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Fliege mit dem Drachen zur Geschichte der Dracula-Filme
| Manchmal habe ich die Ehre in
meinem Moonlight-Shadowcastle den berühmtesten und populärsten aller
Vampire zu beherbergen: Graf Dracula. Wir kennen ihn alle als den aristokratischen, arroganten, charismatischen Prinzen der Dunkelheit. Draculas Popularität begann Ende des 19. Jahrhunderts als der irishe Autor Bram Stoker den unvergeßlichen Roman über das "Leben" des Grafen schrieb. Dracula verläßt seine exotische Heimat Transylvanien in Osteuropa, um in das viktorianische London zu reisen, der damaligen Hauptstadt der westlichen Zivilisation. Nicht nur der Blutdurst des Grafen wird von den Sterblichen als Bedrohung empfunden. Noch viel schwerer wiegt seine kühle, erotische Ausstrahlung, die eine Gefahr für die tugendhaften, aber ebenso sexuell frustrierten Damen der viktorianischen Gesellschaft ist. Während sich ihre Ehemänner am Tag ganz als den biederen Gentleman geben, können sie sich bei Nacht in einem der vielen Etablisements befriedigen, während ihre Gattinnen keusch und einsam das eheliche Bett hüten. Doch durch Draculas Erscheinen wird diese Doppelmoral unterwandert. Plötzlich erscheint seine Ehrfurchtsgebietende Gestalt im Schlafzimmer und weckt in den vernachlässigten Damen den wollüstigen Wunsch nach Unterwerfung. Der Biss in den zarten Hals wird zum Ersatz für den eigentlichen Geschlechtsakt, der den heimgesuchten Frauen einen wonnigen Orgasmus durch den Körper jagt, bis ihre ausgesaugten Körper dem Tod verfallen in völliger Hingabe für den einmaligen Geliebten. Die Herren der Schöpfung möchten diese sexuelle Emanzipation ihrer Ehefrauen und Bräute und das Hinwegraffen derselben natürlich nicht dulden und gehen zum Gegenangriff über. Angeführt von dem Arzt und Parapsychologen Abraham Van Helsing gehen sie auf Vampirjagd und verfolgen Dracula bis in seine Heimat Transylvanien, wo sie ihn stellen und vernichten. Zumindest glauben sie, ihn vernichtet zu haben. Doch wie wir alle wissen, ist nicht alles so wie es zu sein scheint. Die Sterblichen sind noch heute so fasziniert von dem Vampirgrafen, daß sich viele Künstler, Autoren und Filmproduzenten von ihm inspirieren liesen. Mehr über die Geschichte der Dracula-Filme könnt ihr auf der nächsten Seite erfahren. Doch wo liegt der Ursprung des Grafen Dracula? Wer war seine sterbliche Seele, bevor er in das Reich der Unsterblichen eintrat? Dracul war der Beiname von Vlad II. (1400-1447), Woiwode der Walachai seit 1436. Er war Träger des Drachenordens, dem er seinen Beinamen verdankt. Sein Sohn Vlad III. Tepes nannte man auch Draculea, was im Lateinischen "Sohn des Dracul" bedeutet. Vlad III. (1431-1476/77) bestieg den Thron der Walachai im Jahre 1456. Es wird berichtet, er sei ein unglaublich graußamer Herrscher gewesen, der seine Untertanen mit blutiger Brutalität regierte. Tausende von Menschen wurden unter seinem Befehl gepfählt, was ihm den Beinamen "Tepes=Pfähler" einbrachte. Dabei wurde ein angespitzter Holzpfahl in den Anus des Opfers gerammt. Danach stellte man den Pfahl auf und die Opfer rutschten durch ihr eigenes Gewicht langsam den Pfahl hinunter währenddessen sich das Holz immer tiefer in die Eingeweide bohrte. Es heißt, Vlad hätte sich so sehr an dem langsamen, qualvollen Sterben seiner Opfer ergötzt, daß er inmitten der Gepfählten speiste.
Vlad III. führte jahrelang Krieg gegen die Türken. Es ist unklar, ob er in einer Schlacht viel oder ob er von einem Mörder geköpft wurde. Fest steht nur, daß sein Kopf, in Honig konserviert, dem türkischen Sultan übersandt wurde. |