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09.06.2004
| Der Hamster
Eine Karriere, die ihresgleichen suchtDie Evolution der Hamster vom
Wild- zum Haus-, aber auch zum Versuchstier, ist ziemlich einzigartig in
der Geschichte der Tierwelt.
Erst im April 1930 stieß Prof. Aharoni (Universität
Jerusalem), bei Ausgrabungen am Mount Appo in den nordsyrischen
Trockengebieten, ganz in der Nähe der ersten Fundstelle bei der syrischen
Stadt "Aleppo", in einer Tiefe von zwei Metern auf den
Bau einer älteren Goldhamstermutter und ihrer 8 Jungen (die überlieferten
Berichte schwanken zwischen 8-12). Diesen Fund brachte er nach
Jerusalem und nannte ihn dann im Gedenken an seinen Erstentdecker "Mesocricetus
auratus, Waterhouse". Ob bei dem Transport alle Tiere überlebten,
ist umstritten. Tatsache ist, dass es dem Professor gelang, mit nur einem
Weibchen und drei männlichen Tieren, innerhalb eines Jahres ca. 150
Nachkommen zu zeugen (einige Berichte sprechen von über 350 Tieren). Im Jahre 1997 wurde unter der Leitung von Prof. Gatermann eine erneute Expedition nach Nordsyrien durchgeführt, um den Goldhamster in seinem eigentlichen Lebensraum zu beobachten. Doch leider ergab diese Reise nur, dass dem wilden Verwandten unserer Hausfreunde zusehends der natürliche Lebensraum in der Aleppischen Hochebene durch die Ausbreitung von Siedlungen und Landwirtschaft genommen wird. Die noch wesentlich kleineren Zwerghamster, die größten Teils aus dem asiatischen Raum stammen, wurden zwar schon 1773 in Form der Dsungarischen-Zwerghamster von dem damaligen Naturforscher "Pallas" beschrieben, und auch der Chinesische-Streifenhamster ist schon 1897 entdeckt worden, doch blieben sie dann erst Mal eine ziemliche lange Zeit unbeobachtet und verloren an Bedeutung. Auch der zufällig im Jahre 1903 ausgegrabene Roborowski-Zwerghamster oder der 1905 von Thomas Campbell entdeckte Campbell-Zwerghamster hatten darauf keinerlei Einfluss. Erst nach dem zweiten Weltkrieg begann man die Zwerge ähnlich ihren größeren Verwandten als Labortiere zu halten. Doch auch hier verhalf das putzige Aussehen und der meist fehlende Schwanz (Ausnahme: Chinesischer-Streifenhamster) - so waren sie im Gegensatz zu Ratten oder Mäusen kaum zu halten - den flinken und gewandten Rackern recht schnell zu ihrem Aufstieg in die Heimtierhaltung. Ein große Rolle, gerade was den Dsungarischen-Zwerghamster angeht, spielte das Max Planck Institut. Denn hier widmete sich Ende der 60´er Jahre der Wissenschaftler Klaus Hoffmann hauptsächlich der Zucht und Untersuchung dieser Tiere. Man geht davon aus, dass ein Großteil der heute in den Wohn- und Kinderzimmern lebenden Exemplare von denen des Max Planck Instituts abstammen. |