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Chronik über die Abteilung Rotation der Paulinus-Druckerei Trier

Im Jahre 1875 gründete der Kaplan Georg Friedrich Dasbach in Trier seine ersten beiden Zeitungen, das "Sanct-Paulinus-Blatt" und die "Katholische Volkszeitung" (später "Triererische Landeszeitung") sowie die "St. Paulinus-Druckerei"

1874: 8. Dezember: Die erste Probenummer des "Paulinus" wird gedruckt. Am gleichen Tag wird der Trierer Bischof Matthias Eberhard nach neunmonatiger Haft aus dem Gefängnis entlassen.

1875: 31. März: Die "Katholische Volkszeitung" wird gegründet.

1875: 7./9. Juli: Mit dem Ankauf der Druckerei Michaelis Felberg & Cie. wird die "St. Paulinus-Druckerei" gegründet.

1875: 1. Oktober: Die "Katholische Volkszeitung" wird in "Trierische Landeszeitung" umbenannt.

1876: August: Die Auflage des "Paulinus" beträgt 14.500.

1882: 28. April: Die "St. Paulinus-Druckerei" zieht in das Haus Fleischstraße (heutiges Firmengelände).

1882: Der Paulinus erreicht eine Auflage von 19.116 Exemplare.

1884: 21. November: In Saarbrücken wird die "St. Johanner Volkszeitung" gegründet. Da keine Druckerei an der Saar es wagt, diese Zeitung zu drucken, muß sie in Trier in der Paulinus-Druckerei gedruckt werden.

1889: In der Fürstenstraße in St. Johann wird eine Druckerei zum Druck der St. Johanner Volkszeitung gegründet. Das Kapital muß der Trierer Paulinus-Druckerei entnommen werden.
Nach dem Tode Dasbachs macht sich diese Druckerei unabhängig von der Paulinus-Druckerei.

1907: Freitag, 11. Oktober, gegen 22 Uhr stirbt Georg Friedrich Dasbach im Alter von 60 Jahren an Magenkrebs. Am Dienstag, 15. Oktober wird Dasbach unter großer Anteilnahme der Bevölkerung zu Grabe getragen. Nachfolger Dasbachs, als geistlicher Direktor der Paulinus-Druckerei, wird Pastor Adolph Langer.

1913: Eine 16-seitige Vomag-Rotationsmaschine, einfachbreit aus Plauen im Vogtland wird zum Druck des Paulinus aufgestellt. Zum Bilderdruck ist sie mit vier Auftragwalzen und einer Dampfbefeuchtung der Papierbahnen ausgerüstet. Sie hat zwei Druckwerke und zwei Falzapparate, jeweils mit einem dritten Falz. Zum Druck der Trierischen Landeszeitung stehen bereits zwei achtseitige Rotationsmaschinen zur Verfügung.

1923: 24. Oktober, nach 17.00 Uhr: Trierer Separatisten dringen in die Räume der Paulinus-Druckerei ein und demolieren die Druck- und Setzmaschinen. Auch die drei Rotationsmaschinen wer­den stark beschädigt.

1934: 1. Oktober: Um das weitere Erscheinen des Paulinus unter dem Druck des NS-Regimes zu ermöglichen, erklärt der Trierer Bischof den Paulinus zum Trierer Bistumsblatt.

1937: Eine 24-seitige doppeltbreite Köbau-Rotationsmaschine aus Würzburg wird zum Druck des Paulinus aufgestellt. Sie hat ebenfalls wie die Vomag-Maschine zwei Druckwerke, aber nur noch einen Falzapparat mit drittem Falz. Auf einem Druckwerk können die Widerdruckseiten mit einer Zusatzfarbe gedruckt werden.

1937: 20. Juni: Erster Andruck auf der Köbau-Rotationsmaschine. Das Pony-Druckwerk bereitet große Schwierigkeiten. Es wird daher schon bald nicht mehr eingesetzt, da auch der Umfang des Paulinus 16 Seiten nicht überschreitet.

1937: Das NS-Regime erzwingt die Abtretung der Paulinus-Druckerei an den regimeeigenen Phönix-Verlag.

1938: 28. Juli: Der Paulinus wird durch das NS-Regime verboten. Die Auflage beträgt 125.000 Exemplare.

1943: 28. Februar: Das Erscheinen der Trierischen Landeszeitung (TLZ) wird eingestellt.

1944: 19. bis 24. Dezember:Die Paulinus-Druckerei wird bombardiert. Alle Maschinen, auch die Rotationsmaschinen stehen ohne Schutz vor Schnee und Regen in den Trümmern.

1945: Die aus dem Krieg zurückkehrenden Drucker und Setzer beginnen, ihren Arbeitsplatz aufzuräumen und wieder aufzubauen. Die Stadt Trier stellt Dienstverpflichtete zur Verfügung, in der Hoffnung, daß die Paulinus-Druckerei bald 100 Arbeitsplätze schaffen kann. Mit Unterstützung der Barmherzigen Brüder wird ein Suppendienst zum Stillen des Hungers der am Aufbau Beteiligten organisiert.

1945: 1. Juli: Der Beslich-Verlag, Druckerei Stöck, in der Kutzbachstraße hat zum Druck der "Konditorzeitung" noch eine unbeschädigte 52seitige Akzidenz-Rotationsmaschine im A4-Format. Darauf wird der erste Paulinus nach dem Krieg gedruckt, Umfang 8 Seiten.

1949: Mit Hilfe von Monteuren der Firma Köbau, Würzburg, gelingt es, die beiden stark beschädigten Rotationsmaschinen (Vomag 1913 und Köbau 1937) wieder instand zu setzen. Es bleiben aber irreparable Schäden, wie tiefe Rostspuren in den Druckzylindern.

1949: 13. Februar: Andruck des ersten Paulinus auf der wiederhergestellten Köbau-Rotationsmaschine. Umfang 12 Seiten, Auflage 55.000.

1949: 1. November: Andruck der ersten Ausgabe der TLZ nach dem Krieg
auf der Vomag-Rotationsmaschine.

1950: 24. September: Es erscheint eine Festausgabe von 32 Seiten zum Jubiläum "75 Jahre Paulinus".

1952: 30. Dezember: Die Paulinus-Druckerei druckt auf der MAN-Rotation der Druckerei Stöck die ersten Amtsblätter der "Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl" in vier Sprachen mit über 100.000 Ex. Auflage. Die Maschine hat ein Umschlagwerk und einen eingebauten Heftapparat.

1957:  18. Februar: Die Druckerei Stöck wird geschlossen, Mitarbeiter und Aufträge werden von der Paulinus-Druckerei übernommen.

1957: 1. Januar: Das Saarland kehrt zur Bundesrepublik zurück. Die Saarausgabe des Paulinus kann jetzt wieder in der Paulinus-Druckerei gedruckt werden. Der Druck der Saarausgabe wird von Neunkirchen nach Trier verlegt. Es werden jetzt insgesamt über 160.000 Ex. Paulinus auf der Köbau-Rotationsmaschine gedruckt.

1958: Unter großen finanziellen Anstrengungen, die an die Existenz des gesamten Unternehmens rühren, erwirbt die Paulinus-Drucke­rei die Saarbrücker Druckerei und Verlag in der Ursulinenstraße in Saarbrücken.

1958 1. August: In der SDV erscheint die Saarbrücker Landeszeitung.

1958: Um auch die TLZ mit einer Zusatzfarbe drucken zu können, werden außer der Mittwochausgabe alle Ausgaben auf der Köbau gedruckt.

1959: 19. Juli bis 25. September: Zur Heilig-Rock-Wallfahrt wird wöchentlich ein Wallfahrtsblatt gedruckt. Es erscheinen insgesamt 11 Ausgaben.

1964: 26. September: Es erscheint eine Festausgabe von 116 Seiten zum 90jährigen Bestehen der TLZ.

1964:  Oktober: Die Köbau-Maschine wird auf 32 Seiten ausgebaut. Damit entfallen auch die Schwierigkeiten mit dem Pony-Druckwerk. Die TLZ wird nun die ganze Woche auf der Köbau-Maschine gedruckt. Die Vomag steht nur noch als Reserve zur Verfügung. Durch Setzungen des Maschinenfundamentes der Köbau gibt es Schwierigkeiten mit dem Antrieb.

1968: In Saarbrücken in der Halbergstraße 3 wird für die SDV ein neues Druckerei-Gebäude errichtet. Es soll eine neue Rotationsmaschine angeschafft werden, auf der auch Vierfarbdrucke hergestellt werden können. Der Aufsichtsrat beschließt, daß dann auch TLZ und Paulinus in Saarbrücken gedruckt werden.

1969: 18. März: Die Rotationsdrucker Claes und Zimmer reichen einen Vorschlag ein, die alte Köbau-Rotationsmaschine zur Vierfarbmaschine auszubauen.

1969: 22. August: Der erste Vierfarbdruck auf der Köbau-Maschine wird erfolgreich ausgeführt. Sechs Wochen lang müssen für die SLZ Vierfarbdrucke in Trier vorgedruckt werden, da die neue Albert-Rotationsmaschine in Saarbrücken noch nicht betriebsbereit ist. Die Verlegung von TLZ und Paulinus nach Saarbrücken erfolgt nicht.

1970: Oktober: Erneuerung der Antriebsanlage an der Köbau-Rotation. Der alte Antrieb war zwischenzeitlich zweimal ausgefallen. Es wird ein tyristorgesteuerter Gleichstrommotor mit Keilriemenantrieb eingebaut.

1971: 30. März: Die erste Paulinus-Ausgabe mit einem ganzseitigen vierfarbigen Titelbild wird auf der Köbau gedruckt.

1971: Abbruch und Verschrottung der Vomag-Rotationsmaschine. Sie stand 58 Jahre in der PD.

1972: Die finanziellen Belastungen durch die Investitionen in Saarbrücken sowie die Kosten für die Herstellung der SLZ und der TLZ übersteigen den zumutbaren Rahmen. Das Bistum ist nicht mehr bereit, jährlich bis zu 4 Millionen DM zuzuschießen. Beide Zeitungen werden an die Saarbrücker Zeitung verkauft.

1972: 21. April: Die SLZ wird eingestellt. Die TLZ wird in Trier unter der Regie der Saarbrücker Zeitung in der Paulinus-Druckerei weitergedruckt. Ein Teil der Belegschaft in Trier wird an die Saarbrücker Zeitung übergeben. Die neue Albert-Rotationsmaschine in der SDV wird nach drei Jahren Betriebszeit stillgelegt.

1972: Fünf Zahnräder in der Köbau-Rotationsmaschine müssen ausgewechselt werden. Der Schaden wurde früh genug erkannt. Dadurch ist kein Produktionsausfall entstanden.

1973: Januar: Der Paulinus-Druckerei ist es mit Hilfe ihres geistlichen Beirats, Herrn Pfarrer Leo Schwarz, gelungen, den Druckauftrag der Wochenzeitung "Das Parlament" nebst Beilage zu erhalten. Aus Hamburg werden ein Transporteur mit Paketausleger, zwei Einsteckmaschinen und ein Sammelhefter übernommen. Ein Gabelstapler mit Rollenklammer kann ebenfalls zum Schrottpreis übernommen werden. Eine Einsteckmaschine, der Paketausleger und der Gabelstapler sind noch bis zum Ende der Rotation und Versand in Betrieb. Beim Druck der ersten Beilage entsteht ein ernsthafter Maschinenschaden. Im jahrelang nicht benutzten 3. Falz fällt ein Schneckenrad aus. Der Rotationshelfer Helmut Jung baut sich eine Vorrichtung, mit deren Hilfe es ihm gelingt, auch den Rest der zu druckenden Auflage von der Maschine abzunehmen. Es entsteht kein Produktionsausfall. Das Schneckenrad kann durch die Firma Seilwindenbau Werner in Trier erneuert werden. Auf der Köbau werden nun täglich 18.000 bis 21.000 Ex. TLZ, wöchentlich 21.000 Ex. Sonntagsbeilage, 115.000 Ex. Paulinus, 105.000 Ex. Parlament und 115.000 Ex. Beilage zum Parlament gedruckt.

1974: 31. März: Die Saarbrücker Zeitung stellt das Erscheinen der TLZ ein. Etwa 100 Mitarbeiter verlieren in Trier ihren Arbeitsplatz. Die älteren Mitarbeiter werden durch einen Sozialplan in den Vorruhestand geschickt, die übrigen Mitarbeiter, die bei der Saarbrücker Zeitung beschäftigt waren, müssen nach Saarbrücken. Die Stereotypie ist dadurch nicht mehr besetzt. Die Rotationsmitarbeiter der Paulinus-Druckerei, Zimmer und Jung, übernehmen zusätzlich die Plattenherstellung.

1975: 29. April: Es erscheint eine Festausgabe zum 100-jährigen Bestehen des Paulinus, Umfang 68 Seiten mit Umschlag.

1975: Die technische Entwicklung in der Setzerei macht auch eine Umstellung im Rotationsbereich erforderlich. Vom Fotosatz lassen sich keine Matern prägen und damit auch keine Bleiplatten mehr gießen.

1977: Der Aufsichtsrat beschließt, die wenig gebrauchte, acht Jahre alte 32-seitige Albert-Rotationsmaschine aus Saarbrücken nach Trier zu holen. Sie soll auf photopolymere Platten umgerüstet werden. Die Albert-Rotationsmaschine hat zwei Druckwerke mit je einem Eindruckwerk auf dem Widerdruck für Buntfarben und einen Falzapparat. Der Platz für einen zweiten Falzapparat ist vorgesehen. Ebenfalls vorgesehen ist der Ausbau des zweiten Druckwerkes zum Vierfarbdruckwerk. In der bisherigen Ausführung ist ein Vierfarbdruck nur über beide Druckwerke möglich, wobei zwischen den ersten beiden und den letzten beiden Farben eine Papierstrecke von 28 m liegt. Die Übertragung der Albert-Rotationsmaschine von Saarbrücken nach Trier ist die billigste Lösung, den Erfordernissen der Zeit gerecht zu werden. Die Maschine ist in einem relativ schlechten Zustand. Buntfarbkästen und Plattenzylinder sind durch unsachgemäße Behandlung stark beschädigt. Teile der Buntfarbkästen sind irreparabel und können nur notdürftig instand gesetzt werden, ein Handicap, daß bis zum Betriebsende der Maschine nicht behoben wurde.

1977: Dezember: Die Albert-Rotationsmaschine wird in Saarbrücken abgebaut und in Trier in einem Neubauteil aufgestellt. Seit Anfang des Jahres wurde bei laufender Produktion um und über der alten Rotations- und Versandabteilung eine neue Halle gebaut. Die Belastungen der Rotations- und Versandmitarbeiter waren enorm. Besonders, als die neue Halle bei laufendem Druck- und Versandbetrieb über den bisherigen Gebäuden errichtet und gleichzeitig die alten Gebäudeteile abgerissen wurden. Nicht nur Kälte und Zugluft machten der Mannschaft zu schaffen, es regnete an manchen Tagen herein und die Maschinen mußten unter Plastikplanen betrieben werden. Die tonnenschweren Bauteile der neuen Halle wurden bei laufender Produktion über den Köpfen der darunter arbeitenden Mitarbeiter aufgestellt. Für den Neubau der Halle sowie das Umstellen der Maschine von Saarbrücken nach Trier einschließlich der Umrüstung auf photopolymere Platten und einer neuen Plattenfertigung werden insgesamt 1..200.000 DM investiert.

1978: 4. April: Der erste Paulinus wird auf der Albert-Rotationsmaschine gedruckt. Die Auflage beträgt 110.000 Ex.

1978: Mai: Die Köbau-Rotationsmaschine wird abgebrochen und verschrottet. Sie stand 41 Jahre in der PD. Der relativ neue Antrieb der Köbau wird an der Rotationsmaschine in Neunkirchen installiert. Die Stereotypie-Einrichtung geht ebenfalls nach Neunkirchen.

1978: Juni: Die Abteilung Rotation übernimmt die Verwaltung des Rollenpapierlagers. Im Vertrag mit der Bundeszentrale für politische Bildung ist ein Papierzuschuß von 7 % ausgehandelt worden. Darin enthalten sind der Makulaturanfall an der Maschine, der Zuschuß für Weiterverarbeitung und Versand sowie auch alle Papierschäden durch Transport usw. Der tatsächliche Papierbedarf lag über diesem Zuschuß. Der Rotationsabteilung ist es gelungen, durch sorgfältigen Umgang mit dem Werkstoff Papier nicht nur mit den 7 % auszukommen, sondern auch noch Papier einzusparen. 1982 wurde der Zuschuß auf 6 % reduziert. Trotzdem konnte noch weiter Papier eingespart werden. Von Juni 1978 bis Dezember 1995 konnten insgesamt 512.826 kg oder 576.269 DM eingespart werden.

1980: 3. Oktober: An den Farbwerken der Albert-Rotation entsteht ein Schaden von ca. 50.000 DM. Durch sorgfältiges Nachprüfen kann der Leiter der Rotation der Farbenfabrik Gebr. Schmidt, Köln, nachweisen, daß durch Sandrückstände in der Schwarzfarbe der Schaden entstanden ist. Gebr. Schmidt übernimmt daher 30.000 DM der Reparaturkosten. Es wird ein Farbfilter angeschafft, und die Farbtanks werden gereinigt.

1982: 7. Januar bis 5. März: Die Farbwerke werden repariert. Damit kein Produktionsausfall entsteht, wird ein genauer Zeitplan mit der Maschinenfabrik Albert, Frankenthal, vereinbart. Teile der Maschine müssen nach Frankenthal zum Überarbeiten.

1984: 6. Oktober: Die Auflage des Paulinus ist seit Anfang des Jahres deutlich unter 100.000 Ex. gesunken. Die Mitarbeiter der Rotation machen sich Sorgen. Sie arbeiten Vorschläge zur Verbesserung des Erscheinungsbildes des Paulinus aus, die auch mit der Albert-Rotation zu verwirklichen sind. Kernpunkt der Vorschläge ist die Weiterverarbeitung des Paulinus durch einen Sammelhefter. Außer Heften und Beschneiden ergeben sich daraus viele Möglichkeiten der Layoutgestaltung und durch Vordrucke eine bessere Anpassung der Seitenzahl und der Farbdisposition. Ein weiterer Vorschlag betraf den Druck eines Fernsehprogramms in der Form der Beilage zum Parlament. Auf die Vorschläge erfolgte keine Reaktion. Jahre später greift der Chefredakteur des Paulinus, Herr Willi Thomes, den Vorschlag Fernsehprogramm wieder auf. Unter dem Stichwort "Thomespapier" wird er in den Verlagen der deutschen Bistumspresse bekannt. Seit Juni 1993 druckt der Verlag U. E. Sebald in Nürnberg ein solches Fernsehprogramm für mehrere deutsche Bistumsblätter, u.a. auch für den Paulinus.

1985: Die Abteilung Rotation der Paulinus-Druckerei nimmt an einem internationalen Wettbewerb der Firma BASF-Nyloprint teil. Über 80 Firmen stellen sich mit ihren Produkten über mehrere Wochen einer unabhängigen Jury. Mit der Zeitung "Das Parlament" konnte die Rotationsabteilung in der Kategorie 5 - Wochenzeitungen - den 2. Preis erringen.

1986: Beim zweiten Wettbewerb der BASF-Nyloprint konnte die Rotationsabteilung diesmal den 2. Preis für "Das Parlament" und den 2. Preis für den "Paulinus" erringen. Trotz der nachweislich guten Druckqualität gelingt es in den folgenden Jahren nur selten, weitere Druckaufträge für die Rotation zu gewinnen.

1989: Über der Rotations- und Versandhalle wird ein zweites Geschoß zur Erweiterung des technischen Betriebs errichtet. Im Rahmen dieser Erweiterung wird der Versandraum um ein Viertel verkleinert. Ein reibungsloser Ablauf des Versands der Rotationsprodukte ist nicht mehr möglich.

1992: Es werden Überlegungen angestellt, den Rotationsdruck in der Paulinus-Druckerei im Rahmen von "Paulinus 2000" auf Rollenoffset umzustellen. Die Beraterfirma Stöger und Partner rät von der Anschaffung einer neuen 32- oder 48-seitigen Rollenoffsetmaschine ab, da sie sich nicht rechnen läßt.

1993: Die Firma Print Media wird als Beraterfirma engagiert.

1993: 26. November: In einer Besprechung im Rahmen von "Paulinus 2000" gibt der Chefredakteur des Paulinus, Herr Willi Thomes, den Beschluß des Aufsichtsrates bekannt, daß der Paulinus innerhalb der nächsten zwei Jahre im Rollenoffset gedruckt werden soll. Ist dies innerhalb des Konzerns nicht möglich, muß der Druck anderweitig vergeben werden. Die Forderungen der Redaktion für den Paulinus lauten: Neu gestyltes Erscheinungsbild - durchgängige Vierfarbigkeit - halbes rheinisches Format - geheftet und beschnitten.

1993: 10. Dezember: Es soll ein Plan erstellt werden, der den Druck aller Rotationsprodukte des Konzerns, Paulinus, Parlament mit Beilage und der Anzeigenblätter aus Neunkirchen auf der Albert-Rotationsmaschine in Trier ermöglicht.

1994: 14. Januar: Der Entwurf eines Plans, der den Druck aller Rotationsprodukte des Konzerns auf der Albert-Rotation in Trier ermöglicht, wird vorgelegt. Es ergeben sich einige Verschiebungen bei der Auslieferung der Neunkirchener Anzeigenblätter und beim Redaktionsende des Paulinus.
Der Plan wird rundweg abgelehnt. Selbst wenn man die terminlichen Änderungen in den Griff bekäme, wäre nach Ansicht der Geschäftsleitung von Neunkirchen Qualität und Kosten nicht zufriedenstellend.
Die Beraterfirma Print Media war außerdem der Auffassung, daß es mit der Albert-Maschine terminlich und organisatorisch nicht möglich ist, alle Produkte in Trier zu drucken. Sie schlägt da­her die Anschaffung einer 20seitigen einfachbreiten und Einfachumfang-Rollenoffsetmaschine Cromoset von MAN Plamag aus Plauen vor. Gleichzeitig legt sie auch detaillierte Produktions- und Schichtpläne vor.
Die Cromoset von Plamag ist im Umfang nur halb so groß wie die Maschine in Trier, dafür aber doppelt so schnell. Viele Produkte benötigen einen Vordruck. Damit sind die Zeitvorteile oft wieder aufgehoben. Wegen der hohen Investitionskosten und den damit verbundenen Abschreibungs- und Kapitalkosten ist nach Auffassung von Print Media und der Geschäftsleitung der PD die Anschaffung einer solchen Maschine nur gerechtfertigt, wenn die Mitarbeiter der Rotation bereit sind, mit einer starken Unterbesetzung in einer Schicht alle Rotationsprodukte des Konzerns zu drucken.
Unter dem Druck, daß durch Fortfall der Rotationsprodukte in der PD etwa 30 Arbeitsplätze verloren gehen, wird zwischen dem Betriebsrat, den Rotationsmitarbeitern und der Geschäftsleitung die vorläufige Einigung erzielt, mit der Hälfte der tariflich vorgesehenen Besetzung die Maschine zu fahren.

1995: 22. März: Der Aufsichtsrat beschließt die Anschaffung der Rollenoffsetmaschine Cromoset von MAN. Die Maschine soll jedoch statt in Trier in Saarbrücken aufgestellt werden. Begründung: Der enge Raum in der Paulinus-Druckerei würde eine Weiterentwicklung im Bogendruck behindern. Besonders die von Print Media vorgeschlagene Versandabteilung würde den Rahmen sprengen.

1995: 6. Juli: Durch Vermittlung des Bischofs ist es dem Betriebsrat der Paulinus-Druckerei möglich, einen Sozialplan für die betroffenen Mitarbeiter im technischen Bereich zu vereinbaren. Es handelt sich zu diesem Zeitpunkt um 32 Mitarbeiter, die zum größten Teil ihren Arbeitsplatz verlieren. Ein Teil kann umbesetzt werden und für einige wird eine Vorruhestandsregelung vereinbart.

1995: 6. Juni bis 19. Juli: Die Rotationsmaschine in Neunkirchen fällt wegen Getriebeschadens aus. Die Anzeigenblätter werden ohne weitere Vorbereitungszeit in Trier auf der Albert-Rotation gedruckt. Alle Rotationsprodukte des Konzerns werden nun für sieben Wochen während der Reparaturzeit der Neunkirchener Maschine in Trier gedruckt.

1995: Oktober: Die neue Rollenoffsetmaschine Cromoset wird in Saarbrücken aufgestellt. Die Aufstellung der Versandmaschinen verzögert sich. Für die neue Rotationsmaschine, eine gebrauchte Versandanlage und die nötigen Umbauten werden insgesamt 8.700.000 DM investiert.

1995: 16. Oktober: Beginn der Abwicklung der Rotationsabteilung in Trier. Der erste Farbtank wird außer Betrieb genommen. Die Farbpumpe wird demontiert und an die Rotationsmaschine zum Betrieb eines Farbcontainers installiert.

1996: 5. Januar: Die letzte Ausgabe der Beilage des Parlaments wird gedruckt.

1996: 8. Februar: Die letzte Ausgabe des Parlaments wird gedruckt.

1996: 14. Februar: Die letzte Ausgabe des Paulinus wird gedruckt. Die Auflage beträgt 66.700 Ex. Mit der Unterbrechungszeit durch das NS-Verbot und der Zerstörungen des 2. Weltkrieges wurde der Paulinus fast 121 Jahre in der Paulinus-Druckerei in Trier gedruckt.
Die Paulinus-Druckerei in Trier hat dem Namen nach und auch im Sinne ihres Gründers Georg Friedrich Dasbach aufgehört zu bestehen.

1996:  März: Die Albert-Rotationsmaschine wird abgebrochen und verschrottet. Sie wurde fast 27 Jahre alt. Davon war sie 18 Jahre in der Paulinus-Druckerei in Betrieb.
-Ende der Abteilung Rotation in der Paulinus-Druckerei.

Gerd Zimmer
Letzter Leiter der Abteilung Rotation in der Paulinus-Druckerei, Trier

Quellen:



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