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Diana Gabaldon: |
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Blanvalet, TB 35024, 992 Seiten, 1998, 22.00 DM |
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Claire Beauchamp Fraser steht vor dieser schwierigen Entscheidung. Die junge Krankenschwester, die im April 1945 durch den magischen Steinkreis auf dem Craigh na Dun nahe Inverness in die Vergangenheit verschlagen wurde (siehe "Feuer und Stein"), weiß um die Zukunft und gilt als mit dem Zweiten Gesicht begabt. Nur ihr Mann, der schottische Highlandführer James MacKenzie Fraser kennt die Wahrheit über ihre Herkunft und ihr Wissen. Claire, die im Jahre 1743 gelandet und in die Hände des MacKenzie-Clans geraten war, hat es geschafft, sich hier durchzusetzen und ihren von den Briten verfolgten Mann gegen Ende des ersten Romans "Feuer und Stein" schwerverletzt in Frankreich in Sicherheit zu bringen. In einer Abtei schöpft Jamie neuen Lebensmut, heilt seine Verletzungen aus... und zeugt mit Claire ein Kind, das nun in ihr heranwächst. Sie hat sich dafür entschieden, mit Jamie in der Vergangenheit zusammenzubleiben und ihren Ehemann Frank in der Gegenwart im Gedächtnis zu behalten, aber nicht zurückzukehren. Weiterhin plant sie mit Jamie, Prinz Charles Stuart, der in Frankreich für eine Rückeroberung Englands im Namen der katholischen Kirche rüstet, daran zu hindern, diesen Feldzug zu führen. Denn er wird zu der schrecklichen Schlacht von Culloden am 16. April 1746 führen und zum Ende aller Highland-Clans. In der Erwartung, diese Ereignisse würden
fortgesetzt, verabschiedet sich der Leser im Januar 1744 von Jamie und
Claire... Als der Historiker Roger (MacKenzie!)
Wakefield Brianna und Claire hilft, etwas über den Verbleib von dreißig
Männern aus dem Fraser-Clan herauszufinden, die bei Culloden gekämpft
haben sollen, wird sein eigenes Interesse geweckt. Dabei stellt er fest,
daß sie über einen Mann KEINE Informationen haben möchte: über James Alexander
Malcolm MacKenzie Fraser, der diese Gruppe anführte. Sein Schicksal kenne
sie. Mit Claires Wissen um die schreckliche
Schlacht bei Culloden muß er aber um jeden Preis verhindern, daß Charles
die entsprechenden Mittel erhält! In gewisser Weise ist er insofern Doppelagent.
Bis zum Schluß des Romans bleibt diese Frage (nahezu) ungeklärt... Wer den Roman "Feuer und Stein" mit heißer Begeisterung gelesen hat (wie ich, zugegeben!), der kann eigentlich gar nicht anders, als sich den Nachfolgeband auch zu kaufen, allein schon wegen der klaffenden Zeitlücke - und wegen der quälenden Frage, was aus ihnen allen geworden ist. Obgleich diesmal drei Übersetzerinnen für den Band tätig waren (statt zwei beim ersten) und zudem keine vom ersten Band dabei ist, wäre zu erwarten gewesen, daß die Qualität leidet. Das merkte man am ehesten am sprühenden Wortwitz des Romans, wenn überhaupt. Davon kann aber absolut keine Rede sein. Im Gegenteil: die Charaktere, insbesondere natürlich Claire und Jamie, werden nahezu nahtlos weitergeführt. Anfangs ist es etwas verwirrend, Claire auch mal in der dritten Person vor sich zu haben, doch dann kommen wieder die sehr erfrischenden Ich-Perspektiven, deren subtiler, trockener Humor und pragmatische Sichtweise das Lesen äußerst leicht werden lassen. Ihre ethischen Reflexionen sind ausgeprägt, und die Gewissensqualen, die Jamie und andere Handlungspersonen umtreiben, geradezu herzzerreißend beschrieben. Der Leser, und das ist wohl das beste, was man über fiktive Figuren sagen kann, leidet mit den Handlungspersonen mit, sie wachsen ihm ans Herz und werden Teil der eigenen Familie... Es mag seltsam klingen, aber sie sind mir sehr lieb geworden und ich schätze sie ungemein. Im ganzen Roman steckt die Frage, ob man - wenn man dazu imstande ist - die Geschichte verändern darf, wenn "unzeitgemäße" Menschen wie Claire Beauchamp Fraser (eigentlich Claire Beauchamp Randall) über Informationen verfügen, die das Leid vieler verhindern könnten. Darf man deshalb Loyalität und Ehrbegriffe des 18. Jahrhunderts über Bord werfen? Riskiert man nicht, alles zu verlieren, wenn der Versuch, die Zukunft zu verändern, fehlschlägt...? Wie dem auch immer sei: auch mit dem zweiten
Band ihrer breitangelegten Highland-Saga ist Diana Gabaldon ein Meisterwerk
gelungen, das zwar hauptsächlich sentimentale Herzen wie das meine anrührt,
aber auch jede Menge Gedankenanstöße zu vermitteln vermag, die auch nüchternere
Menschen in ihren Bann zu ziehen vermögen. Uwe Lammers Braunschweig, den 24. Januar 2000 .. Hier geht's zu den Rezensionen von: |
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