Einzelgänger bei den VEV

Auch schon eine Generation zurück liegen meine Erfahrungen auf und mit der VEV - Vorwohle-Emmerthaler Verkehrsbetriebe.

Als Auffanggesellschaft für die liquidierte VEE (Vorwohle-Emmerthaler Eisenbahn) durch Anliegerkommunen und Gleisanschließer gegründet, bemühte sie sich darum, auch den Schienenpersonenverkehr wieder in Gang zu bringen. Dieses Vorhaben stand von Anbeginn unter einem unglücklichen Stern, insbesondere was die Fahrzeuge betrifft. Denn der neueste Triebwagen, den die VEE besessen hatte (VT 6: ein MAN-Schienenbus), wurde im Rahmen der Liquidation von VEE und deren Mutterfirma DEBG an die SWEG verkauft, wo er jahrzehntelang als Stammfahrzeug auf der Harmersbachtalbahn zum Einsatz kam.

Schwarzweiß-ScanAls ab 30. November 1968 wieder Reisezüge zwischen Bodenwerder und Hameln verkehrten, stand dafür planmäßig also nur noch der VT 101 zur Verfügung, ein für das Publikum zwar durchaus angenehmer Vierachser der Waggonfabrik Dessau (Baujahr 1942). Jedoch musste dieser schon anderthalb Jahre später mit irreparablen Schäden abgestellt werden, obschon es mit VT 01 der Regentalbahn AG ein baugleiches Fahrzeug von 1939 gibt.

Das Foto zeigt einen letzten Blick auf ihn; kurz vor dem Abtransport zur Verschrottung, abgestellt im Kreuzungsgleis des Bf Bodenwerder-Kemnade am 28. August 1972.

 

Schwarzweiß-ScanUm den zwischenzeitlich bis Kirchbrak verlängerten Reisezugverkehr fortführen zu können, besorgte man sich schleunigst Ersatz.

Diesen fand und kaufte die Gesellschaft bei der Tecklenburger Nordbahn in Form eines Uerdinger Prototyp-Schienenbus, dem VT 1.

Aus dem Frontal-Foto (vom 6. August 1970 in Hameln) wird nicht ersichtlich, dass es sich bei diesem Gefährt aber noch um einen jener NE-Erstlinge des Baujahrs 1950/1 handelte, die mit nur 4,5 m starrem Achsstand Fahrgästen und Personal alles andere als Fahrkomfort boten. Zudem hatte das Fahrzeug nicht einmal 40 Sitzplätze.

Der neue Lack, mit dem ihn die Werkstatt in Bodenwerder-Linse versehen hatte, konnte jedoch nicht verhindern, dass auch VT 1 schon nach 2 Jahren aus technischen Gründen nicht mehr weiter eingesetzt werden konnte.

 

Schwarzweiß-ScanWährend des Sommers 1972 befand sich deshalb mit VT 150 BHE ein Mietfahrzeug bei der VEV, den ich am selben Tag wie oben den VT 101, allerdings in Hameln, abgelichtet habe.

Wie Sie sehen, handelte es auch hierbei um einen Uerdinger Prototyp-Schienenbus, allerdings um den ehemaligen DB-VT 95 9112 mit 6 m Achsstand. Er war über die Lübeck-Segeberger Eisenbahn zur Buxtehude-Harsefelder Eisenbahn gelangt.

Nachdem die Fahrzeug-Misere der VEV am 5. Oktober 1972 durch Eintreffen der beiden angekauften MAN-Schienenbusse der Eisenbahn Köln-Mülheim - Leverkusen vordergründig beendet war, wurde der angemietete VT 150 wieder an seine Eigentümerin zurückgegeben und dort schließlich nach verschiedenen Quellen 1978 verschrottet.


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      Letzte Änderung am 29. Februar 2004 von Matthias Dörfler