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Kappensäger ( Lophodytes
cucullatus )
Lebensweise:
Kappensäger bewohnen in den
südlichen Teilen der nordamerikanischen Borealzone von Hochwald gesäumte
oder durchsetzte Sumpf - und Auengewässer, Waldseen und
ruhige Fließstrecken der Flußläufe. Als höhlenbrütender Entenvogel
konkurriert die Art vielerorts mit der Braut - , Schell - , Büffelkopf -
und Spatelente, aber auch mit dem Gänsesäger; eine geringe Siedlungsdichte
ist die Folge. BELLROSE (1976) schätzt den Gesamtbrutbestand auf nur 76 000
Altvögel.
Während des Winteraufenthaltes auf Flüßen, in Flußmündungsgebieten und
ruhigen Brackwasserbuchten entlang der atlantischen und pazifischen Küste
beginnen Balz und Paarung. Der Frühjahrszug setzt ab Mitte Februar in den
Südstaaten ein, stärkster Durchzug in Virginia zwischen 10. März und 20.
April (STEWART 1962). In kleinen Gruppen treffen die gepaarten Kappensäger
mit der Eisschmelze in den Brutgewässern um die April - Mai - Wende im
Norden ein. Brutplatzwahl und Kampf um die Nisthöhle intensivieren die
Balz, die dann mit Legebeginn schnell ausklingt. Eiablage, regional
gestaffelt zwischen letzter Aprildekade und Mitte Juni, erfolgt in
Baumhöhlen, mehrere Meter hoch und unter Umständen weit entfernt vom
Wasser. Vollgelege enthalten 6 - 12 rundliche, glänzend weiße Eier.
Brutdauer 30 - 32 Tage, doch bezeichnet JOHNSGARD (1978) die lange Periode
von 32 - 33 Tagen für arttypisch. Die Kükenbetreuung erfolgt durch das
Weibchen im Flachwasser des äußern Vegetationssaumes. Die Jungsäger sind
mit etwa 70 Tagen flugfähig, werden jedoch vorher vom Weibchen verlassen,
das zu mausern beginnt. Ab September erfolgen die Abwanderungen in
küstennahe Regionen und die Mauser in die Alters - und
Prachtkleider.Kappensäger sind mit knapp zwei Jahren geschlechtsreif.
Nahrung in der
Natur:
Sie besteht in den Wintermonaten
vorwiegend aus Fischchen, im Sommer aus Wasserinsekten und deren
Larven, Kleinkrebsen und zu einem gewissen Anteil aus Pflanzenteilen,
die nicht nur zufällig aufgenommen werden.
Haltung und
Zucht:
Das Interesse am Kappensäger wurde
durch die Bemühungen von Ch.PILLINGS, Seattle, USA, eingeleitet, der mit
viel Mühe verletzte Altvögel eingewöhnte und 1956 erstmals damit 5 Junge
aufzog; 1959 gelangten die ersten Paare in den Wildfowl Trust und in
englische Privatsammlungen, wo 1962 die Zucht gelang (COPLEY 1962 und
1964). WIENANDS, Viersen, BRD, erwarb die Art im Herbst 1969 und zog mit
ihnen 1974 erstmals 6 Junge auf. Etwa seit dieser Zeit fand der Kappensäger
in Westeuropa eine rasche Verbreitung in Privatanlagen und großen Zoos. Die
Haltung des Kappensägers ist im Schwierigkeitsgrad etwa dem der Schellente
gleichzustellen. Als Grundnahrung erhalten sie Pelletfutter und Weizen, als
Leckerbissen und in besonderen Situationen (Legeperiode, Mauser, starker
Frost, Eingewöhnung) zusätzlich Garnelen oder Mehlwürmer. Frischfisch ist
nicht erforderlich.
Die Zucht gelingt heute mit der Mehrzahl der Paare, jedoch regelmäßiger mit
3 - und 4jährigen, seltener mit knapp 2jährigen Tieren. Für die Eiablage
eignen sich relativ enge Nisthöhlen (Schlupfloch ab 8,5 cm Durchmesser,
Bodenfläche um 20 cm Durchmesser). Legebeginn zwischen 1. und 28. April.
Gelegt wird in etwa 1,5 tägigen
Intervallen. Nachgelege sind die Ausnahme. Den frisch geschlüpften Küken
ist eine sorgfältige Futterauswahl anzubieten, unter Umständen sind sie in
den ersten Tagen zu stopfen, bis sie auch sich nicht bewegensde Nahrung
finden. Danach kann auf eine normale Pelletfütterung umgestellt werden.In
der Anlage von KOLBE wuchsen zwischen 1981 (Erstzucht in der DDR) und 1983
15 Kappensäger heran.
Die Befiederung verlief wie folgt: 13. - 15. Tag Entfaltung der
Steuerfedern, 23 - 25. Tag der Schultern - und Flankenfedern, ab 30. Tag
der Schwingen. Die volle Befiederung erlangten sie zwischen dem 48.
und 51. Tag. Ab 8. Woche zeigt sich eine sehr langsam verlaufende
Aufhellung der Iris beim Erpel. Die jungen Männchen, die sich im Spätherbst
deutlich in Irisfärbung von den gleichalten Weibchen unterscheiden,
beginnen ab Dezember mit den Balzposen und -rufen, die jedoch von den
Weibchen erst im 2. Winter durch Hetzen und Hetzrufe beantwortet werden.
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