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Meine beste Freundin und ich

Gleich zu Anfang möchte ich ein Gedicht hier reinstellen, welches ich ihr gewidmet habe, als wir uns 7 Jahre kannten.


Für Tina

Über 7 Jahre ist es her, dass wir uns trafen.
Wir miteinander redeten.
Wir merkten, dass es mehr war, als nur Bekanntschaft.
Wir Freunde wurden.

Du hattest es mit mir nicht immer leicht.
Oft habe ich dich versetzt.
Oder habe dir nicht einmal Bescheid gegeben.
Doch du hast mir verziehen. Immer.

Wir hatten auch schon großen Streit.
Ich glaubte, dass es das gewesen sei.
Glaubte dich als Freundin verloren.
Glaubte nicht mehr, dass wir uns vertragen würden.

Wir hatten uns immer alles erzählt.
Unsere tiefsten Sehnsüchte.
Unsere Wunschträume.
Einfach alles, was wir teilen konnten, teilten wir.

Wir sahen uns, schwiegen uns jedoch an.
Ich weinte oft.
War niedergeschlagen, aber wir haben uns nie aufgegeben.
Bis wir uns endlich wieder vertragen hatten.

Dann schlug das Schicksal zu.
Entriss mir jemanden, den ich über alles liebte.
Ich wurde traurig und depressiv.
Zog mich von allem zurück.

Doch du hast mich wieder ins Leben geholt.
Hast mir gezeigt, dass alles weitergeht.
Hast mir geholfen wieder lachen zu können.
Schenktest mir alles Glück auf der Welt.

Lange war nichts mehr von meiner Depression zu spüren.
Lange, bis es jetzt wieder soweit gekommen war.
Ich kehre wieder in mich zurück, wenn auch nicht vollständig.
Doch du hältst zu mir.

Du sagst mir, du wünscht dir deine alte Freundin zurück.
Die Freundin, die mit dir lachte und Blödsinn veranstaltete.
Ich gebe mich jedoch nicht auf.
Auch wenn ich manchmal am Ende bin.

Wir versprachen uns für immer zusammen zu bleiben.
Versprachen uns, dass wir uns alles sagen würden.
Dass wir immer leben wollten für den anderen.
Damit keiner von uns allein ist.

Du gibst mir Halt und Unterstützung.
Dafür möchte ich dir eines sagen.
Ich liebe dich und danke dir.
Meine beste Freundin.


Wie wir uns kennen lernten:

Das fing, wie im Gedicht schon erwähnt, vor über 7 Jahren an. Es war Sommer 1996, als ich mit meinem Bruder und seiner Freundin ins Freibad ging. Wir lagen alle 3 in der Nähe des Volleyballfeldes und nur einige Meter von uns entfernt lag sie. Ich kannte sie schon vorher durch eine damalige Freundin von mir. Ich sammelte all meinen Mut und ging zu ihr und sprach sie an. Ich hoffte, dass sie mich auch noch kennen würde und zum Glück war dem auch so.
Dann trafen wir uns den Sommer über in den Ferien immer öfter im Freibad. Wir verstanden uns von Anfang an super. Doch der Anfang war für unsere Freundschaft das Schwerste. Ich war nicht immer sehr zuverlässig. Oft waren wir verabredet und ich kam nicht. Sie rief dann meistens an und fragte, wo ich denn sei. Erst mit der Zeit merkte ich, wie es ihr wehtat, wenn ich so unzuverlässig war. Meine Unzuverlässigkeit ging über mehrere Monate bis ein Jahr. Dann musste ich mich endlich einmal ändern.
Ich durfte nicht mehr zu spät kommen und langsam festigte sich unsere Freundschaft auch immer mehr. Sie vertraute mir ein Geheimnis (welches an dieser Stelle verschwiegen wird) an, dass wir mittlerweile sogar teilen. Ich glaube dieses Geheimnis war entscheidend dafür, dass wir unzertrennlich wurden und bis heute auch noch unzertrennlich sind.
Wir können auch voneinander sagen, dass wir alles vom anderen wissen. Und sei es auch nur die kleinste Macke. Und selbst seitdem ich aus meiner alten Heimat weggezogen bin, halten wir trotzdem noch an unserer Freundschaft fest und telefonieren jedes Wochenende mindestens eine Stunde zusammen, um uns alles zu erzählen, was es so Neues oder auch nicht Neues gibt.

 

Wie wir uns aus den Augen verloren:

Dieser Teil der Geschichte ist nun weniger schön. Der Standpunkt, den ich oben beschrieben habe, war vor über 4 Jahren. Nun haben wir 2007 und alles hat sich geändert. Eigentlich seit dem Moment, als sie ihre jetzige Verlobte kennen lernte. Als Tina den Mut fasste übers Internet nach Lesben zu gucken, hab ich sie so gut es ging unterstützt und dann stieß sie auf ihre jetzige Herzdame (deren Namen ich aus Anstand nicht erwähnen möchte), traf sich mit ihr, nachdem ich und noch eine andere Freundin von Tina auf sie einredeten. Tatsächlich fand Tina den Mut, verabredete sich und es funkte. Ich war roh, dass sie nach vielen Jahren des Alleinseins endlich wieder jemanden hatte, den sie liebte und die ihre Gefühle erwiderte. Doch anstatt wir beide froh waren, jeweils einen Menschen gefunden zu haben, so zersplitterte ihre Beziehung unsere Freundschaft. Und, nein, ich stehe nicht auf dem Standpunkt, dass sie allein die Schuld daran trägt, dass wir keine Freunde mehr sind. Ich habe daran genauso meinen Anteil. Jedenfalls traf ich Tina nur noch mit ihr an und wenn ich allein mit ihr sein wollte, dann musste ich ihr das sagen. So wie ich vor Jahren, versprach nun sie sich zu bessern, doch davon konnte keine Rede sein. Leider blieb alles, wie es ist und als ich ihr per SMS schrieb, wie sehr es mich nervte, gab sie mir die Schuld und fing an mir Vorwürfe zu machen, ich hätte ihr die Beziehung nie gegönnt usw.
Reden brachte nichts. Sie ließ einfach nicht zu, dass ich meinen Standpunkt vertrat. Zu meinem Leidwesen musste das alles passieren, kurz bevor ich meine Lehre abschloss. Es waren zwar noch ein paar Monate, aber ich hätte sie als Unterstützung brauchen können, doch sie sah es einfach nicht. Scheinbar blind vor Liebe. Mittlerweile hab ich es akzeptiert, nachdem ich über ein halbes Jahr und länger versucht habe es zu verstehen. Es ist mir nur teils gelungen, aber trotz allem wird sie wohl immer eine wichtige Person in meinem Leben sein, egal ob nun aktiv oder passiv.
 

Und damit ihr auch mal ein Bild von mir und meiner (ehemaligen) Freundin habt, bekommt ihr hiermit eins.
Das Bild entstand bei Freunden von uns. Links mit den schwarzen Haaren bin ich (Miya) und der Rotschopf daneben ist Tina (mittlerweile aber auch mit schwarzen Haaren).