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Zunächst: ein ansprechend gestaltetes Buch. Das Cover gefällt mir und
die keltischen Initialen lockern das Druckbild angenehm auf.
Doch nun zum Inhalt:
Die junge Elra hat die Kämpfe um den Eisernen Thron in Isenborg überlebt,
doch alle, die ihr vertraut waren, sind nun tot. Und schlimmer noch: Elra
ist ein Gestaltwandler und die sind bei allen anderen Rassen gleichermaßen
verhaßt. Doch von ihrem Volk hat sie keine und von ihrer Gabe nur wenig
Ahnung. Immer auf der Flucht und in der steten Furcht, einfach erschlagen
zu werden, macht sie sich auf den Weg nach Norden, denn dort, so sagt
man, soll es noch andere ihrer Art geben. Unterwegs begegnet ihr Frett,
der ihr Geheimnis kennt, aber selbst kaum etwas von sich preis gibt. Er
gibt sich als Heiler aus. Oder als Soldat. Oder auch mal als Schreiner.
Er wechselt seine Rollen schneller, als Elra die Gestalt. Er hilft ihr,
aber sie vertraut ihm trotzdem nicht und flieht. Dennoch kreuzen sich
ihre Wege immer wieder. Und so geraten sie allmählich immer weiter dorthin,
wo die Legenden um die Gestaltwandler angeblich Wirklichkeit sein sollen:
Nach Norden!
Wer "Der eiserne Thron" kennt, kennt einige der Akteure, voran die Hauptpersonen,
bereits. Notwendig ist das allerdings nicht, denn das Buch ist autark.
Deshalb ist es auch stimmig, daß hier der Hinweis auf das Demonwright-Universum,
in dem die Story angelegt ist, fehlt. Man kann den Roman also als völlig
eigenständige Fantasy-Geschichte lesen.
Das Setting ist nicht extravagant, Zwerge, Elfen, Drachen und Magie in
einer mittelalterlichen Welt - wie gehabt. Neu ist allerdings, daß Jänchen
diesmal nicht nur ein Drittel des Buches, sondern den ganzen Roman geschrieben
hat. Und das ist zu begrüßen, denn ihr Stil war schon in "Der Eiserne
Thron" der ausgereifteste und das kommt nun diesem Buch zugute. Die Schauplätze
sind anschaulich und bunt geschildert, die Handlungen schlüssig, doch
es sind vor allem die Details in den Beschreibungen, die Spaß machen.
Gesten, angerissene Geschichten, Volkslieder, Brauchtum, historische Ereignisse
- mit diesen aufwendigen Kleinigkeiten gelingt es der Autorin, dieser
Standart-Fantasy-Welt Leben einzuhauchen.
Die Handlung ist durchdacht und schreitet zügig voran, Action und Spannung
kommen auch nicht zu kurz und auch für Reflexionen bleibt noch genug Raum.
Über manchen Nebendarsteller hätte man gerne etwas mehr erfahren, aber
bei dem umfangreichen Personal des Romans kann man wohl nicht jede Motivation
eingehend erklären. Dafür entschädigen Elra und Frett mit ausgefeilter
Charakterisierung, die die Figuren gut ausleuchtet.
Fazit: wer etwas Neues und Originelles im Bereich der Fantasy sucht, ist
hier falsch. Dafür bietet "Nach Norden!" eine gut erzählte, spannende
Story, die vor allem durch den hervorragenden Stil der Autorin besticht.
Sabine Lang
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