Helfensteiner

Die Grafen von Helfenstein waren ein um 1100 in Urkunden erscheinendes Adelsgeschlecht der Gegend, das in Verbindung mit den Stauferkaisern Bedeutung erlangte. Das zum Hochadel zählende Haus baute an einer für die Reichs- und Italienpolitik äußert wichtigen Schlüsselstelle am Albaufstieg der Reichsstraße von Brabant nach Italien eine diese lebenswichtige Steige beherrschende Höhenburg, den Helfenstein, ihre Stammburg, und sie gründeten zu ihren Füßen im Tal um die wichtige Zollstelle dazu hin die Stadt Geislingen. Heutigen Vermutungen zufolge lässt sich die Erbauung der Burg um 1100 auf Eberhard I. den Älteren von Helfenstein zurückführen.
Um 1200 heiratet Graf Ludwig IV. von Spitzenberg und Sigmaringen die Erbtochter Eberhards II. des Jüngeren von Helfenstein. Die Grafen von Spitzenberg, Burg Spitzenberg oberhalb Kuchens, waren treue Gefolgsleute des staufischen Kaiserhauses und bekleideten hohe politische und militärische Ämter. Der berühmteste Spitzenberger war Gottfried von Spitzenberg, Bischof von Würzburg und Bruder Ludwigs, der in den Jahren 1172 bis 1186 ein viel verwandter und sehr verdienter Kanzler Friedrichs I. Barbarossas, in der letzten Zeit auch Heinrichs VI., 1184 und 1185 als kaiserlicher Generallegat in Italien mehrfach tätig war. Gemeinsam mit dem Kaiser nahm er am 3. Kreuzzug (1189/90) teil, von dem er, wie sein Kaiser, nicht mehr zurückkehrte. Die Linie der Spitzenberger starb 1226 im Mannesstamme aus. Durch die Heirat Ludwigs mit der Erbtochter des Hauses Helfenstein wurden die Besitzungen der Spitzenberger und der Helfensteiner vereinigt. Mit Ludwig, jetzt Graf Ludwig I. von Helfenstein, beginnt - ebenso wie ihre mächtigen Herrn, die Staufer, - der plötzliche Aufstieg des Geschlecht der Grafen von Helfenstein. In seiner Blütezeit beherrschten sie ein Gebiet von der Donau bis zum Neckar (acht Meilen) und ebenso viele Meilen in der Breite, von Heidenheim bis Blaubeuren, bis Gundelfingen und Sigmaringen.
Die Helfensteiner waren es auch, welche erstmals in der deutschen Geschichte ihr Herrschaftsgebiet als "territorium" bezeichneten. Der bedeutenste Vertreter dieses Geschlechtes, neben Graf Ludwig I. war Graf Ulrich V. von Helfenstein, der in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts am Hofe Kaiser Karls IV. in Prag eine große Rolle spielte. Der Kaiser stiftete ihm dann auch jene standeserhöhende, aber auch folgenschwere Ehe mit Herzogin Maria von Bosnien, welcher der rasche finanzielle Niedergang der Helfensteiner angelastet wird.
Der jähe Untergang der Staufer zerstörte nicht nur in ihrem Herzogtum Schwaben und insbesondere im unmittelbaren Umland ihrer Stammburg ein fein abgestimmtes Herrschafts-, Wirtschafts- und Verwaltungssystem, sondern löste auch für zwei Jahrhunderte den Kampf aller gegen alle aus und riss in diesen Strudel auch die Helfensteiner hinab. Diese teilten schon ab 1356 unter Ulrich V. der Ältere und seinem Vetter Ulrich VI. der Jüngere ihre Herrschaft in eine Wiesensteiger- und Blaubeurer-Linie. Die Wiesensteiger-Linie erbte die Grafschaft Geislingen mit der Burg Helfenstein, aber verpfändete sie bereits 1382 ganz an die mächtig aufstrebende Reichstadt Ulm. Als 1396 die Einlösung des Pfandes ablief, schuldeten die Helfensteiner der Stadt Ulm nicht weniger als 123.439 Gulden. Für diese Summe ging deshalb der bedeutende Teil der Herrschaft Geislingen mit der Stammburg Helfenstein und weitern 27 Dörfern, Weilern und Höfen endgültig in das Eigentum Ulms über.
Württemberg seinerseits erwarb 1448 die Helfensteiner Herrschaften Blaubeuren mit Heidenheim und kam auch kurz (1450-57) in den Besitz der helfensteinischen Restherrschaft Wiesensteig, welche aber später 1642 bis 1752 in die Hand des mächtig ausgreifenden Kurfürstentums Bayern gelangt, das schon 1450 bis 1504 die Herrschaft Heidenheim besetzt hielt; 1504 diese aber an Württemberg herausgeben musste.
Von da an spielten die Helfensteiner politisch keine Bedeutung mehr; ihr letzter männlicher Vertreter starb 1627 in Wiesensteig und damit erlosch ein bedeutendendes Geschlecht.


Eberhard I.

"der Ältere" (= Eberhard von Stubersheim?), Graf und Helfenstein , † um 1110.
Eberhard der Ältere aus der "Adalbertsippe" führt die Helfensteiner-Linie an. Er erbaut um 1100 die Burg Helfenstein gegenüber der Burg Spitzenberg.
Eberhard I. ist der erste Helfensteiner, der in einer sicheren Urkunde erscheint. Er kommt 1102 in einer Hirsauer Urkunde als Zeuge vor. Berthold von Eberstein schenkt dem Kloster Hirsau den vierten Teil des Dorfes Eltingen. Er steht neben Graf Gottfried von Calw, Pfalzgraf Hugo von Tübingen und weiteren Zeugen unter Abt Bruno von Beutelsbach (Bruder von Konrad von Württemberg).


Eberhard II.

"der Jüngere", Graf von Helfenstein † um 1170.
Eberhards Tochter erbt Helfeinstein und vermählt sich mit Graf Ludwig IV. von Spitzenberg und Sigmaringen.


Ludwig I.

Graf von Helfenstein 1171-1200, als Ludwig IV. Graf von Spitzenberg und Sigmaringen 1147-1200, † um 1200, vermählt mit N.N., Erbin von Helfenstein, Tochter des Grafen Eberhard II. der Jüngere von Helfenstein.
In der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts, erstmals im Jahre 1171, erscheint ein nach der Burg Helfenstein benannte Graf Ludwig, Sohn eines gegen die Mitte des Jahrhunderts (um 1135 und 1147) vorkommenden Graf Rudolf von Spitzenberg und Sigmaringen. Ludwig, bereits im Jahre 1147 mit seinem Vater erwähnt, scheint dem Geschlechte der Herren von Sigmaringen angehört zu haben, welche seit dem Jahre 1083 in mehreren Gliedern erwähnt, in neuerer Zeit aus einer Ehe der Grafenhäuser Althausen und Bregenz hergeleitet werden und ab dem 12. Jahrhundert auch von Spitzenberg heißen. Als erster Graf von Spitzenberg ist 1092 ein Ludwig nachweisbar, der aus dem Hause Sigmaringen stammt und mit Richinza der Tochter des Herzogs von Kärnten und Marktgraf von Verona, Berthold I. von Zähringen, verheiratet war. Nach den neuesten Forschungen war Spitzenberg und das dazugehörende Gebiet ein Erbgut dieser Richinza von Spitzenberg.
Graf Ludwig fand sich häufig am Hoflager Kaiser Friedrichs I. Barbarossa ein, unterzeichnete den berühmten Konstanzer Frieden vom Jahre 1183, beteiligte sich in hervorragender Weise am Kreuzzug des Kaisers und leistete wohl auch noch bei dessen Söhnen, Kaiser Heinrich VI. und König Philipp von Schwaben, Hoffahrt.


Ulrich I.

Graf von Helfenstein 1200-1241, Graf von Sigmaringen, † um 1241, vermählt mit N.N., Tochter von Adalbert von Ravenstein; Sohn des Grafen Ludwig I. und einer namentlich unbekannten Tochter von Eberhard II. dem Jüngeren von Helfenstein.
Die Grafen Ulrich I. und sein Bruder Eberhard finden sich von 1207 (bzw. 1208) an bei König Philipp von Schwaben, Kaiser Friedrich II. und bei König Heinrich VII.


Ulrich II.

Graf von Helfenstein 1241-1294, Graf von Sigmaringen, Vogt zu Blaubeuren, † um 1294, erstmals vermählt mit Willibirg, Tochter von Graf Hartmann IV. von Dillingen, danach mit N.N., Tochter des Grafen Rudolf I. der Scherer von Tübingen; ältester Sohn des Grafen Ulrich I. von Helfenstein und einer namentlich unbekannten Tochter von Adalbert von Ravenstein.
Ulrich II. heiratet Willibirg, die Tochter des Hartmann IV. von Dillingen. Nach dessen Tod (1258) zieht Ulrich II. die Vogtei Herbrechtingen an sich. Von den "Kärnten-Herzögen" lässt er sich mit der Burg Herwartstein samt Zugehör belehnen und bringt damit den Talpass Kocher/Brenz in seine Hand.
Durch Ulrichs II. zweite Heirat (1267) mit der Tochter des Pfalzgrafen Rudolf von Tübingen kommt die Herrschaft Blaubeuren nebst der Vogtei über die Besitzungen des dortigen Klosters an ihn und er ist dadurch einer der mächtigsten Herren in Schwaben.
Die Hauptburgen, um welche sich der beträchtliche Besitz des Geschlechtes in der Helfensteiner Gegend gruppierte, waren neben seiner Stammburg Helfenstein, Hiltenburg bei Ditzenbach, Wiesensteig und Herwartstein bei Königsbronn.
Eine Quelle reicher Einkünfte bildete der Geislinger Zoll. Die Grafschaften, welche die Familie, wie es scheint, seit dem letzten Drittel des 12. Jahrhunderts verwaltete, waren die des alten Ratoldesbuchgaues und des Pleonungetales. Durch die Heirat Ulrichs Tochter Agnes kam jedoch ein Teil der Grafschaft und der Besitz zu Sigmaringen an Graf Ulrich I. von Montfort.
Die in Süddeutschland derzeit mächtigsten Grafen, Graf Ulrich II. und Graf Eberhard von Württemberg sind 1286 in Opposition zu König Rudolf von Habsburg. König Rudolf unterwirft 1287 Graf Eberhard und bezwingt im selben Jahr die Burg Herwartstein. Er bricht damit auch die Macht Ulrichs II. Dieser ist dadurch 1302 gezwungen Herwartein mit Zugehör an König Albrecht I. von Habsburg zur Ausstattung des künftigen Klosters Königsbronn zu verkaufen.


Ulrich III.

Graf von Helfenstein 1294-1315, Herr zu Hürben, Vogt zu Blaubeuren, Augsburg und Elchingen, † um 1315, erstmals vermählt mit Adelheid, Tochter des Grafen Berthold III. von Graisbach, danach mit Margareta, Tochter des Grafen Friedrich III. von Toggenburg; Sohn des Grafen Ulrich II. von Helfenstein und der Willibirg von Dillingen.
Ulrich III. gewinnt das Erbe der Herren von Albeck und damit das Augustiner-Chorherrenstift in Steinheim mit Zugehör. Die Vogtei der Albeckischen Familienstiftung war im Erbgang an Adelheid von Graisbach (der Enkelin der Adelheid von Albeck) gelangt, mit der sich Ulrich III. vermählte. Sie bringt die Vogtei Steinheim als Mitgift in die Ehe. Damit hält Ulrich III. die Vogteien Anhausen, Herbrechtingen und Steinheim.
Am 25. August 1303 verkauft Graf Ulrich III. Burg und Dorf Gerhausen als Teil seiner Herrschaft Blaubeuren an die Herzöge von Österreich, erhält aber alles als österreichisches Lehen zurück. In der Folgezeit wählt ein Zweig der Helfensteiner Hohengerhausen zu seiner Residenz. Hohe Schulden zwingen sie, Güter zu verkaufen oder zu verpfänden.
Ulrich III. ist bei Albrecht I. von Rechberg mit 800 Mark Silber verschuldet (187 kg Silber). Deshalb ist er 1307 gezwungen Gebiete (sicher Böhmenkirch, vermutlich auch - später sicher - Weißenstein, Treffelhausen und Schnittlingen) an den Rechberger zu verkaufen.
Ab 1315 verwalten die Söhne Ulrichs III., Johann I. und Ulrich IV. die Güter.


Johann I.

Graf von Helfenstein 1315-1340, Graf zu Güssenberg und Kaltenburg, † 1.6.1340, vermählt mit Adelheid von Hohenlohe; Sohn des Grafen Ulrich III. von Helfenstein aus seiner ersten Ehe mit der Adelheid von Graisbach.


Ulrich V.

"der Ältere", Graf von Helfenstein 1340-1355, Graf von Helfenstein-Wiesensteig 1356-1372, Vogt zu Elchingen, † 7.4.1372 ermordet, vermählt mit Herzogin Maria von Bosnien, Tochter von Vladimir Kotromanic (Regent von Bosnien); einziger Sohn des Grafen Johann I. von Helfenstein und der Adelheid von Hohenlohe.
Die von den Vettern Ulrich V. der Ältere und Ulrich VI. der Jüngere (s. unten) vorgenommene Teilung der Familiengüter in eine Wiesensteiger- und eine Blaubeurer-Linie sorgte für einen raschen Niedergang der Helfensteiner.
Ulrich V. der Ältere erhält 1356 Burg Helfenstein mit Geislingen, Hiltenburg mit Wiesensteig, Spitzenberg mit Bommenthal und die Vogtei zu Elchingen. Er und seine Ehefrau, Herzogin Maria von Bosnien, führen ein üppiges und prunkvolles Leben und ihre Gelder verschwenden sie auf unsinnige Weise. Aufgrund der Geldnot binden sich die Nachkommen an die Reichsstadt Ulm. Diese leihen ihnen eine große Summe, die sie nicht zurückzahlen können. Aus Liquiditätsschwierigkeiten wird deshalb 1396 die Hälfte des Helfensteiner Besitzes an die Ulmer abgegeben. Dazu gehören u.a. Geislingen, mit der Burg Helfenstein, Altenstadt, Amstetten, Aufhausen und weitere Orte. Daraufhin verlassen die Helfensteiner ihre Burg und verlagern ihren Sitz erst auf die Hiltenburg bei Bad Ditzenbach, später dann nach Wiesensteig.
1626 sterben die Grafen von Helfenstein-Wiesensteig im Mannesstamm aus.
Die Blaubeurer Linie verkauft die ihr als österreichische Erblehen verbliebene Herrschaft Blaubeuren mit der Klostervogtei 1447 an Württemberg und ebenso 1448 die Herrschaft Heidenheim mit den Klostervogteien Anhausen, Herbrechtingen und Königsbronn. Sie erlischt 1517.


Linie Helfenstein-Wiesensteig

Friedrich I.

Graf von Helfenstein-Wiesensteig 1372-1448, † 20.8.1448, vermählt mit Agnes von Weinsberg; jüngerer Sohn des Grafen Ulrich V. der Ältere von Helfenstein-Wiesensteig und Herzogin Maria von Bosnien.
Friedrich I. folgt 1396 in Geislingen, Hiltenburg und Wiesensteig, wird 1419 Pfandherr zu Gundelfingen und 1431 zu Laupheim. Er ist von 1409 bis 1433 württembergischer Rat.


Ulrich IX.

Graf von Helfenstein-Wiesensteig 1448-1462, † 30.6.1462 gefallen bei Seckenheim, nicht vermählt und kinderlos; Sohn des Grafen Friedrich I. von Helfenstein-Wiesensteig und der Agnes von Weinsberg.
Ulrich IX. folgt 1441 in Wiesensteig, ist kaiserlicher Hauptmann, wird 1433 herzoglich-bayerischer Rat, 1436 markgräflich-badischer Rat und 1457 württembergischer Rat.


Friedrich II.

Graf von Helfenstein-Wiesensteig 1462-1483, * 1408, † 1483, erstmals vermählt mit Agnes, Tochter des Grafen Eberhard von Eberstein, danach mit Irmgard, Tochter des Grafen Konrad II. von Helfenstein-Blaubeuren; Sohn des Grafen Friedrich I. von Helfenstein-Wiesensteig und der Agnes von Weinsberg.
Friedrich II. folgt in Hiltenburg und Wiesensteig, 1447 als Herr zu Sulz und 1480 in Herblingen und Nellingen. Er wird 1435 Domvogt zu Grobin, war 1438/53 Hauptmann der Grafschaft Hohenberg und 1465/83 württembergischer Rat.


Ludwig IV.

Graf von Helfenstein-Wiesensteig 1483-1493, * 21.11.1447, † 27.12.1493, vermählt mit Elisabeth Schenkin von Lempurg; einziger Sohn des Grafen Friedrich II. von Helfenstein-Wiesensteig aus seiner ersten Ehe mit der Agnes von Eberstein.
Ludwig IV. ist 1475/88 württembergischer Rat. Nach Ludwigs Tod heiratet Elisabeth Georg I. Graf von Helfenstein-Blaubeuren.


Ulrich X.

Graf von Helfenstein-Wiesensteig 1493-1548, Regent des Herzogtums Württemberg, * 20.7.1486, † 26.5.1548, vermählt mit Katharina (* 21.10.1495, † 14.10.1563), Tochter von Graf Johann von Sonneberg; ältester Sohn des Grafen Ludwig IV. von Helfenstein-Wiesensteig und der Elisabeth Schenkin von Limpurg.
Ulrich X. ist seit 1500 kaiserlicher Rat, 1525/31 Rat und Regent in Württemberg, 1532 Hofpfalzgraf, 1539 oberster Rat von Pfalzgraf Philipp und ist Augsburgischer Konfession.
Er wird in der Stiftskirche Wiesensteig begraben.


Georg II.

Graf von Helfenstein-Wiesensteig 1548-1573, Freiherr von und zu Gundelfingen, * 7.11.1518, † 17.11.1573 Bamberg, erstmals vermählt mit Marie, Dame de Gomignies (* 1565, † um 1567) Tochter von Claude de Bonnard, danach mit Gräfin Apollonia (* 28.2.1547, † 31.7.1604), Tochter von Graf Froben von Zimmern; 2. Sohn des Grafen Ulrich X. von Helfenstein-Wiesensteig und der Katharina von Sonneberg.
Georg II. ist kaiserlicher Oberst, Präsident des Reichskammergerichts, 1553 Oberster Landvogt im Elsass und 1557/70 Statthalter zu Innsbruck.
Aus der ersten Ehe geht Schweikert (* 26.6.1539, † 23.10.1599) hervor. Er ist Freiherr von Gundelfingen, 1562/64 Präsident des Reichskammergerichtes, 1569/72/75 Statthalter von Tirol, 1574/99 bayerischer Pfleger von Landsberg und seit 1565 Römischer Konfession.


Georg III.

Graf von Helfenstein-Wiesensteig 1573-1607, * 1571, † um 1607, nicht vermählt und kinderlos; ältester Sohn des Grafen Georg II. von Helfenstein-Wiesensteig aus seiner 2. Ehe mit Gräfin Apollonia von Zimmern.
Georg III. folgt in Gundelfingen und 1595 in Meßkirch und wird 1591 Präsident des Reichskammergerichtes.


Rudolf III.

Graf von Helfenstein-Wiesensteig 1607-1627, * 7.3.1585, † 21.9.1627, vermählt mit Eleonore (* 13.5.1578, † 12.4.1651), Tochter des Grafen Joachim von Fürstenberg; 2. Sohn des Grafen Rudolf II. (Sohn von Graf Sebastian (späterer Sohn von Ulrich X.)) von Helfenstein-Wiesensteig aus seiner ersten Ehe mit der Freiin Anna Maria von Staufen.
Rudolf III. ist auch Herr zu Gomegnies, Meßkirch, Wildenstein, Wiesensteig und Wellenheim und ist kaiserlicher Rat und bayerischer Pfleger zu Landberg.
Da seine Söhne Heinrich Friedrich und Julius früh sterben, erben die Töchter Maria Johanna († 20.8.1665), Isabella Eleonore († 22.3.1678) und Franziska Karoline († 31.12.1641) je 1/3 Wiesensteig.
Da bereits 1517 die Linie Helfenstein-Blaubeuren ausstarb, sterben 1627 somit die Grafen von Helfenstein im Mannesstamm aus.


Linie Helfenstein-Blaubeuren

Ulrich VI.

"der Jüngere", Graf von Helfenstein-Blaubeuren 1356-1361, † 13.4.1361, vermählt mit Beatrix von Schlüsselberg († 24.1.1355); einziger Sohn des Grafen Ulrich IV. von Helfenstein und der Agnes, Tochter des Grafen Ulrich von Württemberg.
Ulrich VI. der Jüngere wird 1353 Pfandherr zu Sulmetingen, 1356 in Blaubeuren, Gerhausen, Ruck und Blaustein, Haltenberg, Hürben, 1349/81 in Faimingen und Scharfenberg und Vogt von Anhausen, Herbrechtigen und Königsbronn und wurde 1353 Landvogt von Oberschwaben.
1343 treten die Grafen von Helfenstein in die Dienste Ludwig des Bayern, der dafür Giengen und Heidenheim mit Burg Hellenstein den Helfensteinern verpfändet. König Karl IV. bestätigt 1351 den Helfensteinern die Pfandschaft als Reichslehenschaft. 1356 wird das helfensteinische Territorium geteilt. Ulrich VI. der Jüngere erhält die Herrschaft Blaubeuren, während sein Vetter Ulrich V. der Ältere die Herrschaft Geislingen mit der Stammburg Helfenstein erbt. Die Herrschaft Brenztal fällt durch Losentscheid an Ulrich VI. der Jüngere mit Verwaltungsmittelpunkt Giengen. Graf Ulrich VI. der Jüngere bewirkt für Heidenheim von König Karl IV. das Marktrecht.


Ulrich VII.

Graf von Helfenstein-Blaubeuren 1361-1375, † 1375, vermählt mit Anna († 5.5.1411), Erbin von Aufhausen, Tochter des Grafen Ludwig von Oettingen; einziger Sohn des Grafen Ulrich VI. von Helfenstein-Blaubeuren und der Beatrix von Schlüsselberg.
Ulrich VII. folgt zu Sulmetingen und 1372 zu Güssenberg.


Johann II.

Graf von Helfenstein-Blaubeuren 1375-1444, † 1444, vermählt mit Irmgard († 3.3.1444), Tochter des Grafen Konrad von Kirchberg; einziger Sohn des Grafen Ulrich VII. von Helfenstein-Blaubeuren und der Anna von Oettingen.
1375 bestätigt König Karl IV. dem jungen Graf Johann II. seine Reichsstadt Giengen und dazu Heidenheim mit der Burg Hellenstein. Heidenheim wird 1378 Verwaltungsmittelpunkt seiner Herrschaft. Die Blaubeurer-Linie der Helfensteiner übersiedelt auf den Hellenstein.
1379 erfolgt die Befreiung von fremden Gerichten.


Konrad II.

Graf von Helfenstein-Blaubeuren 1444-1474, † 14.12.1474, vermählt mit Ursula von Seckendorff († 23.11.1474); 2. Sohn des Grafen Johann II. von Helfenstein-Blaubeuren und der Irmgard von Kirchberg.
Konrad II. ist 1425 Domherr zu Straßburg, folgt 1445/47 in Blaubeuren und 1458 in Wellenheim.
Nach dem Tode Johanns II. (1444) teilen die Söhne Konrad II. und Ulrich Vlll. die Herrschaft Hellenstein: Blaubeuren fällt an Konrad II., Heidenheim an Ulrich VIII. Um die Gläubiger zufrieden zu stellen, verkaufen beide gemeinsam ihre Zoll- und Geleitsrechte an die Stadt Ulm. 1447 verkauft Konrad II. die Herrschaft Blaubeuren und 1448 Ulrich VIII. seine Herrschaft "das Brenztal" und die Seen zu Heidenheim, die Kastvogteien der Klöster Königsbronn, Anhausen und Herbrechtingen an den Grafen von Württemberg.


Georg I.

Graf von Helfenstein-Blaubeuren 1474-1517, † 1517, erstmals vermählt mit Cäcilia von Truchtelfingen, danach vermählt mit Elisabeth Schenkin von Limpurg (Elisabeth war zuerst mit Ludwig IV. Graf von Helfenstein-Wiesensteig vermählt, der 1493 starb); ältester Sohn des Grafen Konrad II. von Helfenstein-Blaubeuren und der Ursula von Seckendorff.
Georg I. folgt zu Wellenheim und Hexenagger, 1489 zu Sulmetingen und wird 1488 bayerischer Rat.
Aus Georgs erster Ehe gehen keine Kinder hervor. Seine beiden Söhne der 2. Ehe sterben klein. Somit stirbt 1517 die Linie Helfenstein-Blaubeuren im Mannesstamm aus.


Home