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Die Interpretationen stammen von den lieben Leuten aus dem Diskussionsforum, alle Credits gebühren ihnen.
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Die Songs im Einzelnen

7. Bleeding Me:

von Verena:
Also, ich denke auch, daß das lyr. Ich sich in einer vertrackten Situation bzw. Lebenslage befindet. Ob das eine Beziehung ist oder irgendetwas anderes ist hier vielleicht nicht einmal relevant. Die Lyrics lassen einen breiten Interpretationsspielraum und dies ist vielleicht sogar beabsichtigt. Ich weiss nicht, ob James Scheidung zu diesem Zeitpunkt schon vollzogen war oder noch bevorstand. Vielleicht ist dies ein Motiv. Aber wie gesagt, ich denke nicht, daß der Sinn und Zweck dieses Liedes ist, in welcher Situation sich das lyr. Ich befindet, sondern daß und wie es ihr entfliehen kann. Die ersten vier Verse bauen sich graduell aus der jeweils ersten bzw. vorhergenden Zeile auf. D.h. erst wird gesagt: "I'm digging my way", dann: "I'm digging my way to something" usw. bis die letzte Zeile steht. Da das lyrische Ich seinen Weg gräbt, bedarf es Anstrengung und mehrerer Versuche um zum Ziel zu gelangen. Vielleicht weiß es auch nicht wohin es graben soll. Daher vielleicht der Aufbau in den 3 Zeilen. Daß der Weg nach oben gegraben wird, muß nicht unbedingt sein. Es kann ja auch ein Weg in die Erde gegraben werden. Im übertragenen Sinne: Wir sind aus Erde entstanden, und das lyrische Ich möchte zu ihr als sein Ursprungsort zurückkehren. Nicht im Sinne von Suizid, sondern, daß er sein Ich wiederentdeckt, seine Wurzeln und sein Selbst-Bewußtsein wiederfindet. Vielleicht hat er sich auf seinem bisherigen Lebensweg so weit von sich selbst entfernt, daß er den Weg zurücksucht. Wiederverwurzelung quasi. Bei den Kelten galt die Unterwelt als ein sehr positiver Platz, so vielleicht auch für das lyrische Ich. "I'm pushing my way to something better": Auf jede Fall möchte das lyr. Ich Besserung erfahren. "I'm pushing my stay to something better": Das Leben auf Erden ist uns nur einmal vergönnt. Von daher möchte der Protagonist den Rest seines Lebens nicht in einer Misere fristen sondern das Problem lösen. Vielleicht besteht ein Zusammenhang zwischen 3. und 4. Strophe. Aus den Samen die er gestreut hat ist ein Baum entstanden. Doch dieser Baum, für dessen Entstehung er selbst, der Protagonist, verantwortlich ist, wird ihm jetzt zur Behinderung und sogar zur Gefahr. Er hat sich ins eigene Fleisch geschnitten, denn:" This thorn in my side is from the tree I've planted/It tears me and I bleed". Wenn aber die 3. Strophe unabhängig von der 4. betrachtet wird, dann sind die Samen eventuell Personen, Dinge oder Situation die das Potential in sich tragen etwas Positives hervor- zubringen. Vielleicht sind es auch Eigenschaften oder Begabungen des lyr. Ichs. Auf jeden Fall etwas Bestimmtes, was er in seinem Leben empfangen hat und jetzt, in einer Notsituation zum Einsatz bringt, auf daß es oder sie ihm helfen mögen aus seiner negativen Lage herauszufinden. Der Baum ist wiegesagt etwas, was das lyr. Ich für positiv hielt, ihm aber jetzt schadet, oder das lyrische Ich hat genau dies eingeplant. Diesen Baum als letzte Instanz, das Supermittel, wenn nichts mehr hilft. Es kalkuliert Verletzungen ein, somal Veränderung meistens sowieso eine gewisse Art von Schmerz in sich bergen. Auf jeden Fall will es, daß der ganze Müll seiner schmerzenden Seele, alles Negative, ihn Belastende, aus ihm herausgeschwemmt -ausgeblutet- wird. Interessant ist, daß dieser Dorn des Baumes ihn nicht z.B. in den Kopf trifft oder mitten ins Herz, sondern in die Seite. An der Seite trug auch Jesus eine Wunde (weiß nicht ob diese zu den Stigmata gehört). Es kann natürlich sein, daß James eine solchen Vergleich nie beabsichtigt hat, dennoch würde es mich nicht verwundern, wenn man an seine Jugend, andere Lieder oder das "Until it Sleeps" Video denkt. Da stellt sich nun die Frage, was das Ganze, wenn auf dieser Schiene beabsichtigt, bedeuten soll. Jesus hat mit seinem Tod das Größte Opfer der Mensch- heitsgeschichte gebracht, welches nicht überboten werden kann. Vielleicht ist das Opfer, daß das lyrische Ich mit dem Ausbluten bringen muß, das für ihn Größte. Zwar kotzt es seine Situation an, hängt aber doch an ihr, da sie nicht durchweg negativ war. Ansonsten wäre das Ausbluten kein Opfer. Da der Protagonist sich unter über ihn hinwegrollenden Rädern gefangen sieht, wieder eine -wie ich finde- sehr beeindruckende und starke Metapher für seine Krise, will er sich aus ihr befreien. Der "leech", der Blutegel, soll ihm beim Ausbluten helfen. Die Medizin hat ja bekanntlich den heilenden Nutzen der Blutegel entdeckt. Was dieser "leech" genau sein soll ist meiner Meinung nach auch nicht so wichtig, genausowenig wie die Situation in der sich der Protagonist befindet. Pauschalisierung dann natürlich auch hier. Hauptsache er hat ein Mittel zur Heilung gefunden, das ist das Einzige was zählt. "I take the leash that's leading me": er packt das Problem an. Anstatt sich weiter, wie ein Hund, an der Leine führen zu lassen und sich von der Situation beherrschen zu lassen, nimmt er selbst die Zügel in die Hand und erlangt wieder die Kontrolle über sein Leben. "I am the beast that feeds the beast/I am the blood I am release". Irgendwo ein Paradoxon, be- deutet aber im übertragenen Sinne vielleicht, daß er nicht die ganze Schuld für sein Problem oder seine Probleme von sich fortschiebt, sondern durchaus sieht, daß er nicht ganz unschuldig ist. Vielleicht nach dem Motto: What comes around goes around. Was man also austeilt kommt garantiert irgendwann zurückgeschmettert. Bist du nicht Teil der Lösung, bist du Teil des Problems. Zwar ist er das Blut, welches verdorben ist und lauter Abfall in sich birgt, er ist aber auch die Erlösung, weil er stark genug ist zu kämpfen und sich eventuell zu befreien. "Come make me pure/Bleed me a cure": zwar versucht er sich selbst zu befreien, weiß aber, das dies nicht ganz gelingen wird, daher sucht er die Lösung noch woanders (Rückführung zu "leech").

14. The Outlaw Torn:   

von Marlene:
Ich habe mir das Lied mal genauer angschaut und bin dabei auf folgendes gekommen! Für mic ist es eine Suche, eine Suche nachdem Partner, einer Liebe, die alle Grenzen sprengt und auch ein Leben. Es ist die Suche nach einem leben, was er gerne führen würde, aber aus irgendeinem grund ich führen kann! Der Protagonist will die Zeit auch still stehen lassen, er will sein Ziel suchen und er sucht cshon lange, doch die zeit läuft! Die Zeit arbeitet gegen ihn! Vielleicht möchte er sich allem hingeben, den Schönheiten des Lebens, bzw. Dem sinn des Lebens, es ist wiederum in der Liebe zu suchen, er will sich dieser alles zerfrssenden Liebe hingeben, soweit hingeben, daß alles andere egal wird, nichts ist mehr wichtig! I'd rather die behind the wheel, liber sterben hinter dem Rad. Dem rad der Zeit? Das rad wird sich immer weiter drehen, wie die Zeit, das Leben, das Leben rollt weg, wie ein Rad, das möchte er nicht, er möchte nicht der Zeit zum Opfer fallen, wie wir doch alle irgendwie ihr zum Opfer fallen. Der Streß der heutigen zeit, dem möchte er entfliehen! Ebenso, wie Hannes schon sagte steckt Wut in dem Lied, es ist als wäre man betäubt genau das will der Protagonist nicht, betäubt werden durch Alltäglichkeiten! Er sucht seinen zweiten Part! Er würde für ihn (sie) alles geben hat es womöglich schon getan, aber ihm wurde nichts zurückgegeben, oder nicht in dem Maße! Er versucht es aufzuhalten, mit seiner Wut, er versucht es zu zerstören! Sie half ihm diese Gefühle in sich erst zu erwecken, er kannte solche Liebe vorher nicht, sie lehrte ihn! Sie lehrte ihn die Zeit zu vergessen und in dem Hier und Jetzt zu leben, sie hat ihm einige Dingen gegeben doch anscheinend ist es vorbei, denn er ist wütend, darüber, daß alles so schnell vorbei ist! Das Leben ist so schnell und man kommt gar nicht hinterher! Hier kann man eigentlich mal wieder shen, daß Reload die weiterführung von Load ist - Verbindung zu Carpe Diem Baby, dort sieht er, daß das Leben einen die Momente leben läßt, er hat es vertanden und kann genießen! Das kann er hier nicht, er versucht die zeit zu besiegen und merkt sie war gegen ihn. In CDB hat er bemerkt, wie wichtig es ist den Moment zu genießen nicht hinterherzutrauern! Wie gesagt war nur ein Versuch! Ist vielleicht wieder etwsa durcheinander, aber ich habe nur meine Gedanken zu dem Lied niedergeschrieben das kann auch mal durcheinander sein!

1998-2000 Hansi Stewering