Dorfgespräch in Neunkirchen/Nahe

Bei einem Glas Bier diskutierten die Neunkirchener Über den maroden Sportplatz und dringend benötigte Bauplätze...

Gesprächsstoff genug... Der Sportplatz ist längst sanierungsbedürftig, Bauplätze fehlen seit Jahren - das waren nur zwei von zahlreichen Themen, die die Neunkirchener mit "SZ"-Redakteurin Katja Radtke diskutierten. Foto: atb

Neunkirchen/Nahe (kr). Es gibt Orte, da scheint die Welt auf den ersten Blick noch in Ordnung. So wie in Neunkirchen/Nahe, einem 900- Seelen-Dorf am Bostalsee. Dorthin hatte "SZ"-Redakteurin Katja Radtke zum Dorfge- spräch ins Gasthaus "Zum Schützenhof" geladen. Doch von "heiler Welt" kann in Neunkirchen/Nahe nicht die Rede sein. Stoff für kritische Diskussionen jedenfalls gab es an diesem Abend genug. Da wäre zum Beispiel der Sportplatz, der nach Meinung der Neunkirchener dringend einen neuen Belag benötigt. "Von der Gemeinde können wir im Augenblick keine Zuschüsse erwarten", klagt Ortsvorsteher Bernd Kollmann,  "denn die hat kein Geld." Geldsorgen plagen auch den Malteser-Hilfsdienst, der seit rund vier Jahren einen Gruppenraum und eine Garage für seine vier Transportfahrzeuge sucht. "Neulich standen wir kurz vor dem Ziel", sagt ein Mitarbeiter des Hilfsdienstes. "Aber dann sind

die Anwohner mit einer Unterschriftenaktion Sturm gelaufen." Gesucht werden in Neunkirchen/Nahe auch Baugrundstücke. Die Nachfrage nach Grundstücken in Neunkirchen/Nahe steigt im Gegensatz zu anderen Gemeinden im Landkreis St. Wendel. "Seit sieben Jahren hat die Gemeinde in Neunkirchen keine Bauplätze mehr ausgewiesen", bedauert Kollmann. "Das ist ein Problem, nicht nur, weil junge Neunkirchener, sondern viele ältere Menschen ihren Alterswohnsitz nach Neunkirchen verlegen wollen", sagt Kollmann. Vielleicht werden Neubaugebiete künftig auch über einen privaten Investor finanziert, spekuliert der Ortsvorsteher.
Und dennoch, räumte Kollmann ein, können die Neunkirchener mit ihrem Ort zufrieden sein. So gibt es ein intaktes Vereinsleben, ja sogar eine Vereinsgemeinschaft, der inzwischen zehn Vereine angehören. Sie hat es sich zur Aufgabe gemacht, alte Traditionen in dem Nohfeldener Ortsteil, wie das Grombeere-setzen, wieder aufleben zu lassen. Außerdem sind die Neunkirchener froh über die gute Infrastruktur ihres Dorfes -
Lebensmittel-Markt, Ärzte, Friseur, ja selbst eine Post gibt es in Neunkirchen. "Das ist keine Selbstverständlichkeit", sagt Kollmann - ein bisschen stolz.

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Quelle: Saarbrücker Zeitung 25.01.2003