Firmenzeichen der Colo Dieselmotorengesellschaft

Colo- Diesel- Motorengesellschaft m.b.H.,

München

1924 - 1926

Die Colo- Diesel- Motorengesellschaft ist die im Jahre 1924 per Vertrag ins Leben gerufene Verkaufsgemeinschaft der Firmen Gebr. Baumann G.m.b.H, München, Ansbacher Motorenfabrik Karl Bachmann sowie der Süddeutschen Bremsen A.G., München. Unter der Bezeichnung "Colo- Motoren" produzierte die Süddeutschen Bremsen A.G. ab 1925 einen eigenen Viertakt Dieselmotor Typ BR 1. Die Produktion von Colo- Motoren erfolgte jetzt ausschließlich im Werk Ansbach. Es kamen bald Mehrzylindermaschinen hinzu.

Colo Verbrennungsverfahren

spätere Ausführung mit geschraubtem Napf

Colo stand hierbei für "compressorlos", was bedeutet, dass die Motoren ohne das bis dahin meist verwendete Einspritzsystem mit Kompressor für die Einblaseluft auskamen. Das angewendete Verbrennungsverfahren besteht aus einem Napf mit radialen Bohrungen, der am Kolben angegossen ist. Nahe dem oberen Totpunkt fährt dieser Napf in eine Vertiefung im Zylinderkopf, an deren Ende sich die Einspritzdüse befindet. Dadurch ist die Kammer. zum Einspritzbekinn geschlossen, öffnet sich mit den Bohrungen nach kurzem Weg, wirkt dann wie eine Vorkammer und ist schließlich ganz offen. Im Vergleich mit dem Vorkammerverfahren ist das Verbrennungsverfahren theoretisch besser, weil die Vorkammer besser gespült wird und weniger Überströmverluste auftreten. In der Praxis steht dem aber eine schlechtere Zuverlässigkeit entgegen. Der Napf auf dem Kolben war thermisch sehr stark belastet, weshalb er nach kurzer Zeit rissig wurde. Später wurde er dann aus hitzebeständigem Stahl hergestellt und in den Kolben eingeschraubt (siehe nebenstehendes Bild, lässt sich durch anklicken vergrößern).

Meiner Meinung nach wurde dieses eher ungewöhnliche Verbrennungsverfahren aus dem Grunde entwickelt, die Patente der Firmen Benz bzw. MWM zu umgehen. Diese Benz/MWM-Patent beziehen sich nämlich explizit nur auf eine Vorkammer im Zylinderkopf. Da sich nur nahe dem oberen Totpunkt der Napf auf dem Kolben mit der Vertiefung im Zylinderkopf zu einer Art Vorkammer vereinigt ist es nur zeitweise eine Vorkammer. Im Vergleich mit einem herkömmlichen Vorkammermotor bringt das System eigentlich keine Vorteile. Trotzdem  setzte  Orensten & Koppel (O&K) das Verbrennunsverfahren in den 30er Jahren nochmals ein.

Nachdem die Knorr Bremse G.m.b.H, Berlin und die Süddeutschen Bremsen A.G im Jahre 1926 zusammen die Aktienmehrheit bei der Motoren-Werke Mannheim AG (MWM) erworben hatten, wurden die Colo Motoren auf das Vorkammer-Verbrennungsverfahren der MWM umgestellt, aber ansonsten als Baureihe BR 118 / BR 218 fast unverändert bis in den 2. Weltkrieg hinein weitergebaut.

Colo Dieselmotor Typ BR1
Typschild Colo BR1
Colo Dieselmotor Typ BR1 bei Stationärmotorentreffen in Speyer, Septermber 2009

Vielen Dank an Erik van der Rijst, der mich mit Infos über die Firmengeschichte von Colo versorgt hat.

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