

Eiweiler gehörte einst zu Dagstuhl, dann zu Birkenfeld....
Einst gehörte Eiweiler zum Hochgericht Schwarzenberg in Lockweiler. Später dann zur Grafschaft Dagstuhl. Nach 1817 kamen die Herren aus ganz anderer Richtung, aus dem Oldenburgischen nämlich.
noch zu schnell in den Sarg zu legen, weil dadurch im Fall eines Scheintodes das vorzüglichste Belebungsmittel, die Wärme, ihnen entzogen werden würde. Vor Ablauf von 16 Stunden im Sommer und 20 Stunden im Winter erachten die Ärzte das Wegtragen der Leichen aus dem Sterbebette stets für bedenklich. Der Sarg darf bei 5 Florin Strafe niemals früher als unmittelbar vor dem Begräbnis zugenagelt werden." Diese makaber anmutende Verordnung stand im Amtsblatt des Fürstentums Birkenfeld vom 26. Oktober 1829. 1817 war Eiweiler zum Fürstentum gekommen, das dem Großherzog von Oldenburg gehörte, und musste sich an diese Anordnung halten. Ab 1937 wurde der Ort dem Landkreis Birkenfeld und 1946 dem Landkreis St. Wendel eingegliedert.
Die urkundliche Ersterwähnung von Eiweiler geht bis in das Jahr 1379 zurück, damals als Bestandteil des im kurtrierischen Besitz befindlichen Hochgerichts Schwarzenberg. Danach gehörte es zur Herrschaft Dagstuhl. Später ging die Herrschaft im Erbgang in den Besitz der Grafen von Öttingen-Baldern und Sötern über und bestand bis zur Französischen Revolution. Die französische Verwaltung währte dann bis ins Jahr 1817.
Eigenartige und verschiedene Schreibweisen des Ortsnamens wurden in alten Akten gefunden. 1379 war die heutige Schreibweise üblich. 1447 hieß das Dorf "Eywiller", 1478 "Onewiler" und 1481 sogar "Wynwiller". Im 15. Jahrhundert muss es sich um drei verschiedene Siedlungen gehandelt haben. Nebeneinander erscheinen von 1456 bis 1603 Niedereiweiler als Lehen der Herren von Oberstein im Besitz der Herren von Sötern, 1442 bis 1648 wird Pedeiweiler als Besitz der Herzöge von Pfalz-Zweibrücken genannt. Von 1603 bis 1640 ist Obereiweiler überliefert. 1626 und 1648 werden Pedeiweiler und Eiweiler nebeneinander als zwei Siedlungen erwähnt, ab 1656 aber nur noch Eiweiler. Offenbar sind die einzelnen Siedlungen im Krieg zerstört worden, was von Pedeiweiler 1673 ausdrücklich in Urkunden gesagt wird.
Von Anfang an gehörte Eiweiler zur Pfarrei Mettnich, das mit Mühlfeld zusammen seit 1930 Primstal heißt. Jahrhunderte lang gingen die Christen in das Nachbardorf zum Gottesdienst. 1828 wurde der Ort nach Neunkirchen/Nahe umgepfarrt. Die Verfügung lautete: "Infolge Höchster Resolution vom 21. d. M. wird hierdurch zur öffentlichen Kenntnisnahme gebracht, daß seine Herzogliche Durchlaucht, in Übereinstimmung mit des Herrn Bischofs Hw. zu Trier, die Abtrennung der kath. Gemeinde Eyweiler von der Pfarrei Mettnich und deren Zulegung zur Pfarrei Neunkirchen zu verfügen gnädigst geruht haben." Schon 1764 erhielt Eiweiler eine Kapelle, in der die Messe gefeiert werden konnte. 1860 wurde das Gotteshaus erweitert, da in Eiweiler inzwischen 350 Bürger wohnten. Sonntagsgottesdienste durften hier aber nicht stattfinden. Die heutige Kirche, die der heiligen Barbara geweiht ist, wurde dann im Jahr 1959 benediziert.
Bei der Hexenverfolgung im 16. Jahrhundert wurde auch zwei Eiweiler Bürgern der Prozess gemacht. 1598 war es Eva Barten, der nachgesagt wurde, sie stehe mit dem Teufel im Bund. Die Anklage lautete: "In der Elwerswies ein Unwetter gemacht, dadurch seien dem Contzers Peter ein Gespann den Berg hinunter gestürzt und die Pferde umgekommen. Dem Johannes Leuthen ein Mutterpferd auf der Weide umgebracht. Dem Lentzen Klas ein Kalb und die Saat verdorben." Die Angeklagte wurde bei lebendigem Leib verbrannt. Die Angehörigen mussten die Gerichtskosten tragen.
Interessant ist auch ein Blick in die Eiweiler Postgeschichte. In der Mitte des 19. Jahrhunderts kam regelmäßig ein Bote von target="_blanc"Nohfelden ins Dorf, brachte die Post und holte Briefe mit. Als 1897 die Bahnstrecke Saarbrücken - Nonnweiler fertig war, kam die Post mit dem Zug zur Station Mettnich. Der "Briefmichel" ging dann von dort zu Fuß nach Eiweiler. Um 1920 erhielt Eiweiler eine Posthilfsstelle. 1928 lautete die postalische Bezeichnung des Ortes "Eiweiler, Post Wadern", 1935 "Eiweiler, Post Türkismühle" und 1961 "Eiweiler über Wadern".
Nach dem letzten Krieg war der Hunger bei vielen Menschen ständiger Gast. Aus den Städten kamen die Leute hierher und erbettelten sich bei den Bauern Butter, Speck und Eier. Als Gegenleistung brachten sie alles Entbehrliche mit, vom Tafelsilber bis zum Teppich. Konnten die Hamsterer abends nicht mehr nach Hause fahren, erwiesen sich die Eiweilerer dann immer wieder als gastfreundlich und ließen sie in der Scheune oder im Stall auf Stroh übernachten.
Eiweiler ist in den letzten Jahren im ganzen Saarland durch seine alle fünf Jahre stattfindenden Lohheckentage bekannt geworden. Den Besuchern wird dann dargestellt, wie die Bauern früher als zusätzlichen Erwerb Lohe aus Eichenrinde gewannen, diese trockneten und anschließend mit Pferdefuhrwerken zu den Gerbereien brachten. Quelle: Saarbrücker Zeitung, 24.01.2003
Eiweiler (gtr). "Jeder wird gewarnt, die Leichen nicht zu schnell aus dem Sterbebette wegzutragen,