Motorenfabrik Herford GmbH, Herford/Westf.

Hotorenfabrik Herford, Hans König KG, Herford/Germany

1905 - 1985

Diese traditionsreiche Motorenfabrik wurde 1905 von Gustav König gegründet. Er war damals erst 26 Jahre alt. Zuvor hatte er an der Maschinenfachschule in Köln und der technischen Hochschule in Hannover studiert und dann einige Jahre bei verschiedenen Firmen im In- und Ausland praktische Erfahrungen gesammelt.

Anfangs wurden verdampfungsgekühlte Leichtölmotoren mit 4-20 PS Leistung gebaut. Schon im ersten Jahrzehnt wurde eine eigene Gießerei eröffnet. Bis zum 1. Weltkrieg stieg die Leistung der Motoren bis auf 180 PS bei Großgasmaschinen an. Durch den Krieg musste der Bau der gut eingeführten Motoren eingestellt werden, so dass nach dem Krieg ein völliger Neubeginn erfolgen musste.

 
Herford Gasmotor von 1926
 

Die ersten Motoren nach dem 1. Weltkrieg waren Hilfsmotoren für Fahrräder und Motorradmotoren, die sich als "König-Motoren" auch im Ausland einen guten Ruf erwarben. Ab 1926 wurde der stationäre Motorenbau dann wieder aufgenommen. Es handelte sich schon um die typischen Erzeugnisse der Motorenfabrik Herford: langsamlaufende liegende Gas- und Dieselmotoren mit 1-2 Zylindern, mit Leistungen von 7 PS bei 1800 1/min bis zu 240 PS bei 250 1/min. Diese Motoren wurden unter der Leitung von Obering. Alfred Gornik entwickelt. Sie zeichneten sich durch ihre robuste und langelebige Bauart, sowie für ihre Anspruchslosigkeit aus.

1932 wurde eine Verbindung mit der Kohlenwertstoff-AG in Bochum eingegangen. Das Ergebnis war die Eignung der Herford-Motoren ab 26 PS für das billige Steinkohlenteeröl bei einem sehr geringen Verbrauch von 160 g/PSh. Durch die gute Zusammenarbeit konnte diese Entwicklung innerhalb kürzester Zeit abgeschlossen werden. Darüber hinaus wurden die Motoren auch als Gasmotoren oder als Wechselmotoren für Gas und Diesel angeboten.

Ab 1936 war Gustav König, der älteste Sohn des Firmengründers mit im Betrieb tätig. Er starb leider schon 1946, 4 Jahre vor seinem Vater. Der zweite Sohn, Hans König, der schon vor dem Krieg im eigenen Betrieb und im Ausland Erfahrungen sammeln konnte, trat nach der Rückkehr aus der Kriegsgefangenschaft in die Werksleitung ein und vollzog mit dem Vater zusammen den Wiederaufbau der Firma. Ab 1949 war er Geschäftsführer des Familienbetriebes.

 
 
Werksansicht 1955

Wie die meisten Unternehmen in Deutschland erlebte auch die Motorenfabrik Herford in den 50er und 60er Jahren einen lebhaften Aufschwung, wobei der Export der zuverlässigen und robusten Motoren in "unterentwickelte Länder" immer mehr in den Vordergrud trat. Dafür waren sie wegen ihrer Kraftstoffgleichgültigkeit und ihrer robusten Bauart besonders gut geeignet. In den 60er Jahren erfolgte dann die Entwicklung einer neuen stehenden Motorenbaureihe H280 nach dem Baukastenprinzip. Zu diesem Zeitpunkt beschäftigte die Firma etwa 300 Mitarbeiter

Bis 1985 hinein fertigte die Motorenfabrik Herford über 10.000 stehende und liegende Dieselmotoren, vorwiegend für den Export. Die Gebäude der Motorenfabrik Herford sind bis heute erhalten geblieben und können zu besonderen Anlässen besichtigt werden.

Bauprogramm Herford-Dieselmotoren der 50er Jahre (Auszug)

Type
Leistung [PS]
Drehzahl
Zylinder
 
LV 10
7
1800
1
LV 13
12
1500
1
LVN 140
8 - 12
550 - 760
1
LV 18
18
1000
1
LVHS 22
21
660
1
LVN 28
26
520
1
AS
30
420
1
BS
40
400
1
CSN
50
380
1
DSN
62
350
1
DNS
75
300
1
ES
85
275
1
GS
100
270
1
HSN
120
250
1
DNSB
150
300
2
ESB
170
275
2
HSNB
240
250
2

Stehende Motorbaureihe H 280

Type
Zylinder
Leistung [PS]
Drehzahl
Hubvol. [ltr.]
Gewicht [kg]
Bohrung x Hub
2 H 280
2
163
428
48
8650
280 x 390
3 H 280
3
245
428
72
10350
280 x 390
4 H 280
4
326
428
96
12300
280 x 390
6 H 280
6
490
428
144
18300
280 x 390
8 H 280
8
652
428
192
20700
280 x 390

 

 

Ulrich Pollmann aus Bad Driburg hat einen Einzylinder 40 PS Herford-Motor Typ BS restariert und stellt ihn in seinem "Kleinen Maschinenmuseum" aus. Hier der Link zu seiner Internet-Seite, auf der auch Tonaufnahmen des Motors zu hören sind:

www.maschinenmuseum.de

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