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Originalausgabe, Amicus, Mitteldeutscher Literaturverlag,
ISBN 3-935660-33-2, Titelbild von John Girouard, Mit Illustratationen
und einem Vorwort des Autors, Dezember 2003, 12.50 Euro, 194 Seiten.
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So
hört man also wieder einmal etwas von Helge Lange. Offenbar war er fleißig
und legt nun mit VIA ASTRA einen Band mit sieben Kurzgeschichten vor,
wobei die beiden letzten mit jeweils etwa vierzig Seiten den meisten Raum
einnehmen.
Das Vorwort erklärt den Untertitel, befaßt sich mit dem Schubladendenken
und ordnet die einzelnen Stories ein bißchen den verschiedenen Strömungen
zu. Das ist für die Stories zwar gänzlich unerheblich, aber ich finde
es immer nett, wenn der Autor jenseits der bloßen Texte noch etwas von
sich gibt.
Zwei der Geschichten kannte ich bereits aus der Story
Factory des SFCBW, der Helge ja auch einmal für kurze Zeit vorstand. Doch
auch bei den anderen Geschichten hätte ein bißchen mehr Gegenlesen nicht
geschadet, z.B. um Wortschöpfungen wie "Stalagnaten" oder "lethal" im
Vorfeld auszumerzen. Angesichts der Mühe, die man sich mit der äußeren
Aufmachung gemacht hat (ungewöhnliches Format, eindrucksvolles Titelbild)
hätte man ruhig auch hier etwas mehr Sorgfalt walten lassen können. Auch
inhaltlich leuchtet mir manches nicht ganz ein, warum etwa in "Anubis-Träumer"
der Protagonist plötzlich Selbstmord begeht und nicht sein labiler Bekannter,
wird mir ewig ein Rätsel bleiben. So scheint einiges gut angelegt, bleibt
aber leider oft unausgegoren.
Helge schreibt gewohnt routiniert. Stilistisch sicher
und variantenreich. Seine Ideen sind vielfältig und oft auch überraschend.
Das titelgebende "Via Astra" beispielsweise glänzt zunächst mit exotischen
Schauplätzen und skurrilen Einfällen.
Enttäuscht hat mich das Ende mancher Geschichten. Wenn ein Autor, wie
etwa in "91 Daze", gezielt einen Spannungsbogen aufbaut, dann erwartet
der Leser eine entsprechende Erklärung, die das Vorgeschehen berücksichtigt.
Statt dessen erwartet ihn eine Art nachgeschobene Instant-Lösung, die
nicht zum Rest der Story paßt und einfach unbefriedigend ist. Oft gleitet
er dabei auch von seinen detaillierten Beschreibungen ab ins Mystisch-schwärmerische.
Lauter lose Fäden und ein Deus-ex-machina-Ende: das mag einmal gehen -
hier kommt mir das zu oft vor.
"Out of Helheim" etwa: die langen, eher beschreibenden als erzählenden
Passagen bauen eine düstere Stimmung auf, mit Anspielungen an Hölle und
Mythologie. Und dann wird kurz ein absolut kontrastierendes Ende nachgeschoben,
was der Geschichte eine sehr ungünstige Unwucht verleiht. Das mag Absicht
sein, aber wenn es das ist, dann mag ich es nicht. Dann bleibt für Helge
zu hoffen, daß andere Leser dieses Stilmittel mehr schätzen.
Doch
er zeigt ja, daß er auch anders kann:
Meine Lieblingsstory in diesem Band kannte ich bereits aus der Factory,
und ich finde sie immer noch gut: "Made in Hystery" klingt zwar eher wie
der Titel eines Rockalbums, ist aber eine bissige Gesellschaftskritik
über Anpassung und Denkrichtungen, in der schließlich selbst die Trendlosigkeit
zum kurzfristigen Trend verkommt. Hier paßt das belanglose Ende perfekt
zur Belanglosigkeit der beschriebenen Gesellschaft. Eine runde Sache.
Böse, klarsichtig und gut - so gefällt mir Helge Lange am Besten.
Sabine Lang
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