...And Justice for All
Die Songs im Einzelnen

1. Blackened:    Cool verzerrtes Intro dann setzen Ulrichs Drums ein und zusammen mit den Gitarren wird der treibende Sound kreiert. Der Refrain glänzt mit Double Bass und starken Gitarren. Nach zweieinhalb Minuten ein Tempowechsel, der es in sich hat. Die apokalyptischen Lyrics werden von den Instrumenten (bis auf den Bass, der kaum zu hören ist) optimal unterstützt. Gegen Ende weitere Tempowechsel, die Spaß machen! Genial!!!

2. ...And Justice for All:    Wieder mal ein erstklassiges Gitarrenintro, in das sich die Drums anschließend perfekt einfügen. Allein das könnte ich mir stundenlang anhören. Dann kommt das ganze in Fahrt. Die Vocals-Instrumente-Kombination ist genial bis auf "Find it so grim so true so real", was nach einiger Zeit irgendwie stört. Auch hier wieder Tempowechsel, das einem schwindelig wird. Spieltechnisch Weltklasse!

3. Eye of the Beholder:    Langsames Fade-In-Intro das gleich den Rythmus vorgibt. Dazu schrammelnde Gitarren. Interessante Lyrics, gute Stimme, guter Song.

4. One:    Jaaa! DER Song überhaupt. Hier stimmt einfach alles. Eine Tour de Force mit seltsam spukiger Melodie, Depression hervorrufenden Lyrics und einer durchdachten Songstruktur vom ruhigen aber beängstigenden Anfang bis zur alles überragenden "Machinegun"-Sektion und dem nachfolgenden wilden Gitarrensolo. Mein All-Time-Favorite ! Auch das Video ist genial!!!

5. The Shortest Straw:    Sehr guter, treibender Song mit den für AJFA typischen Tempowechseln. Allein der Refrain ist etwas fade. Im Restteil ist der Speed höher. Sehr guter Mittelteil!

6. Harvester of Sorrow:    Nach "One" der zweitbeste Song des Albums. Das Intro ist unglaublich gut gelungen und wird von den Drums bestimmt. Insgesamt eher Midtempo, aber ziemlich heavy. Hetfields Stimme scheint hier besonders in Form zu sein. Er verleiht dem Song eine unwahrscheinliche Aggressivität. Im Instrumentalteil wieder einmal hochkompliziert aber perfekt gespielt.

7. The Frayed Ends of Sanity:    Lustiger Anfang mit nordisch anmutenden Vocals, dann nimmt der Song fahrt auf. Anspruchsvolle Songstruktur und so ziemlich die besten Lyrics des Albums.

8. To Live is to Die:    Geniales Instrumentalstück, das "Orion" durchaus das Wasser reichen kann. Was die vier hier mit ihren Spielgeräten veranstalten verdient höchsten Respekt. Perfekt durchdacht, irre strukturiert und makellos gespielt. Leider wirkt das Ende ein wenig abgeschnitten.

9. Dyers Eve:    Wow, was für ein Abschluß dieses Albums. Hier wird das Gaspedal noch mal ganz durchgetreten. Dazu eine passend verzweifelte Stimme von Hetfield. Genial!!!
 
Fazit:

And Justice for All könnte leicht und locker das beste Metallicaalbum sein. Allerdings fällt sofort beim ersten Hören die grottenschlechte Produktion auf, die diese genialen Songs überschattet. Manchmal sirren die Gitarren zu dünn, die Drums klicken mehr als daß sie donnern und Newsted's Bass geht größtenteils völlig unter. Man stelle sich AJFA mit der Hochglanzpolitur von Load oder TBA vor. Das wäre dann wirklich der Oberhammer, denn was hier an Songs vorliegt ist überragend. Jeder einzelne ist sehr komplex und anspruchsvoll strukturiert und zeigt Metallicas ganzes Spieltalent. So gehört AJFA ganz klar in die Top3 meiner persönlichen Album-Favs.


1998-2000 Hansi Stewering