Bericht von Harry

Hinterachsenumbau

Wer würde hier drunter eine stabile Fordachse vermuten?

 

Von meinem Motorumbau von einem 2,8L 6-Zylinder auf einen 5,7L 8-Zylinder habe ich ja, denke ich, ausführlich geschrieben ..?!
Zwei Sommer ging’s gut. UND im letzten Herbst musste ich nun mit den Spätfolgen leben ....!

Zuvor muß ich aber zugeben das ich dem Motor noch mal mit schärferen Rollerkipphebeln und einer anderen Zündverstellung auf die Sprünge geholfen habe. Und bei einer Probefahrt nach der letztgenannten Veränderung ist es leider passiert ! Beim „Scharfen Anfahren“ gab es einen Knall und danach gleich ein furchtbares „Klappergeräusch“ und ........das Differenzial war geplatzt !!
Schuld war, denke ich, nicht einmal die gegenüber dem Serienmotor doppelte PS-Zahl , sondern wohl eher das „etwas höhere“ Drehmoment des V-Achts !

Zum Glück war ich nicht weit weg von meiner damaligen Werkstatt und konnte mein havariertes Auto eigenhändig auf die Hebebühne schieben. Beim Abschrauben des Differenzialdeckels zeigte sich die schreckliche Wahrheit:
Die 2 kleinen Zahnräder fielen mir in 6 Teilen entgegen ! Ein Geräusch wie ein Jackpottgewinn beim Geldspielautomat !!

Die Zahnräder kamen in Teilen raus. Ein Hauptgewinn beim Jackpott wäre besser gewesen
Die Ford-Achse vor dem Umbau

Da die Saison eh so ziemlich zu Ende war, konnte ich mir in Ruhe überlegen was nun das Schlauste wär.
Erste Alternative war die Ersatz-Commodore-Hinterachse die ich noch in meiner Garage gehortet hatte. Umbau würde nur einen Abend in Anspruch nehmen und ich könnte wieder Fahren. ABER ob sie länger halten würde wie ihre Vorgängerin wär auch wieder fraglich !!
Und das „Glück“ das sie noch mal genau vor meiner Werkstatt platzen würde, hätte ich bestimmt nicht noch einmal !
Die dritte Möglichkeit wär es gewesen in Zukunft nur noch extrem vorsichtig zu fahren und die Leistung nicht mehr voll auszuschöpfen. ABER dann hätte ich mir auch den Motorumbau sparen können ...!

Ich hab lange überlegt und bin zu dem Ergebnis gekommen das unbedingt eine US-Fordachse in’s Auto müsste! Und schwupps ....eh ich mich versah bekam ich von meiner lieben Freundin eine zum Geburtstag geschenkt. Tony hatte noch eine liegen und Melli hatte sie ihm abgekauft !! Das war ja nun ein Geschenk !! Was kann sich ein Mann zum Geburtstag nur mehr wünschen? ;-)

Das der Einbau auch nur wieder mit Kumpel Viperthomas gehen würde war auch von vorne rein klar ! Also hab ich mir eine Woche Urlaub genommen und am 30.1.06 ging’s los ...!
Der Ausbau der Originalachse war natürlich das Einfachste ..UND dann ging’s an’s Eingemachte !

 

Da wir die ganzen Halter (für Stoßdämpfer, Stabilisator, Längslenker usw.) übernehmen mussten und sie selbstverständlich weiterhin auch im richtigen Winkel auf dem „neuen“ Fordachskörper sitzen müssen, haben wir als erstes eine Lehre gebaut. Einige Halter die uns schon von Werk aus etwas dünn erschienen haben wir lieber gleich in verstärkter Ausführung selbstgebaut ! Dann wurden die restlichen Halter von der Opelachse vorsichtig abgetrennt und die Fordachse entrostet und saubergemacht ! Die Fordachse saß vorher in einem Mustang und war schon 4 cm breiter wie die originale Opelachse. Da aber das Differenzial beim Ford eh nicht mittig sitzt und somit auch zwei unterschiedlich lange Steckachsen hat, haben wir die lange Seite gegen eine 10cm kürzere ausgetauscht und dementsprechend auch das Gehäuse um die 10cm kürzer gekürzt.

Jetzt würden nämlich auch endlich die breiteren „Corvette Rallye Wheels“ unter die Karosserie passen die ich mir in der Zwischenzeit besorgt hatte !!!
Ich kann es vorweg nehmen: Die Rechnung ging auf und die Räder passen als wären sie 1978 mit dem Auto vom Werk so ausgeliefert worden !!!!

Weiter ging’s im Text. Die Halter waren dran, die Achse war gekürzt und nun mussten die Steckachsen von Ford (4,5 Zoll Durchmesser) auf Chevylochkreis (4,75 Zoll) umgebaut werden. Denn ich wollte ja auch Vorne und Hinten ordentlicherweise den selben Lochkreis fahren !!! Also Radbolzen aus der Opelachse rausschlagen, die Löcher in den Fordsteckachsen zuschweißen UND anschließend in der Fordachse neu bohren ..!
Wer nun glaubt, 10 Löcher sind mal eben schnell gebohrt, täuscht sich gewaltig. Es hat nämlich ca. einen halben Tag gedauert und ungefähr um die 5 (teuerste) Bohrer verschlungen !!!!
Um eine vernünftige Mittenzentrierung zu haben, hat mir ein Bekannter aus LKW-Ventilsitzringen ein paar Distanzringe an der Drehbank gefertigt. Denn rund laufen sollten die Räder ja auch auf der neuen Achse !

Die gekürzte Ford Mustang Achse ist nun einbaufertig mit Halterungen für den Commodore und Opel-Scheibenbremsen

Aus 12mm dicken Stahlplatten fertigte Thomas inzwischen neue Halter für die Bremssättel. Denn die serienmäßige Scheibenbremse wollte ich nach Möglichkeit wieder übernehmen. Dass das alleine wiederum fast einen halben Tag gedauert hat, brauch ich wohl nicht extra zu erwähnen ..?!
Eh ich mich versehen hatte war die Woche Urlaub (unter der Hebebühne) vorbei.
Das Auto konnte jetzt schon mal wieder auf den Rädern stehen, aber es war bis zur Fahrfertigkeit immer noch viel „Kleinkram“ zu tun. Bremsleitungen mussten noch neu gelegt werden und für die Handbremse musste ich mir auch noch ein Lösung ausdenken ..!

 

Zu guter letzt mußte noch eine Kardanwelle gebaut werden. Die originale Opelwelle ist eher dünn gehalten und hat außerdem ein Mittellager. Wenn wir sie weiterverwendet hätten, wär das wohl das nächste Teil gewesen, was mir um die Ohren geflogen wär ...! Und davon hab ich nun wirklich die Nase voll !

Also haben wir das Vorderteil einer Chevywelle und das Differenzial selber eingepackt und sind auf zu einer Spezialfirma (die es zum Glück hier in Hannover gibt) und haben dort unsere Wünsche vorgetragen. Innerhalb von 3 Tagen haben die Jungs uns dort eine prima Welle gebaut ! Das hintere Gelenk soll angeblich sogar von einem 7,5-Tonner gepasst haben ..!

Und nun, nach gut 14 Tagen konnte ich endlich das erste mal wieder seit dem unschönen Zwischenfall vom letzten Herbst aus eigener Kraft aus der Halle fahren !!!!!

Bis heute läuft die Achse wirklich prima ! Und endlich kann ich auch mal wieder guten Gewissens die Räder drehen lassen ohne Angst haben zu müssen das ich wieder das Geräusch des klimpernden Geldspielautomaten hören werde ..!



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