zwei Teilbereiche unterscheiden:

- In den Siedlungsbereichen östlich der Heinrich-Heine-Straße ist aufgrund der geringen minimalen Grundwasserflurabstände nur lokal eine Versickerung möglich,

- ein sich südlich anschließender Streifen im Bereich der Waldstraße sowie östlich davon, nach Süd-Südwesten schmäler werdend und sich bis zum Bereich der Dresdener Straße fortsetzend.

 

Bereich 4:

 

Bereiche, in denen aufgrund des minimalen Flurabstandes von weniger als 1,5 m eine erlaubnisfreie Versickerung nicht möglich ist:

-Teilbereiche um die Max-Planck-Straße,

- Umgebung der Konrad-Adenauer-Straße,

- Wilhelm-Leuschner-Straße im Bereich des Schwarzbaches und im Bereich "Auf der Schanze" sowie südlich davon,

- Bereich Hegbachsee.

 

Nachfolgend wird in dem Gutachten detailliert auf die bereits bebauten Bereiche eingegangen, wobei zudem Aussagen zur Möglichkeit der Oberflächenversickerung gemacht werden.

 

"Im Ochsengrund Nord und Süd" ist zu unterscheiden:

 

Im Bereich der Bauflächen beträgt der minimale Grundwasserflurabstand weniger als 1,5 m ("Im Ochsengrund Nord"), so daß hier eine genehmigungsfreie Versickerung voraussichtlich nicht möglich ist. Tm Baugebiet "Im Ochsengrund Süd" sind

bei einem minimalen Grundwasserflurabstand von mehr als 1,5 m flache Oberflächenversickerungen möglich, wobei allerdings ggfs. die oberflächennahen Auffüllungen oder Schluffschichten durch Sand und Kies ausgetauscht werden müssen.

 

Königstädter Straße / Jahnstraße / Bleichstraße.

 

Die minimalen Grundwasserflurabstände betragen zwischen 2,3 und 3,0 m. Da in den Flugsandablagerungen unterschiedlicher Tiefe zwischen 0,3 und 1,2 m unter Gelände lokal relativ stauende Zwischenschichten angetroffen wurden, ist eine allgemeine Versickerungsfähigkeit gegeben. Allerdings wird in dem Gutachten darauf hingewiesen, daß für den Fall, daß vorkommende stauende Zwischenschichten ausgetauscht werden, alle Versickerungsarten möglich sind. Dies bedarf allerdings standortbezogener Erkundungen.

 

Graslitzer Straße / Taunusstraße

 

Die minimalen Grundwasserflurabstände betragen zwischen 2, 7 und 5,0 m. Da die in diesem anzutreffenden schwach schluffigen Flugsand versickerungsfähig sind und auch nicht mit stauenden Zwischenlagen zu rechnen ist, sind alle Versickerungsarten möglich.

 

Schleifweg / Elbe- / Mosel- / Mainstraße

 

In diesem Bereich wurden minimale Grundwasserflurabstände von 2,8 - 3,5 m prognostiziert. Den in diesen Bereichen angetroffenen Flugsanden werden gute Versickerungsfähigkeiten bescheinigt, wobei ebenfalls alle Versickerungsarten möglich sind.

 

Abschließend kommt das Gutachten zu folgenden Ergebnissen:

 

In der Gemeinde Nauheim wurden Bodensondierungen, Durchlässigkeitsbestimmungen und Grundwasserstandmessungen zur Ermittlung der Versickerbarkeit von gesammeltem Niederschlagswasser durchgeführt. Diese haben ergeben, daß in den

Flugsandablagerungen westlich der Linie Rüsselsheimer Straße -Waldstraße - Dresdener Straße im allgemeinen eine mittlere bis gute Versickerbarkeit gegeben ist. Abhängig vom jeweiligen Grundwasserflurabstand sind dabei alle Arten von

Versickerungseinrichtungen möglich, wobei allerdings lokale Auffüllungen ggf ausgetauscht werden müssen. In diesen Bereichen wird eine standortbezogene Erkundung empfohlen, um bei der Anlage von Versickerungseinrichtungen negative Auswirkungen, z. B. durch seitliche Sickerwasserausbreitungen ausschließen zu können. Es wird dabei ein lokaler Austausch der stauenden Zwischenschichten durch sickerfähiges Material (Sand/Kies) empfohlen. Bei mehr als 2 m wird im Bereich östlich der Linie Rüsselsheimer Straße - WaIdstraße - Dresdener Straße nur die Anlage flacher Versickerungseinrichtungen empfohlen. In den Bereichen östlich der Rüsselsheimer Straße, wo nur ein minimaler Grundwasserflurabstand von weniger als 1,5 m angetroffen wird, sowie am Hegbachsee ist dagegen keine genehmigungsfreie Versickerung möglich.

 

 

D 9                 Flächen für die Landwirtschaft

 

Die als Flächen für die Landwirtschaft dargestellten Flächen umfassen die allgemeinen landwirtschaftlich zu nutzenden Bereiche einschließlich der Sonderkulturen und des Erwerbsgartenbaus. Zu diesen landwirtschaftlich nutzbaren Bereichen

zählen auch Grünlandflächen bzw. Wiesen- und Weideflächen. Die im Gegensatz zu den übrigen landwirtschaftlich zu nutzenden Flächen speziell als "ökologisch bedeutsames Grünland" dargestellten Bereiche werden unter dem

Kapitel D 12 "Flächen für Maßnahmen zum Schutz, zur Pflege und zur Entwicklung von Boden, Natur und Landschaft" näher erläutert. Es ist beabsichtigt, die landwirtschaftlichen Flächen - soweit sie nicht gemäß § I Abs. 5 Satz 5 BauGB ohnehin nur im notwendigen Umfang für andere Nutzungsarten vorgesehen werden – in ihrem Bestand zu sichern. Ein flächenhafter Ausgleich für die Inanspruchnahme bislang genutzter oder auch brachliegender Landwirtschaftsflächen durch andere Nutzungen ist weder vorgesehen noch möglich, da Grund und Boden nicht vermehrbar sind. Die Entwicklungsabsicht, den verbleibenden landwirtschaftlichen Flächenbestand zu sichern, bedeutet jedoch nicht, die in der Bestandskartierung zum Landschaftsplan einzeln erfaßten Acker- und Gründlandbestände sowie die Intensivkulturen und Gärtnereiflächen festzuschreiben; vielmehr ist beabsichtigt, neben der generellen Ausweisung als "Fläche für die Landwirtschaft" durch die spezielle Darstellung von "ökologisch bedeutsamen Grünland" z. B. die Ziele des Biotopverbundes umzusetzen. Mit diesen Ausweisungen erfolgt jedoch keine grundsätzliche Aufteilung der Landwirtschaftsflächen in Acker- bzw. Grünlandnutzung. Vielmehr sollen mit der generellen Darstellung als "Flächen für die Landwirtschaft" alle landwirtschaftlichen Nutzungsformen, wie oben angegeben, ermöglicht werden. Weitere Entwicklungsabsichten i1nlandwirtschaftlichen Bereich, wie die Anlage von Feldgehölzen und Hecken als biotopvernetzende Strukturen, die Erhaltung wertvoller Biotoptypen, welche sich aus Landwirtschaftsflächen entwickelt haben, sind ebenfalls im Flächennutzungsplan dargestellt. Sie werden jedoch primär, da es sich ebenfalls um Maßnahmen handelt, die vornehmlich die Belange von Natur und Landschaftspflege berücksichtigen, ebenfalls im Kapitel. D 1.2 erläutert. Die für die Landwirtschaft ausgewiesenen "Flächen für die Landwirtschaft" sind mit dem Begriff des "Außenbereiches" im Sinne des § 35 BauGB gleichzusetzen. In diesen Flächen sind neben den vorgenannten landwirtschaftlichen Nutzungen daher auch zweckgebundene Gebäude und bauliche Anlagen zulässig, die in § 35 Abs. 1 und 2 BauGB unter den dort genannten Voraussetzungen aufgeführt werden. Vor diesem Hintergrund sind insbesondere die typischen Außenbereichsnutzungen, wie z. B. Feldscheunen oder Aussiedlerhöfe sowie Gärtnereianlagen

ebenfalls als "Fläche für die Landwirtschaft" dargestellt. Um allerdings zu verdeutlichen, daß besonders die beiden letztgenannten Anlagen an ihren bisherigen Standorten auch weiterhin verbleiben sollen, enthält der Flächennutzungsplan diesbezüglich auch entsprechende Symboldarstellungen (Aussiedlerhof, Gärtnerei). Aus der Landschaftsplanung ergeben sich die nachfolgend aufgeführten Ziele für die landwirtschaftliche Nutzung im Gemeindegebiet:

 

- umweltverträgliche Bewirtschaftung der gesamtenlandwirtschaftlichen Flur,

- Erhaltung extensiver Nutzungsweisen auf möglichst großen Flächenanteilen innerhalb des Gemeindegebietes,

- Erhaltung einer durchgehenden Grünlandnutzung im Auenbereich,

- Erhaltung vorhandener Gehölzstrukturen irn Bereich landwirtschaftlicher Nutzflächen in Form von Streuobstbeständen und Hecken,

- Neuschaffung von Verbundstrukturen in weitgehend ausgeräumten Bereichen der landwirtschaftlichen Flur. Vor diesem Hintergrund haben sich die Darstellungen von "Flächen für die Landwirtschaft" im Flächennutzungsplan gegenüber dem derzeitigen Bestand reduziert.

So werden im Hinblick auf die Übernahme der o. g. landschaftsplanerischen Zielsetzungen in den Flächennutzungsplan die Bereiche, die für die Anlage von Biotopverbundstrukturen notwendig sind, d. h., auf denen vorhandene Gehölzstrukturen in Form von Streuobstbeständen und Hecken erhalten werden sollen, die ökologisch wertvollen Grünlandzonen in den Auenbereichen und die extensiv genutzten Flächen, wie die Streuobstwiesen besonders im Bereich des geschützten Landschaftsbestandteiles "Seichböhl von Nauheim" nicht als "Fläche für die Landwirtschaft", sondern vielmehr als Flächen für Maßnahmen zum Schutz, zur Pflege und zur Entwicklung von Boden, Natur und Landschaft ausgewiesen.

 

 

D 10               Wald

 

D 10.1            Bestehende Waldflächen

 

Ein Großteil des Gemeindegebietes von Nauheim wird von Wald bedeckt (40,9 %). Die bestehenden Waldflächen werden gemäß § 5 Abs. 2 Ziff. 9b BauGB grundsätzlich als Wald dargestellt. Mit Einführung des Baugesetzbuches ist in den Bauleitplänen "Wald" darzustellen bzw. festzusetzen. Eine Ausweisung von "Flächen für die Forstwirtschaft", wie sie

zuvor im Bundesbaugesetz vorgesehen war, ist nicht mehr möglich. Ziel war es seinerzeit, die landesrechtliche Bezeichnung von "Wald" auch in das Bundesrecht zu übernehmen. Nach dem Hessischen Forstgesetz umfaßt der Wald aber nicht nur Flächen mit geschlossenem Baumbestand, sondern auch WaIdblöße, Waldwiesen, Äsungsflächen, Sicherungsstreifen, Holzlagerflächen und Waldwege sowie andere mit dem Wald verbundene und ihm dienende Flächen.

Nach dem aktuellen Forsteinrichtungswerk des Forstamtes Groß-Gerau sind auch Wasserflächen, wie beispielsweise der Kiebertsee oder auch der Nachtweidesee als Wald im Sinne des Hessischen Forstgesetzes anzusehen. Obwohl es sich bei den vorgenannten Flächen um sogenannte "Nicht-Holzböden" im Sinne des Hessischen Forstgesetzes handelt, kann davon ausgegangen werden, daß eine Wiederaufforstung solcher Flächen, wie die der vorgenannten Wasserflächen, in der Regel nicht möglich ist, da sie anderen Belangen, wie z. B. dem Natur- und Landschaftsschutz nicht entsprechen würde. Im Hinblick auf die grundsätzlich zielgerichtete Ausweisung im Flächennutzungsplan werden diese Bereiche entsprechend ihrer Bodennutzung entweder als Wasserflächen oder aber als "Nicht-Holzboden" ausgewiesen. So soll die derzeitige Funktion des Nachweidesees als Freizeit- und Angelgewässer auch langfristig erhalten bleiben, weshalb die 0. g. Ausweisung als Wasserfläche vorgenommen wird. Da beim Kiebertsee weder derartige Funktionen noch die Bedeutung für den Natur- und Landschaftsschutz im Vordergrund stehen, wird in diesem Bereich von einer solchen Darstellung abgesehen und die Seenfläche deshalb als "Nicht-Holzboden" ausgewiesen. Als wichtigste Ziele der Waldbewirtschaftung sind im aktuellen Forsteinrichtungswerk u. a. angelegt:

 

- Regenerations- und Stabilisierungsmaßnahmen des Waldökosystems,

- Sicherstellung der Waldfunktionen (insbesondere Erholungsfunktion, Lärmschutz, Bodenschutz und Wasserschutz),

- Sicherung der Naturschutzfunktionen des Waldes (Naturschutzgebiet Mönchbruch, schützenswerte Biotope im Sinne des § 23 HENatG und Altholzinsein),

- Sicherung durch die Ausweisung von Schutzwaldflächen,

- die Förderung ökologisch wertvoller Waldstrukturelemente.

 

Damit wird der Sicherung der Waldstabilität und der Sicherstellung der zahlreichen Schutz-, Erholungs- und Biotopfunktionen des Waldes der Vorrang vor der forstlichen Gewinnerzielung eingeräumt. Waldbautechnisch sollen die Ziele durch eine naturgemäße Waldwirtschaft auf der ganzen Fläche erreicht werden. Zentrale Punkte sind dabei eine standortgerechte Baumartenwahl, die kleinflächige Nutzung sowie der Aufbau funktionsgerechter Waldränder. Bestockungen sollen langfristig durch standortgerechte Baumarten abgelöst werden, wobei die Bestände mit entsprechenden Arten unterpflanzt werden sollten. Langfristig soll eine Ernte hochwertiger, starker Stämme von Eichen, Buchen, Edellaubhölzern sowie Kiefern gegenüber der Produktion von Massensortimenten Vorrang haben. Der Schwerpunkt der Bewirtschaftung liegt in den nächsten Jahren bei einer weiteren Intensivierung der Bestandspflege. Durch eine konsequente und starke Auslesedurchforstung in Jungbeständen soll ein stabiler Waldaufbau geschaffen werden.

Eine Verjüngung erfolgt nach den Gl-undsätzen der naturgemäßen Waldwirtschaft überwiegend unter dem Schirm des Waldbestandes und natürlich (d. h. durch Samenbäume). Neben den waldbaulichen Maßnahmen sieht die Forsteinrichtung sogenannte "Maßnahmen zum Naturschutz und zur Landschaftspflege" vor. Darunter fallt insbesondere die Verbesserung der Waldaußen- und -innenränder. Diese sollen bei der Neuanlage von Beständen entwickelt werden, indem eine Zone für Sträucher sowie eine Zone für Bäume II. Ordnung berücksichtigt wird, gleichzeitig soll Wildkräutern die Chance zur Ansamung gegeben werden. Bei vorhandenen Beständen soll das Aufkommen der natürlichen Kraut- und Strauchflora durch regelmäßige, im Einzelfall jedoch sehr vorsichtige Eingriffe in die Baumschicht gefördert werden.

Als weitere Maßnahmen werden genannt:

 

- Anlage und Pflege von Feuchtbiotopen,

- Pflege der naturnahen landschaftstypischen Waldgesellschaften,

- Pflege und Aufbau der Uferzonen der Seen sowie der bachbegleitenden Zonen,

- Pflege von Kultur- und Flurdenkmälern, hier vor allem der Schutz der Hügelgräber ,

- Pflege von Alleen und Solitären im Wald,

- Ausweisung von Altholzinseln,

- Höhlenbrüterprogramm, d. h. gezielter Erhalt von Bäumen, die für Höhlenbrüter geeignet sind,

-Totholzprogramm (Erhalt von Totholz in den Beständen, um seltenen Insekten, Pilzen und anderen Lebewesen einen Lebensraum zu schaffen).

 

Diese vorgenannten Ziele gelten allerdings lediglich für den Staatswald. Für den Gemeindewald der Gemeinde Nauheim gilt im Gegensatz dazu die Vorgabe, das Wirtschaftsziel Holzproduktion unter Beachtung der Erholungs-, Wasser-, Lärm-,

lmmissions- und Naturschutzfunktionen des Waldes zu verfolgen. Die sich aus den fachgesetzlichen Vorgaben des Hessischen Forstgesetzes bzw. des Hessischen Naturschutzgesetzes ergebenen Vorgaben für die Waldflächen sind im

Rahmen der nachrichtlichen Übernahme bzw. von Vermerken berücksichtigt.

 

D 10.2                        Neuanlage von Wald

 

Gemäß des Regionalen Raumordnungsplanes Südhessen sind im Gemeindegebiet von Nauheim Waldneuanlagen nicht geplant, gleiches gilt auch für den Entwurf des forstlichen Rahmenplanes Südhessen von 1996. Als Ergebnis der landschaftsplanerischen Bestandsaufnahme und Bewertung sowie den daraus abgeleiteten Zielen fur die einzelnen Landschaftseinheiten ist im Bereich der Schwarzbachaue südlich des geschützten Landschaftsbestandteiles "Seichböhl von Nauheim" allerdings die Entwicklung eines Auewaldes vorgesehen. Durch diese Maßnahmen können die in diesem Bereich bereits vorhandenen Auwaldbestände weiter ausgebaut werden, wodurch sich der derzeitige Bestand von ca. 0,9 ha auf eine Gesamtgröße von ca. 3,0 ha vergrößern wird. Diese Arealgröße sowie die direkte Verbindung mit dem Schwarzbach könnte somit zu einem hochwertigen Bereich für Natur und Landschaft entwickelt werden. Darüber hinaus wird, in Anpassung an den Landschaftsplan, in der Gewann "Am Holderbusch/Flügelhecke", eine weitere Fläche für die Neuanlage von Wald vorgesehen. Hier kann, aus landschaftsplanerischer Sicht sinnvoll, eine Lücke zwischen bereits bestehenden Waldflächen geschlossen werden. Es handelt sich dabei um einen ca. 1,6 ha. großen Bereich, der derzeit zum Teil ackerbaulich genutzt wird bzw. durch Obstbaumbestände charakterisiert ist, wobei halb- und niederstämmige Bäume vorherrschen. Darüber hinaus werden die vorhandenen bzw. geplanten naturnahen Waldgesellschaften im Landschaftsplan gesondert dargestellt. So werden Flächen im Bereich von Gewässern, die jetzt noch mit intensiven Forstkulturen bestanden sind, als geplante naturnahe Waldgesellschaften ausgewiesen. Ebenso werden Auewälder gesondert dargestellt, da diese Landschaftsbestandteile unter den besonderen Schutz des § 23 HENatG fallen. Darüber hinaus werden im Landschaftsplan die Bereiche besonders gekennzeichnet, in denen ein gestufter Waldrand zu entwickeln ist. Nach dem o. g. Entwurf ist für die Bereiche zwischen dem Waldfriedhof und der L 3482, für die Waldbereiche westlich der L 3482 sowie für den Waldbereich in der Gemarkung Hartmannsloch (nördlich des Hegbachsees) die Ausweisung von Schutzwald im Sinne des § 22 des Hessischen Forstgesetzes vorgesehen. lm Rahmen der Anhörung zum o. g. Entwurf sprach sich aber die Gemeinde Nauheim gegen die Ausweisung des Waldgebietes westlich der Bahnlinie als Schutzwald aus. Hierbei ist zu berücksichtigen, daß die vom Forstamt Groß-Gerau vorgestellte und von den gemeindlichen Gremien zur Kenntnis genommene Schutz- und Bannwaldkonzeption im Verdichtungsraum Rhein-Main für das betreffende Waldgebiet, das größtenteils Privatwald ist, nicht den Status "Schutzwald" vorsieht.

 

 

D 11               Naturschutz und Landschaftspflege

 

D 11.1            Flächen für Maßnahmen zum Schutz, zur Pflege und zur Entwicklung von Boden, Natur und Landschaft

 

Grundlage für Darstellungen der "Flächen für Maßnahmen zum Schutz, zur Pflege und zur Entwicklung von Boden, Natur und Landschaft" im Flächennutzungsplan sind die im Landschaftsplan enthaltenen Aussagen zum Biotopverbund / Biotopentwicklung. Im Landschaftsplan sind gemäß § 3 Abs. 2 HENatG Flächen aufgezeigt, die wegen ihres Zustandes, wegen ihrer Lage oder wegen ihrer natürlichen Entwicklungsmöglichkeiten für künftige Maßnahmen des Naturschutzes und der Landschaftspflege besonders geeignet sind (Biotopverbund- und Biotopentwicklungsflächen). Hintergrund der landschaftsplanerischen Überlegungen zum Biotopverbund / Biotopentwicklung ist dabei, daß ein Überleben insbesondere von Wildtieren bei der isolierten Lage naturnaher Biotope inmitten der intensiv genutzten Kulturlandschaft gefährdet ist. Notwendig ist daher eine netzartige Verknüpfung zwischen inselartigen Schutzgebieten und sonstigen wertvollen Flächen, um den genetischen Austausch und die natürliche Verbreitung von Arten sowie der Erhalt und die Entwicklung des naturraumtypischen Arteninventars der wildlebenden Fauna und Flora zu sichern. Die Notwendigkeit von Biotopverbundstrukturen steigt mit der Intensität der umgebenden Nutzung. Als Grundlage für die Darstellung von Biotopverbund- und Biotopentwicklungsflächen wurde im Landschaftsplan in einem ersten Schritt eine Biotopverbund-/

Biotopentwicklungskonzeption im Maßstab 1:25.000 erarbeitet, die die vorhandenen Potentiale und ökologisch hochwertigen Bereiche miteinander verbindet bzw. vernetzt. In einem weiteren Schritt wurden dann die Aussagen im Entwicklungsplan des Landschaftsplanes präzisiert. Hierbei wurde grundsätzlich in zwei verschiedene Gebiete / Flächen unterschieden. Es handelt sich hierbei um Gebiete für den Biotopverbund sowie um Gebiete für die Biotopvernetzung / Biotopentwicklung. In den Flächennutzungsplan werden diese Aussagen übernommen. Als Fläche für den Biotopverbund werden Gebiete mit überörtlicher Bedeutung für den Biotopverbund / Biotopentwicklung dargestellt. Es handelt sich zumeist um für den Arten- und Biotopschutz bedeutsame Gebiete, um Flächen bestehender und geplanter Schutzgegenstände sowie um Ergänzungs- und Verbindungsflächen. Sie sind großflächiger abgegrenzt, um einen Gestaltungsspielraum für planerische Maßnahmen des Naturschutzes zur Verfügung zu haben. Ziel ist es, die Biotopverbund /  -entwicklungsfunktionen zu erhalten und zu verbessern. Es ist ein Netz von miteinander verbundenen naturnahen und halbnatürlichen Biotopen zu entwickeln, die eine überörtliche Bedeutung besitzen. Die Entwicklungsräume des Biotopverbundes und die in diesen Bereichen durchgeführten land- und forstwirtschaftlichen Nutzungen schließen sich nicht aus. Bei den dargestellten Flächen für den Biotopverbund im Gemeindegebiet Nauheim handelt es sich um die Auebereiche des Schwarzbaches, des Heegbaches, Auewaldbereiche um den Kiebert- und Nachtweidesee, Auewaldbereiche östlich der Schwarzbachwiesen, die Schwarzbachwiesen selbst sowie um die Bereiche innerhalb des geschützten Landschaftsbestandteiles Seichböhl von Nauheim. Die Gebiete besitzen eine hohe Bedeutung für das Arten- und Biotoppotential und stellen darüber hinaus wichtige Wanderbewegungen innerhalb des Plangebietes, aber auch wichtige Verbindungsstrukturen mit regionaler Bedeutung dar. In den dargestellten Gebieten für den Biotopverbund sind die Bereiche der Naturschutzgebiete "Mönchbruch von Mörfelden und Rüsselsheim", "Der Niederwald von Groß-Gerau", die Bereiche des geschützten Landschaftsbestandteiles "Seichböhl von Nauheim", das geplante Naturschutzgebiet "Schwarzbachaue von Groß-Gerau und Trebur" sowie zahlreiche geschützte Lebensräume und Landschaftsbestandteile nach § 23 HENatG enthalten. Diese hochwertigen Flächen stellen das Kerngerüst des Biotopverbundes innerhalb des Gemeindegebietes Nauheim dar. Die Flächen des Biotopverbundes besitzen Anschluß zu hochwertigen Flächen außerhalb des Gemeindegebietes und übernehmen somit wichtige Funktionen im Rahmen des überörtlichen Biotopverbundes.

Wichtige landschaftsplanerische Maßnahmen innerhalb der Flächen für den Biotopverbund, die im Maßnahmenkatalog des Landschaftsplanes näher erläutert werden, sind u. a.:

 

- Die Erhaltung der für den Biotop- und Artenschutz hochwertigen Flächen wie grundwassergeprägte Wälder, Hecken, Feldgehölze, Feucht- und Naßwiesen,

- Röhrichte, Sümpfe und naturnahe Bachläufe, Streuobstbestände

- die Umwandlung von Ackerflächen in Grünland besonders innerhalb der Überschwemmungsgebiete,

- Extensivierung des Grünlandes

- die Ergänzung, Erhaltung und Erweiterung des Obstbaumbestandes innerhalb des geschützten Landschaftsbestandteiles "Seichböhl von Nauheim" sowie

- die Verbesserung der Gewässersysteme des Schwarzbaches und des Heegbaches.

 

Die Maßnahmen innerhalb der Flächen für den Biotopverbund besitzen zumeist eine hohe Priorität. Im Flächennutzungsplan dargestellt wird der Erhalt bzw. die Anpflanzung von Bäumen und Sträuchern sowie die geplanten bzw. zu erhaltenden Grünlandbereiche als "ökologisch bedeutsames Grünland". Aus zeichnerischen Gründen nicht

dargestellt sind die geplanten Obstbaumpflanzungen innerhalb des geschützten Landschaftsbestandteiles "Seichböhl von Nauheim" .Hier sollen in dem gesamten Bereich die Obstbaumbestände durch das Anpflanzen von hochstämmigen Obst-

bäumen ergänzt werden. Die konkreten Maßnahmen innerhalb der dargestellten Flächen für den Biotopverbund sind dem Landschaftsplan zu entnehmen! Neben den Flächen für den Biotopverbund übernimmt der vorliegende Flächennutzungsplan aus dem Landschaftsplan auch die Darstellung von Gebieten für die Biotopvernetzung / Biotopentwicklung, die als Flächen für Biotopvernetzungsmaßnahmen dargestellt werden. Hierbei handelt es sich zumeist um Flächen, innerhalb derer linienhafte und punktförmige Lebensraumelemente wie Baumbestände, Hecken, Feldraine, Streuobstbestände etc. entwickelt werden sollen, die wichtige Aufgaben im Rahmen der Biotopvernetzung übernehmen. Die Maßnahmen sollen die Gebiete für den Biotopverbund sowie sonstige hochwertige Biotopflächen (zumeist Flächen nach § 23 HENatG) miteinander vernetzen. Im einzelnen stellt der Flächennutzungsplan Flächen für Biotopvernetzungs-Maßnahmen im Bereich der Lache, zwischen der Lache und dem Seichböhl, dem Seichböhl und der Schwarzbachaue sowie zwischen der geplanten " Verkehrswichtigen Straße im Osten Nauheims" und dem Waldwiesengraben sowie südlich des Baugebietes "Im Teich" dar.

 

Der Landschaftsplan sieht u. a. in diesen Bereichen folgende Maßnahmen vor:

 

- Der Erhalt von Hecken und Feldgehölzen,

- die Erweiterung und Neuanpflanzung von Hecken und Feldgehölzen,

- das Anpflanzen von Baumreihen und Alleen,

- die Anlage von Feld- und Wiesenrainen sowie

- die Herausnahme von landwirtschaftlich genutzten Flächen (Entwicklung unterschiedlicher Sukzessionsstadien).

 

Im Gegensatz zum Landschaftsplan werden in den dargestellten Flächen für Biotopvernetzungsmaßnahmen keine Maßnahmen explizit ausgeführt. So können sich bei der Umsetzung der Planung durchaus Abweichungen, z. B. bei der Lage von geplanten Baumreihen und Hecken in der landwirtschaftlichen Flur als sinnvoll und für die Realisierung als notwendig erweisen. Für den Flächennutzungsplan bedeutet dies, daß solche Biotopvernetzungselemente nicht als lagemäßig konkrete Flächendarstellungen übernommen werden können, sondern vielmehr eine generalisierende, schematische Darstellung solcher Vernetzungselemente erfolgen muß. Vor diesem Hintergrund werden solche Verbindungslinien im Flächennutzungsplan generalisierend dargestellt. Aus einer solchen Darstellung kann daru1 konkret die Umsetzung einzelner Vernetzungsmaßnahmen, wie beispielsweise das Anpflanzen von Baumreihen oder Hecken in der

landwirtschaftlichen Flur als entwickelt im Sinne des § 8 BauGB angesehen werden. Die konkreten Maßnahmen innerhalb der dargestellten Flächen für Biotopvernetzungsmaßnahmen sind dem Landschaftsplan zu entnehmen! Kompensationsflächen für bereits erfolgte Eingriffe aufgrund von Bauleitplänen und sonstigen Planungen sind im Flächennutzungsplan nicht gesondert gekennzeichnet. Für die neu vorgesehenen Bauflächen sind in den Kapiteln D 1.1 bis 1.4 jeweils mögliche Ausgleichsmaßnahmen genannt. Dabei stehen entsprechende Flächen für Aufwertungsmaßnahmen in den vorgenannten Flächendarstellungen "Fläche für Biotopverbund" und "Biotopvernetzungsmaßnahme" im Gemeindegebiet in ausreichender Anzahl zur Verfügung.

 

Von einer Zuordnungsdarstellung im Sinne von § 5 Abs. 2a BauGB wird abgesehen, da dies erst auf Ebene der verbindlichen Bauleitplanung erfolgen sollte. So kann nämlich erst in diesem Planungsstadium der genaue Umfang der versiegelten Flächen (Straßen, Ausweisung der Grundflächenzahlen) sowie der unversiegelten Flächen (nicht überbaubare Grundstücksflächen, Gärten, Gehölzpflanzungen) und daraus resultierend, der konkrete Eingriffsumfang bzw. der benötigte Umfang der Ausgleichsmaßnahmen ermittelt werden. Bestehende Grünland- bzw. Gehölzbrachen sind im Flächennutzungsplan als "Sukzessionsflächen" dargestellt. Hierbei handelt es sich fast ausschließlich um bestehende Brachen, die bereits seit längerer Zeit nicht mehr genutzt werden und daher eine besondere Bedeutung für die Landschaftsplanung besitzen. So weisen diese Flächen durchweg eine relativ geringe Ausdehnung auf, stellen jedoch trotzdem für den Biotop- und Artenschutz wertvolle und erhaltenswerte Bereiche dar. Die sukzessive Entwicklung dieser Bereiche hängt primär von den jeweiligen Standorteigenschaften ab, führt in der Regel jedoch zu einer Verbuschung. Nur Standorte, die eine starke Vernässung über eine längere Zeit aufweisen, lassen keine bzw. nur eine

sehr langsame Ansiedlung von Gehölzen zu und bringen feuchtigkeitsgeprägte Vegetationen, wie z. B. Röhrichte oder Sümpfe (feuchtigkeitsgeprägte Hochstaudenfluren) hervor, die ebenfalls gesondert dargestellt werden. Weiterhin stellt der Flächennutzungsplan unter der Kategorie der "Flächen für Maßnahmen zum Schutz, zur Pflege und zur Entwicklung von Boden, Natur und Landschaft" die "zu erhaltende bzw. anzupflanzende Bäume" bzw. "Anlage einer Ortsrandeingrünung" dar. Dies erfolgt allerdings nicht durch die Ausweisung von abgrenzbaren Flächen, sondern durch punkt- bzw. kreisförmige Zeichensymbole. Diese Symbole überlagern jeweils andere Flächen und stellen lediglich generalisierend die aus dem Landschaftsplan entnommene Vorgaben, wie z. B. die Eingrünung von Siedlungsflächen oder die Anlage von straßenbegleitenden Gehölzen oder Hecken dar. Diese Maßnahmen können insbesondere zur optischen Einbindung der Siedlungsränder und baulichen Anlagen in die Landschaft beitragen, um so einen harmonischen Übergang zwischen den bebauten Bereichen und der freien Landschaft zu schaffen. Die aus Sicht von Naturschutz und Landschaftspflege bedeutsamen Gehölzbestände (Ufergehölze, Hecken, Streuobstwiesen u. ä.), sind ebenfalls nut dem Ziel ihrer Erhaltung in den Flächennutzungsplan aufgenommen worden.

 

D 11.2            Geplante Flächen gemäß HENatG

 

Bei diesen Flächen handelt es sich um das geplante Naturschutzgebiet "Schwarzbachaue von Groß-Gerau und Trebur".

Das geplante Naturschutzgebiet "Schwarzbachaue von Groß-Gerau und Trebur" bildet einen Teil des östlichen Schutzgebietskomplexes "Schwarzbachniederung", welcher den Bereich dreier, sich dort vereinigender Altneckarbetten umfaßt. Die Flächen liegen an der südlichen und südwestlichen Grenze des Gemeindegebietes, wobei das geplante Naturschutzgebiet auch Flächen im Stadtgebiet von Groß-Gerau und im Gemeindegebiet von Trebur umfaßt. Die hydrologischen Verhältnisse sind durch die Wasserführung des Schwarzbaches und das über lange Zeit relativ hoch anstehende Grundwasser geprägt. Daraus resultieren auch die vorkommenden Nutzungsstrukturen im Bereich des Plangebietes. Vorhanden sind neben den feuchtigkeitsgeprägten Grünlandflächen auch Röhrichte, Sümpfe und kleine

Auwaldbereiche. Westlich der L 3482 wird auf einer Teilfläche Ackerbau betrieben. In einem botanischen Gutachten für das geplante Naturschutzgebiet wird die Bedeutung der geplanten Flächen vor allem hinsichtlich der feuchtigkeitsgeprägten

Grünlandgesellschaften und Sümpfe hervorgehoben. Insgesamt wurden damals 16 Pflanzenarten der Roten Liste festgestellt. Zum faunistischen Potential wurden allerdings keine Aussagen gemacht.

 

 

D 12               Erholung und Freizeit

 

Der Umlandverband Frankfurt (UVF) hat 1994 das Projekt "Regionalpark Rhein-Main" beschlossen. Dieses zielt darauf ab, die im engeren Verdichtungsraum zwischen den Siedlungen noch vorhandenen Freiflächen zu sichern, gleichzeitig soll

Schritt für Schritt eine Netz aus landschaftlich reizvollen Wegen und Anlagen entstehen und zu einem attraktiven Gesamtbild zusammengeführt werden. Der Regionalpark soll dabei die Lücke zwischen dem Grüngürtel der Stadt Frankfurt und den umliegenden Naturparks schließen.

 

Der Regionalpark Rhein-Main wird über eine Vielzahl von Einzelprojekten realisiert. Sie werden vom UVF als Träger des Konzeptes initiiert. In den einzelnen Kommunen können zeitgleich und unabhängig Abschnitte entstehen, die erst Jahre

später zu einem Netz zusammenwachsen, wobei der UVF Vorarbeiten leistet, die in einem ersten Gestaltungsvorschlag münden. So sollen großflächige Bereiche, wie z. B. Streuobstwiesen, Aufforstungen oder Spielwiesen oder aber auch schmal und linear ausgerichtete "Bausteine" wie Alleen, Wege und Ackerrandstreifen angelegt werden. Wieder andere sind klein und punktförmig wie Brunnen, Kreuze oder Aussichtstürme. Gleichzeitig werden in den einzelnen Gemarkungen markante, landschaftlich reizvolle und ballungsraumtypische Einzelelemente und Erholungswege, wie z. B. Aussichtspunkte auf die Skyline Frankfurt oder die Mainuferwege aufgenommen. Gleichzeitig sollen diese ergänzt werden durch Neuanlagen, wobei diese auch künstliche und künstlerische Elemente wie z. B. Rosarium, Skulpturen, Aussichtsplattformen, Nußbaumhaine oder Ballspielplätze zum Repertoire gehören. Realisiert ist bereits das Pilotprojekt in den Gemarkungen Flörsheim, Hattersheim und Hochheim.

 

Der Regionalpark Rhein-Main soll allerdings nicht ausschließlich auf das Umlandverbandsgebiet des UVF begrenzt werden. So sollen besonders bezüglich des Teilprojektes "Rund um den Flughafen" neben der Flughafen AG auch die Städte

Raunheim, Rüsselsheim und Mörfelden sowie die Gemeinde Nauheim einbezogen werden. So hat die Gemeindevertretung von Nauheim in ihrer Sitzung vom 18.07.1997 beschlossen, sich an diesem Projekt zusammen mit den Städten und

Gemeinden Frankfurt, Dreieich, Langen, Egelsbach, Neu-Isenburg, Mörfelden-Walldorf, Kelsterbach sowie Raunheim und Rüsselsheim zu beteiligen. Für das Gemeindegebiet wird bzw. ist zwischenzeitlich ein Routenvorschlag erarbeitet worden, dessen Verlauf im Flächennutzungsplan dargestellt ist. So soll die Route entlang des Mönchbruchpfades, kommend von der Gemarkung Mörfelden-Walldorf, entlang der Blechschneise verlaufen, wobei ein buschgesäumter Weg entwickelt werden soll. Die Route verläßt den Teichwald über die Autobahnbrücke und schwenkt in das Gebiet "Sauunter / Auf dem Blech" ein, das seine Prägung aus der Landbewirtschaftung erfährt und in dem sich der bereits renaturierte und gestaltete

Waldwiesengraben, ein naturnaher Spielbereich für Kleinkinder sowie neu angelegte Obstwiesen befinden. Danach verläßt der Regionalpark-Weg das Gebiet "Sauunter / Auf dem Blech" in Richtung Hartmannsloch / Hegbachsee. Für den weiteren

Routenverlauf im Gemeindegebiet wird zurzeit ein Vorentwurf erarbeitet. Nach einer Station am Hegbachsee soll die Route weiter am Waldwiesengraben entlang bis zur Eisenbahnlinie Groß-Gerau - Darmstadt führen. Die Route unterquert hier die

Eisenbahnlinie und verläuft dann parallel der Eisenbahnlinie Richtung Ortslage Nauheim. Vor der geplanten Ortsentlastungsstraße schwenkt die Regionalparkroute Richtung Südwesten und überquert dann die L 3482. Danach verläuft die Regionalparkroute südlich des geschützten Landschaftsbestandteiles "Seichböhl von Nauheim". Auf der Höhe der Gewann "Tm Esel" trifft sie hier auf einen schon befestigten Feldweg. Hier ist geplant einen Abzweig zum geplanten Naturschutzgebiet "Schwarzbachwiesen von Groß-Gerau und Trebur" einzubeziehen. Der grundsätzliche Routenverlauf läuft jedoch Richtung Norden in das geschützte Landschaftsbestandteil, wo die Route die L 3040 überquert und dann Richtung Südwesten verläuft. lm Bereich der Gewann "Die Herrnwiese" schwenkt die Route Richtung Westen. Danach schlägt sie wiederum nochmals Richtung Norden ein und führt in das Seichböhl bevor sie das Gemeindegebiet verlässt. Unter Berücksichtigung der Belange von Natur und Landschaft soll im Rahmen des Vorentwurfes eine vielgestaltige und für die Nutzer attraktive Route entwickelt werden, die Rücksicht auf Bereiche mit besonderer Bedeutung für den Arten- und Biotopschutz nimmt. Sollte im Rahmen des Verfahrens der Vorentwurf vorliegen, so wird dieser in den vorliegenden Entwurf eingearbeitet.

 

Aus landschaftsplanerischer Sicht ist die geplante Regionalparkroute Rhein-Main im Bereich von Nauheim zu begrüßen. So verläuft die vorliegende Route in Räumen, die für die Erholungsfunktion mittlere bis hohe Bedeutung aus örtlicher, aber

auch aus überörtlicher Sicht besitzen. Die Route kann durch die geplanten Maßnahmen erheblich zur Attraktivitätssteigerung der Naherholung beitragen. Gleichzeitig wurde darauf Wert gelegt, daß die Route keine für den Arten- und Biotopschutz hochwertigen Biotopflächen beansprucht bzw. erheblich beeinträchtigt. Darüber hinaus ist festzustellen, daß sich Maßnahmen teilweise im Gebiet für Biotopvernetzung befinden, so daß sich hier eine Umsetzung der vorgeschlagenen Biotopvernetzungsmaßnahmen anbietet. Des weiteren ist zu überprüfen, inwieweit Maßnahmen des Regionalparkes Rhein-Main innerhalb des Bereiches Nauheim als Maßnahmen zum Ausgleich bzw. Ersatz von Eingriffen in Natur und Landschaft herangezogen werden können, wie z. B. die Anlage von Alleen und Wiesenrandstreifen. Insgesamt sind die Auswirkungen der Maßnahmen auf Natur und Landschaft sowie die Heranziehung als Kompensationsmaßnahmen für Vorhaben im Gemeindegebiet im Einzelfall zu überprüfen.

 

 

 

D 13      Flächenbilanz

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die ausgewiesenen Flächennutzungen verteilen sich im Gemeindegebiet

 

anteilmäßig wie folgt:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bauflächen

 

 

 

 

   177,0 ha

 

 

 

 

 

 

 -  Wohnbauflächen

 

 

 

 125,6 ha

 

 -  Gemischte Bauflächen

 

 

   22,5 ha

 

 -  Gewerbliche Bauflächen / Gewerbegebiet

 

   24,6 ha

 

 -  Sonderbauflächen

 

 

 

     4,3 ha

 

Flächen für den Gemeinbedarf

 

 

 

       4,2 ha

Flächen für die örtlichen und überörtlichen

 

 

 

Hauptverkehrszüge

 

 

 

 

     93,3 ha

Flächen für Bahnanlagen

 

 

 

       8,3 ha

Flächen für Ver- und Entsorgung

 

 

 

       1,5 ha

 

 

 

 

 

 

Grünflächen

 

 

 

 

   149,9 ha

 -  Parkanlagen / Spielplätze

 

 

      8,5 ha

 

 -  Wohnungsferne Gärten

 

 

    11,8 ha

 

 -  Sportanlagen

 

 

 

      7,2 ha

 

 -  Friedhof

 

 

 

      6,3 ha

 

 -  Sonstiges

 

 

 

      3,3 ha

 

 -  Seichböhl

 

 

 

  107,4 ha

 

 -  Campingplatz Hegbachsee

 

 

      5,1 ha

 

 

 

 

 

 

 

Flächen für die Landwirtschaft

 

 

   282,0 ha

(ohne ökolog. bedeutsames Grünland)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wald

 

 

 

 

   565,7 ha

Wasserflächen

 

 

 

 

     25,0 ha

Flächen für Maßnahmen zum Schutz, zur Pflege

 

 

 

und zur Entwicklung von Boden, Natur und

 

 

 

Landschaft

 

 

 

 

     70,4 ha

Ökologisch bedeutsames Grünland

 

 

    56,4 ha

 

 -  Sukzession / Extensivwiesen

 

 

     7 ,6 ha

 

 -  Röhricht / Sumpf

 

 

 

      6,4 ha

 

 

 

 

 

 

 ------------------

 

 

 

 

 

1.377,0 ha

 

 

 

 

 

 


 

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