Mittwoch, Oktober 27, 2004

Intellektueller Overkill 

So, nun bin ich also schon wieder einige Zeit unterwegs und wie immer erlebe ich so viele Dinge und weiss gar nicht wo und wie anzufangen ist.

Also mal wieder meinen Hirnsalat per Blog sortieren und freimachen.

Gestern machte ich mich also erstmal morgens auf den Weg zur Linuxworld in Frankfurt/Main, schön war dass sich mit Londo und Herrn Thayer noch zwei interessierte Mitbesucher gefunden hatten.

Da stand ich also nun morgens 10:00 Uhr in Deutschland vorm Haupteingang der Messe rum und hatte genug Gelegenheit die an mir vorbeieilenden Messemännchen zu studieren, spontan wehte ein leicht nostalgischer Wind von New Economy an mir vorbei, der sich erst legte als ich beruhigenderweise die ersten langhaarigen und freakigeren Gestalten entdeckte.

Nun ja, ab ins Getümmel und ich muss wirklich sagen dass ich die Linuxmesse als nicht so „abgehoben“ wie andere Computermessen ect. erlebt habe.

Ganz besonders zuvorkommend und sympathisch waren auf jeden Fall der nette Herr von KDE und die Jungs von Debian, die uns mit einer kompletten Installationsvorführung endlich überzeugen konnten dass das alles doch gar nicht sooo schwer ist und in mir das sofortige Verlangen auslösten umgehend nach Hause zu eilen und Debian auf meinen Rechner zu kloppen ;)

Muss ich aber leider noch ein bisschen warten bis ich wieder zu Hause bin…..

Sehr fein auch die Präsenz des Vereines Machm-it.org da ich mich sehr für Medienpädagogik interessiere und vorhabe im nächsten Jahr ein paar Projekte in der Richtung für Kinder und Jugendliche anzubieten.

Als bekennende Beutelratte habe ich mich über die nachgeschmissenen Gimmicks selbstverständlich sehr gefreut, nur einen dieser niedlichen Tux habe ich leider nicht abstauben können, aber ich gehe ja noch mal morgen dahin, evtl. bin ich dann etwas mutiger…

Zum Abschluss machten wir drei uns dann noch auf den Weg in die Innenstadt und schlürften in einem für mich erträglichen Ambiente lecker Milchkaffee .

Ich war also gehirntechnisch schon sehr überfüllt, als mich auf dem „Heimweg“ die Einladung ins Institut für vergleichende Irrelevanz via SMS (notiere: Handy ist also doch manchmal ganz praktisch) erreichte, dort fand eine Diskussion unter dem Motto „Nicht schweigen gegen die Anpassung“ statt und Veranstalter war die „AG Gegenhegemonie“ – das klang spannend genug um mich am frühen Abend dann mit dem Hitchhiker auf den Weg dorthin zu machen.

Der Abend brachte mir letztendlich den absoluten "brain-overkill", es waren also ca. 30 äusserst intellektuelle Studenten dort anwesend die da so ihre Thesen erläuterten und anschliessend wurde natürlich auch hübsch drüber diskutiert.

Es ging vorrangig über die asoziale Politik an der Frankfurter Uni, wobei ich die ganze Diskussion als sozusagen von aussen Zusehende oder sagen wir Nicht Betroffene wahrscheinlich mal wieder ein bisschen anders als die Involvierten empfunden/gesehen habe.

Mal so mit meinen bescheidenen Worten ausgedrückt:

Es erweckte sich mir der Eindruck diese Diskussion wäre effektiver für jeden Teilnehmer gewesen wenn man sich auf eine einheitliche Umgangssprache einigen könnte und nicht unter Beweis stellen möchte wie viele Fremdwörter man in einen Satz packen kann, oder : Ich kann eine Meinung wenn ich sie in einfachen Worten ausdrücke „schneller“ ausspucken irgendwie.

Schade auch dass meiner Meinung nach lediglich der Moderator den globalen Zusammenhang (Stichwort Neoliberalismus) zur aktuellen Lage der Universitäten gesehen hatte, da konnte er aber immer wieder was zu einwerfen, das wurde irgendwie stoisch ignoriert.

Auch die Themen des Feminismus waren meiner Meinung nach immer wieder fehl am Platze, ich saß fast ein bisschen verzweifelt in diesem ehemaligen Institut für Amerikanistik (how funny *g*) und sah ein gutes Potential an Köpfen die sich aber selber durch ihren absoluten Intellekte zu hemmen scheinen, ich mag mich täuschen und betone noch mal dass das nur MEIN ganz persönlicher Realitätstunnel ist der das ganze so sieht.

Ich sehe das so, es nutzt nichts wenn große Ideen im Nichts verschwinden da die Mehrheit diese einfach nicht versteht, das ist so ungefähr wie damals meine Idee eine Art „linke Bildzeitung“ herauszubringen.

Auf jeden Fall habe ich noch nie in meinem Leben an einem Ort gesessen wo wirklich so viele Fremdwörter in der Luft schwebten, ich wollte so viel dort einfach in den Raum rufen bzw. hätte sicherlich das ein oder andere gute beitragen können, aber ich fürchte man hätte mich angeschaut wie einen Alien da ich dieser Sprachkultur einfach nicht mächtig bin.

Eigentlich sollte ich auf so was scheissen, da es aber mein erster Kontakt mit jener Art war fühlte ich mich doch leider absolut gehemmt.

War aber trotzdem sehr interessant mal da gewesen zu sein und wer weiß, vielleicht werde ich ja in Zukunft auch in solchen Gefilden doch mal das ein oder andere Wort ergreifen können, alles oder das meiste ist schließlich erlernbar.





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