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Als
er erfuhr, dass seine betagte Mutter, für die er eine beinahe unnatürliche
Zuneigung empfand, dem Tode nahe war, beendete in den letzten Tagen des
extrem heißen Juni von 1936 ein gerade mal dreißig jähriger Mann sein
Leben und damit eine vielversprechende Karriere als Schriftsteller abrupt,
indem er sich eine Kugel in den Kopf schoß.
Robert Ervine Howard wurde 1906 in Peaster, Texas als Sohn eines Arztes
geboren und nicht wie oft fälschlicher weise behauptet wird in Cross Plains.
In Cross Plains, einem verschlafenem Kaff irgendwo in Mitteltexas zwischen
Brownsville und Abilene gelegen, ging er lediglich zur Schule und verbrachte
hier sein kurzes aber schaffensreiches Leben. Als 1932 in dem Magazin
"Weird Tales" seine Geschichte >> Im Zeichen des Phönix << erschien,
ahnte noch niemand, dass damit der Siegeszug eines der größten Helden
der Schwert und Magie Fantasy begann. Inzwischen dürfte wohl jedem der
Name Conan ein Begriff sein, erst recht seit der Verfilmung des Stoffes
mit Arnold Schwarzenegger.
Howard war der geborene Geschichtenerzähler, und seine Storys strotzten
geradezu vor lebendiger Action, in denen seine Helden, vorwiegend Männer
mit gewaltigen Muskeln und unbeugsamen Willen, Abenteuer überstanden,
die kein normal Sterblicher überlebt hätte.
Howard erklärte seine Vorliebe für Helden mit mächtigen Muskeln, doch
simplen Geistes einmal folgendermaßen.
"Es ist einfacher über sie zu erzählen. Wenn sie in der Klemme sitzen,
erwartet niemand, dass sie sich den Kopf zerbrechen und irgendwelche Tricks
erfinden um dort wieder heil herauszukommen. Sie sind einfach zu dumm
um sich etwas anderes einfallen zu lassen, als sich den Weg frei zu schießen,
zu fechten, zu hauen oder zu reiten."
Ein Schelm wer jetzt Parallelen zu Äktschen - Arnie sieht.
Was viele nicht wissen, außer Conan entstammen auch die Abenteuer um König
Kull, Bran Mak Morn, Solomon Kane oder der schwarzen Agnes und Cormac
Mac Art, einem gälischen Renegaten aus der Zeit des Britannien von König
Artus aus seiner Feder. Viele dieser Gestalten haben inzwischen eine Fortführung
ihrer Abenteuer durch andere Autoren erfahren.
Howard war ein richtiger Vielschreiber. Er hatte keine Mühe Dutzende von
Geschichten zu schreiben, die in das jeweilige Zeitgeistgenre jener turbulenten
Tage, die von der Weltwirtschaftskrise beherrscht wurden, passten.
Seine Storys vereinen Elemente von historischen Romanen mit den trivialen
Spannungsmomenten von Gruselgeschichten und sind noch heute das purste
Lesevergnügen dieser Art von Unterhaltungsliteratur.
Freilich ist es eine Scheinwelt, eine Welt voll starker Männer, schöner
Frauen, voll von Bestien, Dämonen und Magier, aber es ist auch eine Welt,
in der man Worte wie Einkommensteuer, Gesundheitsreform und Arbeitslosigkeit
nicht kennt. Und seien wir ehrlich, ein bisschen träumt doch ein jeder
von uns von einer solchen Welt, mancher mehr, mancher weniger.
Heute gibt es eine Vielzahl solcher Geschichten. Man denke nur an Fritz
Leibers Geschichten um den grauen Mausling, an Clark Ashton Smiths makabere
Erzählungen um Hyperborea oder an Henry Kuttners Atlantis -Storys. Auch
ein J.R.R. Tolkien und ein Raymund Feist, ein Wolfgang Hohlbein oder eine
Margaret Weiss seien hier erwähnt, diejenigen die ich nicht aufgezählt
habe mögen mir verzeihen, aber seien wir ehrlich, wo wären all diese Geschichten
ohne die Vorgabe von Howard?
Deshalb ist er in meinen Augen einer der bedeutendsten Schriftsteller
seiner Art, gleichzusetzen mit Karl May , Edgar Rice Burroughs, dem Erfinder
von Tarzan, oder jenen heute unbekannten Schöpfer solcher berühmter Figuren
wie Dracula, Frankenstein und Dr. Fu - Manchu.
Auch ich habe mich von Howard beeinflussen lassen, und wer meine Geschichten
liest, wird viele Parallelen zu seiner erdachten Welt darin finden. Aber
nun genug der Worte, erinnern wir uns lieber noch einmal an Robert E.
Howard, ich denke er hat es mehr als verdient.
Eine Abhandlung, die nur dank der überarbeiteten Ausgabe von mehreren
Heyne -Taschenbüchern, erschienen im Rahmen der Reihe ** Meisterwerke
der Fantasy ***, in dieser Form zustande kam.

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