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 BdP Stamm Martin Luther King

 Die Pfadfinder in Lemgo

Die Meinung

Ab sofort wird hier in unregelmäßigen Abständen ein Artikel als Ausdruck der demokratischen Streitkultur in unserem Bund publiziert. Diese Artikel repräsentieren weder die Meinung des Stammes noch des Webmasters. Kommentare dazu gehören also auch nicht ins Gästebuch. Bitte mailt dem Verfasser, der stets angegeben wird. Wer seinen/ihren Text hier sehen will, soll ihn mir mailen.

Inhaltsverzeichnis

Mit Euch singen” von Cord

“Über Stil” von BigBen

Keine Ahnung, Keine Meinung, kein Konzept” von BigBen

Gedanken zur Gruppenarbeit” von Cord

“Mit Euch singen” von Cord (Mails werden von BigBen weitergeleitet)

Mit euch singen

Das Gipfeltreffen. Born unendlichen Amüsements. Doch, es war ein durchaus nettes Treffen. Jedenfalls so lange, bis ich mich erdreistete, auf die Frage, ob ich samstagabend in der Singerunde Gitarre spielen würde, mit “Nein” zu antworten.

Es gab dann im Verlauf des Abends viele engagierte Gespräche rund um das Thema “Singen auf LV-Veranstaltungen”, in deren Verlauf ich mich für meinen Geschmack nicht, oder nur unzureichend, erklären konnte. Sicher habe ich einige Standpunkte aufgezeigt und damit wohl auch den einen oder die andere echauffiert. Das war und ist nicht meine Absicht.

Der Teufel liegt bekanntlich im Detail. Wir als BdP sind ein großer, vielen Einflüssen ausgesetzter Bund. Dadurch hat sich im Laufe unseres Werdens eine große Bandbreite an Stilelementen, Ritualen und Seins-Arten gebildet.

Das ist auch alles gut und schön, der Bund bietet jedem eine Nische, in der er sich frei entfalten kann, wo er sich verwirklichen kann und seinen Anspruch an Pfadfinderei leben darf und soll. Es muß aber auch einem jeden klar sein, daß das zu Lasten der Homogenität geht. Wie jeder andere auch, habe ich also meine ganz persönliche Vorstellung davon, was Pfadfinderei für mich ist. Darum habe ich auch einen für mich klar definierten Anspruch an eine Singerunde, nämlich zuerst mal den, daß ich mich dort wohl fühlen möchte.

Pfadfinderisches Singen hat für mich einen hohen Stellenwert. Es ist Kommunikation, Emotion und sollte eine gewisse Qualität haben. Das ist ähnlich wie ein Gespräch. Es sind die tiefen sinn- und gehaltvollen Gespräche, die uns im Gedächtnis bleiben, die uns anrühren und bewegen, nicht der Smalltalk zum Zeitvertreib, für den ich sicher nicht die Zeit investiere, die ich für ein geistreiches, anregendes Gespräch mit guten Freunden aufbringe. Die Qualität einer Singerunde drückt sich für mich in ihrer Harmonie, ihrer Spontaneität und der Freiwilligkeit ihrer Teilnehmer aus. Darum bin ich fest davon überzeugt, daß angeleitete Singerunden nicht funktionieren.

In einer Singerunde, in der während des Gesangs geredet wird, wo ein Teil der Anwesenden durch ihr Verhalten Desinteresse signalisiert, fühle ich mich nicht wohl. Ich halte Gesabbel beim Singen für respektlos, denn jemand, der sich in einer Gruppe die Mühe macht, vielleicht Talent oder erworbene Fähigkeiten bemüht, Lieder zu singen, die sein Innerstes berühren, seine Empfindungen, der wird sich durch offen zur Schau gestellte Ignoranz sicher vor den Kopf gestoßen fühlen.

Das gleiche gilt für das Liedgut, das mir gefällt, bzw. Welches ich für adäquat halte. Wir haben als Pfadfinder eine eigene Liedkultur, die ich ebenso hoch schätze, wie das Singen selbst. Sicher ist das Liedgut der deutschen Jugendbewegung im allgemeinen traditionell und teilweise alt oder seltsam anmutend, politisch inkorrekt, romantisch, pathetisch/kitschig und zum Teil gewalttätig, aber es hat einen Sinn, einen Traditionswert, Aussagekraft und Bezug. Es signalisiert ein Erbe.

All das ist wichtig für mich. Es spricht die „pfadfinderische“ Seite in mir an, die sich von Konformität und Alltag lösen will, die ihr Lebensgefühl durch das Pfadfinden erhält.

Nun ist jeder Mensch verschieden. Manche ähneln sich, andere nicht. Manch einer möchte sich in einer Singerunde berieseln lassen, möchte einen stimmungsvollen Hintergrund zu seinem Gespräch haben, wieder andere finden Tradition doof und singen lieber pop-songs und einige sagen sich: ich finde Kluft oder gar Lederhose einengend oder militant, bündisch ist was für arrogante und zeitfremde Übertreiber, und Fahrtenlieder? Dazu fehlt mir der Bezug, ich wandere eh`nicht. Mach einer findet das auch überspitzt, und denkt sich: Da hat der doofe Lemgoer wieder was zu mäkeln....

Ich habe also auf dem Gipfeltreffen neulich gesagt, das ich keine Lust hätte, für Leute, die meine Sicht der Dinge oder meine Art von Anspruch nicht teilen mögen, den Animateur zu spielen. Ich fahre auf Stufentreffen, um dort Austausch mit anderen zu haben, neue Impulse zu bekommen und sicher auch um meinen Spaß zu haben. Ich fahre nicht dorthin, um meinen Unterhaltungswert zu zeigen.Das überlasse ich anderen.

Ich habe mich oft in Singerunden deplatziert gefühlt, weil das Reden lauter als das Singen war, oder sich die Mitsänger Popsongs oder dumpfes a la “Uran im Urin” wünschten. Und wo man dann unter 15 oder 20 Leuten der einzige Gitarrist ist, was ja durchaus schon vorgekommen ist (nicht daß niemand hätte spielen können, nein, es fehlte an Gitarren), da ist der Wiederstreit zwischen der Möglichkeit zur angenehmen Abendgestaltung und dem Leben des eigenen Anspruchs beinahe existentiell. Dazu fehlt mir auch einfach die Lust, Lieder, die mir selbst etwas bedeuten, in eine solche Singerunde zu tragen, denn ich will mich niemandem aufzwingen.

Also hat es sich eingebürgert, daß sich auf vielen Veranstaltungen unseres LV`s mehr als eine Singerunde bildet.

Ich persönlich singe da dann lieber in einer Runde, deren Stil mir zusagt, statt in einer, wo ich mich animieren muss, um dann ein Ergebnis zu erreichen, mit dem ich nicht zufrieden bin.

Nach meinem Verständnis ist es unhöflich, anderen seinen Anspruch aufzuzwingen, und bevor ich das tue, ziehe ich mich lieber zurück und singe mit den Leuten, die meine Intention und meinen Anspruch nachvollziehen können. Das halte ich nicht für intolerant. Ich grenze aber auch niemanden aus. Da, wo ich singe, ist jeder willkommen, dabei zu sein und mitzutun. Ich fordere lediglich den Respekt ein, die Gegebenheiten zu akzeptieren und die Runde nicht zu stören. Wer das nicht will, ist fehl am Platze.

Übrigens wird auch in diesen Singerunden geredet. Allerdings nicht während, sondern zwischen den Liedern.

Nun ja. Dann wäre da noch die Fraktion derer, die sich in allen Singerunden wohlfühlen, die sowohl traditionelles, wie auch poppiges Liedgut mögen. Aus dieser Ecke kam auf dem Gipfeltreffen das Argument, man könne doch mit allen zusammensitzen und alle Lieder singen, denn sie hätten keine Lust, zwischen den Runden zu pendeln.

Nein, kann man nicht. Abgesehen davon, daß die Gesprächsfraktion immer beim Singen stört, geht es nicht nur um das einzelne Lied, sondern auch um den Stimmungsbogen. Stimmung ergibt sich bekanntermaßen nur dann, wenn man willkürliche Liederfolgen meidet. Eine Singerunde aus Leuten, die alle nur ihre zwei Lieblingsliederhören wollenund einen Gutteil der anderen Lieder doof findet, kann sich nicht entfalten.

Seltsamerweise kommt der “Ein-Kessel-Buntes”-Wunsch fast immer von den Leuten, die nicht bereit sind, die Gitarre zu nehmen und zu spielen, weil sie keine Lust dazu haben, unmusikalisch zu sein vorschützen und oft auch das viel bemühte Konsumentenverhalten an den Tag legen. Daher kann wirklich fast jeder Gitarre spielen lernen. Die Gitarre ist ein reines Fleißinstrument. Ich habe selbst erst mit 21 damit angefangen. Gut, man muß sich halt kümmern, täglich üben, aber 10 Akkorde und ein bisschen Technik läßt sich binnen Jahresfrist erlernen.

Wer also nicht mit mir singen mag, möge bitte selbst spielen.

Und das ist der Punkt, der mich wirklich angefressen hat: Da gibt es Leute, die auf mich zutreten, meine Argumente ignorieren, die weder ein “Nein” noch die Gründe dafür akzeptieren. Da wird dann eingefordert, man solle doch bitteschön mit allen zusammen singen kommen, damit auch die Leute, die sich nicht die Mühe machen, berieselt werden. Außerdem würden die “guten Sänger” immer abwandern, für sich singen und dadurch Leuten, die nicht so firm sind, die Möglichkeit zum Singen nehmen.

Ist das so? Da sitzen 40, 50 Pfadfinder in einem Raum, und es ist von MIR abhängig, das sie zum Singen kommen. Mann, bin ich ein toller Hecht!

Im Ernst, wo ist da die Eigeninitiative? Die Bewegung?

Warum findet man in der ach so bündischen Spalter-Traditionalisten-Singerunde stets die gleichen Gesichter, die gleichen Stämme? Alles Querulanten und Hochnäsige? Und wie kommt es zustande, daß eben diese Runde jedesmal läuft, ihre Teilnehmer offenkundig Spaß haben und auch bei einer Stärke von 15, 20 Leuten wesentlich lauter, länger und mit mehr Einsatz singen als die anderen 40? Haben sie etwas, was andere nicht haben? Warum ist es fast immer der kleinere Teil? Warum setzen sich nicht die, die ebenfalls singen wollen, dazu?

Kann es sein, daß in einer solchen Singerunde eine Art nonverbaler Konsens über ein angebrachtes Verhalten herrscht, und das eben dieser bedeutet, daß man sich einbringt und das Singen als das wesentliche einer Singerunde akzeptiert?

Wie dem auch sei, ich für meinen Teil singe gerne. Gern auch mit euch. Nur nicht für euch.

Und für alle, die sich jetzt verunglimpft, beleidigt, zu Unrecht gemaßregelt oder persönlich angesprochen fühlen, sei gesagt: Ihr seid nicht gemeint!

Sollte aber jemand sich berufen fühlen, mir postalisch oder e-postalisch seine Gedanken dazu mitzuteilen, bitte. Ich freu mich über jede Reaktion, die mir zeigt, das jemand wach ist.

Auf bald, Gut Pfad,

Cord

Stamm Martin Luther King

“Über Stil” von BigBen

Über Stil

Ich bin kein bündischer und ich bin kein Scoutist, auch wenn ich über etwas schreibe, was wohl beiden “Gruppierungen” auf dem Pfingstlager in Lage am Herzen gelegen hätte. Ich bin Pfadfinder im BdP, was mir viel bedeutet und wichtig ist. Wichtig ist mir am Pfadfindersein vor allem, das man mit einer besonderen Einstellung ins Leben und an den Umgang mit anderen Menschen geht. Das man versucht, einen (Verantwortungs-) bewußteren Weg zu gehen und für die Pfadfinder und für die Gesellschafteinen Nutzen zu erbringen. Pfadfinderei darf und soll Spaß machen, ist aber an sich kein Spaß, sondern eine ernste Angelegenheit, da sie ernsthafte Ziele verfolgt. Eines dieser Ziele ist die Charakterbildung bei Kindern und Jugendlichen, also die Erziehung zu einem verläßlichen Menschen. Dazu stehen uns verschiedene Methoden zur Verfügung:

Lagerleben, Erleben und Kennenlernen der Natur, musische Erziehung und vieles mehr. Dies alles findet bei uns in der Gruppe statt. Um ein Auskommen aller in einer großen und kleinen Gruppe möglich zu machen, sind Regeln nötig, geschriebene wie auch ungeschriebene. Einige dieser Regeln betreffen das Erscheinungsbild und das Benehmen sowohl innerhalb der Gruppe als auch in der Öffentlichkeit.

Da mir bewußt ist, das wir in einer Zeit leben, in der Traditionsbruch mit Fortschritt gleichgesetzt wird, erwarte ich keine uniformierten Pfadfinder die ständig strammstehen. Trotzdem ist das, was sich einem auf dem Lagerplatz zeitweise dargeboten hat, in meinen Augen inakzeptabel.

Unser Bund hat sich eine Kluft gegeben, das hat Gründe:

Die Kluft soll an der Kleidung sichtbare Unterschiede des Einkommens oder Wohlstands verschwinden lassen. Sie soll den Pfadfindern untereinander und in der Öffentlichkeit ein gemeinsames Erkennungszeichen geben. Sie soll zu einem angenehmen Erscheinungsbild eines Pfadfinders beitragen.

Diese Gründe sind in unserem LV entweder unbekannt oder gleichgültig. Das Erscheinungsbild vieler Pfadfinder, Wölflinge und Gruppenleiter war erschreckend. Der Anteil von Teilnehmern ohne Kluft oder Halstuch tendierte gegen 50%, getragene Kluften waren in einem erbärmlichen Zustand. Gruppenleiter erinnerten eher an Teilnehmer der Chaostage als an Mitglieder des BdP. Meutenwimpel lagen zwischen alter Wäsche und benutztem Geschirr im Dreck, ihr entwenden durch andere Stämme wurde erst nach Stunden bemerkt und mit Gleichgültigkeit hingenommen (darunter auch der Ehrenwimpel für die größte Meute im Landesverband). Alles in allem hätte nach dem äußeren Erscheinungsbild auch jede x-beliebige Jugendgruppe dieses Lager ausrichten können.

In leider viel zu lange zurückliegenden Zeiten fielen Pfadfinder durch gutes Benehmen und Respekt gegenüber anderen auf. Davon kann anscheinend keine Rede mehr sein. Was man auf diesem Pfingstlager sowohl von Wölflingen und Pfadfindern aber auch von R/R`s an üblem Benehmen und Rücksichtslosigkeiten gewärtigen mußte, erinnerte an ein Heim für schwer erziehbare. Einige Beispiele: Eine Sippe kürzt auf dem Hajk den Weg zum nächsten Posten durch ein bewachsenes Feld ab. Eine Runde stellt ihr halbes Hajkgepäck aus Bierfässern zusammen und beschwert sich bei der Unterlagerleitung darüber, das kein Bier verkauft wird. Eine Sippe überquert während des Hajks Privatbesitz und bricht in ein leerstehendes Haus ein. Wöflinge schlagen und treten während eines Geländespiels erwachsene Posten. Während Aktionen machen Wölflinge und Sipplinge unter den Augen einen solchen Krach, das sich der Aktionsleiter nur mit einem Megaphon verständlich machen kann.

Wenn jemand solche Zustände noch akzeptabel findet, soll er sich bei mir melden und erklären wie er das mit der Idee der Pfadfinderei vereinbaren kann.

Hallo Meuten-, Sippen- und Stammesführer, ihr seid für eure Gruppen verantwortlich!

Der BdP ist kein Halligalli-Verein und kein Experimentierfeld für frischgebackene Pädagogikstudenten. Schaut mal wieder in unsere Konzeption, in die Stufenhandbücher und in das “Scouting for Boys”!! Vielleicht geht euch dann ein Licht auf.

Gut Pfad,

Big Ben

Stamm Martin Luther King

Lemgo

“Keine Ahnung, keine Meinung, kein Konzept?” von BigBen

Keine Ahnung, keine Meinung, kein Konzept?

Im vergangenen Kiepenkerl habe ich einen Artikel über gewisse Mißstände in unserem LV veröffentlicht. (Wer sich nicht mehr erinnern kann, er ist unter www.BdP-Lemgo.de nochmal nachzulesen.) Diesen Artikel habe ich mit Absicht etwas provokativ gehalten, damit sich der Leser auch damit auseinandersetzt und ihm dazu etwas einfällt. Ich hatte gehofft, auf diese Weise eine Diskussion in Gang setzen zu können um vielleicht etwas zu bewegen oder zu verändern.
Als ich dann den Kiepenkerl in der Post fand, konnte ich dort auch meinen Artikel lesen. "Na gut", dachte ich, "mal abwarten, ob es Reaktionen gibt". Aber nein, es gab und gibt bis jetzt auch keine. Kein Anruf, keine E-Mail, kein böser Brief.
Da macht man sich natürlich Gedanken darüber, woran das liegt. Sind vielleicht alle, die den Artikel gelesen haben, meiner Meinung? Nein, eher unwarscheinlich, denn dann hätte ich nach dem Pfila ja gar keinen Grund gehabt etwas zu schreiben (zumindest wenn man davon ausgeht, das alle ihre Meinung konsequent verwirklichen). Oder hat den Artikel vielleicht niemand gelesen? Angesichts der Tatsache das der Kiepenkerl ein wichtiges Informationsorgan des LV ist, halte ich auch das nicht für möglich (vor allem, weil die letzte Ausgabe doch eher ärmlich war -12 Seiten!!!- und der Artikel deshalb sicherlich nicht in der Fülle der Informationen untergegangen ist.)
Zu guter letzt muss ich einfach zu dem Schluss kommen, das von diesem Thema entweder niemand eine Ahnung hat, keine Meinung dazu vorhanden ist oder -was ich für am wahrscheinlichsten halte- es den meisten Leuten schlicht und ergreifend am Arsch vorbeigeht.
Einen anderen Schluß lassen ja auch die Zustände auf dem Pfila kaum zu. Man muss sich also fragen: Setzen sich die Gruppenführer in den Stämmen eigentlich ernsthaft mit dem was sie tun auseinander? Wissen alle, was den Unterschied ausmacht zwischen Pfadfindern und jeder x-beliebigen Jugendgruppe? Setzen sich Meuten- und Sippenführer bei ihrer Arbeit Ziele oder wird das Amt nur mit sinnleerem Programm ausgefüllt um die Zeit vollzukriegen?
Ein Jugendlicher wird eben nicht automatisch Pfadfinder weil er Mitglied im BdP ist. Und Jugendarbeit wird nicht automatisch zur Pfadfinderei, nur weil sie in einem Pfadfinderstamm stattfindet. Wird diese Arbeit nicht mit Zielen gefüllt, kann sie auch keine erreichen. Um aber Ziele zu setzen, muss man Ziele kennen. Werdet euch wieder darüber klar, was Pfadfinderei will!! Nämlich mehr als blosses Bespaßungs- und Beschäftigungsprogramm. Wenn die Ziele wieder klar sind, kann man sich vielleicht auch wieder darüber unterhalten, warum sie verfehlt werden.

Big Ben
Stamm Martin Luther King
Lemgo

“Gedanken zur Gruppenarbeit” von Cord  (Kommentare werden von BigBen weitergeleitet)

Gedanken zur Gruppenarbeit

Eine Sippe ist die kleinste Gruppe im Stamm. Sie besteht aus mindestens 4, höchstens aber aus 8 Sipplingen und einem idealerweise 3-6 Jahre älterem Sippenführer.
Aufgrund der überschaubaren Größe kann in der Sippe am intensivsten und erfolgreichsten gearbeitet werden.
Ziel dieser Arbeit ist, die Sippe zur Gemeinschaftlichkeit, Kameradschaft und Teamfähigkeit zu erziehen. Die Sippe an sich zu fördern, aber auch separat auf jeden einzelnen einzugehen, seine Persönlichkeit und ihre Entwicklung zu unterstützen, immer unter der Maßgabe des Pfadfindertums, um letztendlich Jugendlichen die Möglichkeit zu geben, ein unabhängiges und waches Selbst zu entwickeln, damit sie sich im Leben behaupten können. Sie sollen ja ihren Weg finden und nicht zu perspektivlosen "Ja-sagern" verlottern, sondern, so schon BP:"...eine Stütze der Gesellschaft und der Gemeinschaft..." bilden.
Wir müssen die Bildung und Erziehung unseres Umfeldes selbst mitgestalten, um unser Pfadfindertum weiterzugeben.
Tun wir das nicht, werden das andere übernehmen und wir müssen es wohl oder wehe akzeptieren, denn wer schweigt, stimmt zu.
Dazu gibt es unsere Methoden, im weitesten Sinne Gruppenstunden, Fahrt und Lager.
Im engeren Sinne bedeutet das die  Vermittlung von Fähigkeiten, Fertigkeiten und Kenntnissen, die
a) Inhalt des Pfadfinderischen Lebens
b) Inhalt des tägliches Gebrauchs
c) Methode der Erziehung
d) Teil der allgemeinen Charakterbildung
sind.
Beispielsweise dienen Inhalte der Gruppenstunde zum schärfen der Auffassungsgabe, Vorbereitung der Fahrt, musischer Erziehung etc.

Wenn man mit einer Gruppe auf Fahrt geht, was im Idealfall der Höhepunkt des Sippenlebens sein soll, muß man sich als Sippenführer vergewissern, daß die Sipplinge nicht völlig unbedarft sind, d.h. nicht völlig ahnungslos sind, was da auf sie zukommt. Darum muß eine Fahrt, vor allem die erste Fahrt, gut vorbereitet sein, durch Theorie und Praxis. All die Dinge, die später selbstverständlich werden, müssen genau beachtet werden.
Das sind Dinge wie Kothenaufbau, Knotenkunde, Werkzeugumgang, Verhalten in der Natur, Rucksack packen, Ausrüstung und ihre Auswahl, Umgang mit eigenen und fremden Gegenständen, Ernährung und Kochen, Fahrtenhygiene, wandern lernen, Verhalten am Lagerplatz/Nachtlager, Behelfsmöglichkeiten, Karte und Kompass, Feuer usw.

Das Schwierige aber auch Faszinierende an der Pfadfinderidee sind die fließenden Übergänge zwischen allen Bereichen. Niemand kann sagen, was der Kern einer guten Gruppe ist. Jeder hat andere Vorstellungen, was die Kriterien für eine gute Gruppe sind. Ich persönlich lege Wert auf die Punkte:
Kameradschaft: Freundlicher Umgang, persönliche  Einsatzbereitschaft für den anderen, Zusammenarbeit in der Gruppe

Fahrtentauglichkeit: Durchführung von Wanderfahrten unter Pfadfinderischen bzw. bündischen Aspekten

Verhalten: höfliches, ordentliches Auftreten nach außen und innen, Achtung und Respekt vor der Kultur anderer, Hilfsbereitschaft, maßvolles Verhalten

Stil, Kultur und Brauchtum: homogenes, sauberes Auftreten in der Gruppe, Tragen der Gruppenkleidung, Kenntnis der eigenen Hintergründe, Gruppenrituale und -kulte, Identitätsbewußtsein

Musische Bildung: Pflege von Liedgut, (Kunst-) Handwerk, Beherrschen von Instrumenten, Theaterspiel,  Literaturkenntnisse, Kulturempfinden,

Pfadfinderbezogenes Wissen: Kenntnis der Pfadfindergeschichte, Verständnis der Regeln und der Bedeutung der Pfadfinderei

Charakterliche Bildung: (selbst-) kritisches Denken, Mut zur Verantwortung, Konsequenz und Kontinuität, dem Reden vorrausgehendes Denken, bewußtes Handeln und Reden

Wer also meine Sippe kennt, der sieht hier wie wenig sie meinen Vorstellungen entspricht. Wie dem auch sei, alles greift ineinander, Inhalt ist Methode und Methode ist Inhalt.
Zum Beispiel der Wimpel. Ein Wimpel ist nicht einfach ein Stock mit einem Lumpen dran, er ist Wahrzeichen, Symbol der Gruppe, ist ein Stückchen Kultur und ein Zeichen des Stolzes und der Ehre einer Gruppe. Das setzt allerdings vorraus, daß man die Gruppe von Anfang an dafür sensibilisiert und sich an die Regeln der jugendbewegten Heraldik hält.

Ein Wimpel sollte genäht, benäht ode bestickt sein, niemals bemalt oder mit Schrift versehen. Die verwendeten Symbole sollten klar und simpel sein = Wiedererkennungswert und Einprägsamkeit. Der Wimpel sollte gefällige Proportionen und Form haben. Ein Wimpel hat 2 Seiten; die Heraldik legt fest, was auf welcher Seite sein soll. Wenn man den Wimpel trägt, weist der Zipfel nach hinten, die Basis nach vorn. Rechts ist das Bundeszeichen, links das Gruppenzeichen. Das Wappensymbol soll immer zum Speer schauen, sonst "flieht" er. Die Farbgebung ist auch geregelt: Silber (weiß) und Gold (gelb) sind Metalle, Grundfarben und Abtönungen sind Farben; nie Mischfarben verwenden. Pro Seite maximal ein Metall und Maximal zwei Farben verwenden.
Ein Wimpel darf nie den Boden berühren, das bedeutet den Ehrverlust, ist gleichbedeutend mit dem "Handtuch werfen" beim Boxen, ist also aufgeben. Die Ehre des Wimpels kann nur durch Blut oder Verbrennung wiedererlangt werden. Einen Wimpel zu verlieren, ihn sich sogar stehlen lassen, ist unendlich peinlich, und einen fremden Wimpel anzufassen oder sogar anzuspucken eine üble Beleidigung.
Ein Wimpel wird immer vorangetragen - nur bei feierlichen  Anlässen kommt er zuletzt. Wimpelträger ist das ehrenvollste Sippenamt.

Wenn man also mit dem Hintergrund vertraut ist und sich auch noch etwas mit Symbolik beschäftigt, bekommen viele Dinge vielmehr Bedeutung, und sei es nur die Trageweise des Halstuchs oder der persönliche Zierrat, das bewußte Benutzen von Ausrüstung und Gegenständen. Überhaupt sollte man darauf achten, das alles, was man so tut und zeigt einen Sinn hat. Und den sollte man auch erklären können, sonst nimmt einen irgendwann keiner mehr ernst.
Apropos Ernst: Natürlich soll Pfadfinden Spaß machen, und natürlich ist der Spaß, den eine Sache macht, ein starker und guter Anreiz füe eben jene Sache.
Aber: Spaß darf nie die Sache selbst ersetzen, Spaß darf nie zum Hauptgrund für eine Handlung oder Ansicht werden, denn wo das passiert, wird der eigentliche Inhalt immer geringer, und das nimmt dann irgendwann den Spaß. In der Regel hat man nur Spaß an etwas, wenn man es kann. Eine Fahrt macht nur Spaß, wenn man nicht friert, wenn der Rucksack nicht zu schwer ist, wenn die Strecke gut gewählt ist, man gut zu essen hat, genau wie auch eine Gruppenstunde nur Spaß macht, wenn man gutes Programm hat. Klar, zusammen rumhängen und labern oder abwitzeln hat durchaus seinen Reiz, aber eben nicht immer, sondern nur mal.
Darum darf man, bei allem Spaß, das Eigentliche einer Sache nicht aus  den Augen verlieren.
Pfadfinder sein soll Spaß machen, aber wir wollen auch Ziele stecken und erreichen. Und dazu ist Inhalt notwendig. Inhalt, der etwas bedeutet. Für unsere Gruppenführer heißt das: Sensibilisierung. Sich selbst sensibilisieren für den Inhalt der Arbeit - Fähigkeiten, Kenntnisse und Fertigkeiten -, zu wissen was die Dinge sind und bedeuten, und eben dieses an die Gruppe weitervermitteln, damit auch sie nicht in einer Spaßkultur versacken, sondern bei allem Spaß auch Leben leben.

Das setzt Ziele vorraus. Was will ich mit meiner Gruppenarbeit erreichen? Was sind meine Maßstäbe, was meine Ideale? Wie setze ich die traditionellen Methoden um? Was ist das Maß der Dinge? Braucht meine Gruppe Führung oder Leitung? Braucht meine Gruppe Koch, Herold, Materialwart, Chronist, Liederwart und Gruppensprecher? Muß meine Sippe singen können? Wozu alte Lieder , Wo es soviel schönes Neues gibt? Wozu Kothen, wenn Iglus praktischer sind oder man auch aus BW-Planen tolle Sachen pionieren kann? Warum Affen oder Ballonrucksäcke, wenn der Tramper doch 80 Liter fasst? Warum wandern, wenn doch Bus und Bahn nhezu überall hinfahren? Wozu frisch einkaufen, wenn überall das goldene M prangt? Und überhaupt: auf Feuer kochen? Benzin und Gas braucht man nicht zu sammeln, es ist nie feucht oder raucht, und es verbrennt viel rußfreier. 

Klar ist das überspitzt, aber im Handumdrehen ist da ein Lager mit Ballonseidenzelten, Campingstühlen, Klapptischen, Luftmatratzen und Chemietoiletten, über denen das Radio dudelt und der 7,5-Tonner mit dem Schnuckkiosk parkt drei Meter weiter...
Schön, effizient, zivilisiert, bequem...
Aber wo ist der Pfadfinder dabei? Der "der seine Findigkeit beweist" und mit den simplen Mitteln, die er findet, sich Komfort zu verschaffen weiß? Der weiß, wer die verlorenen Reiter waren, dessen Zelt bis zum Rande der Nacht lauscht und dessen Klampfe leis erklingt, vom Singen mal ganz zu schweigen? Dessen Wege niemand messen und dessen Wollen niemand wägen kann...

Tatsache ist doch, daß niemand, der nicht auf Fahrt, und ich meine Fahrt, und nicht Chaostour, Gammellager oder Hauswochenende, gewesen ist, fähig ist, die Verbundenheit, die Romantik, den Zauber unseres Strebens, unserer Idee zur Gänze ermessen und erfühlen kann. Sicher ist dieser Gedanke pathetisch und bis zum Kitsch hin romantisch, aber was bringt denn die Poesie dieser Idee besser zum Ausdruck, wenn er ohne Pathos, ohne Romantik, bar der tiefen Gefühle und des Idealismus ist? Stumpfe Existenz? Nein, danke.
Es steht allerdings auch zweifelsohne fest, das Pfadfinden immer das ist, was jeder einzelne darin sieht, und ich will mich hüten, irgendetwas definieren zu wollen, es sei denn, für mich selbst. Und ich will auch niemandem sein Pfadfindertum absprechen, dennoch...
Für meinen Geschmack habe ich einfach zu oft den Eindruck, das Einige das Wort Pfadfinden auf Dinge schreiben, wo einfach nicht (oder nicht genug) Pfadfinden drin ist. Wenn jemand z.B. Pfadfinden als Aufhänger für eine ihm am Herzen liegende Sache nutzt, oder gar womöglich zum Forum für politisierende / politisierte Themen degradiert...
Sicher, wir haben Platz für all die Selbstdarsteller und all die Verschiedenen, Gleichen, Anderen, Gepunkteten, Gestreiften, finden uns selbst darin, aber sollten wir uns nicht als Pfadfinder finden? Ist das nicht der gemeinsame Nenner? Ruht darin nicht die Kraft unserer Bewegung, in der Vielschichtigkeit unserer Gemeinschaft? Ja und nein.

Ja, wir sind individuell, und darin, in der Vielfalt, liegt zumindest ein großer Teil dessen, was toll an uns ist. Toleranz, Gemeinschaft, Individualität... Wir heißen jeden willkommen, unser Leben zu teilen. Und jeder kann nach seinen Möglichkeiten dieses Leben mitgestalten, sich einbringen, sich verwirklichen.
Nein, wir sind eben auch eine Gemeinschaft, und eine Gemeinschaft braucht eine Form. Diese Form gibt uns unser Pfadfinderversprechen, unsere Konzeption und letztendlich unsere 100-jährige Geschichte in Gestalt von Tradition .
Wir tragen eine Kluft.
Wir haben Regeln.
Wir haben eine Kultur.
Und eben dieses bestimmt unser Sein dadurch, daß wir ihm verpflichtet sind.
Jeder kann ein Hemd anziehen, jeder ein Halstuch tragen, aber nicht jeder kann ihm die angemessene Bedeutung durch sein Verhalten verleihen, genau wie jemand Regeln herunterbeten kann, ohne willens zu sein, sie zu leben. Oder kaum Handlungen durchführen oder Lieder singen, ohne sich ihres Symbolcharakters oder ihrer Bedeutung bewußt zu sein.
Dieser jemand redet, und weiß nicht worüber, er versteht die eigenen Worte nicht.
Was verbindet also so jemanden mit dem Pfadfindergedanken? Was verbindet ihn mit denen, die der Sache den nötigen Respekt, die Ernsthaftigkeit und Bedeutung zumessen?
Verbundenheit entsteht durch Gemeinsamkeiten im Geiste, nicht durch leere oder nachgemachte Phrasen. Und darum muß Tradition mit Sinn gefüllt werden, muß erklärt und von dem, der sie erklärt bekommt, als richtig empfunden werden. Darum muß er sensibilisiert werden und das Pfadfindertum erleben, es muß ihm vorgelebt werden, sowohl im Geist, als auch im Praktischen.
Vorleben, erklären und begreiflich machen kann aber nur jemand, der seinerseits begriffen hat. Darum ist Führung nötig.
In jeder Gemeinschaft, so demokratisch, tolerant und toll erdacht sie auch ist, gibt es immer einen, der an der Spitze steht. Man muß nur hoch genug steigen. Einer sagt, wo es langgeht. Und dieser muß durch sein Sein legitimiert sein. Er muß führen, und die Anderen müssen folgen. Das klingt totalitär, diktatorisch und nach 40er Jahre, ich weiß. Aber hier ist ein Idealismus gemeint. Und es geht nicht um Befehle und Schafherdengehorsam, denn ich will kritisch sein! Ein Gruppen-, Stammes-, oder Bundesführer (man beachte, wir verwenden die Bezeichnung) soll ja nicht befehlen, er soll mitreißen. Er soll vorangehen und die ihm anvertraute Gruppe zu dem von ihr selbst bestimmten Ziel führen. Und das kann idealerweise nur jemand, der so toll ist, daß andere sich ihm anvertrauen, sagen: ja, er/sie hat Recht, und weil er/sie durchblickt und den Pfad findet, gehe ich mit. Soviel zur Theorie. Führen ist kein Vorteil, im Genteil, es ist eine Bürde, ist Verantwortung, Verpflichtung und Anforderung.
Was bringt es mir, Gruppenführer zu sein? Ich bereite vor, wenn alle anderen noch nicht an das bevorstende denken. Ich stehe auf, während alle anderen noch schlafen. Ich bin haftbar, ich bin verantwortlich, ich muß gerecht zu allen sein, ich bin der Arsch, der andere treibt...
Und doch bin ich "primus inter pares", bekomme den gleichen Teil am Gepäck, laufe den selben Weg, oft sogar mehr, etc, etc...
Warum also führen und nicht leiten? Leiten bedeutet außerhalb der Gruppe zu stehen. Es bedeutet, Entscheidungen der Gruppe zu überlassen, Vorschläge zu machen, den Dingen ihren Lauf zu lassen. Allerdings führt das oft nicht zum Erreichen der eigentlichen Ziele, da in einer Gruppe immer irgendwelche Interessenskonflikte existieren. Man nehme sich nur mal einen Jurtenabend vor. Wer Gitarre spielt, bestimmt die Liedwahl, er spannt einen Stimmungsbogen durch gezielte Auswahl der Lieder, kann so die Stimmung lenken und einen gelungen Abend schaffen, wenn er die Lieder passend anspielt. Tut er es nicht, läßt er zu, daß jeder sein Lieblingslied singt, ergibt das ein Chaos oder aber Liederfolgen wie "Edelweißpiraten", "Uran im Urin" und "Raubritter". Das passt einfach nicht. Jeder Abend hat eine Thematik, und dieser muß man die Stimmung, also auch die Liederauswahl anpassen. Also singe ich an einem Abend, bei dem es um die Verbotszeit geht "Edelweißpiraten", "Drei rote Pfiffe" und "Es tropft von Helm und Säbel", vielleicht auch die Moorsoldaten aber niemals "Kameraden, die Trompete ruft".

Zu führen bedeutet zu erkennen, was das Angemessene ist, und nach dieser Erkenntnis zu handeln, selbst wenn man es vielleicht Einigen nicht recht macht. Leiten kann man ein Projekt, eine AG, einen AK, aber keine Gruppe. Und das hat nichts mit Bequemlichkeit oder Entscheidungsträgheit der Gruppenmitglieder zu tun. Es geht vielmehr darum, die Mitwirkungsmöglichkeiten des einzelnen in der Gruppe zu verbessern. Dafür hat eine Gruppe Ämter. In der Sippe sind das:
Sippenführer
Herold
Koch
Materialwart
Liederwart

Ein jedes Amt hat seine Bereiche, und Sinn der Sache ist, Arbeit und Kompetenzen aufzuteilen, den Ablauf im Miteinander effizient zu gestalten.
Wenn jeder dann sein Amt sorgfältig und gewissenhaft versieht, lernt jeder vom Anderen. Die Ämter sollen aber nur die Kompetenzen aufteilen, nicht dazu führen, daß einer sagt: Das mach ich nicht, das gehört zum Amt von XY, Und überhaupt, ich habe gestern dieses, vorhin jenes gemacht und brauche jetzt nicht mehr. Wenn einer von meinen Sipplingen mit solch einer Aufrechnerei anfängt, kann er gewiß sein, alles an unbeliebten Tätigkeiten aufgehalst zu bekommen, was grad da ist. Es geht in diesem Fall nicht darum ob er fleißiger war als andere, sondern darum, die Erkenntnis zu vermitteln, daß Arbeit getan werden muß, damit alle möglichst bald essen oder schwimmen gehen können. Sobald eine Gruppe bewiesen hat, daß sie diszipliniert genug ist, um das Zelt vor der Dunkelheit zu errichten, die Lagerpflichten rechtzeitig versehen kann, kann sie dann auch gern vorher halli-galli machen.

Genau dieses ist eine der wesentlichen Aufgaben des Sippenführers: Dafür zu sorgen, das trotz allem Spaß und allem high-life etwas bewegt wird und die Gruppe nicht als Spaßaktion in der Jugendpflege versackt. Es gibt soviel, was wir unseren Kindern mitgeben können, soviel, was ein Sippling lernen kann...
Geht es an. Bewegt euch, denn es ist eine Jugendbewegung.

Cord
Stamm Martin Luther King
Lemgo

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