Ride the Lightning


Die Interpretationen stammen von den lieben Leuten aus dem Diskussionsforum, alle Credits gebühren ihnen.
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Die Songs im Einzelnen

2. Ride the Lightning:   

von Verena:
Also, Marlene, Deinen Eindruck vom Inro als Hammerschlag des Gerichts find ich sehr beeindruckend. Respekt. Hut ab, mein lieber Herr Gesangsverein (haha, insider...). Ich habe noch einen anderen Eindruck gewonnen. Gegen Ende des Liedes, wacht der Todeskandidat aus seinem Traum auf. Am Anfang wacht er in seinem Traum auf. Vielleicht ist er abends, nach einem anstrengenden Tag, müde ins Bett gefallen und möchte nur seine Ruhe haben. Tja, Pech gehabt. Plötzlich sieht er sich in einem extrem real erscheinenden Alptraum wieder. Der Schreck den er erhält und die Szenerie in welcher er sich plötzlich sieht -nämllich death row- werden perfekt durch das einschlagende Anfangsriff und den etwas brutaleren drumsound eingeleitet. Die drums könnten auch seinen Herzschlag darstellen, der aus Angst laut in seinen Ohren widerhallt. Draußen, während er schläft und (alp)träumt, tobt ein schreckliches Gewitter. Er hat den Donner gehört (u.a. Funktion des Schlagzeugs) und die Blitze ("...Lightning") gesehen. Dies und der harte Tag der hinter ihm liegt, haben Einfluß auf den, wie soll ich sagen, den Protagonisten (mpf, Deutsch Leistungskurs). Der Gesang setzt erst nach 40 sek. ein. Bis dahin versucht sich der Todeskandidat erst einmal zu orientieren wo er ist. Er sieht sich plötzlich im Todestrakt, obwohl er nichts getan hat "but damn, it ain't right/There's somone else controlling me). Dieser "someone else" hat uneingschränkte Macht über den Helden unserer kleinen Geschichte. Die harte und teilweise monotone Rhytmusgitarre wirkt auf mich sehr dominant und unterstreicht somit die Macht desjenigen, der hier die Zügel in der Hand hält bzw. die Hände am Schalter hat. Was ich interssant finde ist, daß im Chorsus weiterhin die Rhytmusgitarre dominiert. Er realisiert, daß er sterben muß ("Now it's time to die"). Aber die Melodie bleibt weiterhin relativ ruhig. Man könnte erwarten, daß jetzt fett die Leadgitarre einsetzt, um die Panik deutlich zu machen, die bei einer solchen Erkenntnis durchaus zu rechtfertigen wäre. Aber weder die Stimme wird extrem schrill oder laut, noch kommt ein zu Gänsehaut führendes Riff. Die Panik wird langsam größer und der Adrenalinspiegel schnellt nach oben mit dem Einsetzen der Strophe:"Someone help me..." Die drums werden plötzlich deutlich schneller und untermauern die Dringlichkeit des Satzes "I don't want to die". Auch seine Hilflosigkeit wird durch dieses Zusammenspiel unterstrichen "They are trying to take it all away". Die Idee mit den Wärtern, die ihn holen, finde ich zwar gut, Gizmo, kann dem aber nicht ganz zustimmen. er sitzt ja bereits auf dem Stuhl: "Strapped in the electric chair" Bei ca. 2:36 min. setzt ein sich 10x wiederholendes Riff der Rhythmusgitarre ein. Das ist übrigens eines meiner Lieblingsriff. Warum weiß ich nicht. Es ist total simpel, aber der Sound reißt mich fast vom Hocker. Man sieht doch oft in Filmen, z.B. bei einem Duell, daß die "Kandidaten" 10 Schritte gehen und danach aufeinander schießen müssen. Nach diesen 10 Schritten entscheidet sich alles. Oder ein Opfer hat 10 sek. Zeit auszupacken oder zu fliehen und danach geht es demjenigen an den Kragen. Also ist die 10malige Wiederholung vielleicht gar nicht so bedeutungslos. Außerdem ist die Rhythmusgitarre hierbei recht langsam ("Time moving slow/The minutes seem like hours"). Auf jeden Fall setzt bei der 3. Wiederholung des Riffs die Leadgitarre ein, welche eine schnellere Melodie hinzufügt. Die Leadgitarre unterstreicht den Wahnsinn des Ganzen. Angst und Panik steigern sich. Sein Leben schießt in rasantem Tempo im Schnelldurchlauf noch einmal durch seinen Kopf. All das wird also durch Kirk's part hier untermalt. Außderdem werden die drums nach den 10 Wiederholungen wieder schneller. Drums und Lead bringen also ideal die Absurdität der Situation zum Ausdruck. Und unerbittlich und hart ist auch die Rhythmusgitarre mit dabei, welche wie bereits diese Macht darstellen könnte, die den Helden vernichten will. Die Strophe "Someone help me.." wird ja 2x wiederholt. Das zeigt, wie sehr er aus dieser Situation hinaus will. Bei 4:55 min. hört man ganz klar den Bass, welcher sich wie der angsterfüllte Herzschlag eines in die Enge getriebenens Tieres anhört. Schließlich wacht er aus dem Traum auf. Er ist der Sieger. Hier finde ich persönlich die Rückführung zum Titel. Er wurde ja nicht "Killed by Lightning" oder ähnliches. Er wurde nicht besiegt, sondern sitz letztendlich oben auf. Es heißt ja auch nicht "Walk the Lightning". Ein walk ist eher gemütlich. Wenn man aber z.B. ein wildes Pferd zureitet, ist das sicher ein anstrengender Ritt, also "Ride". Der Protagonist ist der Bändiger und nicht der Gebändigte. Obwohl er aufwacht und "freed" ist "from this frightening dream", kommt nocheinmal der Chorus. Das könnte zeigen, wie sehr ihn der Traum mitgenommen hat. Das ist nicht einer, den man mit dem Aufwachen gleich wieder vergißt. Nein, er verfolgt ihn bis in seine reale Gegenwart. Das zeigt auch das Schlußriff, welches dasselbe wie das Introriff ist. Der Traum steckt ihm, vom Anfang bis zum Ende, in den Knochen.

4. Fade to Black:   

von Girmo:
Also meiner Meinung nach geht es in dem Song um einen sehr einsamen und von seinem derzeitigen Leben enttäuschten Menschen.Vermutlich läuft jeder seiner Tage gleich ab, ist monoton und langweilig. Ständig ist er in gedanken bei den "guten alten Zeiten", träumt davon das sein Leben wieder so werden wird, nur um dann ernüchternd feststellen zu müssen, das er ein langweiliges Leben führt, und nichts so ist wie es war(wer weiß, vielleicht ist er ja durch einen Todesfall in der Familie, z.B. Frau, Mutter, Sohn völlig aus der Bahn geworfen) .Er verliert zunehmend seinen Lebenswillen, und der einzige der ihm noch helfen kann ist er selbst, doch auch dafür ist es inzwischen schon zu spät! Wahrscheinlich hat er sich aus seinem realen Leben schon "ausgeklinckt" und erlebt gefühle und Ereignisse nur noch durch TV-Filme oder Serien. Er ist so enttäuscht von seinem realen Leben, das er sich in seine Phantasiewelt, bzw. in die welt der TV Serien stürtzt, nur um Sachen zu erleben und gefühle zu erfahren die er in Wirklichkeit nicht mehr kriegen kann. Um so härter trifft es ihn jedesmal wenn er feststellen muß das es dieses Dinge in seinem leben nicht, oder nicht mehr gibt. Am Ende sieht er den Tod als Möglichkeit seinem traurigen Dasein zu entfliehen, vielleicht in der Hoffnung das sein mögliches Leben nach dem Tod all diese Dinge beinhaltet die ihm in seinem jetzigen Dasein fehlen....und ich hoffe er findet was er sucht!!


von Marlene:
iemlich auffallend am Anfang, noch vor dem Hören, sind die depressiven lyrics, lassen auf nichts "gutes" hoffen. Selbstmordgedanken sind zu vermuten!
Die Gefahr droht schon am Anfang, dieser einsame Ton, der das Sück einläutet! Dann die Gitarre, die so selbstverloren spielt, es scheint als fragt sich der Protagonist: Soll ich oder nicht?! Die verzerrte Gitarre im Anschluss zeigt den Zwiespalt auf, auch ist es ein Hilfeschrei! Warum verlasst ihr mich, warum helft ihr mir ncht? Doch niemanden scheint es zu interessieren! Doch hört man in den gespielten drums das junge Herz noch pochen, er lebt noch! Das Leben ist noch so jung und er will es wegwerfen, da ihn niemand haben will!
Folgend die Stimm von James, so verloren, einsam, es scheint alles egal zu sein. Doch es folgt die Wut, die noch in ihm steckt, er lebt noch, denn er fühlt! Als wolle er mit der Wut allen noch zeigen, die ihn verletzt haben, dass er noch lebt. Als wolle er ein letztes Mal zeigen, oder auch das erste Mal, dass er jemand ist, auf dem man nicht rumtrampeln kann! Dann die Wiederholung des Anfangs, wieder das Überlegen der Zwiespalt, es lässt ihn nicht los. Das Leben ist vorbei! Man lebt manchmal einfach daran vorbei!
Im Mittelteil, bei 3:57, die Entscheidung. Keiner ist da, niemand interessiert es, immer noch nicht! Stellt sich in Position. Seine Wut gibt ihm den Mut, das zu tun, was er nicht tun sollte, denn es lohnt sich zu kämpfen! Das Herz schlägt! Der Chorus im Hintergrund, der alles in sich tragende Schrei! Lässt alles vergessen!
Am Schluss, die Gitarren, zeigen die entscheidung immer mehr, aber auch immer noch Angst! Er weint, schreit um Hilfe, bittet um Hilfe. Er konstatiert: Das Leben will mich nicht! Dieser Schmerz, der den Hörer dazu bringt dmjeingen zu helfen, doch es ist zu spät! Er verabschiedet dich mit einem letzten Gruss und verschwindet in der Unendlichkeit! Hoffentlich ergeht es keinem von uns so, dass er das Gefühl hat so allein dazustehen!!!!!! Meine MOntagsinterpretation zu Fade to Black!


von Verena:
Nach Lesen von Galadriels und Gizmos Interpretationen, kann ich eigentlich nicht viel mehr sagen: der Protagonist hat genug vom Leben und will suizidieren. Ich trage dieses Lied für mich ganz persönlich aber noch auf eine andere Ebene, oder besser gesagt, auf eine zweite Ebene, da ich mit Eurer Interpretation übereinstimme. Man könnte vielleicht aber auch sagen, daß der Protagonist sich von seinem JETZIGEN Leben befreit. Er will sein momentanes Leben beseitigen, weil es völlig entgegen seiner Vor- und Einstellung lief und läuft. Er will sich aber nicht umbringen, sondern alles Bisherige hinter sich lassen und ein neues Leben beginnen; von vorne anfangen. "Death greets me warm, now I will just say goodbye" zeigt eventuell wie ernst es ihm ist, ein neues Leben aufzubauen. Für mich ist diese Sichtweise oder Message von FtB sehr wichtig, da ich leben WILLl, aber besser als jetzt oder die letzten paar Jahre. Der Gedanke mich umzubringen, ist mir, um ehrlich zu sein, noch nie gekommmen. Eher, daß ich manchmal einfach tot umfallen möchte, ohne mein Zutun. Sicher kann ein Leben besser verlaufen als das Meine in den vergangenen Jahren, dennoch hänge ich am Leben, denn ich habe nur eins hier auf Erden. Leben ist was du draus machst, against all odds; ich spreche aus Erfahrung (gell Marleni?).



1998-2000 Hansi Stewering