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erklärt das Ganze in einem in seiner Zeitung abgedruckten offenen Brief an Nicole so: Nachdem die blinde Sängerin Corinna May beim Grand Prix im vergangenen Jahr im wahrsten Sinne des Wortes mit Sang und Klang untergegangen ist, habe er seinem Unmut über das, was da zu Gehör gebracht wurde, in einem Zeitungskommentar Luft gemacht. Woraufhin sich der Unterhaltungs-Chef des Norddeutschen Rundfunks (NDR) und deutsche Grand-Prix-Beauftragte, Jürgen Meier-Beer, bei ihm meldete. Inhalt des Gesprächs: Marguier solle nicht meckern, sondern es besser machen. Weil der NDR-Unterhaltungschef offensichtlich ein sehr kommunikativer Mensch ist, hat er gleich zu zwei weiteren Zeitungen Kontakt aufgenommen: zur Bild-Zeitung in Hamburg und zur linken Berliner tageszeitung (taz). Weder taz-Chefredakteurin Bascha Mika, noch Bild-Chef Kai Diekmann ließen sich lange bitten. Wie Marguier erklärten sie sich bereit, je einen Kandidaten beziehungsweise eine Kandidatin in die deutsche Grand-Prix-Vorentscheidung am 7. März in Kiel zu entsenden. Dort wird entschieden, wer Deutschland am 24. Mai in Riga auf internationaler Ebene vertritt. Die taz hat sich in einem basisdemokratischen Verfahren dafür entschieden, die 25-jährige Sängerin Senait aus Eritrea mit dem Lied "Herz aus Eis" ins Rennen zu schicken. Die Bild-Zeitung will offenbar auf Nummer sicher gehen und stellt Kanzler-Imitator Elmar Brandt auf die Bühne. Das Kalkül: Wer mit einem Steuersong die Hitliste anführt, wird sich mit Leichtigkeit auch an die Spitze der deutschen Schlager-Bewegung setzen. Da wird es "Der Junge mit der Gitarre" schwer haben - zumindest mit seiner eigenen. Aber genau mit der wird er zum Vortrag seines "Die Seite, wo die Sonne scheint"-Liedes antreten müssen. Denn die Management-Mitarbeiterin von Nicole kennt ihre Chefin gut: Die Gitarre bleibt im Nohfeldener Ortsteil Neunkirchen/Nahe. "Die weiße Gitarre hat mir damals Ralph als persönlichen Talisman für Harrogate geschenkt. So etwas kann ich leider nicht weiter verleihen", erklärte Nicole der "Saarbrücker Zeitung". Der Ralph, das ist Ralph Siegel. Der Mann also, der Nicoles "Ein bisschen Frieden" geschrieben hat. Aber eben auch Corinna Mays Flop "I can't live without music" ("Ich kann nicht ohne Musik leben") zu verantworten hat und deswegen im vergangenen Jahr seinen Rückzug aus dem Grand-Prix-Geschehen angekündigt hat. War aber nicht so gemeint. Er wolle nicht als Verlierer gehen, sagt er. "Nach 30 Jahren Grand Prix mit einem 22. Platz abzutreten, ist auch nicht gerade der Traum eines Komponisten", erklärte der 57-jährige Musik-Millionär seine erneute Bewerbung. Wie das neue Grand-Prix-Lied heißt und wer es singt, werde er erst am 13. Januar bei der Pressekonferenz des NDR verkünden. Dort werden neben den von taz, Bild und Frankfurter Allgemeiner Sonntagszeitung ausgesuchten Musikanten weitere zwölf Grand-Prix-Kandidaten präsentiert. Dass die meisten der Bewerber nur Statisten sind, liegt im Trend der vergangenen Jahre. Erst zog Guildo Horn das geballte Interesse auf sich, dann zog Stefan Raab die große Show ab. Nun also die durch Funk, Fernsehen und Blätterwald gereichten Medien-Musikanten. Einer von diesen Lauten soll an den damals sehr leise daherkommenden Triumph von Nicole anknüpfen. Die möchte sich dazu eigentlich gar nicht äußern, ringt sich dann aber doch für die "Saarbrücker Zeitung" zu einer Feststellung und einer Frage durch: "Schade wäre, wenn am Schluss das am besten promotete Lied gegen das am besten gesungene Lied gewinnt. Ob das dann fair ist?"
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