Straßenbahnen in Fußgängerzonen
 
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In nahezu allen Zentren europäischer Mittel- und Großstädte erfreut sich die Bevölkerung seit geraumer Zeit daran, auf Fußgängerzonen in attraktivem Umfeld einkaufen und verweilen zu können. Vielerorts teilen sich dabei die gehenden Menschen den Raum mit Straßenbahnen. Auf den ersten Blick scheinen beide Verkehrsarten durchweg gut miteinander zu harmonieren. Öffentlicher Nahverkehr im öffentlichen Stadtraum wird oft als Selbstverständlichkeit betrachet.

Doch kann dies uneingeschränkt gelten? Wer die in einzelnen deutschen Städten während der vergangenen Jahre geführten Diskussionen aufmerksam mitverfolgt hat, wird bemerkt haben, dass das Miteinander von Straßenbahnen und Fußgängern durchaus Konflikte hervorrufen kann. Hauptproblem ist dabei meist, dass die Fußgänger sich durch das öffentliche Verkehrsmittel gestört fühlen, weil es Raum in Anspruch nimmt, Aufmerksamkeit erfordert und die Bewegungsfreiheit einschränkt. In Karlsruhe wurde der Beschluss gefasst, den Straßenbahnverkehr zukünftig in Tunnellage durch die Hauptgeschäftsstraße zu führen, um den Bürgern wieder eine 'Flaniermeile' bieten zu können.

Wo sind die Grenzen der Harmonie zwischen Straßenbahnen und Fußgängern? Wann wird der Zugverkehr zu dicht, so dass er von einem erheblichen Anteil der Menschen als störend empfunden wird? Bei welchem Fußgängeraufkommen ist wie viel Straßenbahnverkehr noch verträglich? Lässt sich dies alleine anhand von Beispielrechnungen verallgemeinern oder spielen subjektive und gestalterische Aspekte ebenfalls eine Rolle? Die in Karlsruhe, Kassel und anderswo leidenschaftlich geführten Debatten mussten oft auf emotionaler Ebene stattfinden, weil die genannten Probleme bisher noch wenig erforscht sind. Dies und die Tatsache, dass mit den aktuell und in Zukunft verstärkt ins Umland wachsenden Straßenbahnnetzen auch der Zugverkehr auf deren innerstädtischen Stammstrecken weiter zunehmen wird, reizte mich, den erwähnten Fragestellungen im Rahmen meiner Diplomarbeit auf den Grund zu gehen.

Die vorliegende Arbeit gibt einen Überblick über die historische Entwicklung der Fußgängerzonen und des öffentlichen Nahverkehrs in der Innenstadt, sie untersucht die bestehende Situation in verschiedenen Städten, deren Fußgängerzonen von Straßenbahnen befahren werden, und sie liefert aufgrund der dort gewonnenen Erkenntnisse eine Methodik zur Quantifizierung der Wechselwirkungen zwischen beiden Verkehrsarten. Darüber hinaus gibt sie Städten und Verkehrsbetrieben Anregungen zur optimierten Integration öffentlichen Nahverkehrs in Fußgängerzonen, sowohl unter verkehrlich-technischen als auch unter gestalterischen Gesichtspunkten.

Diese Internetpräsenz enthält die Zusammenfassung der Arbeit. Der komplette Text wird voraussichtlich im Frühjahr 2004 vom Fachgebiet Verkehrswesen der Universität Kaiserslautern in der "Grünen Reihe" veröffentlicht.

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