



Gestalten...
Die Keramik-Kurse sind seit zehn Jahren ein “Renner” im Kunstzentrum Bosener Mühle am Bostalsee
Malen... Besonders breit ist das Angebot des Kunstzentrums Bosener Mühle in Sachen Malerei. Es gibt Kurse für Anfänger und für Fortgeschrittene. Man kann mit Öl, Rödel oder auch mit Wasserfarben seiner Kreativität freien Lauf lassen. Fotos: ATB
Ausspannen... Wie in diesem Bildhauer-Kurs im vergangenen Jahr geht man die Dinge im Kunstzentrum Bosener Mühle geruhsam an - fern von Alltagsstress. Profi- und Hobby-Künstler sind wie eine große Familie. Viele Kursteilnehmer kommen gerade deshalb immer gerne wieder hierher in die Mühle (im Hintergrund), zu diesem idyllischen Flecken am Bostalsee.
Bosen. "Das hat was mit individueller Betreuung zu tun. Darauf legen wir wert", sagt Erwin Volz, der Vorsitzende des Kunstzentrums Bosener Mühle am Bostalsee. Und Volz meint, dass an den Kunstkursen, die nunmehr im zehnten Jahr in dieser idyllisch gelegenen Einrichtung angeboten werden, mit höchstens 15 Teilnehmern besetzt werden. Am 21. Februar geht es los mit "Zeichnen: Körper und Tanz". Der letzte Kurs, überschrieben mit "Lebenswelten" endet am 23. November. Insgesamt umfasst das diesjährige Programm des Kunstzentrums nicht weniger als 58 Kurse für Erwachsene und fünf Angebote für Kinder und Jugendliche - so viele wie noch nie.
Die 40-seitige Broschüre informiert detailliert über Kursinhalte, Dozenten und mitzubringende Materialien und kann kostenlos angefordert werden. Das Spektrum der Ganztageskurse, die zwei bis zehn dauern, reicht von Zeichnen und Malerei über Keramik, Steinbildhauerei, Druckgrafik, Mischtechniken bis zu Floristikkunst, künstlerischem Gestalten von Silberschmuck und kreativem Schreiben. Neu im Programm ist ein Kurs, der sich "Filz - textiles Material für alle Sinne" nennt und auf der ältesten Textiltechnik, dem Wolle-Filzen, aufbaut. Ebenfalls neu ist ein so genanntes Wahrnehmungs- und Kreativitäts-Training, mit dem die Teilnehmer im Juli einen "nicht geahnten Formenschatz" sowohl finden als auch gemeinsam heben sollen.
Eines besonders großen Zuspruchs erfreuen sich die Keramik-Kurse, weiß Volz und begründet: "Keramik lebt davon, dass immer wieder neue Inhalte und Formen gefunden werden." Und so verwundert es den Vorsitzenden nicht, dass der April-Kurs "Ton und Sand - die andere Formtechnik", den der Schweizer Bildhauer und Keramiker Jürg Bächthold leitet, bereits
ausgebucht ist. Bächthold ist übrigens einer von zwei neuen Dozenten, die aus der Schweiz nach Bosen kommen. Ebenfalls aus der Schweiz reist die gebürtige Ungarin Zsuzsanna Füzensi Heierli an, die im Juni beim Raku-Brennen gemeinsam mit den Kursteilnehmern "die Grenzen erforschen" möchte. Apropos Grenzen. "Bei unseren Kursen stoßen wir immer wieder an die Grenzen von Kunst und Handwerk. Die Grenzen sind fließend", berichtet Kunstzentrums-Vorsitzender Volz. Und die Dozenten seien sozusagen handverlesen und deshalb nicht billig. Volz: "Die kriegen in Bosen so viel Honorar wie in Boston." Dennoch "rechne" sich ein Kurs bereits ab neun Teilnehmer. Das Kunstzentrum Bosener Mühle hat ein Haushaltsvolumen von rund 125000 Euro im Jahr, wurde im Jahre 2002 mit 32000 Euro vom Saarland gefördert. Das soll so weiter gehen, allerdings "mit abnehmender Tendenz", vermutet Volz angesichts der leeren öffentlichen Kassen. "2003 wird eine heiße Kiste, weil wir noch nicht wissen, was wir bekommen." Der Landkreis St.Wendel stellt immerhin Haus und Hof kostenlos zur Verfügung. Und so ist es nur gut, dass die Kurse eigentlich ein Selbstläufer auch im Sinne von Selbstfinanzierer sind. "60 Prozent der Kursteil- nehmer kommen immer wieder", hat Volz ausgerechnet. "Es sind auffällig viele junge Leute dabei, obwohl es für sie schwerer ist: Die müssen Urlaub dafür opfern." Viele Kursteilnehmer, die nicht nur aus Deutschland, sondern auch aus Dänemark, Österreich und der Schweiz anreisen, wohnen rings um die Mühle, was nicht zuletzt auch dem hiesigen Beherrbergungsgewerbe zu Gute kommt.
Die Ferienkurse sind in der Regel auf sechs bis zehn Tage angelegt, während in den übrigen Zeiten vorwiegend drei- bis viertägige Kurse angeboten werden, die die Wochenenden mit einbeziehen.
Auch in diesem Jahr bietet das Kunstzentrum wieder ein fünf Veranstaltungen umfassendes Programm für Kinder und Jugendliche an, das neben freizeitorientierten Offerten Bildungsseminare beinhaltet, die sich die Kreativitätsförderung der jungen Teilnehmer zum Ziel gesetzt haben. Bei diesen Kursen arbeiten die Kinder unter Anleitung aktiv an einem festgelegten Thema. Die Kinderkurs werden umfassend betreut,
Ungeahnten Formschatz heben...
das heißt sie arbeiten gemeinsam, essen gemeinsam und übernachten in Gruppenräumen der Bosener Mühle.
Informationen und die Broschüre "Bosener Kunstkurse 2003" gibt's im Kunstzentrum Bosener Mühle, 66625 Nohfelden-Bosen, (0 68 52) 74 74, E-Mail: kunstzentrum@aol.com.

Quelle: SZ 07.02.2003