1910-ca.1925
1881 wurde das Unternehmen Kyffhäuserhütte als Blech- und Kupferschmiede durch Paul Reuß in Artern gegründet. Das Unternehmen war zuerst im Kessel-, Behälter und Rohleitungsbau aktiv. Im Laufe der Zeit kamen viele landwirtschaftliche Maschinen und Geräte hinzu, wie Schrotmühlen, Kartoffeldämpfer, Milchzentrifugen usw., die unter dem Markennamen "Akra" verkauft wurden.
Ausschnitt aus einem Prospekt vn ca. 1914 für AKRA-Motoren der Kyffhäuserhütte, noch mit Ergon-Kosmos Typschild
Die Kyffhäuserhütte entwickelte sich in der Folgezeit sehr gut, so dass im Jahre 1910 die "Vereinigten Maschinenfabriken Ergon-Kosmos, Karlsruhe i. Baden u. Cassel" übernommen werden konnten. Durch die Übernahme von deren Motorenbau-Programm gab es ab 1910 "Akra"-Motoren zu kaufen.
Noch vor dem 1. Weltkrieg kam die Produktion von Motor-Tragpflügen hinzu. Der Akra Motorpflug war sogar eine Weile lang der schwerste in Deutschland erhältliche Motorpflug mit einem Gewicht von über 9 Tonnen. Im Jahre 1913 kostete die 57 PS starke Maschine stolze 20.000 Reichsmark.
Das Produktionsprogramm änderte sich auch nach dem 1. Weltkrieg wenig. Neue Erzeugnisse wie Heu- und Strohgebläse, Membranpumpen, Schwadmäher und Dreschmaschinen kamen hinzu, der Motorenbau wurde wohl in den 20er Jahren zu Gunsten anderer Produkte eingestellt. 1924 waren die Motoren noch auf besondere Anfrage erhältlich.
Übersicht über das Lieferprogramm 1924 Vergrößerung des in der Mitte abgebildeten MotorlokomobilsTrotz der unstabilen wirtschaftlichen Situation nach dem Krieg stieg die Produktion weiter an. Die aufstrebende Landwirtschaft der Region bot gute Absatzchancen. Die Zahl der Beschäftigten stieg bis 1938 auf über 1000 Angestellte und Arbeiter an. Im 2. Weltkrieg wurden hauptsächlich Rüstungsgüter hergestellt. Nach dem Krieg gelangten die in Ostdeutschland liegenden Betriebsteile unter sowjetische Verwaltung.
Im April 1952 wurde die Kyffhäuserhütte in einen volkseigenen Betrieb umgewandelt. 2000 Angestellte, Arbeiter und Lehrlinge fanden Beschäftigung. Unter dem Warenzeichen "KHA", das ab 1958 Gültigkeit hatte, wurden Plattenwärmetauscher, Großseparatoren, Butterfertiger, Milch- und Rahmtanks sowie Pumpen produziert. Gewissermaßen wurde an die Vorkriegsproduktion angeknüpft. Unter den komplizierten Bedingungen der DDR- Planwirtschaft entwickelte sich der Betrieb zum führenden Molkereimaschinenhersteller in Osteuropa. 1990 übernahm die Treuhandanstalt den Betrieb. Die Belegschaft wurde im Zuge der Privatisierung von 3000 Beschäftigten auf 400 abgebaut. 1992 erwarb die SÜDMO- Schleicher AG Riesbürg das Unternehmen. 1999 gründete sich die Kyffhäuser Maschinenfabrik Artern GmbH mit Hilfe eines mittelständigen Unternehmens, der MEVA-Herbsleben GmbH, neu.
Die Vertriebsstellen im Westen, also Karsruhe, Hannover, Berlin und Nürnberg wurden 1949 in Bochum zusammengelegt. 1966 wurde in eine GmbH umfirmiert. Danach konnte ich über die West-Firma nichts mehr finden.
[Firmenprospekte von 1914 u. 1924] [...]