ms biskaya bnd rotterdam fm kapstadt

Eine kurze Einführung

Die Morsecodes per Funk waren über viele Jahrzehnte die einzige Verbindung zwischen den Schiffen untereinander und den Küstenfunkstellen. Der Ablauf des Funkverkehrs ist einem strengen Reglement unterworfen und folgt komplexen Vorschriften. Hier fasse ich mich kurz und möchte nun ein Beispiel anführen:

hansalinie bremen = ms schoenfels eta bremen europahafen heute 15uhr. erwarten dann neuen 1.offizier und lagerhalter. proviant- und bunker ab 16uhr moeglich = gruss kapitaen meier +

Der offizielle Telegrammkopf wurde hier weggelassen. Man sieht an diesem Beispiel auch den Einsatz von Abkürzungen. So bedeutet "eta": estimated time of arrival (Geschätzte Ankunftszeit).

Das Lichtmorsen wurde zum Beispiel bei der Begegnung von Schiffen als freundlicher Gruß mit den "woher" und "wohin" eingesetzt. Auch hier ein Beispiel:

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Auch hier finden wir wieder Abkürzungen wie bnd=bound (nach) und fm=from(von/aus). Eventuell folgten noch weitere Angaben wie Schiffsgeschwindigkeit und Ladung.

Der Morsecode

Befassen wir uns zunächst ein wenig mit den Morsezeichen selbst. Diese sind eine Folge aus kurzen und langen Signalen - passend zur üblichen Darstellung als Punkte und Striche bezeichnet. Dabei ist das Verhältnis von Punkten, Strichen und Pausen zueinander wichtig. Wird als Grundeinheit der Punkt herangezogen, ergibt sich folgendes Bild: Ein Strich entspricht einer Länge von 3 Punkten. Der Abstand zwischen den Elementen (Punkte und Striche) beträgt innerhalb eines Zeichens eine Punktlänge. Zwischen zwei Buchstaben ist eine Pause von 3 Punkten. Zwischen Wörten beträgt die Pause 7 Punkte - manchmal auch etwas weniger.
Die nebenstehende Tabelle zeigt die Buchstaben, Ziffern und Satzzeichen des Morsealphabets. Es sind auch die Codes für Umlaute und spezielle Buchstaben anderer Sprachen aufgeführt. Diese " sind international jedoch mit Vorsicht zu gebrauchen, da diese Codes in anderen Sprachen ebenfalls genutzt werden.
Außerdem gibt es auch noch einige "Steuerzeichen". Diese sind notwendig um zum Beispiel Anfang oder Ende eines Spruchs zu kennzeichnen. Ebenso gibt es Zeichen für Fall, dass man sich geirrt hat, oder eine Unterbrechung einfügen muss. Soweit der kurze Überblick zu den Grundlagen der Morsezeichen.

Das Tempo
Hier müssen wird deutlich zwischen der Ton- und Lichtübertragung unterscheiden. Das menschliche Ohr kann die Zeichen erlernen, ohne dass dabei noch über "kurz" oder "lang" nachgedacht werden muss. Auch den Rhythmus beim Senden erlernt man. Die im Seefunk üblichen Geschwindigkeiten liegen (lagen?) so bei 120 Zeichen (Buchstaben etc.) pro Minute. Bei schlechten Verbindungen wurde man eventuell auch langsamer um verständlich zu bleiben.
Bei der Übertragung mit einer Morselampe sieht das ganz anders aus. Hier sind nur Geschwindigkeiten bis zu 25 Zeichen pro Minute drin.

Wer mehr wissen will, wirft 'mal einen Blink in die Linkliste.


April 2002 - © mnop, Karsten Hildebrand