Kapitel 38 - Groovy Tour durchs Outback (Teil I)
"Das Nichts"
Fr., 14.11
Juchuuu - nun geht es endlich los in den wohlverdienten Urlaub und ins tiefe, orange Herz Australiens.
Mit einer MiniBus-Ladung internationaler Touristen im besten Alter (also 20-30 :-) machten wir uns auf den Weg von Adelaide nach Alice Springs.

Damit auch jeder weiß, worum's geht, habe ich auf der Karte mal den Weg eingezeichnet. Das sind fast 3000km in 7 Tagen - also jeden Tag ne ganze Menge Fahrerei. Aber es hat sich gelohnt.

Damit das vom Laden der Seite her überhaupt noch Sinn macht (für alle, die ein Modem, WAP-Handy o.ä. benutzen), habe ich diese Tour in 3 Teile geteilt. Viel Spaß beim Mitfiebern (nur die vielen Fliegen kann ich Euch nicht bieten...)
 
Unsere erste Aktion nach 400km fahren war eine Wanderung durchs vertrocknete Flußbett im "Flinders Ranges National Park" in der Nähe von Angorichina. Hier ist es noch ziemlich grün.


Nach dem langen Marsch is erstmal Baden angesagt - auch wenn wir es nicht zu den wirklichen "Blinman Pools" geschafft haben...

Abends gabs dann lecker was zu spachteln und lockeres Kennenlernen.
Sa., 15.11.
In der Nähe von Lyndhurst haben wir einen senil-verwirrten Mann besucht, der seit 30 Jahren in der Wüste lebt und sich in einem Anfall von Sonnenstich eine Theorie zur Entstehung der englischen Sprache ausgedacht hat.
Das "R" zum Beispiel steht für den Auf- und Untergang der Sonne an einem Tag. Der Kreis beim "R" ist die Sonne selbst, und der senkrechte Strich ihr Zenit.
Daher gab ich ihm den Spitznamen "Weird Alf".

"Talc Alf" in Aktion.

Wer hier lebt, kann doch nur n Schuß haben...

University of CommonWealth Sense aha hmm...

Für die Touristen macht er in seiner Freizeit allerhand Skulpturen und Kleinkrams zum Mitnehmen.
 

Ortswechsel: Marree. An diesem alten, verlassenen Bahnhof haben wir Rast gemacht - hier lief früher die große Outback-Eisenbahnlinie durch.

Im Pub gabs Baby-Känguruhs zum anfassen - hier Janine aus NL.
Und dann wieder on the road: huckelig und sandig, alle 5km ein totes Tier auf der "Straße".

Dafür hatten wir "Carcass" dabei (engl: Kadaver) - ein totes Gummihuhn (TM für alle Monkey-Islander unter Euch), das im Gedenken an jedes tote Tier einmal herzlich gedrückt wurde.

Nach langem Rappeln kamen wir endlich am "Williams Creek Hotel" an - ein Pub ganz allein mitten in der Wüste...

...aber ne Telefonzelle mit Satelitenanschluß und Solarversorgung! Sehr geil.

Neben Carina aus Lippstadt (links mit einem Tarnnetz gegen die wirklich lästigen Fliegen)...

..waren 2 Flaschen "Toohey's New" und die fette Klimaanlage (Hintergrund) meine besten Freunde.

Die Rugby-Weltmeisterschaft (hier besonders spannend: Australien gegen NeuSeeland) in Sydney durften wir auf keinen Fall verpassen - Satelit machts möglich.

Im Pub hängen 1000e Visitenkarten, T-Shirts, Unterwäsche, Kreditkarten und Ausweise von dummen Touristen, die sich verewigen wollten.

Brauch ist Brauch, also haben wir auch was hinterlassen.

Ich hoffe, es hängt noch. Falls demnächst jemand dort sein sollte: Beim reinkommen links, geradeaus vor Kopf.
An diesem Abend haben wir es übrigens geschafft, den Hass der weltgrößten Rinderfarm auf uns zu ziehen, indem sich Max (nicht ich, der aus den USA) an die Verlobte vom Vorarbeiter rangemacht hat...(der dann wiederum an die vermeintliche Freundin von Max). Naja, jedenfalls hätts um ein Haar Keile gegeben, als die Jungs mit ihrem Truck ankamen und uns wild beschimpft haben...
So., 16.11.
Aufsteeeeehn nach einer Nacht im Schlafsack und Swag (das ist australisch für "Isomatte in Stoffhülle"). Zum Glück sind uns nachts keine Spinnen begegnet und keine größeren Tiere (dafür der Zaun), aber dafür saß beim Zähneputzen...

...dieser lustige Kollege an der Decke.
("This is all part of your Groovy Grape Getaway!!")

140km nach Williams Creek treffen wir auf das erste Zeichen für Zivilisation: Der 9600km lange "Dog Fence", der vor einiger Zeit geschaffen wurde, um die Dingos (sowas wie Wölfe) von den Schafherden fern zu halten.

"Wie sie sehen, sehen sie nichts!"
Mitten in der Wüste zu sein, ist wirklich komisch. Ich habe auf dem Anhänger vom Bus ein Video (1,2 MB) gedreht, das das verdeutlicht. (DivX MPEG 4 benötigt)

Weiter nach "Coober Pedy", eine Luxus-Stadt mitten in der Wüste, in der Opale gefördert werden (ich glaub, das ist Australiens größte Förderstätte).

Weils tags so heiß und nachts so kalt ist, haben sich die Eingeborenen Häuser in die Hügel gebaut (s. linkes Foto, die kleinen Öffnungen). Hier ein Standard-Schlafzimmer.

Eine Kirche ...

...unter der Erde.

Auf zum "Opal Noodling" in den öffentlichen "Noodle-Grounds" - mit Brian aus IRE und ...

...Mike aus USA. Wir haben tatsächlich was gefunden, ...
...allerdings sahen wir hinterher ganz schön sauig aus.

Lecker Pizza spachteln mit allen Beteiligten.

So manch einer nicht den Mund dann doch zu voll.

Das ist unser "Hotel" - ein klassischer "Dugout".

Von innen - rechts mein Bett.

Unser "Hotel"-Dach mit Öffnungen zum Luftaustausch.

Das ist aus dem Film "Pitch Black" mit Vin Diesel, der hier gedreht wurde. Nicht gesehen? Nix verpaßt!

Prima Landschaft für Filme, ich glaube, "Mad Max" wurde hier auch gedreht.

Und noch ein paar "scenic pics"...

...bei der Abfahrt.
   
Mo., 17.11.
Bei 780km (ca. 8 Stunden, *zum Glück* ab jetzt auf ner richtigen Straße!!), die wir heute auf dem Weg zum Ayers Rock vor uns haben, darf man bloß nicht den Spaß verlieren.

Also machen sich Daniel und Ruth (beide IRE) ordentlich zum Affen.

Es muß noch Feuerholz für abends gesammelt werden. Zum Glück waren wir in der richtigen Form zum "Bäume ausreißen" (haha)

Neben 1000 Rätseln...

...haben wir uns mit Wasserkämpfen (unsere Klimaanlage war im Arsch und es war brüllend heiß) ...


...kühl und lustig gehalten. Mitunter ZU kühl und ZU lustig ;-)
(im Bild Brian, IRE und Ewan, SCO)
Rätsel:
Vier Männer sind bis zum Kopf im Sand eingegraben und kommen nur frei, wenn einer von ihnen innerhalb von 15min raus bekommt, welche Farbe sein Hut hat. Andernfalls sind alle tot.

Sie dürfen untereinander nicht kommunizieren (oder sich umdrehen, weil eingegraben) und rufen die Antwort, sobald sie sie sicher wissen, laut aus. Alle wissen, dass es zwei rote und zwei blaue Hüte gibt, die Verteilung ist jedoch zufällig (im Bild ist also nur EINE mögliche Situation dargestellt).

Die "Nasen" geben die Blickrichtung an, jeder kann also nur die Hüte seiner Vordermänner sehen (der rechte sieht hinter der Mauer natürlich gar nichts).

Nur mit Hilfe von Logik lösbar, keine Tricks dabei !!

   
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