Rothenfels-Bergrothenfels. Chorkonzerte auf Kreisebene haben ihren eigenen, besonderen pädagogischen Stellenwert. Ob in einem weltlichen Saal oder in einer Kirche, der Ort spielt keine Rolle. Es zählt allein das Ziel, das die teilnehmenden Chöre mit vermehrtem Probenengagement anstreben und darauf hinarbeiten.
Die Chorproben werden intensiver, Atemtechnik und Stimmbildung werden gründlich gepflegt und alle Bemühungen laufen auf ein exaktes, partiturtreues Singen und natürlich auf ein gutes Abschneiden im Konzert hinaus. Schließlich sitzen im Publikum Sängerinnen und Sänger, die mit hellwachem Ohr hinhören, was und vor allem wie die anderen Chöre singen. Die Konzentration kann man sich nicht besser wünschen und das oft zitierte
Fallen der Nadel wäre auch zu hören gewesen.
Kreis-Chorleiter Robert Peter, seine Chorleiter-Kollegen und die Chöre des dem Maintal-Sängerbund (MSB) angeschlossenen Lohrer Sängerkreises haben sich bei solchen Kreis-Chorkonzerten für die Alternative von weltlichem und geistlichem Programm entschieden. Sie haben das diesjährige Chortreffen in die St.-Josefs-Kirche in Bergrothenfels verlegt; ursprünglich war die Pfarrkirche in Esselbach vorgesehen. |
Das Programm setzte auf wohltuende Vielfalt: Männer- und gemischte Chöre gestalteten in der Mehrzahl ein A-Cappella-Programm, das zu Gunsten der Gleichstimmigkeit auf problematische Mehrstimmigkeit verzichtete und das die englische Sprache neben die deutsche rückte; eine Geste an den Originaltext. Der Gang zum Chorraum und dessen Verlassen wirkte eher natürlich als streng soldatisch; der durchdachte äußere Rahmen stimmte.
Den Auftakt gab der von Gudrun Fuchs (in Vertretung für Maria Huerkamp-Bölting, der Verf.) geleitete gemischte Chor »Edelweiß« aus Aura. Das sprachlich gemischte Programm begann mit »Heaven is a wunderful place«, offenbar eine Bearbeitung von Wolfgang Koperski, dann folgten »Segen« (Carsten Altvater), »Let us break bread together« (A.D.Z.) und »Singet dem Herrn ein neues Lied« von Rolf Schweizer.
Joachim Hart leitet den Männerchor von Neuhütten. Zum Programm des Chores gehörten »Die Brücke zu Gott« (Robert Pappert), die ursprünglich für gemischte Chöre komponierte Passionsmotette »Adoramus te« von Francesco Roselli, die von Verlagen immer noch Jacob Arcadelt zugeordnete und hier für Männerchor arrangierte Marienmotette »Ave Maria«, »Segne, o Herr« (Horst Best) und »Lobt den Herrn« (Johann H. Rolle).
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Ein A-cappella-Programm absolvierte auch der gemischte Chor »Sängerlust« von Partenstein unter der Leitung von Elke Kulawik. Der Chor interpretierte »Die Freude ist mein Lied« (Lothar Gassmann), »Segensgebet« (Wolfgang Fürlinger), »Nobody knows the trouble I've seen« (arrangiert von Norbert Hanf) und das im 15. Jahrhundert in Italien entstandene »Alta trinita beata«.
Orff-Kompositionen
Norbert Hosch und sein Chor hatten sich drei Orff-Kompositionen ausgesucht, deren harmonisch-rhythmische Faktur auf das besondere Interesse derer stieß, die Orffs Ausdrucksweise besonders von den »Carmina burana« oder »Carmina Catulli« her kennen. Neben »Morgensegen« und »Mater et Filia« fesselte die klangliche Umsetzung des »Wessobrunner Gebetes«, das um 800 in einem bayerischen Kloster aufgezeichnet wurde und als der älteste deutschsprachige, christlich-religiöse Text bekannt wurde.
Sein Singen auf der Orgelempore schloss der »Sängerhort« Wiesthal ab mit dem von Zeinz Zenglein komponierten Stück »Zeit vergeht«. Den Orgelpart spielte Frank Weigand. Eine sich erneut bewährende Chorgemeinschaft bilden unter der Leitung von Dieter Weimann der gemischte Chor »Frohsinn« von Esselbach und der Männerchor von Bergrothenfels.
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Während sich die Männer allein den beiden A-cappella-Stücken »Dein Name sei gelobt« (Peter Brettner) und »Cherubinischer Lobgesang« (Dimitrij Bortnjanskij)widmeten, sang die Chorgemeinschaft »Herr, unser Gott« (Josef Ignaz Schnabel) und »Die Ehre Gottes aus der Natur« (Ludwig van Beethoven). Die Begleitung am E-Piano spielte Rudi Schmitt.
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Ehrlicher Beifall
Das Finale gestaltete der gebürtige Bergrothenfelser Robert Peter mit seinem Wombacher gemischten Chor »Musica viva«. Nach einem gesummten chorischen Introitus begann der Chor sein Programm mit »Einfach zu hören, was Gott« (Wim ter Burg), gefolgt von »Du bist der Atem« (Thomas Nesgen), »Amen« (Norman Luboff), »Michael row the boat ashore« und »Gib uns Frieden« (Matthias Nagel). |
Schade, dass das anderhalbstündige Singen entgegen des Wunschs von Robert Peter von Beifallsklatschen unterbrochen wurde; das ging etwas auf Kosten der Spannung. Anerkennung jedoch gilt allen Chören, die mit ihren Dirigenten solide Arbeit geleistet und durch die Bank sehr ordentlich gesungen haben. Ehrlicher Beifall drückte die Zufriedenheit eines Publikums aus, dessen innere Anteilnahme und äußere Disziplin nicht besser hätte sein können. -h-
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