FAMILIENGESCHICHTE(N)
Der Neuhofer Münzfund Anno 1797
Auf der Suche nach dem verlorenen Schatz
Tatort Neuhof - Eine wahre Geschichte
In Neuhof gab es schon 1797 einen Münzfund, der sogar eine
Gerichtsverhandlung zur Folge hatte !
Eine der interessantesten Begebenheiten der Neuhofer Geschichte.
Der Tathergang :
Anna Maria Stillger, die bei Johannes Bund in Stellung war, reinigte nach dem Waschen am
Aarbach ca. 20 m entfernt vom Henkershaus die Töpfe mit Bachsand. Auf einmal fühlte sie
zwischen dem Sand ein altes verschmutztes Geldstück. Das von dem Hochwasser
ausgeschwemmte Mauerwerk des an dem Bach liegenden Viehstalles oder der Scheune des
Scharfrichters Busch zeigte eine Vertiefung in dem Fundament, das einen steinernen Topf
mit Geldstücken beinhaltete. Während Anna Maria den Goldschatz begutachtete, hatte sie
schon eine Mitwisserin, denn auf der Brücke stehend beobachtete die Ehefrau von Carl Ott,
wie Anna Maria die ersten Münzen reinigte. Sie gab der Otten den ersten kleinen Täler,
dem noch 14 weitere folgen mussten, um der Otten das Schweigen beizubringen. Mit David
Gros stellt sich nun noch ein weiterer Zuschauer ein, der auch 4 Münzen erhielt. Den Rest
trug Anna Maria in der Schürze nach hause, um den Fund bei Frau Bund abzugeben. Ein
Geldfund mit zwei Mitwissern ist nicht lange zu verheimlichen und es dauerte auch gar
nicht lange, um aus Neuhof ein Irrenhaus zu machen. Heinrich Busch, der derzeitige
Scharfrichter und Amtsperson meldete den Vorgang dem Bürgermeister Kilian und erhob
Anspruch auf den Fund, da er in seinem Stalle gefunden wurde. Heinrich Busch gab bei dem
Bürgermeister an, dass seine Vorfahren dieses Geld im Schwedenkrieg versteckt hätten,
womit er der Besitzer sei. Bürgermeister Kilian registrierte vorerst 50 Geldstücke und
nahm sich nochmals die Magd vor, die dann noch weitere 60 Münzen übergab. Bürgermeister
Kilian verfasste einen Bericht und übergab diesen mit den 110 Münzen dem fürstlichen
Amt in Idstein. Für die Verhandlung in Idstein wurden Schultheiss Kilian, Scharfrichter
Busch, David Gros, Johann Bunden Frau, Carl Otten Frau und Anna Maria Stillger vorgeladen.
Wie mag die Geschichte weitergegangen
sein ?
Wie würden Sie entscheiden ?
Bevor man bei der Gerichtsverhandlung am
6.7.1798 in die Beweisaufnahme trat, wurden die Frauen verpflichtet, die Wahrheit zu
sagen. Anna Maria Stillger zauberte daraufhin einen Pack Silbermünzen aus ihrem Sack, der
74 Münzen beinhaltete. Die Bundsche Ehefrau gab auch noch ein Geldstück zurück. Es
wurden dann insgesamt 261 Münzen festgestellt, wobei die meisten um 1680 geprägt waren
und die Aussage des Scharfrichters Busch, dass dieses Geld von seinen Vorfahren im
Schwedenkrieg versteckt wurde, entkräftet war. Weiterhin wurde bezeugt, dass von Kindern
schon einmal 6 Bätzer gefunden wurden. Scharfrichter Busch musste den Beweis bringen, dass
seine Vorfahren bereits seit 100 Jahren Besitzer seiner Hofreite waren, und er konnte
diesen Beweis in der Sitzung vom 6. Juli 1798 durch das Neuhofer Kirchenbuch erbringen.
Am 24. Juli 1798 kam es zum Urteilsspruch des fürstlichen Oberamtes Idstein. Danach
wurden von dem Geld Heinrich Busch 123 Stück und Anna Maria Stillger 133 Stück
übergeben. Letztere übergab dem David Gros 1 ganzen und einen halben Taler, Carl Ottens
Ehefrau 6 ganze und 6 halbe Taler und wurde zugleich angewiesen der Bundischen Tochter
noch ein 9 Batzer Stück zu geben.
Der Neuhofer Münzfund Anno 1977
1977 folgt dann der nächste Neuhofer Münzfund. Paul Berghäuser fand
bei Renovierungsarbeiten im Henkershaus 183
Gold- und Silbermünzen aus dem Besitz des Henkers Johann Leonhard Busch.
Auszug aus :
"Chronik zue Newenhoiff" des Neuhofer Geschichts- und Heimatforschers Heinz
Silbereisen
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