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Majestätisch erhebt sich das Basaltgestein der Drakensberge zu einem imposanten Gebirge, das die Grenze zwischen KwaZulu-Natal und Lesotho bildet.
So wie sich wahrscheinlich die ersten Siedler gefühlt haben, als sie zum ersten mal diese gewaltige Felswand gesehen haben - nämlich total überwältigt und ehrfurchtsvoll - genauso fühlt sich jeder Tourist in dieser Gegend.
Die Zulu nannten das steile und zackige Gebirge Quathlamba ('Wand aufgestellter Speere'). Der burische Name, wörtlich übersetzt Drachenberge vermittelt dagegen etwas von der märchenhaften Atmosphäre dieser Berge.
Obwohl hier schon seit mehreren Tausend Jahren Menschen leben, davon zeugen die vielen Felszeichnungen der San, sind einige der Gipfel und Felsen vor nicht einmal 50 Jahren erstmals von Europäern bestiegen worden.
Die San, die zuvor bereits dem Druck jener Stämme ausgesetzt waren, die sich am Fuß der Drakensberge niedergelassen hatten, wurden mit der Ankunft der weißen Siedler vollends verdrängt. Einige zogen nach Lesotho, viele andere wurden getötet oder verhungerten, weil sie ihre Jagdreviere verlohren hatten.
Heute gliedert man das Gebiet üblicherweise grob in 3 Bereiche.
Die nördlichen Drakensberge erstrecken sich vom Golden Gate Highland Nationalpark im Freistaat bis zum Royal Natal Nationalpark im Süden. Letztgenannter Nationalpark beeindruckt mit einigen der grandiosesten Erscheinungen der Drakensberge. Er beinhaltet das spektakuläre 'Amphitheater', eine 8 km lange Felswand, die 1 km hoch ist.
Im Royal Natal Nationalpark gibt es einige sehr schöne Wanderwege. Hervorzuheben sind die Wanderung in die Tugela Gorge und die Wanderung zum Mount-Aux-Sources.
Wanderung in die Tugela Schlucht:
Diese Wanderung beginnt am Tugela River Parkplatz. Der ca. 7 km lange Weg steigt die ganze Zeit leicht an und führt immer weiter in die Schlucht hinein. Man wandert durch Grasland, kleine Waldgebiete und entlang des Tugela Rivers, bis die Schlucht immer enger wird. Nun muß man den Fluß mehrmals überqueren, was aber aufgrund der vielen Gesteinsbrocken kein Problem ist. Am Ende erreicht man den sogenannten Tunnel, eine ca. 3 - 5 m breite Felsspalte, die der Tugela River durch das Gestein gefressen hat. Hier gibt es viele kleine Rockpools, in denen man baden kann. Außerdem erhält man tolle Blicke auf den Tugela Wasserfall - den 2. höchsten Wasserfall der Welt. Zurück gehts dann wieder auf dem selben Weg.
Wanderung auf das Amphitheater:
Der Gipfel kann auf zweierlei Art bestiegen werden. Ich entschied mich für die einfachere Möglichkeit, da sie erlaubt, diese Wanderung an einem Tag zu machen.
Man fährt zum Sentinel Parkplatz - zu erreichen über die Straße von Phuthaditjhaba in QwaQwa - von dort windet sich der Wanderweg in Serpentinen um den Sentinel herum. Nach einer Weile gelang man zu einer Rinne, in der man dann bis nach oben gelangt. Oben wird die Kraxelei dann mit einer atemberaubenden Aussicht belohnt. Nun ist es nicht weiter anstrengend und man kann zum Tugela Wasserfall laufen, oder den Mount-Aux-Sources besteigen. Dieser Berg ist mit 3282 m der höchste in den nördlichen Drakensbergen und bildet die Grenze nach Lesotho. Zurück führt der Weg dann die Eisenleitern herunter (ca. 60 m) und man erreicht wieder den Weg zum Parkplatz.
Karte des Royal Natal National Park
Eine gute Übernachtungsmöglichkeit für Rucksackreisende ist der Amphitheatre Backpacker. Er liegt zwar etwas abseits, bietet aber tägliche Shuttles zu den Ausgangspunkten der Wanderungen.
Die zentralen Drakensberge sind ein touristisch gut erschlossenes Region. Hier findet man sehr viele Naturreservate und Wildnisgebiete. Einige der größten Herausforderungen für Bergsteiger - Cathkin Peak (3181 m), Monk's Cowl (3234 m) und Champagne Castle (3377 m) - ragen in diesem Gebiet in die Höhe.
Wanderungen sind natürlich die Hauptattraktion dieser Region. Es befinden sich aber auch sehr viele Felszeichnungen der San hier.
Das Giant's Castle Game Reserve wurde 1903, mit dem Ziel die Elenantilope zu schützen, geschaffen. Das Landschaftsbild bestimmen Grasland, bewaldete Schluchten, hohe Basaltfelsen mit kleinen Wäldern in den Tälern und stellenweise Proteensavanne. Im Reservat leben ca. 60 Säugetierarten, etwa 200 Vogelarten, darunter der nur in den Drakensbergen vorkommende Lämmer- oder Bartgeier, sowie ungefähr 30 Reptilienarten, darunter die Puffotter.
Im Reservat findet man an mindestens 50 verschiedenen Orten zahlreiche Felsmalereien der San. Die meisten Malereien kann man in den beiden Höhlen Main Cave (ca. 550 Zeichnungen) und Battle Cave (750 Zeichnungen) sehen, für die jeweils ein kleiner Eintritt verlangt wird.
Es gibt viele Wanderwege im Reservat. Am besten informiert man sich vor Ort darüber.
Der kleine Ort Winterton gilt allgemein als das Tor zu den zentralen Drakensbergen. In seiner Nähe befinden sich auch viele Unterkünfte. Ich habe in der Inkosana Lodge übernachtet - sehr zu empfehlen.
Die südlichen Drakensberge sind ein eher weniger erschlossener Bereich des Gebirges. Aber auch hier erwartet den Besucher eine spektakuläre Gebirgskullisse. Der südliche Teil reicht bis ins die Provinz Ostkap hinein. Pietermaritzburg im Osten und Kokstad im Süden sind die wichtigsten Ausgangspunkte um die südlichen Drakensberge zu erkunden.
Der Sani-Pass, der höchste Pass Südafrikas und zugleich einzige Straßenverbindung von KwaZulu-Natal nach Lesotho, ist einer der Höhepunkte in den südlichen Drakensbergen. Er ist nur mit einem Allradfahrzeug zu bewältigen und bietet tolle Ausblicke auf die Umgebung.
Der 5 tägige, 60 km lange Giant's Cup Trail, der vom Sani-Pass zu Bushman's Nek führt, zählt zu den schönsten Wanderrouten Südafrikas. Leider hatte ich keine Zeit hier zu wandern. Man hat ihn so angelegt, dass auch durchschnittliche Wanderer ihn gehen können. Deshalb erfreut sich dieser Trail auch großer Beliebtheit und sollte möglichst frühzeitig gebucht werden (beim Natal Parks Board).