Matthias Hönsch


Streckenbegehung ex KBS 901 (Göppingen - Schwäbisch Gmünd) am 24.04.2004

Die wegen ihrer landschaftlich schönen Perspektiven auch "Panoramabahn" genannte Nebenstrecke wurde kurz vor dem ersten Weltkrieg in zwei Etappen eröffnet - 1911 zunächst das Teilstück Schwäbisch Gmünd - Wäschenbäuren, ein knappes Jahr darauf dann die Fortsetzung in die Stauferstadt Göppingen. Überregionale Bedeutung erlangte die 27 Km lange Verbindungsbahn nach dem zweiten Weltkrieg, als die Züge von Stuttgart nach Ulm wegen der Zerstörung der Cannstatter Neckarbrücke für einige Zeit über besagte Nebenbahn umgeleitet wurden. Der steigende Individualverkehr machte jedoch auch dieser Strecke in den folgenden Jahren das Leben immer schwerer, und nur der Schülerverkehr hielt die Bahn überhaupt noch bis 1984 am Leben. Am 2. Juni rollte der letzte Planzug, mittlerweile ist die Strecke nahezu durchgehend zum Radweg umfunktioniert. Mein Eindruck von der Begehung: eine gut gepflegte Trasse mit zumeist liebevoll erhaltenen Bahnhofsgebäuden, aber bei genauem Hinsehen auch noch einige Relikte aus Betriebszeiten. Die Streckenwanderung geht entgegen der Kilometrierung, die aus historischen Gründen in Schwäbisch Gmünd beginnt.

Bild 1: Die Wanderung beginnt nicht am Bahnhof Göppingen sondern in Faurndau. Vom dortigen DB-Haltepunkt erreicht man auf der Salamanderstraße nach ca. 800 Metern die Ausfädelung der Nebenbahn aus der Hauptbahn Ulm - Stuttgart. Auf dem Stumpfgleis ist ein Bagger im Hintergrund mit Erdarbeiten zu Gange ...

Bild 2: ... während auf der anderen Straßenseite der Bahnhof Faurndau Nord bei Km 24.8 ohne Gleis in der Landschaft steht.

Bild 3: Hinter dem Faurndauer Nordbahnhof beginnt ein Fußweg, rechts davon ist noch der Schotter der Bahntrasse sichtbar. Diese endet nach 100 Metern ...

Bild 4: ... vor der abgerissenen Brücke über den Marbach.

Bild 5: Kurz hinter der abgebrochenen Marbach-Brücke beginnt der bis Gmünd durchgehende Radweg. Kilometersteine findet man zwischen 24.2 und 17.1, bei 8.4, wieder zwischen 5.1 und 4.6 sowie bei 3.0 ...

Bild 6 ... ebenso sind die meisten Fundamente von Signalen und Streckenschildern gut erkennbar.

Bild 7: links vorbei am Sägewerk, das früher bei Km 23 selbst ein Anschlussgleis besaß, führt der Weg nach Rechberghausen, das schön erhaltene Bahnhofsgebäude wird bei Km 22.4 allerdings von einer Großbaustelle umgeben. Links im Bild zwei Güterwagen mit Plakaten einer lokalen Theatergruppe.

Bild 8: Hinter Rechberghausen hat wohl jemand vergessen, dieses Andreaskreuz am Feldweg-Übergang abzubauen.

Bild 9: Bahnhof Adelberg-Börtingen (Km 21) weit abseits der namensgebenden Ortschaften.

Bild 10: Bahnhof Birenbach (Km 19.4), ebenfalls bewohnt und gut erhalten. Hinter Birenbach gewinnt die Bahn auf knapp drei Kilometern durch wunderschöne Felder und Wiesen bis Wäschenbäuren ca. 70 Meter Höhe.

Bild 11: Der Bahnhof Wäschenbäuren (Km 16.3) beherbergt heute einen Kindergarten.

Bild 12: Station Maitis-Hohenstaufen (Km 13.4) in der Ortschaft Maitis ...

Bild 13: Das Dorf Hohenstaufen liegt auf der anderen Seite des berühmten Hohenstaufens ca. 45 Gehminuten vom Bahnhof entfernt.

Bild 14: An der Station Lenglingen (Km 12.1) ist ausser der langen Bahnsteigkante nichts mehr aus Betriebszeiten erhalten. Hier beginnt die Strecke, die in Maitis mit 445 ihre größte Höhe erreichte, wieder langsam ab.

Bild 15: Der von einer örtlichen Firma verwendete Bahnhof Reitprechts (Km 10.3) ...

Bild 16: ... bietet hinter der Laderampe bei genauerem Hinsehen links des Prellbocks sogar noch ein Ladegleis!

Bild 17: In einer Kurve bei Km 9.3 liegt der stilvoll erhaltene Bahnhof von Metlangen.

Bild 18: Straßdorf (Km 6.6) bekam das größere Bahnhofsmodell wie Wäschenbäuren spendiert, heute residiert dort eine Zahnarztpraxis.

Bild 19: Hinter Straßdorf beginnt der Abstieg in einer S-Kurve, von der aus die Reisenden früher eine imposante Aussicht auf Schwäbisch Gmünd hatten. Bei Km 3.3 steht plötzlich das abgebildete Schild an der Strecke ...

Bild 20: ... das zugehörige Bahnhofsgebäude steht ca. 50 Meter dahinter zum Ausflugslokal umfunktioniert hinter einer Hecke.

Bild 21: Der letzte erhaltene Kilometerstein

Bild 22: bereits kurz vor dem Ziel läuft der Radweg auf den Rems-Uferweg zu, der Bahndamm läuft rechts ...

Bild 23: auf die gesperrte Remsbrücke zu.

Bild 24: Unmittelbar hinter der abbruchreifen Remsbrücke endet die Trasse an der verbreiterten B29. Im Gewerbegebiet zwischen B29 und der Hauptbahn Stuttgart - Aalen sind alle Reste der Nebenbahn überbaut. Ohne verwertbare Spuren an den beiden Endbahnhöfen Göppingen und Schwäbisch Gmünd geht die Reise von Gmünd aus wieder mit dem Zug zurück nach Stuttgart.

 

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