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Junghundaufbau |
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Im Schutzdienst werden verschiedene Triebbereiche unseres Hundes angesprochen, die unsere Hunde in der heutigen Zeit nicht mehr ausleben dürfen, über die sie aber verfügen, ob wir das wahrhaben wollen oder nicht. Zu diesen natürlichen Trieben gehören beispielsweise der Beutetrieb, der den Hund Veranlasst einem bewegtem Objekt nachzujagen. Dies haben seine Urahnen getan und dies ist ihm genetisch mitgegeben. Auch der sogenannte Schutztrieb ist ein angeborener Instinkt , der nahezu jedem Hund durch den Wolf vererbt wurde. Deshalb würde auch fast jeder Vierbeiner im Ernstfall seinem Menschen helfen, das ist das Rudelgesetz. Der besondere Augenmerk sei hier auf das Wort Ernstfall gelegt, den dieser sieht ganz anders aus, als die Situation auf dem Übungsplatz. Auch Aggression gehört beim Hund, wie übrigens bei uns Menschen auch, zum natürlichen Triebpotential. Der Grundgedanke der Schutzhundausbildung ist es nun, diese natürlich vorhandenen Triebe und Instinkte in eine Bahn zu leiten, die dem Menschen erlaubt, seinen Hund in jeder Situation und Reizlage zu kontrollieren und zu steuern. Der Hund erhält die Gelegenheit, seine natürlichen Treibe auszuleben und der Mensch zeigt ihm den Weg, wann und wie er das darf. Dabei stellen weder die Ausbildung noch der Sport selbst eine Gefahr für andere dar. Ganz im Gegenteil: der sportlich aktive, im Schutzdienst sichere und energische Hund zeigt sich dem Menschen gegenüber friedlich, weil er gelernt hat, dass er sich im Schutzdienst austoben darf - und genau das schafft die in Rassestandard geforderte Wesenseigenschaft der Ausgeglichenheit.
In der Regel findet der Aufbau über den sog. Beutebereich statt, der wie oben bereits angesprochen, genetisch vererbt jedem Hund mehr oder weniger ausgeprägt zur Verfügung steht. Er resultiert aus dem Nahrungsverhalten der Wölfe. Bereits der Junghund lernt spielerisch eine Beute (im Sport ein Lappen oder Juteärmel) zu greifen. Dabei ist der Figurant oder Helfer eine Art Spielkamerad, der mit dem Hund um die Beute streitet. Der Hund lernt sich Techniken zu eigen zu machen, um dieses Spiel zu gewinnen. Die Aufgabe des Hundeführers ist es seinen Hund zu vermitteln, wann er um die Beute streiten darf und wann nicht. Im Zuge der Ausbildung wird der Hund auf Selbstsicherheit und Belastbarkeit geprüft. Das klingt vielleicht für den Laien kriegerisch - ist es jedoch keineswegs, sondern stellt nur eine Beschreibung seines Wesens dar, welches bei der Ausbildung geformt werden kann. Unter Selbstsicherheit soll dabei verstanden werden, wie der Hund auf die ver- schiedensten Situationen reagiert und sein Handeln danach bestimmt. Dies können alltägliche oder kritische und gefährliche Situationen sein, die für den Hund eine Belastung darstellen. Der Hund lernt in solchen Situationen, "die Ruhe zu bewahren" und beispielsweise sich nicht bedroht zu fühlen, wenn ihn in einer alltäglichen Situation beim Vorbeigehen jemand tätschelt. |