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Dieser
Roman ist im Perry-Rhodan Universum angesiedelt und schließt an den Traversan-
Minizyklus an. Atlan, den Arkoniden, hat es innerhalb des ehemaligen arkonidischen
Kristall-Imperiums tausende von Jahren in die Vergangenheit verschlagen.
Er wird in Machtkämpfe verwickelt, muss handeln und darf sich andererseits
nicht als Zeitreisender zu erkennen geben.
An seiner Situation hat sich nichts geändert, als er nach 21 Arkon-Jahren
Tiefschlaf geweckt wird. Tamarema, seine damalige Geliebte, die ins Koma
fiel, als sie ihn bei einem Kampf zu retten versuchte, was mit ein Grund
für seinen Tiefschlaf war, ist aufgewacht und geflohen. Man glaubt, sie
ist geistig verwirrt. Atlan, bewegt von vagen Hoffnungen, will sie suchen.
Ihre Spur führt zum Schemmenstern, den Atlan schon einmal bereist hat,
was die Suche noch erschwert, da er nicht wiedererkannt werden möchte.
Das Schemmenstern-System ist aber nicht nur Tamarema
Fluchtpunkt, sondern auch für viele Rebellen aus dem Arkon-Imperium, die
sich hier formieren, weil der Tato, der lokale Gouverneur, ein vergleichsweise
liberal denkender Arkonide ist, ein Mann mit Idealen. Der Schemmenstern
ist eine Konglomerat von Orbitalstätten um einen Jupiter-ähnlichen Planeten.
Das Gemeinwesen blüht, nicht zuletzt wegen der Vorkommens von Hyperkristallen,
die hier auch weiterbearbeitet werden.
Das ist die Aufgabe des Volkes der Unither, die
man als PR-Leser schon aus der Handlung der Serie kennt. Die friedfertigen
Rüsselträger wirken ähnlich plump wie Elefanten, sind aber mit ihren feingliedrigen
Händen begehrte Feinmechaniker. Der Unither Lathir verspürt den Wunsch,
seine Heimat zu verlassen, frei zu sein, doch auf dem Schemmenstern sind
seinesgleichen lediglich ein Hilfsvolk, das in (sanfter) Knechtschaft
lebt, ohne Recht auf Selbstbestimmung und Bewegungsfreiheit. Auch sind
die Unither weitaus mehr "Herdenwesen" als Humanoide wie Terraner und
Arkoniden. Doch da trifft er auf Atlan, und erkennt seine Chancen. Beide
geraten in eine explosive Situation, als das Imperium den Tato stürzen
will und dem Treiben der Rebellen ein Ende bereiten will. Eingeschleuste
Truppen warten darauf loszuschlagen, ein bewaffneter Konflikt scheint
unvermeidlich, zumal der Imperator mit eiserner Faust regiert. Atlan muss
sich wieder einmischen, zumal er eben durch charismatische Erscheinung
und selbstsicheren Auftreten immer wieder auffällt.
Borsch versteht es, das Arkon-Imperium mit Leben
und Eindrücken zu erfüllen. Die Charaktere sind der abenteuerlichen, spannenden
Geschichte gemäß nicht allzu stark ausgeprägt, aber unterscheidbar, und
auch die Dialoge sind knapp und einfach gestrickt. Am Ende gibt es enttäuschte
Hoffnungen auf vielen Ebenen, aber auch Lichtblicke, Atlan und die Unither
können dem Schemmenstern-System, das mittlerweile zum Schlachtfeld geworden
ist, entkommen.
Zu Atlan, dem Mann mit dem Extrasinn, und auch zum
Bild der Unither hat Borsch einige Facetten hinzugefügt und damit die
Chancen, die sich mit einem solchen Roman bieten, wahrgenommen. Da Borsch
es darüber hinaus versteht, lebendig zu erzählen, darf man auf weitere
Werke von ihm gespannt sein.
Ein paar Worte noch zur Aufmachung des Romans. Die
Covergestaltung ist recht gefällig, auch wenn das recht ansprechende Cover
von Alfred Kelsner nicht gerade auf den Inhalt des Romans Bezug nimmt.
Auch dass der Name des Autors nicht auf dem Cover genannt wird, gibt dem
Roman kein zusätzliches Profil. Man scheint von Verlagsseite ganz
auf die Zugkräftigkeit des Namens "Atlan" zu vertrauen, aber das war möglicherweise
zu wenig. Die einführenden Worte von Klaus Frick und das Glossar sind
jedoch hilfreich für den Einsteiger.
Irgendwie ist es schade, dass die Reihe inzwischen
eingestellt wurde. Wieder ein Chance weniger, Potentiale von Heft-Serien
für die Phantastik insgesamt zu nutzen.
(Michael Baumgartner)
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