Matthias Hönsch


Streckenbegehung ex KBS 781 (Lauffen - Leonbronn) am 11.05.2003

Die Zabergäubahn wurde als staatliche Schmalspurbahn zunächst 1896 bis Güglingen (11,8 km), anschließend 1901 bis zum Endpunkt Leonbronn (20,25 km) erbaut, erwogen wurde eine Verlängerung über Kürnbach bis Bretten. Daraus wurde jedoch nichts, und bereits in den 50er Jahren drohte dem beliebten "Zaberle" die Stillegung. Ein schwerer Unfall der zur Schiene konkurrierenden Buslinie formierte 1959 heftigen Bürgerprotest, und so investierte die DB nochmals kräftig in die Strecke und spurte sie 1964 auf Normalspur um. Zum Schuljahresende 1986 kam dann aber doch das Aus für den Personenverkehr, 1995 folgte die entgültige Stillegung. 8 Jahre später liegen die Gleise noch nahezu vollständig, sind aber stellenweise zugewachsen, überbaut oder verstellt. Wiederbelebungsversuche im Rahmen des Heilbronner Stadtbahnmodelles sind wohl eher Wunschdenken, und so wird die Trasse vermutlich weiter verkommen.

Meine Streckenbegehung am 11. Mai brachte dann so einige Überraschungen zum Vorschein. Besonders im ersten Abschnitt zwischen der Abzweigung aus der Hauptbahn und der Schellenmühle kommt man stellenweise nicht mehr durch den Bewuchs, hier fuhr die Bahn auch schon früher am Waldrand entlang. Im weiteren Verlauf muss zwar immer wieder mal der Bewuchs umgangen werden, aber das ist man von derartigen Strecken gewohnt. Dauer für die gut 20 Kilometer lange Wanderung: ca. 6 Stunden.

 

Bild 1: Die modern ausgebauten Lauffener Bahnanlagen mit großräumiger park&ride-Umgebung für Berufspendler. Von den ehemaligen Nebenbahnanlagen ist nichts mehr übrig, deshalb mache ich mich neben der Bahntrasse auf den Weg in Richtung Süden.

Bild 2: Km 0,9: Die ehemalige Verbindung zwischen der Haupbahn und dem Leonbronner Gleis.

Bild 3: ... quasi als ob die entfernte Verbindungsweiche nicht sicher genug sei, trennt das "eingepflanzte" Vorsignal bei Km 1,2 die Strecke ins Zabergäu entgültig ab (Blickrichtung nord)

Bild 4: Kurz dahinter zweigt die Nebenbahn nach rechts aus der Hauptbahntrasse ab.

Bild 5: Blick zurück auf die Einfahrt in die Hauptbahn ...

Bild 6: ...bevor die Nebenstrecke ihren Weg durch zunächst unbewohntes aber stark bewachsenes Gebiet nimmt.

Bild 7: Vorbei an der Kläranlage und dem seit der Umspurung aufgelassenen Haltepunkt Hausen/Zaber liegt die Strecke teilweise schon im dichten Wald aber direkt neben der idyllischen Zaber, die hier wie unberührt durch die Natur zu fließen scheint.

Bild 8: Bei der unteren Schellenmühle (Km 3,7) sind Reste einer ehemals ausgedehnten Laderampe mit Güterschuppen erkennbar (rechts). Das Anschlußgleis ist noch vorhanden, auch ein leerer Fernsprecherkasten zeugt von früher regen Betrieb.

Bild 9: Vorbei an der oberen Schellenmühle nähert sich die Strecke der ersten Station in Meimsheim. Am Ortseingang lagert die Firma Kurz Silosysteme ihre weniger wertvollen Eigentümer quer über dem Bahngleis, rechts bleibt noch ein schmaler Spalt zum Passieren.

Bild 10: Der ehemalige Meimsheimer Bahnhof bei Km 5,2 ist unbewohnt und völlig verkommen.

Bild 11: Bei Km 6,0 überquert die Bahn erstmals die Zaber auf einer einfachen Eisenbrücke.

Bild 12: Vor dem nächsten Halt in Brackenheim hat die WLZ ihre Anlagen bis über die Bahngleise ausgedehnt.

Bild 13: Der Brackenheimer Bahnhof (Km 7,36) ist bewohnt und gut gepflegt, in Sachen Bahnsteigkante bevorzugte die DB seinerzeit die verbreitete Billiglösung einer alten Leitplanke.

Bild 14: Kurz hinter Brackenheim verläuft die Trasse durch einen unzugänglich zugewachsenen Einschnitt. Dahinter verläuft das Gleis nicht weit von der Straße durch Felder zum nächsten Halt in Frauenzimern (Km 10,17), wo neben zwei Anschlussgleisen auch noch der abgebildete Unterstand die Bahnanlagen "ziert".

Bild 15: Die Hälfte des Weges ist geschafft, es wartet der nächste Abschnitt in Richtung Güglingen ...

Bild 16: ... wo anscheinend ein ehemaliger Abenteuerspielplatz vom Sturm über die Gleise verteilt wurde.

Bild 17: Das Bahnhofsgebäude des ersten Endpunktes Güglingen. Auf dem Areal haben sich ein Baustoffhändler und der örtliche Recyclinghof breit gemacht ...

Bild 18: Kilometerstein 11,8 liegt herausgerissen links neben den Gleisen. Hinter dem Bauzaun sind die Gleise auf ca. 20 Meter entfernt.

Bild 19: Am Ortsausgang von Güglingen überquert die Strecke zum zweiten Mal die Zaber.

Bild 20: Die nächste Station Pfaffenhofen (Km 14,4) hat außer der vergleichsweise neuen Bahnsteigkante keine Besonderheiten zu bieten, in der Nähe ist noch ein Anschlussgleis mit Resten einer Laderampe vorhanden.

Bild 21: Von Pfaffenhofen aus geht es nach Weiler, die Strecke bleibt zumeist gut begehbar ...

Bild 22: ... auch das ehemalige Wartehäuschen von Weiler macht bei Km 16,2 noch einen ordentlichen Eindruck.

Bild 23: Die Einfahrt in den Bahnhof Zaberfeld ...

Bild 24: ... dort selbst sind bei Km 17,75 nur noch Bahnsteig und Fernsprechkasten vorhanden.

Bild 25: Kurz hinter dem Bahnhof Zaberfeld überquert die Nebenbahn zum letzten Mal die Zaber, die hier mehr wie ein kleiner Bach anmutet.

Bild 26: Das letzte Teilstück nach Leonbronn führt an Schrebergärten, Feldern und der lokalen Straße entlang ....

Bild 27: Die Einfahrt nach Leonbronn ist schon kräftig zugewachsen, leider gelang es mir nicht, Kilometerstein 20 im Gestrüpp für ein Foto aufzufinden.

Bild 28: Der Endpunkt Leonbronn (Km 20,25) lag schon zu Betriebszeiten mehr oder weniger "im Grünen", und ein Bahnhofsgebäude gab es hier schon lange nicht mehr. Inzwischen ist eine Holzfirma auf dem Gelände ansässig, Gleis und Bahnsteig dienen als Lagerplatz. Zeitzeugen vergangener Betriebstage sind der rostige Fernsprechkasten (wer findet ihn auf dem Foto?) ...

Bild 29: ... und der obligatorische Prellbock am Streckenende.

Bild 30: Von Leonbronn geht es mit dem Bus zurück nach Lauffen, der schöne Ortsplan an der Bushaltestelle zeigt nochmal den landschaftlich sehr reizvollen letzten Streckenteil.

 

 

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