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Lazarus Armin Rößler u. Heidrun Jänchen (Hg.) |
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Originalausgabe, Wurdack Verlag, Nittendorf 2007, Cover: Ernst Wurdack, ISBN 3-938065-21-4, 196 S., 1000. |
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In Armin Rößlers Erzählung "Lazarus" erwacht ein Mann desorientiert. Langsam kommen die Erinnerungen. Er erinnert sich daran, dass ihn ein Dolch durchbohrt hat, er eigentlich tot sein müsste. Sein Spiegelbild befremdet ihn. Als er mit einer Frau zusammentrifft, die ihn wiedererkennt, kommt die Erinnerung vollends zurück und er flieht. Sein Ziel ist die Kirche des Lazarus, in der irdische Hoffnungen und Ebu-Mythen verschmolzen sind. Das ist eine Ebene. In der anderen ist eine Expedition auf dem Planeten zu einer Nekropole unterwegs, um herauszufinden, was es mit dem Totenkult oder besser wieder Auferstehungskult der Ebu auf sich hat. Ein Expeditionsmitglied hat seltsame Träume von den Ebu und ihrer Art zu sterben. Interessant, wie Rößler das in seinem sparsamen knappen Stil erzählt. Wieder mit einer mystischen Atmosphäre, melancholisch und durchaus spannend erzählt. Dieses Mal haben auch burleske Elemente Platz, als er die irdische, sehr provinzielle Verwaltung des Planeten schildert, in der ein Roboter mit Kaffee Kochen reichlich unterfordert ist. Dieses humorige Element mag der eine oder andere Leser hier unpassend finden, es deutet aber eine wünschenswerte Weiterentwicklung des Autors an. "Modulation" von Bernhard Schneider: Eines Tages tritt ein Vertreter
des Pentagon an Carlos A. Lorca, einen im Irak-Krieg traumatisierten Militärtechnikhistoriker,
mit einem Auftrag heran. Es geht mal wieder um die nationale Sicherheit.
Der Agent legt ihm eine radioastronomische Karte vor, die mit dem NS-Hakenkreuz
signiert ist. Da er weiß, was er vor sich hat, seine von ihm getrennt
lebende Frau ist Radioastronomin, und weil die NS-Militärtechnik sein
Spezialgebiet ist, stimmt er ein, auch wenn er dafür wieder in den Irak
gehen muss. Dort wird er zum Fundort der Karten geführt, wo Wehrmachtsflugzeuge
aus dem zweiten Weltkrieg im Sand begraben liegen. Und dort trifft er
auch wieder auf seine Frau Jane, die sich der Suche nach außerirdischem
Leben verschrieben hat. Die Nazis haben außerirdische Botschaften empfangen
und sie haben es geschafft sie zu entschlüsseln, nur warum befinden sich
die Flugzeuge mit der brisanten Fracht mitten in der irakischen Wüste?
Und die Pläne der Regierung gehen weiter, und Lorca erkennt, was die Radio-Botschaften
aus dem All enthalten. Eine rasante Space Opera mit glaubhaften Charakteren ist "Tattoos" von
Petra Vennekohl. Ein heruntergekommener Kapitän eines interstellaren Frachters
sieht sich gezwungen, eine problematische Fracht an Bord zu nehmen. Der
Auftraggeber schreibt eine spezielle Route vor. Den Sinn erkennt er erst,
als sein Raumschiff an einer bestimmten Koordinate überfallen wird. Ein
mysteriöses Schiff will ihm die Fracht abnehmen, doch er wehrt sich erfolgreich
dagegen. Er argwöhnt, dass dies von seinem Auftraggeber eigentlich so
gewollt ist. Im nächsten Raumhafen kommt er dahinter: Ein interstellarer
Konzern will mit der begehrten Fracht eine unsaubere Sache durchziehen.
Und einige Menschen in seiner Umgebung spielen falsch. "Fünfundneunzig Prozent" von Heidrun Jänchen spielt nach einem globalen
Zusammenbruch durch eine künstlich herbeigeführte Klimakatastrophe (im
Buch der "Ausbruch" genannt), die viele kleine Gemeinden, die sich selbst
versorgen müssen, zurückgelassen hat. In einer dieser kleinen Gemeinden
lebt Haldor als Computerspezialist, der Erfolgsaussichten berechnet und
den Energieverbrauch der Gemeinde im Computer simuliert. Er hat Macht,
aber daran liegt ihm nicht viel. Er lebt in der virtuellen Welt, lediglich
seine Lebensgefährtin hält ihn noch in der Realität. In "Am Ende der Reise" von Andrea Tillmanns lernt der Leser sympathische
Außerirdische kennen. Die Jiaren sind Mischwesen. Beweglich und vage anthropomorph,
aber auf pflanzlicher Basis und demzufolge sind ihnen Aggressionen fremd.
Sie nehmen das auch von anderen Wesen an, so wie die Menschen auch annehmen,
dass Außerirdische ihnen ähnlich sind. Außerdem sind sie Telepathen, die
auch mit den anderen Arten an Bord telepathisch in Verbindung stehen.
Gegen "Modulation" und "Fünfundneunzig Prozent" fallen "Lazarus", "Tattoos"
und "Am Ende der Reise" ab. |
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