Rhynchophis boulengeri


Beschreibung: Rhynchophis boulengeri ist eine mittelgroße Natter, die etwa 100-130 cm lang wird. Es können aber auch bis zu 150 cm erreicht werden, wobei die Männchen größer werden, als die Weibchen.

Die Erwachsenenfärbung besteht aus einem kräftigen dunkelgrün. An beiden Kopfseiten befindet sich ein schwarzer Streifen. Im Gegensatz dazu sind Schlüpflinge hellgrau gefärbt und mit kurzen schwarzen Strichen auf Kopf und Rücken gemustert.

Besonders auffällig ist der Fortsatz auf der Schnauzenspitze. Er ist nicht, wie man vermuten könnte, fest, sondern recht flexibel. Seine Funktion ist noch nicht bekannt. Die runden Pupillen verengen sich im hellen Licht zu senkrechten Schlitzen.

Vorkommen: R. boulengeri kommt im nördlichen Vietnam, sowie im angrenzenden China in Wäldern meist um etwa 1000 m ü.NN. vor.

Haltung: Ich halte derzeit ein Weibchen aus einer Nachzucht 2002 in einem Aufzuchtbecken. Es ist mit einer Kunststoffpflanze, einer Wasserschale und einem umgedrehten Blumentopf, der mit Moos gefüllt ist, eingerichtet. Der Bodengrund (Torf) wird zur Hälfte alle paar Tage angefeuchtet, um eine höhere Luftfeuchtigkeit zu erzielen. Eine zu feuchte Haltung kann jedoch Hautprobleme nach sich ziehen und wird deshalb vermieden.

In den ersten Monaten verweigerte das Tier jegliche Nahrung, es wurde deswegen mit Mäuseschwänzen und Bioserin zwangsernährt. Auch neu geborene Mäuse, die in den Rachen gestopft wurden, nahm die Schlange nach mehrmaligem Auswürgen letztendlich doch.

Im Februar 2003 fraß die junge Natter erstmalig freiwillig. Sie hatte sich in den Blumentopf zurück gezogen, ein nestjunger Zwerghamster, der in die Öffnung gehalten wurde, wurde geschnappt und gefressen. Dabei zeigte sich zum ersten Mal das reflexartige Zupacken, mit dem auch die adulten Tiere auf schnelle Bewegungen reagieren. Dabei sind diese Schlangen in allen Altersstufen in keiner Weise aggressiv, sondern absolut ruhig und umgänglich.

Seit Juni 2003 habe ich eine Gruppe von 1,2 dieser wunderbaren Tiere, sie sind alle futterfest und wachsen unglaublich schnell.


 


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(c) 2002 by Rolf Bennemann